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Grund: Cyberattacken – Peerblog gibt auf

peerblog_endeEine verheerende Resonanz, Hackerangriffe, Spott und Häme –  das Peerblog ist Geschichte. Die Macher erklärten eben das Ende des Projekts via Twitter.  Damit ist Peer Steinbrück um einen Wahlkampfflop reicher.

Die für das Peerblog zuständige Agentur gibt die DDoS-Attacken der letzten 24 Stunden als Grund für das Ende des Projekts an.

Fortwährende Cyber-Attacken auf den Server der Website peerblog.de haben seit dem 6. Februar 2013, 20 Uhr, zu dauerhaften Unterbrechungen geführt. Die technische Analyse hat ergeben, dass die Cyber-Angriffe durch Massenfragen von sogenannten Zombies (infizierte Rechner unbeteiligter Personen) ausgelöst worden sind. Hinter den Virus- und Trojaner-Attacken steckt die Hacker-Gruppe „T3AM M3DUSA“, die auf Twitter ankündigte, den PeerBlog auf Dauer anzugreifen. Damit bleibt peerblog.de faktisch offline. Wir sehen uns deshalb gezwungen, die Website vom Netz zu nehmen.

Man wolle die Site nicht auf “CIA-Niveau” Niveau sichern, schreibt steinkuehler-com.de in einer ersten Stellungnahme. Man wollte auch die noch unbekannten Sponsoren  schützen:

Die kriminellen Attacken auf das von uns herausgegebene Medium peerblog.de haben zu der Entscheidung geführt, dass wir unsere Sponsoren, Unterstützer und uns selbst nicht länger diesen skrupellosen und inhaltsleeren Anfeindungen aussetzen wollen. Wir bedauern, dass wir unter diesen Umständen den PeerBlog nicht fortführen können.

Unsere Juristen prüfen die Einleitung von strafrechtlichen Schritten gegen die Täter.

Das Projekt peerblog wird also beendet – Transparenz wäre die bessere Lösung gewesen. Zu den Umständen, unter denen das Peerblog nicht weitergeführt werden soll, gehören sicher auch die Ermittlungen der Bundestagsverwaltung und Recherchen über die Hintermänner des Projekts. Sie werden Sorge gehabt haben, dass der öffentliche Druck Steinbrück gezwungen hätte, die Namen zu nennen. Kann gut sein, dass dieser Rückzieher zu spät kam, denn das Interesse an den geheimen Peerblog-Finanziers ist durch die Abschaltungen nicht beendet.

 

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25 Kommentare zu “Grund: Cyberattacken – Peerblog gibt auf

  • #1
    68er

    Ich könnte mir vorstellen, dass durch das schnelle Ende des Blogs die Kosten möglicherweise noch so im Rahmen gehalten werden, dass niemand einen Anspruch erheben kann, zu erfahren wer die Hintermänner hinter diesem Peerblog waren.

  • #2
  • Pingback: PeerBlog: War da was? » Pottblog

  • Pingback: Nachtwächter-Blah » Der Bummstagwahlkampf hat noch gar nicht angefan…

  • #5
    Walter Stach

    Krimminelle Attacken, Cyber-Angriffe “gegen Andersdenkende” mit der Konsequenz,daß……… und nach dem Grundsatz, daß der Zweck jedes Mittel heilig.

    Alltag im Netz.

    Darüber sollte aus diesem Anlaß wieder einmal nachgedacht und diskutiert werden. Oder ist das angstfrei im Netz schon heute gar nicht mehr möglich?

    ( Anmerkung:
    Ich halte nach wie vor Steinbrück für eine geeignet politische Führuingspersönlichkeit, fähig, das Amt des Bundeskanzlers gut wahrzunehmen.Und deshalb habe ich von Anfang an -auch hier bei den Ruhrbaronen- erhebliche Zweifel vorgetragen, wenn es darum ging, PeerBlog als Projekt zur “Optimierung eines Pro-Steinbrück-Wahlkampf” zu begreifen, nicht nur, aber auch wegen der dort aktiven Redakteure.Insofern ist diese ” PeerBlock-Beerdigung” rechtzeitig geschehen;im Ergebnis also m.E. : “gut so”.)

  • #6
    Stefan Laurin Autor

    @Walter: Es ging nicht gegen Andersdenkende und es ist auch nicht Alttag im Netz. Es ging gegen ein von Hintermännern finanziertes Propagandamedium. Und diese Hintermänner haben sich von derWahl Steinbrücks Vorteile erhofft hatten. Und – da bin ich mir sicher – dachten sich: Hat doch schon mal geklappt, machen wir wieder.

  • Pingback: Das Peerblog: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde

  • #8
    CyberPunk

    Auch wenn ich mich unbeliebt mache, ich halte DDoS immer noch für eine Form des Protestes und legitim, zumindest wenn es als Protest gedacht ist und nicht um einer Person finanziellen Schaden zuzufügen.

    Wenn Greenpeace (oder andere Gruppen) Werkstore blockiert wird das als ganz toller Protest gefeiert, wenn einige Leute einen Webauftritt blockieren dann ist das ganz böse und gemein. In meinen Augen ist beides vergleichbar. Wobei eine “reale” Blockade weitaus mehr Schaden anrichten kann als eine Blockade eines Webauftritts, zumindest wenn es sich nicht um eine Verkaufswebsite handelt.

  • #9
  • #10
    Walter Stach

    -6-Stefan:
    Also ist es so, wie von mir festgestellt: “Der Zweck heiligt das Mittel”!

    Und wer sind denn eigentlich die, die meinen, “die Heiligkeit eines Zweckes” autoritär bestimmen zu können und folglich für sich in Anspruch nehmen, legitimiert zu sein, jedes Mittel “kraft eigenen Rechtes” einsetzen zu dürfen?

    D a s gibt mir zu denken -ganz und gar nicht der konkrete Fall, nämlich ” die Beerdigung PeerBlog”.

    -Allerdings frage ich mich mittlerweile, ob die Wahlkampfstrategie und Wahlkampftaktik von SPD/Steinbrück und das tagtägliche operative Wahlkampfgeschäft von SPD/Steinbrück in Händen hochqualifizierten Personals liegt -möglichst der Besten, die dafür zu finden sind. Gegenteiliges anzunehmen -sh.u.a.PeerBlog-, liegt mittlerweile -leider aus meiner Sicht- nahe.-

  • #11
    TuxDerPinguin

    @CyberPunk:
    ich würde das differenzieren.

    Wenn die DDoS Attacke mittels “Zombie”-Rechnern geführt wurde, wäre das auf jeden Fall zu verteilen. Denn das hieße ja, man hätte Trojaner bei vielen Rechnern eingeschleußt, ohne dass deren Besitzer/Admins davon etwas wissen

  • #12
    teekay

    Tja, das mit dem social media impact irgendwo zwischen Obama und ‘Arabischem Fruehling’ hat dann ja wohl nicht so ganz geklappt :) …darueber lacht das Netz…

  • #13
    Walter Stach

    -12-Teekay-
    Lachen über PeerBlog, über die PeerBlog – Beerdigung : so frei ist jeder.
    Das war und das ist für mich kein Anlaß mich zu Wort zu melden, schon gar nicht Anlaß für eine Besorgnis meinerseits.

    Was mich b e s o r g t, habe ich unter -5- und unter -10-zu beschreiben versucht.
    Ich bin kein Netzaktivist und insofern für eine qualifizierte Diskussion ungeeignet. Ich kenne die Szene zu wenig. Vielleicht gibt es ja aus der Szene Argumente, die meine Bedenken, meine Sorgen weitgehend ausräumen können.Bisher war das nicht der Fall.

  • #14
    Emscher-Lippizianer

    Mir fehlen hier ein wenig die Verschwörungstheorien, so dass ich mal auf den Zug von CyberPunk aufspringe. :-)
    Hat “unser” P€€r $t€inbrück etwa kalte Füße bekommen aufgrund des naheligenden Verdachts der illegalen Parteienfinanzierung? Fehlten seinen “Unternehmerpersöhnlichkeiten” dann eine Exit-Strategie? Warum dann nicht irgendwelchen bösen Hackern die Schuld in die Schuhe schieben und so mit ein paar blauen Flecken herauskommen? Wie sicher ist es, dass es sich wirklich um eine DDoS-Attacke handelt? Die im Dunstkreis dieses Blogs tätigen Personen haben für mich etwas weniger Glaubwürdigkeit als Hütchenspieler…

  • #15
    Stefan Laurin Autor

    @Walter: Es gibt im Umfeld der SPD eine seriöse Agentur mit Erfahrung die einen “peerblog” hätte erfolgreich betreiben können:
    http://www.barracuda.de/
    Aber wahrscheinlich waren die den Hintermännern zu seriös…

  • #16
    piratte

    steinkühler der totmacher:
    herr steinkühler muß sich die frage nach seinem geschäftsmodell gefallen lassen. public relations oder endgültiger sargnagel für karrieren?
    vielleicht waren die ominösen geldgeber ja gar von der union? das wäre wiederum ein erfolg für seine agentur. ;)

  • #17
  • #18
    68er

    @ Stefan Laurin

    Soweit ich mich erinnere, hat barracuda das Blog der SPD im letzten Wahlkampf verantwortet. Das war sowas von langweilig und web 0,5.0-mäßig, wie die SPD nunmal ist. Ich wette, da waren weniger Besucher als auf der Homepage des Steiger Awards.

    http://www.der-steiger-award.de/

  • #19
    Hans Meier

    #15 Hallo Stefan

    es iss Fettdonnerstag, (da bin ich vor sehr langer Zeit mal 560 km am Stück Taxi gefahren, um mich damit zu ernähren). Wenn der Peerblock abschmiert, dann sind die medial-politischen Radfahrer am „digitalen Gefälle gescheitert“, dann ist etwas, so hoffe ich wenigstens, demokratisches passiert.
    Personen medial mit einer Aura auszustatten und dabei die Vernunft am Wunsch auszurichten klappt weder mit Geld noch guten Worten – da hilft eher “Allaaf der Zuch kütt”.

  • #20
    teekay

    @Walter: Es lohnt sich sicher mal den Artikel und die Kommentare bei Netzpolitik zu dem Thema zu lesen: https://netzpolitik.org/2013/peerblog-ausgebloggt/.
    So einfach ‘boeser Hackerangriff-muessen Blog schliessen’ ist das technisch nicht und Fachleute koennen damit umgehen (Sechstelliger Betrag-damit kann man sich IT-Fachleute einkaufen). Den ‘Hackerangriff’ haette man in den Griff bekommen. Gab es diesen ‘Angriff’ von Aussen tatsaechlich, dann hat man das gerne als Entschuldigung genommen um das Blog zu schliessen. Das war eine Kommunikationskatastrophe die in jeder Hinsicht dilletantisch war.

  • #21
    Jan W.

    Also diese Opferlegende ist wirklich ekelerregend: das war entweder eine willkommene oder eine geschaffene Gelegenheit, das Fettnäpfchen aus dem Weg zu räumen …
    Aber es bleibt die Frage an Peermut Steinkohl: Wer waren die Spender?

  • Pingback: Das Ende vom PeerBlog: Digital Relations Learnings?

  • #23
    Walter Stach

    Teekay:
    Danke für die “Aufklärung”, aber auch für den Hinweis auf “netzpoltik” -interessant und für mich als einem “Netzwerklaien” aufschlußreich.
    Einig sind wir uns offensichtlich in der Sache -”Peerblog”………Kommunikationskatasrophe” -ich habe es lediglich nicht so drastisch, so deutlich (aber zutreffend) formuliert.

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