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Alles richtig gemacht, Nobelpreiskomitee: NPD, Dagdelen und Dehm ärgern sich über den Friedensnobelpreis für die EU.

Kreta - hier kam Europa an Land Foto: Malki Lizenz: GNU

Für Sevem Dagdelen von der Linken, bekanntlich eines der intellektuellen Schwerstgewichte ihrer Partei, ist klar:  „Die Europäische Union hat den Friedensnobelpreis nicht verdient. Im Gegenteil: Ganz nach dem Motto ‘Krieg ist Frieden’ des Romans 1984 trägt die Preisverleihung Orwellsche Züge.“ Und ihr Parteifreund, der Bundestagsabgeordnete und Schlagersänger Dieter „IM Willy“ Dehm lässt auf seiner Homepage verkünden: „Mit großer Freude, Genugtuung und Zuversicht hat der europapolitische Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, Dr. Diether Dehm, die Nachricht aufgenommen, dass die EU für die völkerrechtswidrigen Kriegseinsätze von Mitgliedstaaten gegen Jugoslawien und Libyen und für den Militarismus, die Battlegroups und den Lissabonvertrag den Friedensnobelpreis bekommen hat.“ Auch die NPD ist unzufrieden. Die EU sei „eine Zwangsgemeinschaft, die unter dem Dach einer aus Brüssel verordneten postnationalen Identität die europäischen Völker einer verschärften Umverteilung von unten nach oben unterwirft, die mit jedem Jahr ihre ohnehin schon eklatanten Demokratiedefizite weiter ausbaut und sich mittlerweile zu einem klassischen Völkergefängnis entwickelt hat.“

Wenn also solche Geistesgrößen sich über den Friedensnobelpreis für die Europäische Union aufregen, scheint das Nobelpreis-Komitee  eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Die Europäische Union hat eine Menge Probleme und Fehler, sie ist bürokratisch, müsste demokratischer sein und sollte sich weniger wie eine große Nanny auftreten. Aber das ist Kleinkram, angesichts der weltgeschichtlichen Leistung der Europäischen Union, dafür gesorgt zu haben, diesen kriegerischen Kontinent nach Jahrhunderten blutiger Kriege, diese Brutstätte autoritärere Ideen und Regime, befriedet und demokratisiert zu haben.

Freuen wir uns also mit José Manuel Durão Barroso, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, der, meiner Meinung nach, die richtigen Worte gefunden hat:

Ich war sehr bewegt als ich die Neuigkeit hörte, dass der Friedensnobelpreis der Europäischen Union zuerkannt worden ist. Es ist eine große Ehre für die Europäische Union, den Friedensnobelpreis 2012 vom Nobelpreiskomitee zuerkannt zu bekommen.

Es ist eine große Ehre für alle 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger Europas, für alle Mitgliedsstaaten und all Europäischen Institutionen diesen Friedensnobelpreis entgegenzunehmen.

Mit diesem Preis wird zu Recht ein einzigartiges Vorhaben gewürdigt, das sich in den Dienst der Bürger und der ganzen Welt stellt.

Wir sollten stets daran denken, wie die Europäische Union entstanden ist – aus dem Willen, Nationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg am Boden lagen, zusammenzubringen und in einem Friedensprojekt zu einen, das auf supranationalen, das europäische Gemeinwohl artikulierenden Institutionen gründet.

So hat seinerzeit die Europäische Gemeinschaft durch den Eisernen Vorhang getrennte Länder auf dem Fundament so essentieller Werte wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Recht, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte vereint.

Dank ihrer transformativen Kraft konnte die Europäische Union ausgehend von sechs Ländern fast den gesamten europäischen Kontinent vereinen. Freiheit, Demokratie, Recht, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte sind Werte, nach denen alle Menschen streben. Und dies sind auch die Werte, die die Europäische Union verteidigt, denn sie will, dass die Welt ein besserer Ort wird. Wir sind stolz darauf, dass die Europäische Union weltweit den größten Beitrag an Entwicklungshilfe und humanitärer Hilfe leistet und an vorderster Front der globalen Anstrengungen zum Schutz unseres Planeten vor dem Klimawandel und zur Förderung globaler öffentlicher Güter steht.

Dass die Europäische Union in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält, zeigt, dass sie überall in der Welt auch in diesen schwierigen Zeiten Länder und Menschen inspirieren kann und zeigt auch, wie sehr die internationale Gemeinschaft einer starken Europäischen Union bedarf.

Die bedeutende Botschaft, die das Friedensnobelpreis-Komitee und die internationale Gemeinschaft Europa hiermit überbringen, ist, dass die Europäische Union ein sehr kostbares Gut ist, das wir schätzen sollten und mit dem wir zum Wohl der Europäer und zum Wohl der ganzen Welt sorgsam umzugehen haben.

 

 

 

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28 Kommentare zu “Alles richtig gemacht, Nobelpreiskomitee: NPD, Dagdelen und Dehm ärgern sich über den Friedensnobelpreis für die EU.

  • #1
    der, der auszog

    Ein Friedenspreis, wie der Friedensnobelpreis, hat auch immer ein Stückchen was mit Krieg zu tun. Ich persönlich kenne das Wort Krieg nur aus den Erzählungen meiner Großeltern und aus Geschichtsbüchern. Seit fast 70 Jahren leben wir in Deutschland in Frieden. Im Vergleich zur Zeit vor 1945 ist das schon verdammt lange. Zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg lagen gut 20 Jahren Friedenszeit. Zwischen den deutsch-französischen Kriegen 1870/71 und dem ersten Weltkrieg lagen gerade einmal 43 Jahren Frieden. Vom Sturz Napoleons 1814 bis zu den deutsch-französischen Kriegen erlebte Mitteleuropa ganze 56 Jahre Frieden. Diese Betrachtung liesse sich noch durch einige Jahrhunderte weiter vorführen.

    Das, was da 1952 als Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl angelegt wurde, war ein absolutes Novum. Deutschland und Frankreich, die sich früher immer wieder gerne bekriegten, bilden eine Montanunion und holen die Beneluxstaaten mit ins Boot, die man als Großmacht vorher immer wieder gerne überrollte, wenn es Deutschland und Frankreich darum ging, gegeneinander Krieg zu führen. Mittlerweile heißt das Konstrukt von damals Euopäische Union und der größte Teil der europäischen Staaten gehört dieser Gemeinschaft an. Die Themen haben sich heutzutage ein wenig verlagert. Momentan beispielsweise spricht man ausschliesslich über Geld (Stichwort: Griechenland). Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mit der Europäischen Union gelungen ist, auf diesem Kontinent einen Raum zu schaffen, in dem es so gut wie keine Kriege mehr gibt. Schade, dass meine Großeltern von dieser Zeit so wenig mitbekommen haben, denn sie sind schon seit über 30 Jahren tot.

    …. Zu Dagedelen und ihrem Stasifreund Dehm möchte ich mich eigentlich gar nicht weiter äussern. Wer sich einst, wie IM Willy, für ein diktatorisches System verdingen liess, in dem die Rechte der Menschen mit Füßen getreten wurden, hat meiner Meinung nach seine Berechtigung an einer Diskussion um Friedensprozesse verspielt….

  • #2
    Nansy

    Das ist ja nur noch peinlich, wenn die Berechtigung für den Erhalt des Friedensnobelpreises an der Glaubwürdigkeit einiger seiner Gegner festgemacht wird (Zitat: „Wenn also solche Geistesgrößen sich über den Friedensnobelpreis für die Europäische Union aufregen, scheint das Nobelpreis-Komitee eine gute Entscheidung getroffen zu haben.“). Sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner!
    Dabei würde sich eine Diskussion über Europa und seine Beteiligung an Kriegen in und außerhalb Europas durchaus anbieten. Aber wenn die Kritik einiger Linker an dieser Preisverleihung schon als Legitimation für den Preis ausreicht, dann erübrigt sich ja wohl die Diskussion.

  • #3
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Nansy: Die EU hat mitgeholfen, den Balkan friedlicher zu machen. Ein Mittel dazu waren Militäreinsätze. Das geht nun einmal manchmal nicht anders – ich bin kein Pazifist. EU Staaten haben in Libyen ein Blutbad in Bengasi verhindert, die Truppen der Alliierten kämpfen in Afghanistan gegen radikale, militante Islamisten. Schlimm finde ich nicht, dass sie kämpfen, sondern dass sie offenbar den Krieg verlieren werden und die Opfer umsonst waren. Die EU hat für Frieden und Demokratie in Europa gesorgt. Das ist ein sehr guter Grund für einen Nobelpreis.

  • #4
    Arnold Voss

    Europa hat im letzten Jahrundert so viele Menschen dem Krieg untereinander und mit dem Rest der Welt geopfert wie es die ganze Welt davor nicht zusammen hingekriegt hat. Den Völkermord eingeschlossen. Weit über 60 ! Millionen Menschen in zwei Weltkriegen.
    Nun sind die meisten diese Länder in einem dauerhaft friedfertigen Verhältnis zueinander als Union vereint. Wenn das keinen Friedensnobelpreis wert ist, was dann?

  • #5
    Walter Stach

    1938 geboren………..!
    Ich erinner mich nicht nur an Bombennächte 1944, an Stellungskämpfen zwischen deutschn und US-Soldaten, die auch in unserem Garten stattfanden, an den einen oder anderen toten Soldaten, an die einmarschierenden amerikanischen Kampfverbände, an schwierige Nachkriegsjahre für meine Eltern ab 1945, sondern auch daran, wie begeistert ich ab den 1950 er Jahren von den ersten Ideen war, jedwede kriegerische Auseinandesetzung in Europa für immer auszuschließen.

    Da gab es als erstes unmittelbar nach Kriegsende eine entsprechenden Rede von Winston Churchill.Dann konkretisierte sich der Gedanke einer Einheit Europas duch Politiker wie de Gasperi -Italien,R.Schumann-Fankreich- und Konrad Adenauer,obwohl ich Letzteren innenpolitisch als Gegner empfand, hatte ich vor ihm gehörigen Respekt, vor allem, wenn es um senen Willen ging, (West-)deutschland in ein vereintes (West-) Europas einzubinden, zu integrieren.

    Und dann gab es Schritt für Schritt die Gründung des Europa-Rates, die Gründung von Montan-Union, EWG, EG bis hin zur EU – und weiter bis ……?

    1945 – 2012 -eine Zeit des Friedens in Westeuropa! Das hofften 1945 Viele,
    aber daran glauben mochte keiner.
    Eine Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Franzosen und Deutschen? Das war 1945 bis weit in die 60 er Jahre“undenkbar und heute?

    Für mich ist das Vereinte Europa, egal wie es sich derzeit konstituiert, egal welche aktuellen internen und externen Probleme es hat, ein Beweis und ein Vorbild dafür, daß Krieg zwischen den Völkern, das Hass zwischen den Menschen verschiedener Nationen, nicht naturgegeben sind und für „ewig“ als unüberwindlich hingenommen werden müssen.

    Wenn mir jemand Mitte der 195oer Jahre gesagt hätte, daß ich bereits ca. 25 Jahre später auf Reisen in alle westeuropäischen Staaten zurückblicken , mich in Paris,Rom,London gut auskennen und in vielen dieser Staaten gute Bekannte haben würde, den hätte ich bei all meiner seinerzeitigen Begeisterung für das Ziel eines Vereinten Eurpa einen Träumer genannt.
    Und heute 2012?
    Viele von uns haben mittlerweile ebenso gute Bekannte im europäsichen Ausland wie in Deutschland. Daß eine meiner Töchter, wie viele andere junge Deutsche, in England lebt, dort wohnt, dort arbeitet und das gegenseitige Kurzbesuche so selbstverständlich sind unsere wie Besuche in München………..!

    Ist das Alles nichts?
    Oder ist es nur, und das wäre erfreulich, nichts weiter, weil alltägliche Selbstverständlichkeit?
    Die Idee eines vereinten Europa als eine f r i e d e n s i c h e r n d e und der derzeitige Zustand ihrer Verwirklichung idurch die EU sind des
    F r i e d e n s n o b e l p r e i s e s würdig.

    ( Und diese Preisverleihung könnte möglicherweise dazu beitragen, daß z.B. den Nationen im Nahen Osten erneut und nachdrücklich bewußt wird, daß auch zwischen ihnen Hass und Krieg keine „ewigen Zustände“ sein müssen.)

    Dagdelen und Dehm………..? Kommentiere ich nicht.

  • #6
    kai

    Herr Laurin,
    wann hat man Ihnen eigentlich das Brett an die Stirn genagelt,? Ach ,das ist mittlerweile wohl schon´ne Betonwand.
    Haben sie die Massenproteste in Griechenland( die stürmen auch schon Ministerien) ,Spanien oder auch in Italien noch nicht mitbekommen?
    In Griechenland gibt es schon Familien, die ihre Kinder in SOS-Kinderdörfer bringen, damit diese Kinder überhaupt noch was zum Anziehen und Essen bekommen? Na klar, das sind Friedensbringende anzeichen.

    Die Leute hatten schon lange den Geist von Europa in sich und es war gut.
    Aber dann mußte unbedingt( neben dem Ecu) auch noch das Hartgeld einheitlich sein. Und ab diesem Zeitpunkt, haben die Menschen angefangen immer mehr und mehr National oder sogar Regional zu denken. Wenn der Euro demnächst am A.. ist, werden uns die bisherigen Unruhen wie ein laues Lüftchen vorkommen.

    Das sie den Friedensnobelpreis für die Eu wirklich für richtig halten, wag ich zu bezweifeln. Ihnen ging es doch wieder nur um(Ihr Schema F) die Schlechtredung der Linken und den Gruppierungen des rechten Randsteins!

  • #7
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Kai: Die Griechen haben Jahrzehnte Regierungen gewählt, die das Geld mit vollen Händen ausgegeben haben. Gäbe es jetzt die EU nicht, wäre die Lage nicht besser sondern noch schlechter: Niemand gäbe Griechenland im Moment Kredit.
    Und auch das in Spanien und Griechenland demonstriert werden kann ist ein Erfolg Europas: In den 70ern waren beide Staaten noch Militärdiktaturen. Dass sie sich in der zeit danach zu stabilen Demokratien entwickelt haben ist auch ein Erfolg der EU.
    Das der Euro das nationale Denke befördert hat sehe ich nicht. Bei allen Problemen: Er ist ein Stück europäischer Alltag. Die Gründe für das nationale Denken haben nichts mit der Währung zu tun, ich sehe allerdings wie Sie den Nationalismus als ein großes Problem an. Er ist mir übrigens so fremd wie die Religiosität.

  • #8
    der Herr Karl

    Ich finde diese inflationäre Preisvergaberei grundsätzlich daneben. Überall wird nur noch der „Beste“ oder der „Schönste“ gesucht, um ihm einen Preis umzuhängen.
    „Mitarbeiter des Monats“ und anderen Blödsinn ist über den grossen Teich zu uns rübergekommen.
    Solche Preise braucht die Welt nicht.

  • #9
    kai

    Was für ein Schwachsinn, die Italiener haben sich vor dem Euro auch Anleihen für 13/14 % Zinslast geholt, genauso wie Spanien und Griechenland oder aber auch Malta, Zypern u.s.w. Dann haben die ihre Währungen abgewertet und unsere wurde aufgewertet.
    Der Euro hat überhaupt doch erst dafür gesorgt, das die Südstaaten dermaßen schlecht dastehen. Wer macht denn schon im teuren Euro-Griechenland Urlaub, anstatt inn ähnlichen gefilden wie der viel günstigeren Türkei
    In Sachen Nationalität und Religion, dem noch größeren Übel, bin ich absolut ihrer Meinung. Wir hätten eher an diesem Punkt Einigkeit suchen sollen, als in einer gemeinsamen Währung

  • #10
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Kai: Bis 2008 stieg die Zahl der Touristen in Griechenland:
    http://www.investingreece.gov.gr/default.asp?pid=37&la=3
    Und Tourismus ist nicht der einzige griechische Wirtschaftszweig. Griechenland ist seit Jahrtausenden eine wichtige Handelsnation – die Reedereien gehören nach wie vor zu den größten der Welt.
    Ein großes Problem ist aber die Türkei: Das Land akzeptiert bis heute nicht die Grenzen Griechenlands, dringt immer wieder in den griechischen Luftraum ein und zwingt Griechenland zu hohen militärischen Ausgaben. Für Griechenland wäre das Leben leichter wenn es Nachbarn wie Deutschland hätte. Hat es aber nicht.

  • #11
    Achim

    Die EU konnte soviel für den Frieden tun, da die Throrie des demokratischen Friedens empirisch richtig ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Frieden

    Die historischen Erfahrungen zeigen:
    1.)Die Staatsform eines Landes hat keinen Einfluss auf seine Friedfertigkeit.
    2.)Auch Staaten mit der gleichen Staatsform führen Kriege gegeneinander. Dies gilt selbst für sozialistische Staaten z.B. Udssr/China (Ussuri), Vietnam/Kambodscha, China/Vietnam. Von einer Überlegenheit des Sozialismus ist deswegen nicht auszugehen.
    3.)Auch Demokratien haben Angriffskriege begonnen und werden weitere Angriffskriege beginnen.
    4.)Demokratien führen nur untereinander keine Kriege.
    Dies sind die unbestreitbaren empirischen Tatsachen.

    Die diversen „Gegenbeispiele“ sind sehr schwach.
    1.)Das unbestreitbar demokratische Finnland kämpfte nur deswegen
    auf der Seite des Faschismus gegen die wesrtlichen Demokratien, weil es vorher von der Sowjetunion angegriffen wurde und seine Gebiete wieder haben wollte „Fortsetzungskrieg“
    2.)Die zahlreichen Angriffskriege der USA gegen lateinamerikanische Demokratien sind erklärbar durch:
    – Die gefährlichen Demokratiedefizite der USA
    – Die geringe gesellschaftliche Relevanz der
    Kriege für die Bevölkerung
    der USA „die paar Toten“
    3.)Die Führung von Angriffskriegen als reale oder
    zumindest eingebildete Stellvertreterkriege gegen die
    Sowjetunion. Zumindest diese Erklärung ist
    sehr bedeutend, da sich das Verhalten der USA
    nach dem Ende des Realen Sozialismus stark
    verbessert hat. Die Bündnispolitik des Irans
    mag in Zukunft ein paar Stellvertreterkriege
    selbst gegen Demokratien entfachen…

    In der Praxis mag es in den nächsten Monaten
    durchaus Angriffskriege der EU gegen Syrien oder
    den Iran geben, aber dies ändert nichts an den
    Friedensleistungen der EU in Europa.

    Die Entscheidung über Krieg oder
    Frieden kann ganz autonom von den
    Regierungen Syriens und des Irans
    getroffen werden.
    Sie brauchen nur ihre Länder zu demokratisieren.
    Eine „Nacht der Langen Messer“ braucht es nicjht.
    Es braucht nur einen ausreichen grossen Teppich um den ganzen Dreck der Regierungen dort zu „verstecken“. In Osteuropa hat dies
    ja auch ganz gut funktioniert.
    So musste ja z.B. von allen Mitgliedern des
    Politbüros der SED nur der dumme Egon Krenz
    wirklich sitzen. (Ein paar kluge Sätze
    nach dem Fall der Mauer hätten ihn geschützt,
    aber er galt bereits vor 1989 als der dümmste
    Funktionär der FDJ.)

    Achim

  • #12
    theo

    @Kai:

    lies mal die offizielle Erklärung des Komitees durch. Die Europäische Union hat den Preis bekommen, nicht der Euro.

  • #13
    kai

    @Stefan: Du willst mir mir doch nicht ernsthaft eine Griechische Tourismusseite „ohne Impressum“ als Beleg für deine Aussage angeben?
    Wenn du die zeit dafür haben solltest, vertief dich doch mal da rein: http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/08871.pdf
    Die Griechen hatten natürlich noch mehr als nur Tourismus, aber die Reedereien gehören fast komplett diesen 2000Griechischen Familien, die 80% des Geldes besitzen. Auch bauen diese Reeder, ihre Schiffe nicht in Gr. und unter griechischer Flagge sind die meist auch nicht unterwegs.
    Baumwolle konnten die früher auch Super loswerden, aber wir kaufen die Wolle, trotz Zollfreiheit, billiger von den Türken oder natürlich auch von anderen nicht Euro-Staaten. Nicht das jemand meint ich will hier Türken-Bashing machen, aber es ist nunmal der direkte Kontrahent der Griechen.
    Zum Preis möchte ich dann aber noch die Frage stellen, ob wir Waffenlieferungen in äusserst instabile Regionen (z.B Saudi Arabien und Panzer) tätigen, weil wir so friedliebig sind?

  • #14
    kai

    @ Theo: Die EU ist das Instrumentr für dieses konstrukt Euro. Ohne Ihn gäbe es die Eu immer noch, vorallem stabiler und ohne Massenaufstände in den Ländern der Eu. Oder sind ihnen die Aufstände, mit Staatlicher gegengewalt und brutalsten Räumungen von friedlichen Protesten auch egal? Dann kiann ich nur noch hoffenm, das sie diesen Wink verstehen:
    „Als die Nazis die Kommunisten holten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten,
    gab es keinen mehr,
    der protestieren konnte.“ Martin Niemöllers

    Wenn der Ärger bei uns ankommt, will es wieder keiner geahnt haben.

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  • #16
    theo

    Kai,

    darf ich Ihnen als älterer, ergrauter Antifaschist eines raten? Passen Sie auf, dass Sie Nazi-Vergleiche nicht inflationär gebrauchen. Sie entwerten damit das, was in Nazi-Deutschland geschehen ist.

    Sie wollen den Euro abschaffen? Zurück zum Nebeneinander, zurück zu nationalen Lösungen, zu nationalen Währungen? Und Sie glauben tatsächlich, das würde Europa stabilisieren? Woher stammt ihre Erkenntnis?

  • #17
    Tortist

    @Kai
    Mit dem Martin Niemöller-Zitat beweist Du letzlich nur eines, dass Du mit deinem zurechtgestückelten geschichtlichen Fakten schon reichlich geschichtsvergessen bist. Martin Niemöller war ein Widerständler gegen die Nazis und die EU und die Nazis gleichzusetzten ist kein Beweis vom Geistesgrösse sondern von ……..

  • #18
    J. Fuhrmann

    Werter Kai!

    Das Zitat von Martin Niemöller (und nicht Niemöllers) bezog sich auf eine Zeit und deren Geschehnisse, von der Sie offensichtlich nicht viel wissen. Denn sonst würden sie diese nicht so leichtfertig und oberflächlich als Vergleich für ihre Thesen heranziehen. Das ist sehr respektlos gegenüber den Opfern des Faschismus!

    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg Fuhrmann

  • Pingback: Hat die EU den Friedensnobelpreis verdient?

  • #20
    H. Steeg

    Die EU ist ein Fortschritt zu der Zeit vor dem 1. oder dem 2. Weltkrieg, das ist unbestreitbar. Das ist jedoch ein Ergebnis der Geschichte. Preise wie der Nobelpreis sollten jedoch an Menschen oder allenfalls Menschengruppen (d.h. Vereine …) vergeben werden, denn nur sie, als denkende und handelnde Subjekte können durch Preise angespornt und herausgestellt werden.

    Staatliche Gebilde und Ergebnisse geschichtlicher Entwicklung durch einen Preis zu ehren, halte ich für Unsinn.

  • #21
    theo

    #20:

    Geschichte ist nie nur ein Ergebnis, sondern wird gemacht. Die EU ist kein abgeschlossener Vorgang. Sie ist immer noch das wirkungsvollste Instrumentarium, konkurrierende und streitende Nationen an den Verhandlungstisch zu zwingen. Es ist ja wahrlich nicht so, dass zwischen den Völkern Europas nur eitel Sonnenschein herrscht. Die EU ist auch kein „staatliches“ Gebilde. Die EU ist ein Staatenbund, somit eine supranationale Institution.

    Wenn in der Vergangenheit Personen mit dem FNP ausgezeichnet wurden, so galt dieser Preis nie nur dem einzelnen Menschen, sondern der – auch von ihm verkörperten – Politik, Bewegung, Arbeit. Willy Brandt hat ja die Ostpolitik nicht alleine betrieben.

    Schauen Sie mal auf die Liste der Preisträger. Selbst die UNO war schon mal dabei.

  • #22
    Walter Stach

    -2o-H.Steeg:

    Ich stimme Ihrer Meinung grundsätzlich zu.
    Ich habe bereits vor einigen Tagen hier bei den Ruhrbaronen unter „Nobelprice for Europa“ -unter 2-entsprecht gefragt.

    Aber das kann und das sollte doch nicht das Nobelpreikommitee davon abhalten, a u s n a h m s w e i s e -sh.dazu -21-Theo- auch eine Organisation als solche mit der Verleihungs des Friedesnnobelpreises zu ehren, wenn es dafür gute Gründe gibt. Und ich meine, im konkreten Falle lassen sich für die Preisverleihung an die EU sehr gute Gründe nennen, was u.a. in einigen der vorangegangenen Beiträge geschieht. Ich habe dazu meinerseits sehr Persönliches unter -5-angemerkt.

    Über „richtig oder falsch“ ist zu diskutieren.

    Sehr fragwürdig, ja bedenklich finde ich allerdings die inhaltlichen Begründungen seitens einiger Kritiker der diesjährigen Preisverleihung, allen voran die von Dagdelen und Dehm vorgebrachten.

  • #23
  • #24
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Thomas Wessel: Aus dem heutigen Libanon. Aber sie war dann wohl lieber in Griechenland und gab unserem Kontinent ihren Namen 🙂

  • #25
    Berlingonaut

    Sehr geehrter Herr Laurin,

    „Ein Mittel dazu waren Militäreinsätze. Das geht nun einmal manchmal nicht anders – ich bin kein Pazifist.“

    War der letzte Satz jetzt als Entschuldigung für den zweiten gedacht, also dafür, dass Ihr Horizont nicht weiter reicht?

    Kriege werden und wurden nie aus humanitären Gründen geführt, sondern immer nur aus wirtschaftlichen. Wer sagt, er bekämpfe einen libyschen Diktatoren, verschweigt dabei bewusst, dass nicht der Diktator und seine Vasallen, sondern das Volk darunter leiden muss. Und das auf beiden Seiten. Wer das noch nicht erkannt hat, sollte zu diesem Thema lieber schweigen bis er sich informiert hat.

    Zum eigentlichen Thema: Ich hätte gern gewusst, wen das Nobelpreiskomitee denn mit „europäische Union“ gemeint hat. Die europäische Kommission, die mit abenteuerlichsten Begründungen wirtschaftliche Interessen bedient (Energiesparlampen)? Das europäische Parlament, als zur Wirkungslosigkeit verdammter, gesamteuropäischer Abschiebebahnhof für missliebige nationale Politiker? Die nationalen Politgrößen, welche so lange in ihren Ländern das Volk über den Lissabonvertrag abstimmen lassen haben, bis endlich das gewünschte Ergebnis, die Ratifizierung, eintrat? In manchen Ländern, auch in Deutschland, wurde das Volk ja vorsichtshalber erst gar nicht gefragt.

    Oder die normalen europäischen Bürger, die das alles ertragen und bezahlen müssen? Letztere hätten es zumindest verdient. Und nein, ich bin nicht gegen Europa, nur gegen eine europäische Union in dieser undemokratischen Form.

  • #26
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Berlingonaut: Warum sollte ich mich entschuldigen weil ich kein Pazifist bin? Für mich ist Pazifismus eine Mischung aus Verlogenheit, Naivität und Geschichtslosigkeit. Gewalt ist eine Mittel der Politik, es dient traditionell zur Durchsetzung von Interessen, Überzeugungen und Regeln. Der einzige bekannte Weg, eine Gesellschaft zu pazifizieren liegt in der Schaffung eines Gewaltmonopols. Davon sind wir international ziemlich weit entfernt, obwohl es erste, kleine Ansätze gibt. Zu Bengasi: Mag ja sein, dass es nicht nur edle Gründe waren, warum Sarkozi zum Eingreifen drängte, aber es war erfolgreich: Es gab kein Blutbad in Bengasi. Die Friedensbewegung hätte die Panzer, wie immer, nicht gestoppt. Ich hab es schon mehrmals geschrieben: Die Friedensbewegung ist die dümmste aller sozialer Bewegungen.

  • #27
    der, der auszog

    @25 Berlingonaut

    Wie hätte sich Europa und die Welt Deiner Meinung nach nach dem Überfall auf Polen im September 1939 verhalten sollen?

    Was Hitler wollte, war nicht nur in Deutschland sondern auf der ganzen Welt bekannt. Lebensraum im Osten, Auslöschen des Judentums etc. Das konnte man bereits vor der Machtergreifung alles nachlesen, sich anhören bzw anschauen. Trotzdem setze die Welt erst einmal auf Appeasement. Die Nazis setzten sich über die Beschlüsse des Völkerbundes hinweg, missachteten die Vereinbarungen des Versailler Friedensvertrages. Sie besetzten das Rheinland, erprobten an Zivilisten im Spanischen Bürgerkrieg ihre Waffen des totalen Krieges. Das alles bekam die Welt mit und schwieg erst einmal, WK im Hinterkopf und blind vertrauend, dass sich Deutschland auch diplomatisch in den Griff kriegen lässt. Hitler liess sich allerdings nicht stoppen.

    Kriege sind schlimm. Immer. Aber was spricht dagegen mit kriegerischen Mitteln den Wahn eines Diktators zu beenden, bevor dieser sein Land oder gar die halbe Welt ins Verderben stösst?

    Für mich ist die Montanunion -> EG -> EU der zweite Versuch eine Appeasement Poltik in Europa. Abgrenzen und sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen hat sich in Europa als Mittel der Friedenssicherung nicht bewehrt, ein friedfertiger Staatenbund mit in fast allen Bereichen offenen Grenzen schon.

  • #28
    Helmut Junge

    @Berlingonaut (25),
    ich vermute, dass das Vergabekommitee die EU in der jetzigen Realform gemeint hat.
    Das ist auch durchaus berechtigt, obwohl diese EU in dieser jetzigen Form so unvollkommen ist. Berechtigte Vergabe also trotz der Kommissare.
    Aber selbst so ist sie innerhalb ihres Rahmens friedensstiftend. Früher hat es zwischen den europäischen Staaten alle paar Jahre mal einen Krieg gegeben.
    Das ist jetzt nicht so, sonst würde ich mit gewisser Wahrscheinlichkeit nicht mehr leben.
    Die Energiesparverordnung, die Sie zu Recht kritisieren, hat aber mit der Friedensfrage nichts zu tun.
    Und zur Pazifismusfrage möchte ich mal erwähnen, dass genau diejenigen. die mir gegenüber stolz hervorhoben, dass sie, im Gegensatz zu mir, Pazifisten wären, kein Problem mit der Bombardierung Belgrads hatten. Das war bei den Grünen. Außer mir hat niemand dagegen demonstriert. Ich fand das inkonsequent von den „Guten“.
    Damals habe ich gelernt, dass jemand, der wie Stefan Laurin offen sagt, dass er kein Pazifist ist, immer von selbsternannten, angeblichen Pazifisten beschimpft wird.
    Ich hatte diese Diskussionen in meiner grünen Vergangenheit bereits zur Genüge, sie sind auch immer gleich, und deshalb sage ich jetzt nicht mehr, dass ich aus diesen und jenen und jenen Gründen kein Pazifist wäre, sondern ich sage, dass auch ich Pazifist bin, wenn auch mit dem maximal möglichem Grad an Zweifel an der Theorie.
    Wer keine Zweifel daran hat, ist für mich dann auch kein ernstzunehmender Diskussionspartner.

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