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Liebe Christen oder – die Karfreitagsansprache eines Ungläubigen

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Liebe Christen, liebe Gläubige,

heute ist Karfreitag. Aber nur für sie. Für mich ist es ein ganz normaler Wochentag. Nehmen sie das bitte nicht persönlich, denn ich glaube nun mal nicht an Gott. Ich wüsste also nicht, was es für mich heute zu trauern oder zu frohlocken gäbe. Geschweige denn mit anderen zusammen. Nicht dass ich ihnen ihren Feiertag miesmachen möchte. Im Gegenteil, denn s i e haben ja einen Grund dafür. S i e  glauben an Gott und folgen den Aufforderungen der Kirche aus Überzeugung, hoffe ich.

Ich allerdings bin davon überzeugt, dass es weder ein Gott noch einen Teufel gibt. Genauso wenig kann ich Gefühle wie Trauer oder Freude auf Zuruf mobilisieren. Sie kommen aus meinem Inneren und das hat seinen eigenen Rhythmus. Ich mag sie deswegen auch nicht vorspielen, wenn sie in Wirklichkeit nicht da sind. Wenn ich sie nicht wahrhaftig spüre. Ich lüge einfach nicht gerne. Ich mache den Menschen ungern etwas vor. Weder als einzelner noch in der Gruppe. Und ich müsste ihnen etwas vorspielen, wenn ich heute die Einkehr und die Selbstbesinnung an den Tag legen sollte, die der Karfreitag von den Christen verlangt.

Es ist ein schöner Tag. Die Sonne lässt schon die Wärme erahnen, die sie zu spenden fähig ist, wenn der Sommer in voller Kraft steht. Ich möchte nicht still sein, geschweige denn still sitzen, geschweige denn zuhause. Ich möchte raus, aufs Fahrrad und der Natur die Ehre erweisen. Auch meiner eigenen, denn mein Körper braucht das: Bewegung. Dafür hat ihn die Evolution gemacht. Wir Menschen sind zur Mobilität verurteilt. Wenn wir zu viel sitzen werden wir fett und träge. Wenn wir zu viel  nachdenken auch. Geist und Körper sind eine Einheit.

Ich möchte heute nicht nachdenken. Weder über mich noch über die Welt. Verzeihen sie mir verehrte Gläubige, aber Besinnlichkeit mag bei so einem herrlichen Wetter bei mir einfach nicht aufkommen. Nicht dass ich oberflächlich bin, glauben sie mir. Manchmal schon, aber ich bin von meiner Art eher ein nachdenklicher Mensch. Manchmal bis zum Exzess und darüber keineswegs immer glücklich. Aber heute ruft alles in mir nach körperlichem und nicht nach geistigem Genuss. Mein Gehirn sendet offensichtlich die entsprechenden Botenstoffe in Hülle und Fülle aus, und gegen diese chemischen Prozesse ist nun mal kein Kraut gewachsen.

Schön, dass sie mir das Radfahren heute nicht verbieten, liebe Christen. Dass ich einfach auf den Drahtesel steigen darf um die Sonne und den Wind zu genießen. Dass ich keine Strecken oder Orte meiden muss, weil sie sie heute für unpassierbar oder sogar zum räumlichen Tabu erklärt haben. Natürlich nicht sie selbst, sondern der Staat per Gesetz. Für alle, nicht nur für sie, liebe Christen. So ist so ein Gesetz nun mal. Vor dem sind ja bekanntlich alle gleich. Und wer es nicht befolgt, muss bestraft werden. Ist doch klar.

Da ist man als Christ auch schon mal verlockt, dem Staat etwas nachzuhelfen, denn die Polizei kann ja nicht immer überall sein. Da muss man sie zur besonderen Aufmerksamkeit auffordern und wenn das nicht hilft, auch mal selber zum Telefon greifen und sie herbeiholen. Als Bürgerpflicht sozusagen. Was ist denn so ein Feiertag, wenn nicht alle mitspielen? Wenn nicht alle, d.h. wirklich alle, die Regeln befolgen? Überall! In einem Rechtsstaat darf es nun mal keine rechtsfreien Räume geben. Auch dann nicht, wenn die Gesetze einem selbst vielleicht fragwürdig erscheinen, oder?

Also nochmal vielen Dank liebe Christen. Es gibt Länder und Religionen, da wird man einfach erschlagen, wenn man sich den Regeln der Gläubigen nicht beugt. Auf offener Straße, und niemand wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Hier bei uns darf das kein Gläubiger machen. Zumindest nicht ohne das er bestraft wird. Er kann nicht einfach sagen, dass Gott ihm das befohlen hat. Dass er aus tiefster Überzeugung gehandelt hat, oder aus Tradition. Hier darf niemand beleidigt sein, wenn ich heute Fahrrad fahre. Zumindest nicht offiziell. Nur wenn ich heute Abend auch noch Tanzen gehe. Dann allerdings schon.

Tanzen mit Musik, und bekanntlich geht das nicht ohne Musik, haben sie mir heute verboten, liebe Christen. Zuhause alleine dürfte ich es schon, wenn ich die Musik entsprechend leise drehen würde, aber draußen oder in dazu vorgesehenen Gebäuden oder Räumen, das läuft nicht. Per Gesetz natürlich. Allerdings macht Tangotanzen eigentlich nur Freude, wenn man dazu ausgeht und es zusammen mit anderen macht. Öffentlich sozusagen.

Tango Argentino ist keine Musik, die man übermäßig laut spielt. Das täte ihr selbst nicht gut. Und auch den Tänzerinnen und Tänzern nicht. Sie ist in gewisser Weise sogar eine nachdenkliche Musik. Ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann, hat einmal ein großer Dichter geschrieben. Aber wenn man ihn dann wirklich tanzt vergeht die Trauer und eine innere Zufriedenheit und Freude kehrt ein. In Harmonie mit einem anderen Menschen, denn dieser Tanz ist für Paare gemacht. Und er ist sogar zusammen mit der Musik im letzten Jahr zum Weltkulturerbe erklärt worden, liebe Christen.

Weltkulturerbe! Stellen sie sich das vor. Verzeihen sie mir die Anmaßung, aber in meinen Augen ist er dadurch ihrem Glauben ebenbürtig. Nur das ein Tangotänzer oder Musiker niemals auf die Idee kommen würde, ihnen die Ausführung ihres Glaubens auch nur an einem Tag des Jahres zu verbieten. Sie jedoch lassen mir heute per Staat den schönsten Abschluss dieses Tages den ich mir vorstellen kann unter Strafe stellen.

Ok, die Tangoleute dieser Welt sind natürlich weniger als sie. Viel viel weniger. Und sie sind religiös gemischt, die Ungläubigen wie mich mit eingeschlossen. Aber auch wir sind doch, zumindest in ihren Augen, wenn ich ihre Religion richtig verstanden habe, alle miteinander Kinder Gottes, oder? Seine Geschöpfe? Ich habe sogar mal was von Ebenbild, gelesen. Also ist ihr Gott doch auch irgendwie in uns. In unserem Tanz, in unserer Musik. Viele von uns sprechen sogar davon, dass der Tango einfach göttlich ist. Oder ist das jetzt in ihren Augen Blasphemie. Dann bitte ich erneut um Verzeihung.

Ihre gläubigen Gefühle sind mir nämlich nicht egal. Mir sind die Gefühle von Menschen grundsätzlich nicht egal. Auch wenn ich speziell zu ihrem Glaubensgefühl nicht in der Lage bin. Aber ich bitte sie umgekehrt auch meine Gefühle zu akzeptieren. Ja auch meine Gefühllosigkeit gegenüber Gott. Wie soll man denn etwas gegenüber etwas fühlen, von dem man sich sicher ist, dass es es nicht gibt? Verstehen sie was ich meine? Mir ist das unmöglich. Und selbst wenn es einen Gott oder welches höhere Wesen auch immer gäbe, sollte ich dem etwas vormachen? Und wozu? Er oder Es oder vielleicht sogar Sie würde es ja doch durchschauen.

Dafür fühle ich allerdings sehr viel wenn ich Tango tanze. Überhaupt wenn ich tanze. Ich fühle mich mit der Welt vereint, wissen sie. Über die Musik, über den Rhythmus, über die Melodien, die Instrumente, den Gesang, über meine Bewegung dazu. Ich mache das auch nicht  g e g e n Irgendjemanden. Natürlich auch nicht gegen irgendjemandes Glauben. Ich mache es für mich selbst. Mit anderen zusammen oder auch alleine. Wir Tangoleute wollen niemandem weh tun, und mir ist auch nicht klar, wie das durch Musik und Tanz überhaupt geschehen sollte.

Trotzdem verbieten sie mir das heute Abend, liebe Christen. Und sie finden das auch nicht schlimm, weil es doch nur für den heutigen Tag ist. Nach dem Motto, die können doch mal einen Tag Pause einlegen mit ihrer öffentlichen Tanzerei. Schön, dass sie so großzügig sind, mir meine Lieblingsbeschäftigung nur einen oder zwei Tage im Jahr verbieten zu lassen. Die Taliban machen das das ganze Jahr. Da kann man schon froh sein, dass man mit Christen Tür an Tür lebt. Aber das Prinzip ist doch letztlich das gleiche, oder? Ich verbiete ihnen nichts, sie aber verbieten mir etwas, dass niemandem weh tut und mir gut. Sie bestimmen mein Leben durch ihren Glauben, obwohl ich diesem gar nicht angehöre.

Wie fänden sie das umgekehrt, liebe Christen? Stellen sie sich vor, die Ungläubigen wären in der Mehrheit und würden ähnlich der CDU eine Partei der Ungläubigen, z.B.  die UDU gründen. Ich weiß, dass ihnen die Vorstellung schwer fällt, aber das Christentum gibt es erste ein paar Tausend Jahre, die Menschheit allerdings schon ein paar Millionen. Und ich hoffe sie wird es auch noch ein paar weitere Millionen geben. Obwohl sie konsequent am Gegenteil arbeitet. Also stellen sie sich vor, sie seien hier in diesem unseren Lande in der Minderheit. Das ist auch eine gute Übung zur Solidarität mit den Menschen ihres Glaubens die es in anderen Ländern schon lange sind oder immer schon waren.

So, und nun würde die Partei der Ungläubigen ein Gesetz im Bundestag durchbringen, an dem sie einen Tag auf jede gläubige Tätigkeit einschließlich des Betens verzichten müssten. Ihre Kirchen würden an diesen Tagen, und natürlich nur an ihm, geschlossen und niemand dürfte sie auch nur betreten. Alles natürlich nur, dass sie einen Tag Einkehr halten und die Gelegenheit bekommen darüber nachzudenken, ob es Gott wirklich gibt. Natürlich kann und will niemand ihre Gedanken kontrollieren und zuhause dürfen sie sehr wohl machen was sie wollen, wenn sie leise genug sind. Aber öffentlich haben sie sich konsequent zurück zu halten.

Würden sie dann nicht laut aufschreien und den Anfängen wehren wollen? Würden sie sich damit zufrieden geben, dass ihnen die Partei der Ungläubigen verspricht, dass es bei diesem einen Tag bleiben wird?  Würden sie abwarten bis die Hardliner der UDU und vor allem die immer etwas radikalere Jugendorganisation zuerst die Kontrollen verschärft, dann den nächsten religionsfreien Tag einführt und denn auch als arbeitsfrei deklariert, damit das Volk auch dem nächsten Coup, der religionsfreien Woche, zustimmt? Bis eben dieses Volk irgendwann johlt und jubelt, wenn ihre Kirchen ganz geschlossen oder niedergerissen werden?

Sie kennen das doch aus sozialistischen/kommunistischen Ländern. Und , umgekehrt, auch aus der Geschichte ihrer eigenen Religion, oder? Natürlich sind sie keine Fundamentalisten. Wollen sie auch nie werden. Aber haben sie dazu auch genügend Kontrolle über ihre Kirche? Wissen sie wirklich was da läuft? Welche Mächte und Kräfte da wirken? Können sie mir eine Garantie geben, dass das nie wieder passiert? Z.B. Die Inquisition? Die Menschenverbrennungen? Die Kreuzzüge? All das ist mal klein angefangen. Mit Verboten.

Ich wünsche ihnen trotzdem oder gerade deswegen einen besinnlichen Tag der Einkehr. Und ich gehe heute Abend auch nicht Tangotanzen. Ich fahre nur Fahrrad. Und nochmals vielen Dank, dass sie mir das für heute haben nicht verbieten lassen.

 

P.S. (nachträglich angefügt nach #25 der Diskussion, weil diese Argumentation immer wieder kommt)

Und liebe Christen, sagen sie mir jetzt nicht, dass mir ihre Kirche doch erst ermöglicht hat, heute den ganzen Tag Rad zu fahren anstatt meinem Job nachzugehen. Nicht die Kirche schenkt den Menschen einen freien Tag sondern alle Menschen die in diesem Lande arbeiten schenken ihn der Kirche. Freie Tage, egal ob sie nun Feiertage sind oder nicht, gibt es nur deswegen, weil sie vorher und nachher erarbeitet werden. Von den Menschen ganz zu schweigen, die auch während der Feiertage arbeiten müssen. So ist das nun mal in einer Volkswirtschaft.

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86 Kommentare zu “Liebe Christen oder – die Karfreitagsansprache eines Ungläubigen

  • #51
    Olaf

    @Der Predigtgärtner
    Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind für die Beibehaltung des Karfreitags als stillen Feiertag.
    Na, das Zahlenmaterial und die Methodik der Befragung möchte ich dann doch mal sehen. Oder redest du von der Ruhr Nachrichten Umfrage?
    Zumal das Zahlenmaterial auf eine schrumpfende Zugehörigkeit in der Bevölkerung zur katholischen (29,4%) oder evenagelischen (29,4%) im Vergleich zu den konfessionslosen (34,8%) hinweist [Hochrechnung 2010, PDF, Religionszugehörigkeiten 1970-2010] (nein, ich schließe nicht von Zugehörigkeit zu einer Kirche auf das Zustimmen zur Zustimmung/Ablehnung der stillen Feiertage, aber ich vermute eine Tendenz bei entsprechender Fragestellung ob man für einen Feiertag (im Sinne von freier Tag) oder Verbotstag (im Sinne der aktuellen Gesetze) ist).

    Predigtgärtner, was ich noch immer sehe ist das du, zusammengefasst, wie folgst Argumentierst:
    Der Feiertag ist populär, viele Menschen mögen den freien Tag.
    Daraus folgt das der Feiertag, wie auch immer begründet, legitim ist und das Gesetz befolgt werden muss.
    Daraus folgt auch das jeder, der gegen die Legitimation des Feiertag in Frage stellt und für die Abschaffung agumentiert gegen das Gesetz verstößt.

    Sehe ich das richtig? Oder mißverstehe ich da etwas?

  • #52
    Der Predigtgärtner

    Einige Mitkommentierer hier setzen mich schon in Erstaunen. Diese vermeiden es wie der Teufel das Weihwasser, auf mein Argument einzugehen, dass die Mehrheit der Bevölkerung für die Beibehaltung des stillen Karfreitags ist. Klar, Mehrheiten können sich ändern. Aber wie wär’s denn, wenn man diese erst mal anerkennt? – Als Schläge unter die Gürtellinie empfinde ich es als gläubiger Christ, wenn da Olaf z.B. von „religiotischen Feiertagen“ (#19) schreibt oder gar von einem „Aberglauben vom Zombie Jesus“ (#38) – so etwas ist für Millionen von Christen schlicht und einfach beleidigend. Ich bezeichne Olaf schließlich auch nicht als Id…. – Ein gewisses Niveau sollte also schon gewahrt werden.

  • #53
    Svenja

    Ich stimme dir zu.
    Und ich bin Christin. Und ich finde es doof, dass du alle Christen so über einen Kamm scherst. Ich bin eine aufgeklärte emanzipierte Frau, die ganz bestimmt nicht kollektivbetet und die gestern mit ihrer Familie trotz Karfreitag gegrillt hat, und nicht nur Fisch. Und trotzdem sage ich, ohne meinen Glauben weiß ich gar nicht, ob ich noch leben würde.
    Und noch eine Kleinigkeit, einfach weils zum Thema passt:
    Gott liebt Tango
    Manchmal versteckt sich Oma Hilde
    nach dem Gottesdienst im Saal.
    Früher, da war sie mal`ne Wilde,
    heute wird ihr jeder Schritt zur Qual.
    Und wenn sie endlich ganz allein ist,
    erklimmt sie endlich den Altar.
    Und dann lacht sie: „Gott ist anders.“
    Und sie strahlt so wie ein Star:
    „Ich bin sicher: Gott liebt Tango,
    er tanzt mit mir durch diese Welt,
    hält mich fest in seinen Armen
    und weiß genau was mir gefällt.
    Er führt mich aufs Parkett des Lebens,
    mit ihm hab ich so manche Nacht
    voller Feuer und mit Liebe
    bis zum Morgen durchgemacht!“
    Plötzlich da zuckt`s in ihren Gliedern
    und die Knie werden weich.
    zu den alten, flotten Liedern
    legt sie los. Doch da steht bleich
    in der Eingangstür der Pfarrer
    und es trifft ihn fast ein Schuh.
    „Hey“, ruft Hilde, „Gott ist anders,
    als du predigst. Hör mal zu:
    Ich bin sicher: Gott liebt Tango …“
    Gegen Abend sieht der Küster,
    und der ist ausnahmsweise nett:
    Na, jetzt tanzt auch der Herr Pfarrer,
    der singt mit Hilde im Duett:
    „Ich bin sicher: Gott liebt Tango …“

  • #54
    Dieter Carstensen

    Es ist übrigens Tatsache, und kein Witz, mit dem ständigen „Feiertagsmotorradterror“ hier bei uns in Oberberg. Unsere Zeitungen sind voll davon.

    Hier der Auszug einer Meldung zum gestrigen Karfreitag:

    „Zum Teil schwer verletzt haben sich zwei Kradfahrer in Nümbrecht und Lindlar, die auf abschüssigen Straßen im Kurvenbereich stürzten“, erschienen unter „Kradfahrer gingen zu schnell in die Kurve“, veröffentlicht bei Oberberg Aktuell unter

    http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=75&tx_ttnews%5Btt_news%5D=121154&cHash=4f797a4f16

    Leider berichtete die Zeitung nicht, ob es sich um „Gläubige“ handelte, die auf dem Weg zu einer Karfreitagsandacht waren und den Werbespruch „Red Bull verleiht Flügel“ mit dem Satz verwechselt haben „Mein Moped verleiht mir Karfreitag Flügel“ und ob Gott, so es ihn gibt, bei ihren filmreifen Abgängen gerade in der Karfreitagsandacht war, also besseres zu tun hatte, als sich um Kamikaze Motorradfahrer auf unseren oberbergischen Strassen zu kümmern.

    Ob die beiden „Feiertagshelden“ die nächsten Feiertage im Sinne der Karfreitagsruhetagsverordnung „ruhiger“ angehen lassen wollen, wurde ebenfalls nicht überliefert, aber ich verstehe nicht, warum man an einem „Feiertag“ wie Karfreitag nicht tanzen dürfen soll, aber irre Raser auf getunten Mopeds uns in Waldbröl von früh bis spät mit Lärm, Gestank und Krach terrorisieren dürfen.

    Dass da etwas nicht zusammen passt und die Heuchelei der „Feiertagsruhe“pure Blasphemie ist, müsste eigentlich jedem denkenden Menschen auffallen.

    Darüber redet aber niemand, über den wirklichen Wahnsinn, aber Tango tanzen an Feiertagen verbieten wollen …

    „Denke ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“ (Heinrich Heine)

  • #55
    Arnold Voß

    @ Predigtgärtner 51#

    Für mich ist Jesus, sofern es ihn wirklich gegeben hat, kein Zombie sondern ein Prophet, um das vorweg zu stellen. Was ihre Mehrheitsfrage betrifft muss ich sie allerdings vor ihrer eigenen Argumentation warnen, Predigtgärtner.

    Die Feiertagsruhe am Karfreitag ist religiös begründet. In Religionsfragen, ja grundsätzlich in Glaubensfragen kann und darf es aus der Natur der Sache aber keine Mehrheitsentscheidungen geben. Mit ihrer Argumentation könnte nämlich die Mehrheit in der Demokratie auch eine Religion verbieten bzw. den Karfreitag ganz abschaffen. Ich bin aber für die Religionsfreiheit, obwohl und gerade weil ich keiner Religion angehöre, denn sie beinhaltet auch die Freiheit von der Religion.

    Ich will deswegen weder, dass mir Jemand aus r e l i g i ö s e n Gründen Vorschriften macht, noch will ich anderen Vorschriften zu ihrer Religion machen. Dass der Staat allerdings darauf achtet, das die Ausübungsprozeduren und Regeln einer Religion dem Grundgesetz unseres Landes nicht widersprechen, halte ich für selbstverständlich. Die Zeiten, dass welcher Gott auch immer über den weltlichen Gesetzen steht, ist zumindest hie in Europa vorbei und das ist gut so.

    Kirchliche Feiertage können deswegen nach meiner Auffassung von unserem Grundgesetz in ihrer r e l i g i ö s e n Seite nur für die jeweiligen Gläubigen gelten, und das natürlich unabhängig davon, ob die demokratische Gemeinschaft sie obendrein zum arbeitsfreien Tag erklärt bzw. daraus einen staatlich anerkannten Feiertag macht. Die beiden Dinge muss man im Interesse der Religionsfreiheit meiner Ansicht nach konsequent voneinander trennen.

  • #56
    Der Predigtgärtner

    Nicht die evangelische oder die katholische Kirche, sondern der Staat, vertreten durch die jeweiligen Bundesländer, hat mit Rücksicht auf die große Mehrheit unseres Landes die Karfreitags-Regelung getroffen. Der Staat erwartet nicht, dass dieser oder jener Kommentator die gleiche religiöse Auffassung teilt, aber er darf erwarten, dass alle sich an die gültigen Verordnungen halten. Oder entscheiden Sie nach eigenem Gutdünken, ob Sie die Straßenverkehrsordnung / Vorfahrtsregelung anwenden oder nicht?

  • #57
    Olaf

    @Der Predigtgärtner,

    Argumentum ad populum (Ein Argument aus der Popularität einer Annahme auf deren Richtigkeit zu schließen) ist ein logischer Fehlschluß.
    Ich verneine nicht die Mögilichkeit das es in der Bevölkerung eine Mehrheit für die Beibehaltung des stillen Karfreitags ist. Ich widerspreche der unlogische Schlussfolgerung das daraus folgen muss das die gegenwärtige gesetzliche Regelung korrekt und säkular gerechtfertigt ist.

    Religiotie bezeichnet eine „partielle Entwicklungsstörung“ (nach Entwicklungspsychologe Franz Buggle) die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu fassen.
    Also das nicht erkennen von Realitätsignoranz in Verbindung mit theologischen Annahmen. (Beispiel: Wasser hat 3 Aggregatszustänge, Weihwasser soll, zusätzlich, noch heilig werden wenn man religiöse Symbole einsetzt und Beschwörungsformeln spricht)

    Aberglaube ist meine Bezeichnung für die Unvernunft und Unwissenschaftlichkeit thelogischer Dogmen (Unabhängig der Religion: Christen, Muslime, Mormonen, Scientologen, Hinduisten, Hare Krishna, Wicca, Satanisten, Zeugen Jehovas, Falun Gong, Baha’i, etc.) oder dem Behaupten von Eigenschaften wider der aktuellen Faktenlage ohne Belege und logisch schlüssige Argumentation vorzubringen (z.B. Geisterheilen, Homöopathie, die Jungfräulichkeit der Maria, die Wunder die Jesus angedichtet werden sowie, Schamanismus, Astrologie, etc.)

    Es wiederspricht aktuellem Wissen das jemand Freitags stirbt und Sonntags wiederauferstanden in eine andere Realität einzieht und Platz nimmt neben einem übernatürlichen Wesen.
    Wer aussergewöhnliche Behauptungen austellt hat aussergewöhliche Belege zu liefern.
    Diese fehlen für jede Art von Gott oder übernatürlichen Wesen.

    Ich werde weiterhin das Niveau des evolutionären Humanismus und Naturalismus wahren.

    Ich wiederhole nochmal das es keine Verletzung religiöser Gefühle ist Religionen und Überzeugungen mit den gleichen Kriterien und im gleichen Maße der Kritik und Betrachtung zu stellen wie politische, wissenschaftliche, künstlerische und jede andere Überzeugung auch.
    Das ist dem Entwicklungsstand unserer Gesellschaft angemessen und zur Zeit die beste Methode Aberglaube und Geistergeschichten auf ihren Platz zu verweisen.

    Wenn du dich persönliche Beleidigt fühlst tut mir das leid, es ist nicht meine Intention die Menschen die Glauben zu beleidigen.
    Ich kritisiere und hinterfrage was Menschen glauben, nicht das sie etwas glauben.

  • #58
    Dieter Carstensen

    @ #56 Predigtgärtner Ach, DER STAAT hat entschieden? Der Staat besteht aus Menschen, bei uns überwiegend solchen, die sich als „Christen“ bezeichnen, also einer Mehrheit, auch wenn viele nur noch als Karteileichen in den Kirchenmitgliedschaftverzeichnissen zu betrachten sind.

    Wenn also dieser STAAT entscheidet, so haben mehrheitlich mehr oder weniger gläubige „Christen“ über die Minderheit der Nichtchristen entschieden.

    Nun nehmen wir einmal an, sie würden in einem mehrheitlich von einer anderen Religion dominierten Staat leben.

    Würden Sie dann auch noch sagen, wenn es an Ihre eigenen Rechte und deren Beschneidung geht, der „Staat hat entschieden“ und ich habe mich zu fügen?

    Sie können ja mal versuchen, in Pakistan oder Saudi-Arabien die christliche „Karfreitagsruhe“ einzufordern, mal vorrausgesetzt, sie wären dort wohnhaft und Staatsbürger des Landes.

    Ich bin mir sicher, Sie würden Ihre Meinung über Entscheidungen eines Staates binnen Minuten ändern.

    Was Sie scheinbar nicht wahrnehmen können, oder wollen, ist, das Toleranz immer beim Recht Andersdenkender, und seien diese in der Minderheit, anfängt.

    Wohin das sonst führt, haben wir in dem blutigen Konflikt mit abertausenden zerbomten und zerfetzten Ermordeten in Nordirland, zwischen fanatisierten Katholen und Evangolen erleben können.

    Das Mittelalter wohnt direkt um die Ecke, auch die Barbarei in Jugoslawien gegen Andersgläubige lässt da grüssen, mit ebenfalls hundertausenden barbarisch ermordeter Menschen, im Auftrag des serbischen „Staates“ und sie wollen mir hier mit Glauben an die „Christenheit“ und „Staaten“ kommen?

    Da haben Sie in ihrem Leben wohl irgendwas nicht mitbekommen.

    Die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden fängt immer mit scheinbaren „Kleinigkeiten“ an, wie anderen an bestimmten Tagen z.B. das Tango tanzen verbieten zu wollen und führt letztendlich immer in die Barbarei, die Willkührherrschaft und die Diktatur.

    Ich denke, darum ging es Arnold Voss in seinem Beitrag, auf diese Risiken und Gefahren hinzuweisen!

    Das haben Sie aber scheinbar nicht wahrgenommen.

    Vor Leuten wie Ihnen wird mir Angst und Bange, mit ihrer absolutistischen und egomanischen Weltsicht.

  • #59
    Arnold Voss Artikelautor

    @ Predigtgärtner #56

    Sorry, Predigtgärtner, der Staat hat weder eine religiöse noch eine antireligiöse Auffassung zu haben, er ist viel mehr gegenüber den Religionen und dem Glauben zur Neutralität verpflichtet. Stalin hätte ein wahre Freude an ihrer Rechts- und Staatsinterpretation gehabt.

  • #60
    Der Predigtgärtner

    Hier prallen verschiedene Weltsichten aufeinander. Für Olaf gibt es keinen Gott, und Dieter C. bescheinigt mir eine „absolutistische“ und „egomanische“ Weltsich, weil ich mich an geltendes Recht halte. Was soll man dazu als Christ noch sagen? Die Unbelehrbaren werden eben nicht alle. Dennoch wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest. Ich selbst mache mich jetzt auf den Weg zum Gottesdienst und melde mich nicht mehr. Mein Blog „MEIN PREDIGTGARTEN“ hilft denen weiter, die ernsthaft an meiner christlichen Meinung interessiert sind.

  • #61
    Dieter Carstensen

    Tja, lieber @Predigtgärtner, ein absolutistisches Statement Ihrerseits war zum Abschluss noch das, was fehlte.

    Mich hat Ihre letzte Aussage endgültig von Ihrer Intoleranz gegenüber Andersdenkenden überzeugt.

    Dem habe ich auch nichts mehr hinzuzufügen.

  • #62
    Arnold Voss Artikelautor

    @ Predigtgärtner

    Ja, genau s o ist die Welt, Predigtgärtner: Es gibt v e r s c h i e d e n e Weltsichten und das ist gut so. Deswegen fand ich es prima, dass sie sich hier an der Diskussion beteiligt haben, auch wenn es mit dem belehren nicht so geklappt hat, wie sie sich das gewünscht haben.

    Aber ich bitte sie zum Abschied nochmal darüber nachzudenken, ob sie vielleicht auch selbst Elemente von Unbelehrbarkeit in sich tragen. Und ich hoffe, dass sie auf ihrem Blog, genau wie hier bei den Ruhrbaronen, auch die Stimmen zu Wort kommen lassen, die nicht ihrer Überzeugung sind.

  • #63
  • #64
    Gerd Häfner

    @Ergänzung zum obigen Beitrag
    „Nicht die Kirche schenkt den Menschen einen freien Tag sondern alle Menschen die in diesem Lande arbeiten schenken ihn der Kirche. Freie Tage, egal ob sie nun Feiertage sind oder nicht, gibt es nur deswegen, weil sie vorher und nachher erarbeitet werden. Von den Menschen ganz zu schweigen, die auch während der Feiertage arbeiten müssen. So ist das nun mal in einer Volkswirtschaft.“

    Das klingt ja so, als wäre durch Mehrheitsentscheid verabredet worden, der Kirche einen arbeitsfreien Tag zu schenken. Die Aussage bestätigt das ungeschichtliche Denken hinter dem ganzen Beitrag. Kirchliche Feiertage haben ihre Wurzeln in der Tatsache, dass der christliche Glaube in früheren Zeiten die Gesellschaft geprägt hat. Heute erscheinen Christen als eine unter mehreren gesellschaftlichen Gruppen (wenn auch noch als recht große). Und es mag ja durchaus sein, dass ihr gesellschaftlicher Einfluss so gering wird, dass kirchliche Feiertage ihre Plausbilität verlieren. Nur sollte man sich für diesen Fall keinen Illusionen hingeben: dann ist auch der Feiertag weg. Es wird sicher nicht dazu kommen, dass sich „alle Menschen, die in diesem Lande arbeiten“ diesen freien Tag schenken bzw. ihn „vorher und nachher“ erarbeiten. Wenn es nach den Gesetzen unserer Volkswirtschaft geht, werden wir uns diesen freien Tag sicher nicht mehr leisten können. Dann kann man am Abend des Karfreitags zwar unbehelligt Tango tanzen, aber vorher nur radfahren, wenn man sich Urlaub genommen hat.

    Angesichts der überschaubaren Größe des Problems (an einem Abend im Jahr nicht tanzen gehen können) finde ich den Grundton des Beitrags doch etwas zu weinerlich geraten. Oder sind wir wirklich derart abhängig von „chemischen Prozesse(n)“, gegen die „nun mal kein Kraut gewachsen“ ist, dass uns großes Leid zugefügt wird, wenn wir ihnen nicht folgen können?

  • #65
    Arnold Voss Artikelautor

    @ Gerd Häfner

    Ihre Argumentation ändert nichts an der ökonomischen Tatsache, dass freie Tage erarbeitet werden müssen. Und zwar von denen die arbeiten. So wurden auch schon im Mittelalter die kirchlichen Feiertage finanziert.

    Ja der ganze Prunk der Kirchen und die materiellen Priviliegien ihrer Vertreter und Funktionäre mussten erarbeitet werden und die Kirche hatte auch die Macht dazu, dafür zu sorgen, dass diese Arbeit geleistet wurde. In der Regel nicht von ihr selbst sondern von ihren Gläubigen und Untertanen, und das keineswegs immer freiwillig.

    Freie Tage sind ökonomisch gesehen nichts anderes als ein kollektiver Luxus denn sich ein Gesellschaft gönnt bzw. sich gönnen kann, weil sie produktiv genug ist oder sich zumindest dafür hält und weil es Leute gibt, die die Macht haben dieses Tage für alle durchzusetzen.

    D.h. auch in unseren Augen arme Gesellschaften können freie Tage in ihrem kulturellen Wert so hoch setzen, dass alle dafür bereit sind auf die Arbeitsleistung, die der Gesellschaft dadurch abhanden kommen, zu verzichten. Bzw. einige mehr und andere weniger.

    Der kollektive Glaube ist ein solcher Wert, egal ob er nun der Mehrheit aufgezwungen wird oder gemeinsam entschieden wird. Gesellschaften aber die aus religiösen Gründen das ganze Jahr für alle frei machen, sind mir nicht bekannt.

  • #66
    Arnold Voss Artikelautor

    @ Peter Carstensen 63

    Stutzig gemacht hat mich im letzten Statement von Predigtgärtner neben dem Verweis auf seinen Blog der folgende Satz: Die Unbelehrbaren werden eben nicht alle.

    Nicht a l l e ! Das hat einen dohenden Unterton. Wenn die Unbelehrbaren einfach nicht alle werden, muss man sie dann nicht allemachen? Aber vielleicht interpretiere ich das auch falsch oder zumindest übertrieben.

  • #67
    Gerd Häfner

    @Arnold Voss
    Ich wollte auch nicht gegen den Gedanken argumentieren, dass freie Tage erarbeitet werden müssen. Mir ging es darum, dass der Ursprung solcher Feiertage in einer Situation liegt, in der ein gesellschaftlicher Konsens über ihren Wert bestand und nicht von einer „pressure group“ gegen die Mehrheit durchgesetzt wurde.

    Und ich glaube nicht, dass unter heutigen Verhältnissen unabhängig von der christlichen Prägung unserer Geschichte ein neuer Konsens dahingehend zustande kommen könnte, dass wir uns solche freien Tage noch leisten könnten. Wir würden auch etwas verlieren (unabhängig von unserem Glauben oder Nichtglauben).

  • #68
    Olaf

    Für Olaf gibt es keinen Gott
    Nun, du bist doch auch Atheist. Von allen, bis auf einen der Götter die je angebetet wurden und werden gehst du doch auch aus das sie irrelvant bzw. nicht existent sind. Das ist doch so bei Monotheisten., oder?
    Ich mache das gleiche, nur mit einen Gott mehr.

    Im übrigen bin ich sogar sehr ernsthaft an christlichen Meinungen interessiert. Allerdings bei Katholiken mehr an den Unterschieden der persönlichen Meinung zur päpstlichen Doktrin.

  • #69
    virtualmono

    @Dieter Carstensen: Die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer fährt ausgesprochen vernünftig und vorausschauend – sonst hätten sie die größtentels haarsträubenden Manöver der halbblinden Dosenfahrer niemals so lange überlebt. Ich fahre selbst seit 30 Jahren, lasse es (auf entsprechenden Strecken) natürlich auch gerne mal so richtig „krachen“, aber habe es in der ganzen Zeit auf genau einen! Strafzettel mit dem Motorrad gebracht (satte 7 km/h zu schnell am Ortseingang…), und hänge zu sehr an meinem Leben, als daß ich das von Ihnen beschriebene Verhalten auch nur im Ansatz nachvollziehen könnte – und das gilt auch für die nicht wenigen Fahrer, die ich kenne. Kann es sein, daß da Ihrerseits eine leicht verzerrte Sicht auf die Dinge vorliegt?

    Ach ja, zum eigentlichen Thema: Das Tanzverbot ist in der heutigen Zeit ein schlechter Witz – wie so vieles, was in unserer Bananenrepublik so passiert… als ob es nicht wichtigere Probleme gäbe…

  • #70
    Kurt Schmitt

    Interessante Diskussion, die sich allerdings etwas im Kreis dreht. Ein Feiertag ist in der Tat schnell abgeschafft, und die Bosse jubeln. Der nächste Feiertag wird folgen, und wir alle werden zu Robotnics.

  • #71
    Olaf

    Ach Herr Schmitt … hier einen auf Propheten mache, an an derer Stelle aber Kommentatoren als die Dummen bezeichenen … tztz … das ist aber nicht Christlich von Ihnen!

    Aber, von Religioten erwartet man ja auch nichts anderes.

  • #72
    Dieter Carstensen

    @69 virtualmono Ihre Aussage, dass die meisten Motorradfahrer vernünftig fahren ist natürlich richtig. Ich bin übrigens selber jahrelang Motorrad gefahren, als junger Student reichte es nicht für ein Auto.

    Das ändert aber leider alles nichts an der Tatsache, dass wir in unserer Gegend an jedem Sonn- und Feirtag zig verunglückte Motorradfahrer haben und sie unsere Gegend in Massen heimsuchen.

    Es ist wirklich für diese hiesige Bevölkerung zu einer ernsthaften Belästigung geworden, das sage ich ohne etwas gegen Motorradfahrer zu haben, nur wenn sie in solchen Massen unsere Dörfer heimsuchen hat es für uns Einheimische eben nichts Schönes mehr an sich.

  • #73
    Olli

    Wow – so viele Kommentare – das schau ich mir mal an, dachte ich. Dann die Ernüchterung: Einige wenige Dauerkommentierer (Arnold Voss 9 x, Dieter Carstensen 15 x, Olaf 9 x, Predigtgärtner 10 x, wenn ich richtig gezählt habe) – und dazu noch eine z.T. schräge Diskussion. Da wird z.B. ernsthaft behauptet, man käme in Waldbröl an Karfreitag kaum über die Straße vor lauter Motorrädern. Habe mir mal den Polizeibericht vom Oberbergischen Kreis angesehen: alles im grünen Bereich, keine Unfallhäufung von Motorrädern, im Gegenteil: Unfälle mit PKW und Radfahrern sind häufiger.
    Oder es wird behauptet, die Karfreitagsgottesdienste seien schlecht besucht. Nachfrage meinerseits beim Pfarramt: Nein, alles Quatsch, sehr guter Besuch, da hoher Feiertag. – Mein Rat daher: Nicht einfach drauflos behaupten!

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  • #75
    Sarah C.

    Krass, die Kirchenhasser-Nummer wegen stillem Karfreitag mit Tanzverbot. Pech: Was sagen denn diese Leute zum Tanzverbot z.B. am Volkstrauertag im November, der gar kein kirchlicher Feiertag ist…? – Dumm gelaufen, oder?

  • #76
    Arnold Voß

    @ Olli 73

    Ach Olli, ein Blog ist ein Blog und kein Universitätsseminar. Und du hast jetzt auch nichts zur eigentlichen Sache gesagt. Und dein Pfarramt ist gesamtstatistisch auch so gut wie irrelevant.

    Also, lass dir was besseres einfallen. Und nicht das mitzählen vergessen, Olli. Das ist bei einer Diskussion doch das wichtigste, oder? War jetzt übrigens mein 10. Kommentar.

  • #77
    Arnold Voss Artikelautor

    Sarah C. #75
    Sarah, du Intelligenzbestie, es geht hier um ein Tanzverbot aus r e l i g i ö s e n Gründen, also nicht um den Volkstrauertag.

  • #78
    Dieter Carstensen

    @ Olli Unsere Pfarrämter in Waldbröl sind seit Donnerstag bis Osterdienstag geschlossen, da kann man nur die Anrufbeantworter erreichen. Sollte man wissen, wenn man wie Sie behauptet, dort angerufen zu haben, um die Besucherzahlen unserer Kirchen zu ermitteln. Der Beitrag von Arnold Voss erschien ja erst am Karfreitag, also hätten Sie nur danach anrufen können, warum sonst sollten Sie sich für die Anzahl der Kirchenbesucher in Waldbröl interessieren?

    Was die Motorradunfälle in Waldbröl angeht hilft es zu googlen unter „motorradunfälle waldbröl“

    http://www.google.de/webhp?rls=ig#q=motorradunf%C3%A4lle+waldbr%C3%B6l&hl=de&rls=ig&biw=1174&bih=537&rlz=1R2GZAZ_deDE421&prmd=ivns&ei=MuazTZvMNI_vsgbjr9zgDA&start=0&sa=N&bav=on.2,or.&fp=8c2cd461b56ea05f

    „Tausende Motorradfahrer brettern an sonnigen Wochenenden über den Streckenabschnitt der B256 bei Spurkenbach. Das Donnern der Motoren ist schon aus weiter Ferne zu hören. Dann ging es oft beinahe im „freien Flug“ mit 120 km/h an den Häusern und der Bushaltestelle vorbei. Aber nicht alle Fahrer waren dieser Strecke gewachsen..“

    http://www.oberberg-heute.de/index.php?act=vp&cid=1&pid=1064&vcomment=1

    schrieb z.B. die Zeitung „Oberberg heute“ bereits am 24.5.04 über die Motarradmassen, die uns heimsuchen, die B256 führt nämlich genau durch Waldbröl und Spurkenbach gehört zu Waldbröl.

    In einer anderen Ausgabe, bereits am 11.5.05 schrieb sie:

    „Waldbröl – Einstimmig stellte sich der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung hinter die Forderungen der betroffenen Bürger, die Umleitungsstrecke am „Schladern-Ring“ durch Seifen und Schönenbach zu sperren. Die Lösung für das Problem „Knieschleifer“ soll auf der eigentlichen Strecke, der B 256, getroffen werden und nicht auf Umwegen über die Dörfer. Jetzt sind die übergeordneten Behörden am Zug…“

    „Die betroffenen Anwohner aus Seifen und Schönenbach fordern ebenso wie die Spurkenbacher eine messbare Geschwindigkeitsbegrenzung am Schladern-Ring sowie bauliche Maßnahmen, die der gefährlichen Raserei manch heißblütiger Motorradfahrer ein Ende bereiten.“

    http://www.oberberg-heute.de/index.php?act=vp&cid=1&pid=2358&vcomment=1

    Mittlerweile ist die erwähnte Strasse für Motorräder gesperrt. Sie waren wohl noch nie in Waldbröl, werter Olli, sonst würden Sie nicht solche leicht widerlegbaren Falschaussagen treffen. Seit den erwähnten Artikeln hat sich das Verkehrsaufkommen an Motorrädern noch erhöht und die Belästigung zugenommen.

    Fragen Sie die Menschen, die hier wohnen und schreiben Sie nicht Sachen, die nicht stimmen, sonst müsste man dahinter böse Absichten vermuten!

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  • #80
    Olli

    Ich erinnere mich nicht, dass wir schon Brüderschaft geschlossen haben, Herr Voss. Aber Höflichkeit ist ja nicht jedermanns Sache. Gesamtstatistisch sind die Karfreitagsgottesdienste gut besucht, wie man leicht durch eigenen Augenschein feststellen kann. Aber wenn echte Argumente fehlen, greifen manche Journalisten halt gerne in die Trickkiste. Fällt aber hin und wieder auf.
    Und Leserin Sarah gleich als „Intelligenzbestie“ zu titulieren, spricht wohl für sich. Kein Niveau ist tief genug, um es nicht noch senken zu können, gelle?
    Den Leuten, die da ausgerechnet am Karfreitag tanzen wollen, ist das Tanzverbot ein Dorn im Auge, ob aus religiösen oder sonstigen Gründen. Wie stehen Sie denn eigentlich zum Tanzverbot am Volkstrauertag?

  • #81
    Arnold Voss Artikelautor

    @ Olli

    Leute die mit mir Brüderschaft getrunken haben trauen sich normalerweise mit ihrem vollen und richtigen Namen ihre Kommentare abzugeben. Woher lieber Olli, soll ich also wissen, ob wir schon Brüderschaft getrunken haben, und wann und wo.

    Und wer, wie Sarah, alias wer auch immer, mein ausführliches und differenziertes Posting, das Anlass dieser Debatte ist, hier als krasse Kirchenhassernummer bezeichnet hat es a) nicht gelesen und b) keine Höflichkeit verdient.

    Also Olli, haben sie den Mut hier unter ganzem Namen zu schreiben und dann können wir über Höflichkeit diskutieren. Und dieses kindische „gelle“ lassen sie beim nächsten Comment bitte auch.Ok. ?

  • #82
    Sarah C.

    Wie war das noch gleich mit Ihrer Meinung zum Tanzverbot am Volkstrauertag? – Und das egomanische Schulmeistern lassen Sie beim nächsten Mal besser auch weg. Kommt beim unvoreingenommenen Lesern gar nicht gut an.

  • #83
    Olli

    Ach, wenn man hier mit vollem Namen schreibt, dann können wir über Höflichkeit diskutieren? Na, da werden sich z.B. Michi (#4), Andy (#5), Dyrnberg (#11), Ulrich (#17), Cyber Punk (#18) und Olaf (#19), um nur einige aufzuzählen, aber warm anziehen müssen und um Ihre Gunst und Gnade bangen, Herr Voss!
    – Und zu Dieter Carstensen (#78): Netter Versuch Ihrerseits, aber voll schiefgegangen: Zum einen habe ich nie behauptet, bei Ihrem Pfarramt angerufen zu haben, sondern „beim Pfarramt“, also hier bei mir, und zum zweiten habe ich mal einen Versuch gemacht und in Waldbröl beim kath. Pfarramt auf Anhieb eine Telefonliste mit mehr als einem Dutzend Verantwortlichen in der Pfarrei im Internet gefunden. Pech für Sie!

  • #84
  • #85
    Stefan Laurin

    @bea: Stimmt – Zickenkrieg. Und weil uns das zu persönlich wird, beenden wir diese Diskussion jetzt. :-)

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