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Krause schafft sich ab

Daniel Krause auf der Pro NRW-Demo 2012. Screenshot: youtube/nogocologneDie islamfeindliche Szene ist bald um ein Alibi reicher. Liefern tut es ihnen der mittlerweile als „schwuler Lehrer“ bekannte Daniel Krause in Form eines Buches. Der ehemalige Dortmunder Gymnasiallehrer löste im Juni 2012 einen Skandal aus, nachdem er auf einer Pro NRW-Demonstration gegen Moslems polterte. Nun soll das Buch im März erscheinen. Der „bekennende Linke“ bekommt dafür von den Rechten das, was er will: Aufmerksamkeit.

Viel Mühe scheint sich der Verlag nicht gegeben zu haben. Ein altes Facebook-Profilbild des in Verruf geratenen Daniel Krause muss herhalten für das Cover seines neuen Buches „Ein Linker gegen Islamismus. Ein schwuler Lehrer zeigt Courage“. Links, schwul, couragiert. Klingt wunderbar unverdächtig. Wer würde da widersprechen?

Im Sommer 2012 widersprachen Krause eine ganze Menge Leute. Der Lifestyle-Veganer und selbsterklärte Antifaschist ließ sich am 9. Juni vergangenen Jahres von Pro NRW-Chef Markus Beisicht ein Megaphon in die Hand drücken. Auf einer  Veranstaltung gegen den Salafisten-Guru Pierre Vogel in Köln-Deutz hob er zu einer Rede an, die ihn letztendlich den Job kostete.

„Meine Kampfbereitschaft ist größer als zuvor!“

Darüber hat Krause nun ein Buch geschrieben. Es erscheint im HJB Verlag. Der hat gerade auch das Buch von Krauses Vorbild, dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders im Angebot. Der Verlag arbeitet mit dem rechtsesoterischen Schweizer „Unitall“-Verlag zusammen, macht Pressearbeit und vertreibt Bücher für diesen. Der wiederum hat knallharte Nazi-Esoterik im Angebot, darunter Geschichten über weltbeherrschende Geheimlogen, schwarze Sonnen und mit Affen gekreuzten Afrikanern. In Krauses Buch soll es um die „Widersprüchlichkeit des linksliberalen Deutschland“ im Kampf gegen Islamismus gehen.

Heute sagt Daniel Krause über diesen Sommer 2012 im Interview mit der dumpf-rechten „Preußischen Allgemeinen Zeitung“, der er schon das zweite Mal Rede und Antwort steht: „Eine schwierige Situation zu bewältigen kann einen Menschen noch stärker machen. Meine Entschlossenheit und Kampfbereitschaft sind größer als je zuvor.“ Mittlerweile lebten wir in Zeiten, in denen „zehntausende (…) ohne konkreten Anlass ‚gegen rechts‘ (demonstrierten), doch Islamisten veranstalten zu Tausenden ungestört ihre Kongresse.“ Diese aber hetzten „schonungslos“ gegen Minderheiten.

Mit Geert Wilders gegen den Islam

Das ist exakt die Terminologie, mit der er sich im vergangenen Jahr auf jener verhängnisvollen Kundgebung um Kopf und Kragen redete. Zwischen Pro NRWlern und Vertretern der German Defence League stellte er unter anderem die Frage, ob er als „linksliberaler“Islamistengegner dort nicht viel besser aufgehoben sei als bei den Linken. Er geißelte angebliche Medienlügen über Pro NRW, lobte Geert Wilders und kritisierte den „blinden“ Kampf gegen Rechtsextremismus. Und natürlich: polemisierte gegen die Gefahren des Islams. Selbst die rechtspopulistische Konkurrenzpartei „Die Freiheit“ ging bereits im Vorfeld auf Distanz zu der Kundgebung.

Trost bei den Rechten

Pikant: Krause sprach damals auch als Lehrer. Er beschwerte sich unter anderem darüber, dass „islamistische Eltern“ den Unterricht zu beeinflussen versuchten. Nachdem zunächst die Ruhrbarone über den Fall berichteten, empörten sich auch andere Medien über ihn. Krause ruderte wortreich zurück. Im Ruhrbarone-Interview drei Tage nach dem Vorfall bezeichnete er es als „großen Fehler, diese Rede gehalten zu haben.“ Der Politiklehrer gab an, nicht gewusst zu haben, um wen es sich bei Pro NRW handelt. Es half nichts. Die Bezirksregierung Arnsberg suspendierte Krause wenig später. Trost fand er schnell. Die „islamkritische“ Szene empfing ihn mit offenen Armen. Die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ berichtete, der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ gab er ein längeres Interview.

Mit seinem Buch will Daniel Krause anscheinend anknüpfen an die mittlerweile erlahmte Aufmerksamkeitsspanne. Nicht nur im bürgerlichen Lager war der Aufschrei groß. Auch in der Linken und der Tierrechtsszene sorgte er, der regelmäßig von linken Veranstaltungen verwiesen wird, für Kopfschütteln. Dort ist er bekannt und berüchtigt. Vielen ist er dort als Provokateur verhasst. Doch Krause bleibt dabei: Er ist ein linksliberaler Humanist, der von aller Welt zu Unrecht verfolgt wird. Das ist es vermutlich auch, was er mit seinem Buch mitteilen will. Trotz des Titels ist dies wohl Krauses endgültige Austrittserklärung aus linken Zusammenhängen, und auch als Lehrer wird er wohl nicht mehr arbeiten dürfen. Dennoch: die „islamkritische“ Szene reibt über ihren neuen Kronzeugen die Hände.

 

RuhrBarone-Logo

19 Kommentare zu “Krause schafft sich ab

  • #1
  • #2
    Achim

    @Richard Wharfinger???

    Danke oder ist dies ein neuer Fake?

    Ruhrbaroneleser wissen mehr.

    Eigentlich hätte Herr K. nachts bei Domian anrufen und sich anonym und öffentlich
    ausheulen können:

    Ich bin Lehrer, ich laufe im Hamsterrad, ich komme keinen vorwärts,
    mich kotzt der Lehrerberuf an…
    Ich will ins Parlament…“

    Eigentlich hätte Herr K. wie 50.000 andere „Gestörte“ am Abend bei
    Domian anrufen können, obwohl es jede Nacht nur 8 Anrufer schaffen.

    Viele Frustrierte wissen nicht, dass so viele jede Nacht anrufen.

    Aber Herr K. ist schlauer, denn er ist Herr Dr. K. und er hat eine
    Doktorarbeit über Domian geschrieben.

    Und nun die Spielregeln:
    1.)Naziparteien kommen in Westdeutschland oder bundesweit nicht
    über 5% und auf kommunaler Ebene gibt es nur Jobs als
    Fraktionsgeschäftsführer.

    Aber es gibt 96 im Wahlkreis Deutschland gewählte Europaabgeordnete und
    es gibt (vermutlich) keine 5% Hürde mehr.
    Jede Splitterparte mit etwa 1% kriegt dann genau einen Sitz.

    Und wenn Herr K. dann auf Platz 1 kommt, dann
    kommt er für 5 Jahre ins EP und die Medien helfen ihm.

    Aber danke Martin, für das Ausgraben des Verlages
    mit den Affen. Das ist etwa so peinlich wie wenn ein
    Kriegsminister in einem Verlag veröffentlichen sollte,
    in dem vorher Holocaustleugnung publiziert wurde.

    Aber auch ihm fehlt das notwendige Format. All die vielen
    Nazi“führwe“ werden sich um den jeweils einen einzigen
    „sicheren“ Listenplatz „schlagen“.

    Möglicherweise kann man dies auch wörtlich
    so sehen.

    Schauen wir malauf das Gerangel bei den Parteien unter
    5%.

    – FDP (Es gibt ja keine Koalition)
    – Die Linke (Antieuropäischer Populismus behindert die
    Wahlfreude. Kurz gesagt: „Wenn Europa Scheisse ist –
    war soll ich dann wählen? Proeuropäische Grünwähler
    gehen natürlich zur wahl…
    – Piraten (Irgendwie ist da die heisse Luft raus…)
    – ÖDP
    – NPD
    – Freie Wähler
    – ProNRW?
    – ???

    Nicht jede Splitterpartei kriegt einen Sitz.

    Achim

  • #3
    Rosa

    Ein Buch zu bewerten ohne den Inhalt zu kennen ist nicht hilfreich.

    Warten wir doch einfach mal ab…

  • #4
    daweed

    „Unser Verfassungsschutz sieht im Islamismus die gefährlichste Form des politischen Extremismus, noch vor dem Rechtsextremismus. Ich möchte die Zivilgesellschaft dahingehend aufrütteln, ihren demokratischen Widerstand entsprechend zu gewichten. Denn zurzeit erleben wir noch Situationen wie diese: Zehntausende demonstrieren ohne konkreten Anlass „gegen rechts“, doch Islamisten veranstalten zu Tausenden ungestört ihre Kongresse.“

    Unser toller Verfassungsschutz…

    „Und Zehntausende demonstrieren ohne Anlass gegen rechts“, 150 Tote seit der Wende, ist ja nicht der Rede wert, oder vielleicht doch?

  • #5
    Achim

    @Rosa

    Das Buch ist zwar noch nicht erschienen, aber der
    Verlag ist schon bekannt.
    Der vom Autor gewählteVerlag
    lässt gaaanz tief blicken.

    Achim

  • #6
    Lukas

    Warum wird Krause hier so fertig gemacht?
    Er distanziert sich ausdrücklich in seinem Buch von „Pro NRW“ und betont sogar, dass diese Partei aus „abscheulichen Nazis“ besteht.
    Man sollte Geert Wilders nicht auf eine Stufe mit Pro NRW stellen. Geert Wilders ist wesentlich liberaler. Krause steht in der Tradition der Niederlande, begründet dieses gut, und es ist kein Problem, dass sein Buch auch bei Wilders erscheint.

    Ich finde dieses aktuelle Interview von Krause echt gut:
    http://www.citizentimes.eu/2013/01/16/als-homosexueller-liebe-ich-die-68er/

  • #7
    Achim

    @LUKAS

    Die Fakten sind doch klar:

    1.)In ein paar Wochen erscheint in einem eher rechten Verlag ein Buch und gelegentlich fällt in China mal ein Sack Reis um.

    2.)Gelegentlich frisst der böse Wolf Kreide.

    3.)Pim wurde von einem beleidigten durchgeknallten
    Tierschützer ermordet. Wir alle sollten zu seinem Gedenken
    mal öffentlicjh eine Gänsestopfleberpastete essen.

    4.)Theo wurde von einem beleidigten durchgeknallten Moslem
    ermordet. Wir (würde hier wohl editiert werden…)

    5.)Geert Wilders ist von der Sorte „Politiker“, die uns
    von Problemen „erlösen“ wollen, die sie selber geschaffen
    haben. Ich erinnere da nur an seine antieuropäischen
    Ausfälle…

    6.)Es gibt solche und solche Islamkritik. Ihre beiden
    Protagonisten sind Markus Beisicht und Ralph Giordano.
    Ralph hat sich in den letzten Kriegstagen in Hamburg
    durch eine erfolgreiche Notwehr verdient gemacht,
    da er der Bundesrepublik die Weiterbeschäftigung und
    Verrentung eines Gestaüpbeamten erspart hat.
    Der Beisicht stammt aus dem RFS. Der RFS gehörte zum
    klassisch rechten Spektzrum. Aber manche trugen
    da den „Palästinenserfeudel“.
    Beide Protagonisten veranstalten gelegentlich
    islamkritische Kongresse in Köln.
    Und der Wilders besucht wen?

    Ja er besucht den Beisichtkongress, bzw. er
    versucht es. Aber es gibt z.B. „Kein Kölsch für
    Nazis“. (BTW: Dort gibt es nicht nur „nazifreies“ Kölsch,
    sondern hinter der Theke auch Antifazeitungen, die
    auch über die Zusammenarbeit von deutschen
    und türkischen Rechtsextremisten berichten.)

    7.)Auch LePen und Erbakan (damaliger Islamistenführer)
    haben sich schon mal zu „Strategiegesprächen“ getroffen.
    Gegen wen ging es wohl?

    8.)Der innere Zweck der Nazipartei ist die Machtergreifung
    der Nazipartei. Danach gibt eh keine richtigen Wahlen mehr.
    Es ist alles nur Mittel zum Zweck.

    9.)Die in dem Interview angesprochenen Probleme
    gibt es wirklich. Sie werden auch offen diskutiert.
    Vor ein paar Wochen gab es da einen Ditib Funtionär, der
    unbedingt in den Bundestag wollte. Aber es wurden ihm zwei
    Fragen gestellt. Du bist im X-Verein, auf einer Veranstaltung
    hat die Sängerin gegen Schwule gehetzt. Was sagst Du dazu?
    Es gab ein paar Kampfabstimmungen, er kam nicht
    einmal in die Stichwahlen…

    10.)Es brodelt wirklich. Die Leute haben die
    Schnauze voll von Problemreligionen.
    Glücklicherweise sind die Wähler nicht
    geistig behindert und haben längst erkannt,
    dass es sich Pipinews und & Co um eine
    aus den USA importierte Problemrelgion
    handelt.

    11.)Möglicherweise gibt es irgendwann
    ganz plötzlich in Deutschland eine
    „Antiislamistenpartei“.
    Diese wird dann allerdings von den primären
    Opfern des islamischen Fundamentalismus
    gegründet. Aber noch gibt es drei
    Parlamentsparteien, die Minderheitenvertreter
    aufstellen und ihre Listen von Verfolgern sauber
    halten.

    12.)Bei der CDU gibt da aber…

    13.)Die 4 Gruselverbände der NRW Lehrerausbildung
    haben sich mit ihrer Gesinnungsschnüffelei
    selber ein Beinn gestellt. Es gibt einfach keine
    Studienbewerrber. Es hat wohl keiner Lust
    auf ein bequemes Plätzchen zwischen Baum und
    Borke. Warum sollre eine Frau z.B. auf das
    islamische Lehramt studieren. wenn die
    Verbände sagen, sie müsse Kopftuch tragen
    und der Staat sagt sie dürfe kein Kopftuch
    tragen?

    Achim

  • #8
    Schinken

    liebe barone, wenn der islam zu deutschland gehört, was ihr ja wahrscheinlich nicht bestreiten wollt, dann muss folgerichtig auch die islamkritik zu deutschland gehören und diskriminierungsfrei möglich sein! mir ist völlig unklar,wie man über einen autoren namens krause einen kübel jauche auskippen kann, noch bevor sein buch überhaupt erschienen ist-dogmatischer als der papst ist in diesem fall der autor des artikels! ich würde es sehr begrüssen, wenn eine umfassende,seriöse islamkritik(so wie bei anderer religionskritik selbstverständlich) nicht nur bei den „immerbösen“rechten einen gebührenden platz fände.seriöse islamkritik gehört in die mitte der gesellschaft-wo jesus karikiert werden darf muss auch die mohamedkarikatur akzeptiert werden. das kann dem „aufgeklärten“ und „modernen“ islam nur nützen!

  • #9
    Stefan Laurin

    @Schinken: Nur mal so:
    http://www.ruhrbarone.de/imam-idriz-in-erlangen/
    http://www.ruhrbarone.de/demo-gegen-beschneidungsverbot-die-hamas-marschiert-mit/
    http://www.ruhrbarone.de/geld-fuer-religion-und-gegen-israel-wollen-jusos-an-der-ruhr-uni-mit-islamisten-koalieren/
    http://www.ruhrbarone.de/in-der-pause-ueberlegungen-zur-situation-in-der-islamischen-welt/
    Wir haben uns immer wieder kritisch mit dem Islam und anderen Religionen auseinandergesetzt und werden das auch künftig tun. Wer jedoch die Kritik an einer Religion als Denkmantel für Ausländerfeindlichkeit nutzt, muss damit Leben den „Kübel“ abzubekommen. Und ganz blöd für den Veganer Krause: Er ist voller tierischer Jauche 🙂

  • #10
  • #11
    Achim

    LePen und Erbakan ein Herz und eine Seele
    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=1997/08/23/a0020

    Wer ist da wohl der gemeinsame Fein?

    Achim

  • #12
  • #13
    Stefan Laurin

    @œperpetua: Es gibt keinen „kulturellen Rassismus“. Kulturen. Religionen. Meinungen kann man sich aussuchen und wechseln – seine Herkunft nicht. Rassismus zeichnet sich dadurch aus dass die Stigmatisierten nicht reagieren können – selbst wenn sie es wollten.

  • #14
    Schinken

    hallo stefan, du hast recht und unrecht- man kann religionen wechseln, im islamischen recht wird der wechsel allerdings mit der todesstrafe geahndet und wenn man als junge muslimin die kultur ändern möchte läuft man unter umständen gefahr, von eigenen familienangehörigen gerichtet zu werden. freiheit geht anders, oder? dennoch ist es quatsch, islamkritik als rassismus zu bezeichnen, weil es sich dabei um relgionskritik handelt. dass es unter den menschen, dieden islam kritisch betrachten auch rassisten gibt ändert daran nichts. rassisten tummeln sich auch gerne mal bei den linken…

  • #15
    Stefan Laurin

    @Schinken: Alle Religionen sind nur erträglich wenn sie domestiziert sind. Beim Christentum ist das in Europa weitgehend gelungen, beim Islam steht die Domestizierung an viele Orten noch auf der Aufgabenliste der Aufklärung.

  • #16
    Uwe

    @ Achim: Geh‘ schnellstmöglich zum Arzt Deines Vertrauens. Es ist beängstigend, wie einer allein so viel Dünnes (Dünnschiß) ablassen kann. Einfach nur wirres Gefasel…

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