16

Dortmund: Rathaus-Überfall kostet Nazi nur 800 Euro

pfefferVor dem Dortmunder Amtsgericht fand am Morgen der erste Prozess wegen des Rathaus-Überfalls im Mai 2014 statt. Am Abend der Kommunalwahl wollten 30 Neonazis ihren Einzug in den Stadtrat mit einem Angriff auf das Rathaus feiern. Vertreter verschiedener Parteien und autonome Antifaschisten stoppten den Angriff der Nazis, wurden allerdings von diesen mit Schlägen, Flaschen und Pfefferspray attackiert.

Auf der Anklagebank saß heute Patrick Brdonkalla (31). Am Wahlabend hatte er einen Kameramann zu Boden gedrückt, um zu verhindern, dass gefilmt wird. Ein zweiter Nazi soll dem Geschädigten ins Gesicht getreten haben. Für seine Tat wurde Brdonkalla heute zu einer Geldstrafe in Höhe von 800 € (80 Tagessätze zu 10 €) wegen Körperverletzung in Tateinheit mit  versuchter Nötigung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft wertete das Handeln von Patrick Brdonkalla als Angriff auf die Pressefreiheit.

Patrick Brdonkalla ist kein Unbekannter in der neonazistischen Bewegung. Brdonkalla saß bevor er zur Partei „Die Rechte“ wechselte für die DVU und anschließend für die NPD in der Bezirksvertretung Innenstadt-West. Brdonkalla war überdies an dem Angriff Dortmunder Nazis auf die DGB-Demonstration am 1. Mai 2009 beteiligt. Auch beim bewaffneten Überfall auf die alternative Kneipe „Hirsch Q“ mischte Patrick Brdonkalla mit, wie eine Auswertung des „Dortmunder Antifa Bündnis“ belegte.

Patrick Brdonkalla war an vielen Übergriffen durch Dortmunder Nazis beteiligt. Seine Vita spricht eine eindeutige Sprache, die Urteile in Verfahren gegen ihn jedoch nicht.

RuhrBarone-Logo

16 Kommentare zu “Dortmund: Rathaus-Überfall kostet Nazi nur 800 Euro

  • #1
    Stefan Laurin

    Zehn Euro Tagessatz – Wir haben es bei dem Herrn offenbar nicht mit einer begehrten Fachkraft zu tun…

  • #2
    Nina Lehmann

    800 €! Ein wahres Schnäppchen.
    Da tut das "Schubsen" auch gar nicht Weh… zumindest nicht dem aufrechten Deutschen Patti. Wobei-ist der eigentlich reinrassig? Entschuldigung, aber bei dem Nachnamen habe ich Zweifel an der Reinheit seines Blutes. Da wird man doch noch Zweifel haben dürfen?

  • #3
    Hapi

    Ich finde es immer wieder ärgerlich, wenn die Summe der Geldstrafe anstatt der Tagessätze prominent angeführt wird.

    800 € sind für jemanden, der mehr oder weniger nichts verdient, eine Menge Geld. 80 Tagessätze sind durchaus noch im Rahmen, insbesondere wenn er nicht einschlägig vorbestraft war und sich geständig zeigte. Im übrigen kommen noch Gerichtskosten (80 €) dazu, wenn er einen Rechtsanwalt hatte, darf er den auch noch bezahlen.

  • #4
    Klaus Lohmann

    Eigentlich bzw. leider muss man heute ja froh sein, dass ein Amtsgericht in unserer Hochburg des braunen Terrors diesen Typen *überhaupt* wg. Körperverletzung und Nötigung verurteilt hat.

  • #5
    Tobi

    #3 / Hapi

    Naja, das der Mann kein unbeschriebenes Blatt ist geht aus dem Artikel ja deutlich hervor. HirschQ-Angriff, Überfall auf den DGB 2009. Der ist kein Ersttäter, und das den eine Geldstrafe sonderlich schockt glaubt man vermutlich nur in Dortmunder Behörden. Aber da glaubt man ja auch, das die Einordnung von Die Rechte als dem historischen NS und der NSDAP nahestehend diese offensiv agierende Nazibande "stigmatisieren" würde (PP Lange).

  • #6
    b

    Fahren ohne Lappen (M. Reus, 90 Tagessätze, wohl noch nich fest) ist scheinbar schlimmer als im Rahmen einer demokratischen Wahl Journalisten anzugreifen. Hat man grad allerdings Vacaciones Permanentes und bekommt nur das Taschengeld von Peter H., so sind 800€ trotzdem viel Geld.

  • Pingback: 6 Dinge die teurer sind, als bei einem Naziüberfall in Dortmund Journalisten anzugreifen | Ruhrbarone

  • #8
    John Matrix

    Wenn also heute anscheinende Nachkommen der Ruhrpolen Nazis in DO sind, sind es dann bald die 6. Generation der Gastarbeitersöhne? Beunruhigend!

  • #9
    Hapi

    @5: Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob der Nazi vorbestraft war. Was dieses Dortmunder Antifa Bündnis von ihm hält, spielte beim Prozess keine Rolle.

  • #10
    Rainer Möller

    Die anonyme Autorengruppe greift mal wieder tief ins Kästchen stereotyper "antifaschistischer" Agitationsprosa im Stile der KPD der 20er Jahre – manche Dinge ändern sich nicht mal stilistisch.
    Man fängt unvermeidlich an, zwischen den Zeilen zu lesen: "Seine (Brdonkallas) Vita spricht eine eindeutige Sprache, die Urteile in Verfahren gegen ihn jedoch nicht" – was soll das wohl heißen? Vielleicht, dass ihm in den bisherigen Prozessen überhaupt keine Strafhandlung nachgewiesen wurde und er daher nicht mal vorbestraft ist? Könnte ein investigativer Journalist der Ruhrbarone das mal klären?

  • #11
    Klaus Lohmann

    @Rainer Möller: Geben Sie als brauner "Verfolger" jeglicher Autorengruppen Patrick Brdonkalla ab und an ein Küsschen?? Scheint so.

  • #12
    Klaus Lohmann

    @#9 Hapi: Dass es die Judikative nicht zu interessieren hat, welchen Stellenwert Nazi-Kriminelle und Verfassungsfeinde in unserer Gesellschaft genießen, halte ich für ein mehr als übles Gerücht.

  • #13
    Hapi

    @13: Vor Gericht hat es zu interessieren, ob evtl. frühere Straftaten den Behörden bekannt sind (Bundeszentralregister). Wie irgendeine Vereinigung den Angeklagten bewertet, spielt in der Tat keine Rolle. Sollten für das Verfahren nützliche Informationen von außen zugetragen werden, können der Staatsanwalt oder der Richter diese während des Prozesses selbst einführen.

  • Pingback: LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Dortmund: Naziattacke am Wahlabend

  • #15
    b

    Eine Frage hätte ich noch an die Autorin, bitte: Gab es im Rahmen der Anklage oder Verurteilung irgendeine Anmerkung, warum es keine gefährliche Körperverletzung war? Es wundert mich, dass das Auftreten als Gruppe das nicht hergegeben hat.

  • Pingback: Rathaus-Sturm: Angriff auf Piratin verurteilt | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.