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Barbara Ströbele und das Fischfutterattentat

Wegen der Berichterstattung über ein Fischfutterattentat auf seine Frau mahnt der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele nun Hardy und sein Heddesheim-Blog ab.

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Was ist schlimmer als Jungs kurz vor der Pubertät? Richtig: Grüne Bundestagsabgeordnete kurz vor der Rente.  Hans Christian Ströbele und seine Gattin Juliane badeten in einem Teich in Baden Würtemberg. Ströbeles Frau Juliane wurde dabei mit Fischfutter beschossen. Kann passieren. Der Süden ist rau. Weintrinker. Man muss da mit allem rechnen. Sie zeigte einen 13jährigen wegen schwerer Körperverletzung an. Darüber berichtete Hardy Prothmanns Heddesheim-Blog. Und jetzt hat nicht nur der 13jährige Ärger, sondern auch Hardy:

Hans-Christian Ströbele hat uns durch den Berliner Anwalt Johannes Eisenberg am 25. November, 09:25 Uhr, wegen “Verletzung der Persönlichkeitsrechte” abnahmen lassen. Wir sollen es bei einer Vertragsstrafe von 10.000 Euro unterlassen, den Satz “Bundestagsmitglied Christian Ströbele (Grüne) zeigte 13-jährigen Heddesheimer an” zu wiederholen. Wir sollen Herrn Ströbele die Anwaltskosten von 775,64 Euro erstatten. Die Verpflichtung sollen wir bis heute, 25. November, 18:00 Uhr, abgeben

Wir versuchen zur Zeit, unseren Rechtsanwalt zu erreichen, was Freitagnachmittag nicht einfach ist. Nach den Gesprächen mit unseren Quellen, darunter die Staatsanwaltschaft Mannheim, hatten wir keinen Grund zum Zweifel an unserer Überschrift. Tatsächlich hat uns die Staatsanwaltschaft zunächst unsere Frage, ob es zutreffe, dass Herr Ströbele eine Anzeige erstattet hat, bestätigt. Auf unsere heutige Nachfrage und Prüfung der Akte wurde konkretisiert, dass Herrn Ströbeles Ehefrau Strafanzeige und Strafantrag im Beisein ihres Mannes gestellt hat. Deshalb haben wir ohne Anerkennung einer Rechtspflicht oder einer Kostenübernahme diesen Satz umgehend korrigiert.

Wir hatten auch Herrn Ströbele am 22. November (!) schriftlich um Antwort zur Sachlage gebeten – sofern Herr Ströbele geantwortet hätte, hätten wir natürlich sofort eine Korrektur vorgenommen. Tatsächlich verbittet sich Herr Ströbele laut anwaltlichem Schreiben jeglichen Kontakt von uns zu ihm – wir sollen nur über seinen Anwalt mit ihm kommunizieren und nahezu 800 Euro bezahlen. Der Anwalt hat uns darüber hinaus auch “jedwede auch nur indirekte publizistische Nutzung” der Abmahnung verboten. Wir nutzen die Abmahnung in keinster Weise publizistisch, informieren aber unsere Leserinnen und Leser über diese skandalöse Reaktion.

Tja, als Politiker kommt Ströbele immer als der Urtyp der Froschfarbenen rüber. Fahrrad, Kreuzberg, keine Ahnung vom Internet und so. Jemand, mit dem man auf keine Fall ein Bier trinken will, weil er einen den ganzen Abend vollsülzen  würde, aber der ganz ok ist. Menschlich und so. Ist er aber scheinbar nicht. Denn was er da mit Hardy macht ist eine miese Nummer.  Aber das schöne ist: Das wissen jetzt alle. Und Ströbele kann ja mal die Kinderreporter fragen, was der Streisand-Effekt ist…

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58 Kommentare zu “Barbara Ströbele und das Fischfutterattentat

  • #51
    68er

    Das kann man auch direkt bei stroebele-online lesen:

    http://www.stroebele-online.de/show/5311070.html

  • #52
    Arnold Voß

    @ DH # 47

    Meine Mutter ( Gott oder wer auch immer hab sie selig) wollte immer, dass ich Pastor werde. Meine Vater (siehe meine Mutter) war dagegen. Ich selber hatte dazu keine Lust. Aber abundzu bricht es dann doch aus mir heraus. Sorry Dirk.

  • #53
    Anton Kowalski

    Leute, was soll die ganze Aufregung? Für mich ist die Sache klar: Christian Ströbele macht einen verkappten und medial äußerst geschickten Aufruf für die Bewaffnung auf Demos: Mit Futterschleudern und Fischfutterkugeln. Da können Neonazis und andere sich demnächst auf was gefasst machen. 🙂

  • #54
    Jörg Reinholz

    Der Gag an der Sache ist, dass Ströbele den Anspruch gar nicht gerichtlich durchsetzen kann weil die Darstellung, juristisch gesehen, nur formell und nur unwesentlich unrichtig ist.

    Wenn Herr Ströbele mit seiner Frau zusammen erscheint um die Anzeige zu erstatten, dann muss er gegen sich gelten lassen, dass dies dieses zumindest den Anschein erweckt, dass er mit dem Vorgang nicht nur einverstanden sondern sogar mindestens beteiligt war.

    Die Abmahnung hätte er besser gut gerollt… aber nicht verschickt.

    Hinzu kommt: Dem Abmahnenden Anwalt in eigener Sache stehen die Abmahngebühren nicht zu – das habe ich selbst einem Abmahngauner Günter Freiherr Gravenreuth vor den Gerichten sehr geduldig erklärt. Auch der Ströbele hat erst einmal eigene Mittel einzusetzen und so eine Abmahnung rotzt ein halbwegs brauchbarer Jurist in 20 Minuten hin. In 10 Minuten wenn er sie nur diktiert.

    Demnach hat aber auch der Jurist Hans-Christian Ströbele erst einmal eigene Mittel einzusetzen – oder was ist das für ein Jurist, der nicht mal die Abmahnung selbst machen kann?

    Was ich machen würde ist dem Ströbele die geforderte Unterlassungserklärung zu geben (ich selbst wahrscheinlich nicht mal das) und mit gleicher Post eine negative Feststellungsklage wegen der Kostenforderung (ich selbst auch wegen des erhobenen Anspruches) anzustrengen.

    Um dann ein paar Monate später mal richtig laut über einen Jurist zu lachen.

  • #55
    Peter 45

    Ich finde es toll, wenn Poltiker nichts anderes zu tun haben, dann machen diese wenigstens keinen Schaden, auch dachte ich immer, mit fortschreitenden Alter wird man „weise“, nun muß ich mit Erschrecken feststellen, dass dies nicht immer zutrifft. Bei mir, Jahrgang 1945 wird mir ab und zu gesagt es würde zutreffen.
    Na, ja man kann nicht alles haben.

  • #56
    Stefan

    Die Geschichte hat eindeutig zwei Verlierer.

    Die Pressefreiheit war in dieser Geschichte zu keiner Sekunde in Gefahr. Ströbele hat natürlich keinesfalls souverän reagiert. Das steht ausser Frage.

    Vier Monate Recherchezeit ohne Befragung der Betroffenen selbst (20 Minuten vor Veröffentlichung anfragen ist definitiv keine Anfrage).
    Nicht einmal die Betroffene selbst wurde überhaupt von Hardy Prothmann befragt.

    Wollen wir eine solche Art von Fischfutter-Lokaljournalismus, gerade in der Blogosphäre? Ging es dem Profi-Journalisten und Blogger Prothmann tatsächlich um eine ausgewogene und vor allem faire Berichterstattung, die wichtig für uns als Leser ist und erst dadurch eine objektive Glaubwürdigkeit vermittelt? Warum hat Hardy Prothmann den Betroffenen keine ausreichende Möglichkeit zur Stellungnahme in den vier Monaten gegeben?

    http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150426809600489&set=a.10150107391970489.284062.741780488&type=1

    Warum liegt die Geschichte vier Monate zurück und erscheint erst jetzt, pünktlich zum Relaunch vom Heddeheimblog? Stimmt tatsächlich der Fakt der angeblichen Falschauskunft der Staatsanwaltschaft? Wie wurde genau angefragt? Warum wurde dann die Unterlassungserklärung gezeichnet?

    Ströbele hat übrigens gegenüber dem NDR in einem ausführlichen Interview gesagt, er hätte sich mit dem Blogger auch sogar über eine Veröffentlichung unterhalten http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/stroebele131.html (Min 17:45)

    Im lawblog hat sich in den vergangenen Tagen eine interessante Diskussion zum Thema gebildet: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/11/25/strbele-mahnt-ab-was-ist-eine-anzeige/#comments

    Im Heddesheimblog habe ich obige Fragen auch gestellt. Diese wurden jedoch entweder gar nicht freigeschaltet oder gar nicht von Prothmann beantwortet.Warum schreibt dann der Journalist „Butter bei die Fische“, wenn er uns als Leser selbst wichtige Antworten schuldig bleibt?

    Einfach vielleicht mal über diese Frage und Sichtweise auch nachdenken. Und dann die betreffenden Artikel nochmals lesen.

  • #57
    Sven

    „Hardy Prothmann gründet Verein gegen Abmahnopfer“ (1. Dezember 2011)

    Ein halbes Jahr ist es her, seit Hardy Prothmann mit dieser Ankündigung die Unterstützung für einen seiner journalistischen Arbeitsunfälle mit vorantrieb. Viele spendeten vielleicht auch deshalb an Hardy Prothmann, um seine Idee mit zu unterstützen.

    Einen „Verein gegen Abmahnopfer“ initiiert von Hardy Prothmann gibt es übrigens noch immer nicht. Warum nicht? Wer kommt drauf…?

  • #58
    Sven Temel

    Hardy Prothmann entschuldigt sich
    https://www.facebook.com/hardy.prothmann/posts/10152634060500489

    Ein Post eines Geläuterten, könnte man denken. Bezahlt hervorgeboben, damit es auch wirklich jeder liest. Wie rührend. Ja, so macht man es sich denkbar einfach. Nochmals schnell eine bewegende Erklärung, dann ab in den Urlaub nach Malle. Man könnte sich auch persönlich bei Ströbeles, einer Alexandra Philipps, all den anderen oder bei den zig Spendern entschuldigen, die bis heute auf den „Verein gegen Abmahnopfer“ warten. Oder zumindest Richtigstellungen publizieren.

    Ja, aber so geht das natürlich auch. Mit einem gesponsorten Facebookpost.

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