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Ruhr2010: Gursky und Becher kommen

In Ruhrgebiet | Am 7 Juli 2009 | Von Stefan Laurin

Mit Hilla Becher und Andreas Gursky werden sich zwei der wichtigsten Fotografen der Gegenwart an dem Projekt Ruhrblicke beteiligen. Finanziert wird das Ganze von der Sparkassen-Finanzgruppe.

Foto: Raimond Spekking/Wikipedia , Lizenz: CC

Wie das Kulturhauptstadtbüro berichtet, wird das Projekt Ruhrblicke von der Sparkassen Finanzgruppe  finanziert, die nun der fünfte Hauptsponsor der Kulturhaupstadt Ruhr 2010 wird.  "Ruhrblicke" wird eine Ausstellung mit den Werken von Hilla Becher, Laurenz Berges, Joachim Brohm, Hans-Peter Feldmann, Andreas Gursky, Jitka Hanzlová, Candida Höfer, Matthias Koch, Elisabeth Neudörfl, Jörg Sasse und Thomas Struth. Für die Ausstellung  sollen auch neue Werke entstehen. "Die Fotografen", schreibt  das Ruhr2010-Büro in einer  Meldung, "stellen dabei ihre subjektive Sicht auf das Ruhrgebiet im Wandel mit den Mitteln künstlerischer Dokumentarfotografie dar". 

Der in Leipzig geborene und mit seinen Eltern aus der DDR geflohene Andreas Gursky gehört zu den wichtigsten Fotografen der Gegenwart und studierte von 1978 bsi 1981 Fotografie an der Uni Essen. Auch Hilla Becher ist mit dem Ruhrgebiet eng verbunden. Gemeinsam mit ihrem 2007 verstorbenen Mann Bernd legte sie mit ihren Fotografien von Industrieanlagen  eine wichtige Grundlage für einen neuen Blick auf die Industriearchitektur.

Gut dass die Sparkassen noch die finanzielle Kraft haben, solche Projekte zu unterstützen und nicht all ihre Mittel zur Sanierung der maroden Landesbanken aufbringen müssen. Gehört doch sicher die Finanzierung der Kultur zu einen der Aufgaben der öffentlichen Geldinstitute.

Kritisch ist allenfalls zu sehen, dass die Sparkassen kein Sponsor im herkömmlichen Sinne sind – also private, gewerbliche Unternehmen, die aus freien Willen, die Kulturhauptstadt bezahlen. Stattdessen muss erneut der Steuerzahler über öffentliche Institute das Renomierprojekt mittragen. Aber wie gesagt, das gehört auch zu den Aufgaben der Sparkassen. Von daher ist die Kritik klein.

Termin Ruhrblicke: 24. April bis 24. Oktober 2010, im SANAA-Kubus, auf der Zeche Zollverein in Essen, Gelsenkirchener Str. 209


5 Kommentare zu »Ruhr2010: Gursky und Becher kommen«

  1. #1 | schuri sagt am 7. Juli 2009 um 14:26

    übrigens: kommt k e i n e r der beteiligten fotokünstler a u s dem ruhrgebiet, was doch etwas überrascht, angesichts der guten leute in der region.

  2. #2 | Thomas sagt am 7. Juli 2009 um 15:02

    @schuri:

    Aber – die beteiligten Fotokünstler sind beseelt von der Region.

    Sie lichten die ja auch immer wieder gern ab. Und haben dies getan.

    Und jenseits der Essener Folkwang- und der Düsseldorfer Akademieausbildung und deren Werkgeschichte gibts ja in Ruhr noch so besessene Lichtbildner-Ausbilder wie Stefans und meinen alten MARABO-Kollegen Kurt Schrage.

    http://www.kurtschrage.de/

    Wir sollten übrigens eh gelegentlich mal bei den Baronskis ne große Fotografiedebatte führen – und die zeitgenössischen und klassischen Leute hier vorstellen.

    Das Jetzt hier – Du wiesest darauf hin – lichten nämlich ziemlich viele gute Leute ab; und nicht nur in der Kunstfotografie.

    (-:

  3. #3 | ch_we sagt am 7. Juli 2009 um 16:54

    Bitte auch die schönen Fotos von Reinhard Krause nicht vergessen. [url]http://www.reinhard-krause.de[/url]

  4. #4 | Arnold Voß sagt am 7. Juli 2009 um 17:36

    In der Fotografie kann der Blick von außen nur gut tun. Und die Fotokunstwerke der guten Leute aus dem Ruhrgebiet über das Ruhrgebiet sind hinlänglich bekannt.

  5. #5 | Thomas sagt am 7. Juli 2009 um 19:07

    @Arnold:

    Dem ist natürlich nicht zu widersprechen.

    Sicht von außen? Immer gut, nicht in die üblichen Gemengelagen involviert zu sein.

    Die alten Meister? Jenseits der Bechers. Vollmer, die alte Neuke-Schule?

    Ich meinte nicht nur das – als großer Freund der dreckigen Streetfotography – ich meine, daß es noch völlig underreported ist, nicht hinreichend bekannt bis zur Stunde, wie, sagen wir, die Kraft und die Vielschichtigkeit vom Revier, in der Endphase des Strukturwandels meinenthalben, auf den Alltag focussiert, aus der Hüfte abgeschossen werden kann.

    Und wurde.

    Das zu kuratieren wäre aus meiner Sicht deutlich und scharf besser, als wieder mal auf die Becherikonenen zu setzen.

    (Von denen ich übrigens eine an der Wand meines Arbeitszimmers pappen habe – soviel zum klassischen Lokalpatriotismus. Aber – es bleibt wie es ist: Auf meinem Schreibtisch hier lebt auch eine Ablichtung von Nan Goldin.)

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