123

Protest gegen Nazi-Kader Michael Brück an der Ruhr Uni

Brueck_rub2

Zu Protesten gegen Michael Brück, den NRW-Vizechef der Nazi-Partei „Die Rechte“ kam es heute an der Ruhr Universität Bochum, wo Brück seit Oktober Jura studiert. Gut  20 Nazigegner protestierten gegen Brücks Anwesenheit während einer Jura-Einführungsveranstaltung in der Bochumer Innenstadt. Der Protest gegen Brück löste Tumulte aus, so die Nazi-Gegner in einer Pressemitteilung:

Ein antifaschistischer Redebeitrag wurde nach kurzer Zeit durch den handgreiflich werdenden Dozenten der Vorlesung unterbrochen. Michael Brück und einige seiner Kommilitonen standen auf wurden ebenfalls handgreiflich, wodurch es zu einem Tumult kam. „Mit diesem Verlauf der Ereignisse hatten wir nicht gerechnet.“ so die Antifaschistin Sarah Milsani. „Um die Situation nicht weiter zu eskalieren verließen wir dem Raum.

Parallel wurden auf dem Uni-Campus mehrere hundert Plakate geklebt und mehre tausend Flyer in Mensa und Cafeten sowie an der juristischen Fakultät verteilt.

Die Nazigegner hoffen, durch die heutige Aktion eine Diskussion über die Ausbildung von Neonazi-Kadern an Universitäten anzustoßen.

RuhrBarone-Logo

123 Kommentare zu “Protest gegen Nazi-Kader Michael Brück an der Ruhr Uni

  • #101
    der, der auszog

    Vom Prinzip her ist es lobenswert sich gegen Nazis zu engagieren und dazu gehört sicherlich auch der Protest gegen Michael Brück, zumal der Knabe kein Unbekannter ist und eine Menge Dreck am Stecken hat.

    Muss man dafür aber unbedingt eine Vorlesung stürmen, den regulären Unterrichtsbetrieb lahm legen und dem Professor, der sich das nicht bieten lässt, eins auf die Nase hauen?
    Oder hätte es auch eine andere, weniger provokante und aggressive Möglichkeit gegeben, auf den Umstand aufmerksam zu machen, was da für ein grenzwertiger Zeitgenosse in Bochum seit Neustem Jura studiert?

    Hätte man beispielsweise nicht auch einfach nur Flyer am Hörsaaleingang vor und nach der Vorlesung Hörsaaleingang verteilen können?

    Ich frage deshalb, weil ich glaube, dass Antifagruppen innerhalb der Bevölkerung einen wesentlich besseren Ruf genießen würden, wenn sie sich bei ihren Aktionen nicht so häufig daneben benehmen würden.

    Wir hatten hier in einem anderen Zusammenhang übrigens schon einmal eine ähnliche Diskussion, als Schalke Fans meinten Plaketeklebern der NPD die Autospiegel abtreten zu dürfen.

    Wie weit darf man bei seinem Protest gegen Nazis gehen? Darf man sich in seinem Engagement gegen Nazis auch über geltendes Recht hinaussetzen?

    hier geht’s zum Artikel „Schalke-Fans überzeugten NPD-Wahlhelfer, ein Plakat zu entfernen“: http://www.ruhrbarone.de/gelsenkirchen-schalke-fans-ueberzeugten-npd-wahlhelfer-ein-plakat-zu-entfernen/comment-page-1/#comments

  • #102
    Ricardo

    Sieht alles ganz harmlos aus, bis dem Herrn Professor die Hutschnur platzt:

    https://www.facebook.com/photo.php?v=780984825251256

  • #103
    Guy Fawkes

    Ja manche meiner besten Freunde waren linke Jurastudenten und heute sind sie linke Juristen…

    Ich kann da nicht verstehen welch ein Teufel da die Antifa geritten hat.

    Aus Jurastudenten werden irgendwann auch mal Richter und Staatsanwälte…

    Natürlich ist der Nazityp gefährlich.

    Das Problem hier ist die „Kollektivstrafe“ gegenüber den betroffenen Jurastudenten.
    Es geht nicht an diese durch die massive Störung einer wichtigen Vorlesung zu bestrafen.

    Solche Aktionen sind schlicht politische Eigentore,

    Guy Fawkes

  • #104
    Ricardo

    @guy fawkes

    Sind für dich Demonstrationen auch „kollektive Bestrafungen“ von Autofahrern?

    Den normalen Ablauf einer Vorlesung zu unterbrechen, bei der ein bekennender Antisemit und „nationaler Sozialist“ bislang unhinterfragt rumsitzen kann, ist wohl so schlimm nicht. Anscheinend hat Student 2013 hat einfach schon so viel Obrigkeitshörigkeit und Like-Button-Klicks absorbiert, dass das in seiner/ihrer Vorstellungswelt gar nicht mehr vorkommen kann.

  • Pingback: Ruhr-Uni Prof vs. Antifa: Wer schlug zuerst? | Ruhrbarone

  • #106
    Klaus Lohmann

    Wenn ich mir das nebenan im Beitrag von Martin Niewendick verlinkte Facebook-Video so ansehe, erübrigt sich eine weitere Diskussion über den „Erstschlag“-Täter und dessen „vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“.

    Dermaßen ausrastend sieht man Professoren normalerweise recht selten bis gar nicht, liebe Borges- und Brück-Fans.

  • #107
    Klaus Lohmann

    @#104 | Ricardo: Die Anzahl der Studierenden und Studierten in NRW ist mittels dieses Artikels und seiner Kommentare sprunghaft in die Höhe geschnellt:-):-)

  • #108
    Döner

    Also, in einem Staat, wie ihn solche Nazis letzten Endes proklamieren, wäre es so, dass wenn ein „Linker“ (also einfach nur Kritiker vll der Nazis) in eine Uni gehen würde, dieser sofort auf der Stelle vor dem Haus hingerichtet werden würde. Insofern finde ich es ok, wenn gegen seine Anwesenheit demonstriert wird. Ich kann mich noch nicht entscheiden, ob ich das ok oder schlecht finden soll. Vll sollte man die anständigen Verhaltensweisen auch erwachsen vorleben, vor den Nazis. Andererseits, vll kann man auch denken, dass sie nur solche Sprache verstehen und der Rest der Diskussion von Nicht-Beteiligten wie uns geführt werden kann. Diese würde im Nazistaat nicht stattfinden, sondern als Todeswunschliste enden.

  • #109
    Guy Fawkes

    @RICARDO antwortete mir.

    @guy fawkes

    „Sind für dich Demonstrationen auch “kollektive Bestrafungen” von Autofahrern?“

    Nein dies sind sie genau so wenig wie Baustellen auf Atobahnen eine Kollektivstrafe für Autofahrer.
    Es geht hier nur um die massive Störung einer Vorlesung, die zu einem Unterrichtsausfall führt, der halt die Durchfallquoten erhöht.
    Dies nenne ich mal eine Kollektivstrafe für politisch eher unbeliebte Jurastudenten.

    „Den normalen Ablauf einer Vorlesung zu unterbrechen,“
    Hätte es eine Flugblattaktion mit Steckbrief nicht auch getan?
    Selbstverständlich gehört auf einen groben Klotz ein grober Keil,
    und Michael Brück hat ja selbst Antifaschisten angeprangert.

    „bei der ein bekennender Antisemit und “nationaler Sozialist” bislang unhinterfragt rumsitzen kann, ist wohl so schlimm nicht.“
    Auch Hinterfragen muss man können.
    Bei Jurastudenten handelt es sich um ein „recht problematisches Völkchen“.
    Der meRCeDeS hat dort immer sein „Heimspiel“. Desto vorsichtiger muss man
    da sein.

    „Anscheinend hat Student 2013“
    Nein ich bin schon etwas älter…

    „hat einfach schon so viel Obrigkeitshörigkeit … absorbiert, dass das in seiner/ihrer Vorstellungswelt gar nicht mehr vorkommen kann.“

    „Autoritäten“ finde ich gut. Ich mag nicht wenn sie leiden.
    Mein Freund war Juraprofessor und Ex-Minister und „litt wie ein Hund“ nur
    weil sein Freund ein aufstrebener Juradozent ein „akademisches Berufsverbot“
    erhielt, nur weil er eine offizielle Einladung der Fakultät zu einer Geburtstagsfeier mit den Worten ablehnte.

    „Am Holocaust gibt es nichts zu feiern“

    Bei dem „Geburtstagskind“ handelte es sich um einen der Autoren des
    Kommentars zu den „Nürnberger Gesetzen“, der diese antisemitischen
    Gesetze noch in der Praxis verschärfte und damit die Opferzahl dieser
    Gesetze erhöhte. (Nach dem offiziellen Gesetz war nur der Geschlechtsverkehr
    zwischen Juden und Nichtjuden eine strafbare „Rassenschande“. In der Praxis
    wäre das schwer zu beweisen gewesen und bei einem der beiden Partner galt
    ja noch die Unschuldsvermitung…

    Mal ein Vorschlag zu Michael Brück.

    Der Typ kommt ja öfters mit dem Strafgesetzbuch in Kontakt.
    Man sollte ihm mal bei einem seiner nächsten Taten eine
    Strafrechtshausarbeit „gönnen“.

    Alle Jurastudenten schreiben ständig Hausarbeiten, Übungsklausuren und echte Klausuren.

    Im Strafrecht sehen diese so aus.

    Erst wird ein Sachverhalt beschrieben und dann wird gebeten die Strafbarkeit zu prüfen.

    (Hinterher nach der Bearbeitung gibt es dann noch eine „Musterlösung“)

    Man warte einfach ab bis Michael Brück mal wieder was ausgefressen hat. Ich
    glaube das muss man nicht sooo lange warten…

    Dann formuliere man den Sachverhalt. Man schreibe nur statt „Der Student A“ lieber „Der Jurastudent im zweiten Semester an der Ruhruniversität Bochum Michael Brück“…

    Diese „Hausarbeit“ verteile man dann unter den Hurastudenten seines Semesters.

    Selbstverständlich verteile man nach einer angemessenen Zeit auch die Musterlösung…

    Guy Fawks

  • #110
    Marcus

    Mir fehlen bei vielen Kommentaren hier mehr als die Worte. #18 das Dir alles egal ist ist für einen angehenden Juristen mehr als beschämend. Für alle anderen hier die einmal Michael Brück in Aktion erleben möchten, wie er Opfer im Gerichtssaal verhöhnt, die von Neonazis vor dem Dortmunder Lokal Hirsch Q brutal zusammengeschlagen wurden, wie Michael Brück sich mit dem Kreisvorsitzenden der NPD Hans Joachim Voss im Gerichtssaal über den Staat und die Staatsanwälte lustig macht, wie Zeugen von ihm und Voss denunziert und bedroht werden. Der ist herzlich Eingeladen am 06.12 um 09:00 im Saal 130 des Landgerichtes zu kommen. Dort wird gegen 10 Neonazis verhandelt die an einem brutalen Überfall auf das Lokal Hirsch Q beteiligt waren. Mit dabei u.a. auch Sven und Jan Kahlin die bereits mehrfach in Haft waren. Interessant sind auch einige Verteidiger wenn sie Herrn Voss von der NPD herzlich Begrüßen aber von der Presse angesprochen keinen Kommentar abgeben. Und wie gesagt ist Michael Brück und seine Anhänger mittendrin. Das Michael Brück Kontakte zur NSU nachgesagt werden ist bei einer derartigen Person mehr als Wahrscheinlich.

  • #111
    Studentin

    Meine persönliche Kritik richtet sich in diesem Fall an die Leute hier , die mit solchen Kommenaren um sich werfen, wir Jura Studenten des ersten Semesters würde einen Nazi schützen und es wäre uns egal, ob er neben uns sitzt. @Jos du scheinst mir doch ein vernunftbegabter Mensch zu sein, wie kannst du nach wie vor behaupten hier würden die Studenten sagen es wäre ihnen EGAL?! Man hat euch aufgefordert Zitate zu bringen , wenn ihr sowas behauptet und statt eure These mal handfest zu belegen, wiederholt ihr sie einfach? Das ist nicht wirklich stark argumentiert, auch wenn man mit noch so vielen Fachbegriffen und politischem Wissen um sich wirft. @Paul, ich muss dir in sofern recht geben, als dass die Formulierung „besonnen“ unpassend ist , ich gehe aber stark davon aus ( so wie das meistens ist mit Berichterstattung) dass der Verfasser nicht anwesend war. In manchen Berichten heißt es auch Brück wäre handgreiflich geworden mit anderen Studenten. Kompletter Bullshit! Er sass da und hat sich das Spektakel angeguckt. Das Outing an sich war eine sehr gute Sache und ja es hat uns auch wirklich alle zum nachdenken gebracht,ABER ich könnte mich her wirklich über einige Leute der Linken aufregen, die nur weil ihnen widersprochen wird, sofort brüllen : Ihr unterstützt einen Nazi! Was ist das? Viele Studenten die diese Kommentare gelesen haben, fühlten sich persönlich angegriffen, da dies in keinster Weise der Auffassung entspricht. Ich habe eines dieser Videos gefilmt , die nun bei der Polizei verwertet werden. Und ja es wäre nicht eskaliert, hätte man die antifas ausreden lassen. Nur vllt wäre diese ganze Situation auch entspannter gewesen, wenn man nicht mit Anonymus und scream
    Masken reingekommen wäre. Ein Hörsaal ist nicht der Ort für politische Auseinandersetzung dieser Art! Borges hatte jedes Recht einzugreifen und die Betreffenden raus zu schicken. Sein Handeln meiner Meinung nach, nicht besonnen , aber menschlich mehr als verständlich! Zu den Schlagstöcken (!) auch wenn diese keinen Einsatz gefunden haben, waren sie doch gegenwärtig vorhanden und es wurden definitiv Studenten bedroht. Bei allem Respekt für das Outing , meinen die Linken SO kann man ernst genommen werden von irgendwem? Das der Brück kein harmloser kleiner nazi ist, wissen wor jetzt alle ( danke dafür, es ist immerhin gut das zu wissen), aber ich und viele andere Studenten lassen sich hier ( als Augenzeugen!) nicht als Unterstützer der Nazi Szene hinstellen und auch nicht so als wäre uns alles egal! Wäre uns das alles egal würden wir hier nicht unsere Meinung schreiben und jedes mal erwähnen, dass wir rechts nicht unterstützen!

  • #112
    Arnold Voss

    @ Jenni # 69

    Mag sein, dass ich StudenteInnen und Lehrenden der Juristerei ein fachbezogenes Weltinteresse unterstelle, das es heute nicht mehr gibt: Aufmerksamkeit gegenüber Feinden des Rechts und des Rechtsstaates.

  • #113
    Student

    Studentin, wie verhaltet ihr euch jetzt gegenüber euren rechten Kommilitonen? Herr Brück siezt ja immerhin praktisch neben dir. Wie fühlt es sich an?

  • #114
  • #115
  • Pingback: Update: Flugzeugabsturz: Anzeige gegen Rechte wegen Verunglimpfung der Todesopfer | Ruhrbarone

  • #117
    Klaus Lohmann

    In diesen sehr ungemütlichen Zeiten wenigstens ein Lichtlein…

    Michi Brück hat an der Uni nur Lebenszeitverschwendung betrieben:
    https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/vermischtes/aktuelles_berichte/Charakterlich-ungeeignet-Rechtsextremist-darf-kein-Volljurist-werden;art29854,2952640

  • #118
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: So er nicht entsprechende Vorstrafen hat – und unseres Wissens hat er sie nicht – hat er an der Uni keine Lebenszeitverschwendung betrieben. Hier muss man sich noch nicht einmal zur Verfassung bekennen – das ist in anderen Bundesländern anders: http://www.welt.de/regionales/nrw/article138390448/Verfassungsfeind-und-Rechtsreferendar.html

  • #119
    Klaus Lohmann

    @Stefan Laurin: Lt. Gericht hat er die (noch anhängigen) Vorstrafen, sonst würde ihm ja nicht wg. §30 (4) JAG NRW die Zulassung verweigert werden: "Die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst ist zu versagen: 1. wenn die Bewerberin oder der Bewerber der Zulassung *nicht würdig* ist; dies ist in der Regel anzunehmen, wenn sie oder er wegen einer vorsätzlich begangenen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechtskräftig verurteilt und die Strafe noch nicht getilgt worden ist"

    Sascha Krolzig wurde der Vorbereitungsdienst doch schon letzten August verwehrt. Oder gibt es noch einen "Rechte"-Nazistudent auf Jura???

  • #120
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: Michael Brück studiert Jura in Bochum. Krolzig hatte gegen geklagt und jetzt verloren.

  • #121
    Klaus Lohmann

    Das mit Krolzig stand ja u.A. hier: http://www.ruhrbarone.de/nazi-kader-sascha-krolzig-darf-nicht-horst-mahler-werden/112015, das war lt. Artikel aber schon ein OVG-Urteil. Hat Krolzig zweimal geklagt?

  • #122
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: Er hatte Einspruch eingelegt: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/minden-vorbestrafter-neonazi-darf-kein-anwalt-werden-a-1078703.html

  • #123
    Klaus Lohmann

    Ah, danke! Das war dann damals ein Eilantrag gegen den Landesbescheid (https://beck-online.beck.de/Default.aspx?typ=reference&y=300&Z=becklink&N=2000845).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *