Zwischenruf: Sehnsucht der Provinz

Grafik: ruhrgebiet-regionalkunde.de

Das Ruhrgebiet, all die Diskussionen um innere Verfassung und Fremdbestimmtheit, um das eine Zentrum, den guten Slogan, den Oberbürgermeister der Oberbürgermeister, den müden Regionalverband, die fiesen Möchtegern-Westfalen und Liebäugel-Rheinländer an den Ränden – es erinnert an das Gefiepe einer Warteschleife.  Eine endlose Wiederholung. Mir gibt das nichts, außer leicht sentimentale Erinnerung an die Jahrtausendwende, an Kollegen und t/waz-Kampagnen, als Hunderte zu Abendveranstaltungen kamen, um ein wüstenstaubiges Thema wie den Ruhrbezirk beziehungsweise dessen Fehlen zu diskutieren. Als wir uns beim Bier ernsthaft Gedanken machten über die Sinnhaftigkeit von Flächennutzungsplänen beziehungsweise Gebietsentwicklungsplänen beziehungsweise Leitverkehrswegeplanung beziehungsweise interkommunale Zusammenarbeit beziehungsweise Fusion der Katasterämter – soll ich weitermachen?

Als Phänomen mag ich den seltsamen Planungsfetischismus von damals, denke ich gerne an die fast studentische Diskutierfreude zurück und das Lebensgefühl des Unterdrückten, aber eigentlich ist das sterbenslangweilig. Denn längst haben Projekte wie die B1–Akademie oder Ruhr 2030 und der stadtregionale Kontrakt und jetzt gerade shrinking cities gezeigt, wie sehr die Ruhrfetischisten in alten Fassungen denken. Nicht dialektisch. Das Gebiet ist längst viel mehr als eine Stadt und zugleich viel weniger, ein Getüm, das wächst, mäandert, sich hier austobt und aufschwingt und nebendran elend verkümmert – ganz ohne Zutun von Politik und Planung.

Im Ernst: Mir graut vor der Ruhr-Zentrale, einer Bezirksregierung im Ruhrgebiet, mit Norbert Lammert als Spiritus Rektor. Die einen mögen die Drei- und Zweigliederung ihr Ruhrdistan nennen. Alle paar Jahre wird diese Sau durch die Dörfer getrieben; ein Spiel mit nichts als der Sehnsucht des Provinzlers! Mir ist ziemlich egal, wo der Beamte sitzt, mit dem meine Frau Beihilfefragen zu klären hat. Es gibt Telefon, Elektropost, Autos. Die dürfen ihre Akten ruhig weiter dort lagern, ihre Regionalratssitzungen ruhig weiter dort veranstalten – im verschnarchten Arnsberg, im piefigen Münster, im abgerockten Düsseldorf.

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17 Kommentare

  1. #1 | Stefan laurin sagt am 11. März 2008 um 13:09 Uhr

    Da widerspreche ich mit einer RWI Studie, bzw. einem Zitat aus einem Artikel über eine RWI-Studie: Eine Strukturschwäche des Ruhrgebiets, die nur von wenigen Politikern als solche gesehen wird, hat das RWI in seinem Bericht deutlich erwähnt: Drei Regierungsbezirke und zwei Landschaftsverbände sorgen sich mehr oder weniger um das Revier. Das schafft Arbeit – in Städtchen wie Arnsberg. Für das Ruhrgebiet laut RWI ein großer Nachteil: „Im Wettbewerb der Regionen und Metropolen um mobile Investitionen sind Standorte im Vorteil, die über hochrangige öffentliche Verwaltungsfunktionen verfügen.“ Die Diskussion über den Ruhrbezirk ist demnach mehr als eine überflüssige „Verwaltungsfrage“, als den ihn vor allem sozialdemokratische Politiker hinstellen wollen, sondern einer der wenigen Faktoren, die die Politik direkt beeinflussen kann.

  2. #2 | 50hz sagt am 11. März 2008 um 14:04 Uhr

    Dem Einwand von Stefan ist wenig hinzuzufügen. Langfristig hat die Region nur zwei Möglichkeiten. Metropole werden oder verschwinden. Metropole zu sein, erscheint mir die deutlich angenehmere Perspektive. Denn Verschwinden wird schmerzhaft und wird auf Jahrzehnte eine schwärende Wunde in der Landschaft hinterlassen.

  3. #3 | schuri sagt am 11. März 2008 um 15:38 Uhr

    @ stefan Dabei ist RWI doch sonst gegen Subventionen? Was aber wäre "die Existenz einer hochrangigen öffentlichen Verwaltungsfunktionen" im Ruhrgebiet anderes als besonders schlichte Staatsintervention? Und außerdem müssten Arnsberg und Detmold nach der Logik "im Wettbewerb der Regionen um mobile Investitionen" jetzt klar im Vorteil sein. Warst du mal dort? Nee, nee, das ist aufgeblasener Krimskrams, das sind uralte Klamotten. Als wenn sich durch ein Regierungspräsidium in Essen am allerbesten im Haus des Ruhrgebietes/ RVR (bibber) irgend etwas ändern würde. Ich glaube, es ist wie mit dem Kinderwunschzettel vor Weihnachten, das schönste an der Ruhr Metropole ist die Vorfreude darauf.

  4. #4 | Arnold Voß sagt am 11. März 2008 um 15:49 Uhr

    Wenn man die Realität nicht ändern kann,dann redet man sie sich schön und/oder versucht, sich ihr gegenüber gleichgültig zu machen. Alles was du im Ruhrgebiet jetzt nicht mehr willst ( oder nicht mehr wollen darfst) gibt es z.B. in Berlin und das ist jenseits dessen, dass tief in allen von uns ein Provinzler steckt, keineswegs eine Provinz.Da wohnen dann auch die Leute von Shrinking Cities und finden das da alles ziemlich toll.

    Christoph,nichts in dieser veschissenen Welt geschieht ohne Politik und Planung! Ob private oder öffentliche ist dabei letztlich egal. Und ob sie immer zum Ziel führt auch.Ob du das gut findest oder nicht, ist denen die das machen sowas von scheißegal.Die meisten Leute planen selbst ihre kleinsten Urlaube minutiös und tun ansonsten so, als seien die coolsten Anarchisten. (Ist auch gerade groß in Mode.) Machen übrigens auch die die zur Zeit großmäulig und öffentlich verkünden Planung sei von gestern. Irgendwelche Leute habe übrigens auch darüber zukunftsorientiert entschieden (das und nichts anderes ist Planen) dass es Ruhr 2030 oder Shrinking Cities oder die B1 Akademie gibt. Also, träum weiter!Spätestens wenn vor deiner Haustür irgend Jemand etwas macht, was dir ganz und gar nicht passt, wirst du laut losbrüllen und fragen wer sich das hat einfallen lassen. Dann wirst nach Abstimmung und Planung rufen und auf die Anarchie scheißen.Das ist dann Provinz mein Lieber.Und zwar handmade.

    ansonsten einen ganz herzliche Gruß

    Arnold

  5. #5 | jens weissenberg sagt am 11. März 2008 um 17:21 Uhr

    und es soll ja Kinder geben, die, wenn ihr Wunschzettel nicht in Erfüllung geht, lieber überhaupt gar keine Weihnachtsgeschenke haben wollen?ganz schön bockig?

    Wir Ruhr-Kinder (und ich zähle mich mit meinen mittlerweile 15 Jahren dazu) sind solche frustrierten Bälger, deren Kinderzimmer schlecht ausgestattet ist (andere Kinder haben da Besseres)?die lieber draußen auf den schönen Spielplätzen spielen und die ihre Freunde nicht nach Hause mitbringen, weil sie sich wegen ihres Kinderzimmers irgendwie schämen?

    Unsere Eltern sind die meiste Zeit zerstritten (eigentlich die ganze Großfamilie!) und nur uns zu Liebe, sagen sie jedenfalls, machen sie auf Harmonie?

    Und sie mühen sich redlich, damit endlich mehr Kinder zu Besuch kommen und wir uns besser fühlen?ab und zu kaufen sie tolle bunte Spielzeuge?vor kurzem haben sie sogar vorgeschlagen unserem Kinderzimmer einen Fantasienamen zu geben?weil sie hoffen, damit andere Kinder anlocken zu können…

    Wir aber, weil wir tief frustriert sind, weil wir so oft enttäuscht worden sind, weil unsere hohen Erwartungen niemals erfüllt werden können, weil wir die Ansinnen unserer Eltern angesichts der ständigen Streitereien für unglaubwürdig halten, schlagen unseren Eltern die Kinderzimmertür vor der Nase zu?und merken nicht mal, dass wir damit auch alle anderen Kinder ausschließen…

    Hz50 hat Recht: Metropole werden oder verschwinden, das ist die Alternative!

    METROPOLE? Ja, Metropole. Lasst uns Metropole werden!
    eine ruhr hoch n-Metropole!!!

  6. #6 | Stefan Laurin sagt am 11. März 2008 um 18:27 Uhr

    @ Christoph: In Detmold war ich noch nie, in Arnsberg einmal – durchgefahren. Aber ich kenne immerhin den Namen, was ohne die Funktion als Regierungssitz kaum der Fall wäre. Aber ich kenne Münster: icht nur Regierunsgbezirkssitz, auch das Landesarbeitsamt ist da, Westlotto etc. Alles gute Jobs, die es nur gibt, weil die Stadt zentrale Funktionen hat. Ich bin wie Du, wahrscheinlich sogar mehr als Du – gegen Subventionen. Aber wenn es ein gewisses Maß an zentraler Verwaltung braucht, hat auch ein Landesteil mit 5,5 Millionen Einwohnern ein Anrecht drauf. Und was sich ändern könnte? Das es auf einmal einen Blick auf das Ruhrgebiet als Ganzes gäbe, dass sich jemand herausentwickeln KÖNNTE, der die Region repräsentiert – all das geht nur mit einem Bezirk. Und davon ab: Lieber drei als fünf und weniger Verwaltung – daran denke ich jedes Mal, wenn ich Steuern zahle.
    Man kann aber auch innovativ denken: Braucht man überhaupt Mittelinstanzen? Gibt es vielleicht etwas jenseits der traditionellen Stadtstruktur? Können wir hier vielleicht etwas neues entwickeln? Deine Abneigung gegen das Wort Regierungsbezirk kann ich gut verstehen. Ich mag Regierung schon nicht. Aber irgendwie müssen wir ein paar Dinge regeln – vielleicht finden wir ja neue Wege? Aber erst einmal stecken wir in eine Auseinandersetzung um den Ruhrbezirk. Das er kommt halte auch ich für unwahrscheinlich – das hindert mich natürlich nicht, mich dafür einzusetzen. Es ist ein Symbol: Ich will, dass wir gewinnen. Das haben wir lange nicht getan. Es wird Zeit.

  7. #7 | Thomas sagt am 12. März 2008 um 09:45 Uhr

    Stefan,

    >Aber ich kenne Münster: icht nur Regierunsgbezirkssitz, auch das Landesarbeitsamt ist da, Westlotto etc. Alles gute Jobs, die es nur gibt, weil die Stadt zentrale Funktionen hat.

    Und die zentrale Funktion hat diese Niedlichkeitsstadt nicht von den Preußen verliehen gekriegt, die ist aus der Rolle der Stadt als Bistumssitz der römisch-katholischen Kirche gewachsen.

    "Das Bistum Münster reicht von Wachtendonk bis Wadersloh, von Werne bis Wangerooge. Mehr als zwei Millionen Katholiken fühlen sich in dieser Diözese heimisch, auch wenn sie als Niederrheiner, Münsterländer oder Oldenburger regional geprägt sind", schreibt die Gemeinde selbst. Und erwähnt das Kreisdekanant Recklinghausen mit den Städten Haltern, Marl, Datteln, Herten, ua wohl aus Unterstatement nicht.

    Jedenfalls, ohne den Frieden von Münster, den Westfälischen Frieden von, äh, 1648, auch in der Frage der Konfirmation des Augsburger Religionsfriedens, ist Westfalen, ist die Rheinprovinz, der Niederhein, das Ruhrgebiet gar nicht vorstellbar.

    Das wollte ich als ehemaliger Jugendredakteur der KSJ, anschließend der KJG – ohne Flachs, aber verdammt lang her – des Bistums Münster, quasi pro domo, hihi, der vor Äonen mal sein Ehrenamt in den ehrwürdigen Räumen des Bischöflichen Generalvikariates in MS ausgeübt hatte, auch mal gesagt haben:

    Es ist nicht alles Preußen, es ist auch der stetige Katholikenstrom, der hier die Region gemalt hat. Bzw gemahlt hat.

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 12. März 2008 um 10:06 Uhr

    Thomas, Du hast Recht: Ohne den westfälischen Frieden ist das Ruhrgebiet nicht denkbar. Und ohne das Bistum Münster auch nicht.

    Aber wir sollten an dieser Stelle zum Thema Bistum auch nicht die Geburt unseres Herrn Jesus Christus vergessen, den Kontinentaldrift und den Urknall.

    Ohne die Entstehung des Universums wäre in Bochum nie Kohle gefunden worden und Arnsberg niemals Sitz einer Bezirkregierierung geworden.

    Wie beurteilst Du eigentlich die Theorie der Multiversen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Frage der Reform der Mittelinstanzen in NRW?

  9. #9 | Thomas sagt am 12. März 2008 um 10:42 Uhr

    Stefan,

    >Wie beurteilst Du eigentlich die Theorie der Multiversen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Frage der Reform der Mittelinstanzen in NRW?

    Nun, ehrlich gesagt, geht mir die Verwaltungsstrukturreformdiskussion am Arsch vorbei.

    Da mögen die Berufenen sprechen. Ich bemühe mich in Demut – um es mal auf gut katholisch zu formulieren – näher an den Menschen zu sein.

    Allgemeingültig gilt natürlich: Nicht eingetretene Ereignisse lösen oft einen Mangel an Folgen aus.

    Mein Lieblingsaxiom aus der Kybernetik übrigens. Der Steuermannswissenschaft. Eine verschollene Wissenschaft übrigens.

  10. #10 | Prof. Dr. Wolfgang Ebert sagt am 12. März 2008 um 12:51 Uhr

    Die Diskussion kennen wir doch nun seit vielen Jahren. Und man kann wirklich an ihr verzweifeln! Als jemand, der sich seit langem in der Region und für sie engagiert hat, gibt es nur noch eine Chance: Man wird zum Zyniker und die Liebe zum Revier verwandelt sich in Hass auf die engstirnige, eigennützige, ja dumme Politikerriege. Weiß Gott, ich bin den meisten begegnet, und ich würde kaum jemand mein Taschengeld anvertrauen. Es gibt zwei große Problemkreise der Region: das ist zum einen die mangelnde Politikqualität und zum anderen die ebenso miese Qualität der Presse, die nie ein realitätsnahe Bild zeichnet.
    Und beide zeichnet vor allem aus, dass sie ausschließlich Nabelschau betreiben und nie über den Tellerand des Reviers hinaus schauen. Wie anders kann man sich erklären, dass unumstritten die Reibungsverluste in einer Region ohne zentrale Planung und ohne gemeinsam politische, und nicht verwaltungmäßige, Gremenien so hoch sind, dass man es nur als ökonomischen Schwachsinn bezeichnen kann? Was ist denn mit Zentren wie Greater London, Großraum NY, Istanbul, Mexico City und vielen anderen? Wir kennen diese Beispiele, nur die lokale Politik offensichtlich nicht…
    Es ist wirklich zum Verzweifeln! Ich wandere aus. Äh, bin ich ja schon. Punkt.

  11. #11 | Martin Terjung sagt am 13. März 2008 um 13:54 Uhr

    Möchtegern-Westfalen und Liebäugel-Rheinländer !!!

    Jeden Rheinländer und Westfalen aus dem Pott müssen ja diese Sprüche von diesen Ruhris, die keine Rheinländer und Westfalen sein wollen, aus dem Pott treiben.

    Kein wunder das die Kreise Wesel und Unna bei solchen Anfeindungen keinen bock auf den Pott mehr haben.

  12. #12 | Arnold Voß sagt am 13. März 2008 um 14:54 Uhr

    Das Ruhrgebiet verlässt einen nie, auch wenn man ausgewandert ist, Herr Egbert. Spricht irgendwie für die Gegend, oder? Liegt vielleicht auch daran, dass das Ruhrgebiet letztlich überall ist. Aber noch ein paar Sätze zu ihrer Politikerschelte.

    Man macht es sich vielleicht zu einfach, wenn man diese Personen eben nur als solche und nicht im Rahmen der ihnen vorgegeben Strukturen kritisiert. Die Bürgermeister und Landräte usw. (die weiblichen natürlich mit eingeschlossen) werden halt nicht außerhalb sondern innerhalb ihrer Gemeinden (wieder)gewählt. Da ist eine gewisse ?Engstirnigkeit? natürlich quasi politisch ansozialisiert. Deswegen bin ich ja, wie sie, nicht für eine Städtebund sondern für eine wie auch immer geartete oder benannte Ruhrstadt. Und zwar weil das Ruhrgebiet eben keine Metropole ist, wohlmöglich auch nie eine wird und auch keine werden muss, um erfolgreich zu sein.

    Einfach nur ein gemeinsames (großes) Haus bauen und es nicht länger bei einer Eigenheimsiedlung mit jährlicher Eigentümerversammlung zu belassen, das wäre schon ein gewaltiger Fortschritt. Mit all den (produktiven) Konflikten die es in so einem Haus nun mal gibt, wenn man darin zusammen arbeitet und lebt. Aber ?einfach nur? gibt es im wirklichen Leben nun mal nicht.

    Mittelmaß und Kleinkariertheit gibt es im übrigen auch reichlich im unternehmerisch-privaten Sektor unserer Gesellschaft und in all den Metropolen mit denen sich das Ruhrgebiet immer so gerne vergleicht. Und zwar bis in die höchsten Ebenen. Aber es gibt da auch Leute die auch große Schiffe ( die ja nichts anderes sind als große Häuser in Bewegung) führen können und führen wollen. Und das schöne an der Demokratie ist ja, dass man in ihr nicht ?meutern? muss, wenn der Kapitän und seine Mannschaft sichtlich versagt. Die Mitreisenden können und dürfen sich dann einen neuen respektive eine neue wählen. Und gute Kandidaten stehen auf einem wirklich großen Schiff auch meistens zur Verfügung. In einer Eigenheimsiedlung, und sei sie auch noch so groß, ist das kaum zu erwarten bzw. kommt es nur alle 100 Jahre vor. Und genau dann, wenn es vorkommt, werden die ?Eigenheimer? zu verhindern wissen, dass solche Leute auf ihrer „Eigentümerversammlung“ gewählt werden, ja dass sie überhaupt erst kandidieren können.

    P.S. Wenn man bedenkt, dass das Eigenheim die beliebteste Wohnstädte der Deutschen ist, kann man bezüglich des Ruhrgebietes eigentlich alle Hoffnung fahren lassen.

  13. #13 | Arnold Voß sagt am 13. März 2008 um 15:05 Uhr

    P.P.S Sorry für die Ansprache „Egbert“, sollte natürlich Ebert heißen. Aber ich denke es geht auch Ihnen mehr um Inhalte als um Namen.

    P.P.P.S Und kurz zu Herrn Terjung. Ich glaube, wenn man schon in solchen Kategorien denkt wie sie, das Unna und Wesel das Ruhrgebiet, auch wenn sie sich nicht dazuzählen, mehr brauchen als umgekehrt.Es geht aber nicht darum wer wozu gehört. Das ist nun wirklich eine Diskussion die nicht weiterführt. Räumlich Kooperation ist nicht eine Frage von „Wer bin ich“. Das sollte jeder tunlichst für sich selbst beantworten. Die Frage muss heißen: was können wir gemeinsam tun um in einer globalisiereten Welt zu bestehen?

  14. #14 | Nobby Brinks sagt am 17. März 2008 um 09:31 Uhr

    Die Diskussion im Ruhrgebiet, ob das Ruhrgebiet Fremdbestimmt ist, scheidet nur dem Ruhrgebiet Die fiesen Möchtegern-Westfalen und Liebäugel-Rheinländer sind nicht nur Historisch Rheinländer und Westfalen.

    Das Gebiet ist längst mehr als eine Stadt, es ist ein Ballungsraum in NRW längst zu einem Rhein-Ruhr-Raum entwickelt hat. Eine separatistische Lösung, die das Ruhrgebiet vom Rheinland und Westfalen trennt, ist denkbar schlecht. Eine Leitverkehrswegeplanung zwischen Duisburg und Düsseldorf dürfte nicht stattfinden, und die Fusion der Katasterämter der Kreise Kleve und Wesel wäre nicht mehr möglich. Statt dessen droht dem Ruhrgebiet eine Ruhrstadt, mit der Zwischenlösung, das alles nach Duisburg, Essen Bochum und Dortmund Eingemeindet wird. Bei den Gedanken Bochum-Schalke kommt mir dann aber schon was hoch.

    Im Ernst: Mir graut es vor der Ruhrpott, zu dem der Kreis Wesel 1975 zwangsweise kam. Mir graut es davor, das der RVR die Planungen für den Kreis übernimmt. Mir graut es davor, das es nur noch heißt, entweder oder statt und.

    Entweder Ruhrpott oder Niederrhein kann aber keine Lösung sein. Lösungen, die nur Teilen sind doch keine Lösungen. In Wirklichkeit hat sich doch der Ballungsraum in NRW längst zu einem Rhein-Ruhr-Raum entwickelt. Da sind doch ganz andere Lösungen gefragt.
    Ob es sinn da macht, aus dem Land NRW ein Trizonesien zu machen?

  15. #15 | Arnold Voß sagt am 17. März 2008 um 14:15 Uhr

    Ein Ruhrbezirk respektive eine Ruhrstadt hat doch nichts mit Seperatismus zu tun.Da wird doch kein Zoll erhoben, geschweige stehen da Grenzposten. Kooperation ist doch nachwievor mit allen anderen möglich und soll natürlich auch sein. Wenn man ihren Ansatz übrigens zu Ende denkt, dann müsste auch noch ein Teil von Holland zum Rhein-Ruhr-Gebiet gehören, denn der eigentliche Ballungsraum und dessen Vernetzungen gehen mittlerweile auch über das „klassische“ Rhein-Ruhr-Gebiet weit hinaus.Das Hauptproblem aber ist, dass Köln und Düsseldorf überhaupt keine Interesse haben mit den „Armen Verwandten“ an der Ruhr in einen Topf geworfen zu werden. Nicht mal namentlich.

  16. #16 | Nobby Brinks sagt am 18. März 2008 um 10:14 Uhr

    AW
    Das Hauptproblem im Ruhrgebiet ist doch, das ständig geklagt wird, das die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen durch den Pott verläuft, nur um den Pott zu teilen.
    Das Hauptproblem im Ruhrgebiet ist doch, das ständig gefordert, das es eine Einheit werden muss. Das Dortmund auch Westfalen und Duisburg Niederrhein ist wird dabei doch schon penetrant Übersehen. Ja, man möchte doch am liebsten einen eigenen Landschafsverband. Andersdenkende wie der Dortmunder OB werden das schon mal als Abtrünnige bezeichnet.

    Aber wie schaut es den in Wirklichkeit aus:
    Schaut man aber nach Duisburg, dann stellt man fest, das Düsseldorf als Nachbarstadt wesentlich wichtiger ist als Dortmund. Ja, man kann mit der Straßenbahn, der ehemaligen D-Bahn dort hin fahren. Schaut man aber von Duisburg über den Rhein nach Holland, es ist wirklich nicht weit. Dagegen, über die Rheinische Bahn nach Bochum Nord fahren keine Züge mehr von Wedau aus.
    Schaut man aber nach Mülheim/Ruhr, da kann man doch nicht von den Armen Verwandten sprechen. Mülheim, zwischen Essen und Düsseldorf profitiert von beiden Nachbarstädten, sowie von seinem Rhein-Ruhr-Hafen als Anbindung nach Holland.
    Schaut man aber nach Wesel, die wollten noch nie in den Pott, und bekennen sich eindeutig zum Niederrhein. Ein Problem mit Düsseldorf haben aber diese Städte nicht. Es scheint ehr nur ein Problem von der Stadt Essen und vom RVR zu sein.

    Im Ruhrgebiet werden dagegen wichtige Verkehrswege wie die Rheinische Bahn vom RVR in Radwege umgewandelt, obwohl die Bahnstrecken von den Häfen in Antwerpen und Rotterdam ausgebaut werden. Eine gute Anbindung am Holland wäre aber in der Globalen Welt äußerst wichtig.

    Von daher ist aber eine gemeinsame Planung des Rhein-Ruhr-Raum äußerst wichtig. Eine Loslösung des Ruhrgebiets vom Restlichen Rheinland oder Westfalen halte ich daher für alle schädlich.

    PS. Ich kenne jetzt schon einige Ruhris, die der Meinung sind, das alle die Städte und Kreise, die zum RVR gehören, nicht mehr Rheinland und Westfalen sind. Speziell dieses bezeichne ich als Separatismus des Ruhrgebiets.

  17. #17 | Stefan Laurin sagt am 18. März 2008 um 11:15 Uhr

    @Nobby: Kein Mensch interessiert sich für die Landschaftsverbände. Es geht um Planung und Wirtschaftsförderung.

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