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Wider dem Sarrazynismus

Der Autor Jürgen Link, hier auf einer Podiumsdiskussion im Bahnhof Langendreer vergangenen Ostersonntag. Foto: A. Wulfsmeyer

Das Rhizom gegen Rechts. Unter dem Titel „Der vor-erinnerte Sarrazin“ liest Prof. Jürgen Link am Donnerstag, den 5. Mai im Bochumer ver.di-Haus an der Universitätsstraße 76 um 19 Uhr aus seinem Roman „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee“.

Jürgen Links Roman zählt zu profiliertesten Exponaten der Ruhrgebietsliteratur der letzten Jahre. Wie eine „Schwebe in zweiter Haut“ steht der 920-Seiten-Koloss selbstbewusst neben dem „Ruhrtext“ von Florian Neuner und „Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe“ von Wolfgang Welt.

Der emeritierte Literaturwissenschaftler Link beteiligte sich sowohl in Paris als auch im Ruhrgebiet an den Aktionen der 68er-Bewegung. Mit viel Lokalkolorit beschreibt sein gewaltiger Roman die Geschichte der Ursprünglichen Chaoten, einer 68er-Grupper, die sich in den Jahren zwischen 1965 und 1995 vor allem in hiesigen Gefilden engagierte. Der Wir-Erzähler tritt auf in einer polyphonen Symphonie der Dissonanten. Der Sog ist immanent. Dazu betreibt Foucault-Experte Link seinen historischen Diskurs wie ein manischer Archäologe. Schicht um Schicht werden die diversen Serien der Geschichte zu Tableaus aneinander gereiht, bis ein buntes Panorama entstanden ist, dem es an satirischen Pointierungen nicht mangelt. Zum Vorschein kommen die Regulierungsfunktionen der Normalitätsproduktion sowie die Utopie einer selbstbestimmteren Lebensform.

Wie kommt nun Sarrazin ins Spiel? Ich zitiere aus dem Presseinfo:

„Jürgen Link wird ein satirisches Kapitel aus seinem Roman „Bangemachen…“ lesen, das sich als „Vorerinnerung“ präzise auf den Typus Sarrazin beziehen lässt, und das Ganze mit einem normalismustheoretischen Kurzessay verbinden. Konkret wurde der „Fall Sarrazin“ in zwei Kapiteln von Jürgen Links Roman […] präzise vor-erinnert: Da geht es etwa um ein Projekt „Türken-Gen-Atlas“, um Einwanderungs-Simulationsspiele und um Zwillingsforschung, Intelligenz-Quotienten, Geburtenraten von „Migranten“. Ein weibliches Zwillingspaar wirbelt den vorerinnerten Sarrazin durcheinander…“

Klingt spannend. Die Lesung findet im Rahmen der Reihe „Argumente gegen den Sarrazynismus“ statt. Veranstaltet wird sie vom Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur,  der Diskurswerkstatt und dem Bündnis gegen Rechts. Der Eintritt ist frei.

PS: Der Link-link: www.bangemachen.com

 

 

 

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