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SPD-Kraft erklärt sich mehr schlecht als recht

Foto: Hannelore Kraft

Die Vorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD und Spitzenkandidatin für den kommenden Landtagswahlkampf Hannelore Kraft hat sich nun erstmals zum Theater um ihren Lebenslauf geäußert. Sie sagt in Spiegel Online: Der Text im Lebenslauf auf ihrer Homepage sei mit der Zeit einfach zu lang geworden, deshalb habe sie die Firma raus gelassen, für die sie vor acht Jahren gearbeitet habe.

Mit anderen Worten: Hannelore Kraft hat auf ihrer Homepage zu wenig Platz gefunden, um zu schreiben:

1989 - 2001 Unternehmensberaterin und Projektleiterin beim Zentrum für Innovation und Technik NRW (ZENIT GmbH) in Mülheim an der Ruhr"

So wie sie es noch 2006 getan hatte.

Deswegen habe sie verkürzt auf:

1989 - 2001 Unternehmensberaterin und Projektleiterin"

Seltsam, oder? Kraft hatte gut 11 Jahre bei der Zenit GmbH gearbeitet.

Foto: Hannelore Kraft

Die Vorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD und Spitzenkandidatin für den kommenden Landtagswahlkampf Hannelore Kraft hat sich nun erstmals zum Theater um ihren Lebenslauf geäußert. Sie sagt in Spiegel Online: Der Text im Lebenslauf auf ihrer Homepage sei mit der Zeit einfach zu lang geworden, deshalb habe sie die Firma raus gelassen, für die sie vor acht Jahren gearbeitet habe.

Mit anderen Worten: Hannelore Kraft hat auf ihrer Homepage zu wenig Platz gefunden, um zu schreiben:

1989 – 2001 Unternehmensberaterin und Projektleiterin beim Zentrum für Innovation und Technik NRW (ZENIT GmbH) in Mülheim an der Ruhr"

So wie sie es noch 2006 getan hatte.

Deswegen habe sie verkürzt auf:

1989 – 2001 Unternehmensberaterin und Projektleiterin"

 

 

Seltsam, oder? Kraft hatte gut 11 Jahre bei der Zenit GmbH gearbeitet. Selbst als Wissenschaftsministerin in der alten rot-grünen Landesregierung hatte sie noch mit Zenit zu tun. Aber dann ist zu wenig Platz IM NETZ, um die alte Firma, das Karrieresprungbrett auch nur im Lebenslauf zu erwähnen? Wer soll das glauben, wenn die weltweiten Bytes noch für folgenden Eintrag reichen:

1986 – 1987 Auslandsstudium am King’s College, London; Praktikum bei der Banque Populaire Tours, Frankreich; Praktikum bei der PROGNOS AG, Basel, Schweiz

Da ist die Rede von Praktika. sic!

Ehrlich, mir fällt es schwer, den Worten von Kraft zu vertrauen. Eher kann ich glauben, dass Kraft den Hinweis auf die Zenit GmbH gelöscht hat, weil die Firma in einen NRW-Förderskandal vor zwei Jahren verwickelt war.

Wie dem auch sei. Wenn Sie das sagt. Jeder Mensch kann sich seine eigene Meinung bilden.

Der Rechtsanwalt von Hannelore Kraft will mir unterdessen per Unterlassungserklärung verbieten lassen, dass ich nach diesem Zusammenhang frage. Die genauen Zusammenhänge habe ich hier erklärt: klack.

Die Frist für die freiwillige Abgabe der Erklärung ist heute abgelaufen. Ich bin gespannt, ob es nun vor Gericht weiter geht, oder ob wir es hier bei diesem Widerspruch belassen.

Zum Abschluss zitiere ich noch aus einem Landtagsprotokoll aus dem Jahr 2007, in dem die Rolle von Kraft im Skandal hinterfragt wurde.

Am 28. März 2007 sagte Innovationsminister Andreas Pinkwart

Der Landesrechnungshof setzt sich dezidiert mit einem rot-grünen Förderprojekt für das Ruhrgebiet auseinander. Er spricht von administrativen Fehlern der Ministerien Schartau, Behler und Kraft. Ich kann verstehen, dass Sie davon ablenken möchten. Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition, das werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen.

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120 Kommentare zu “SPD-Kraft erklärt sich mehr schlecht als recht

  • #101
    blindschleiche

    ich schenke euch auch noch das fehlende „r“ – oder bastelt das wer dazu und cancelt diesen eintrag…?

  • #102
  • #103
    David Schraven Beitragsautor

    @ Dirk Fern

    Jepp, da bin ich ganz alleine drauf gekommen. 🙂 Nee im ernst, ich bin zufällig über die Seite von Kraft gesurft. Und ihren Lebenslauf kenne ich ab 2002 in den verschiedenen Varianten. Sowas merk ich mir von Spitzenpolitikern halt. Dafür kann ich mir Fussballergebnisse schlecht einprägen.

  • #104
    Wolfgang Dudda

    Und die gute Hannelore „Abmahn-Kraft“ steht nicht allein mit Lücken im „SPD-Internet-Lebenslauf“. Michelle Schumann, die „Frau an der Seite Münteferings“ und wenn es nach dem Spezialdemokraten Steinbrück geht künftige (in zehn Jahren) Landesvorsitzende, also wohl auch Nachfolgerin von „Abmahn-Kraft“, weist gleichfalls eine Lücke von sieben Jahren im Lebenslauf auf.

    Guckst Du hier: http://www.wolfgang-dudda.de/?p=4107

  • #105
    RA-Koenen

    Zudem muss Frau Kraft und die Zenit e.V. aufpassen, es droht Abmahnungsgefahr von der Firma Vitakraft-Werke Wührmann & Sohn GmbH & Co. KG wegen Marken- und Namensverletzung 😉

    http://netzwerk.zenit.de/de/ut_archiv/assets/2002/VitaKraft.pdf
    und
    http://www.vitakraft.de/mix-it/

    Also, bitte mit Liebe füttern!

  • #106
    Bernd Sch

    Dazu zitiere ich einfach mal Kurt Tucholsky:

    „Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“

    Und das ist bis heute so geblieben

  • #107
    Hafentaucher

    Es ist wie immer bei politischen Skandalen: Nach einer Schockphase wird zum Angriff übergegangen, das war bei Ruhrbarone vs. Silvana Koch-Mehrin so, das war bei Ruhrbarone vs. CDU-Umweltminister Uhlenberg so und hat sich nun einmal mehr bestätigt.

    Das Argument, das „ZENIT GmbH“ den Platz im Internet (sic!) sprengen würde, ist doch eine intelektuelle Beleidung des denkenden Menschen. Es ist wohl eher so, dass Frau Kraft via Suchmaschinen keine Verbindung zwischen Zenit und ihrer Homepage darstellen will (Die Landtagsseiten kann sie ja gar nicht ändern, denn das wäre Aufgabe der CDU-geführten Landtagsverwaltung).

    Frau Kraft hätte einfach das Gespräch mit Scharven und den Ruhrbaronen führen können, um das Mißverständnis, wenn es denn eines sein sollte, aus dem Weg zu schaffen. Statt dessen geht sie wie Silvana Koch-Mehrin und Uhlenberg gerichtlich vor. Dann schauen wir mal, was aus den Vorfällen geworden ist:

    1. Uhlenberg
    Gemeinsam mit Medienminister Krautscheid ging die CDU gegen Schraven vor und scheute auch nicht davor zurück, die Preisverleihung des renommiereten Wächterpreises der Stiftung Deutsche Presse, immerhin das deutsche Pendant zum Pulitzer-Preis, an Schraven herabzuwürden. Krautscheid sprach davon, dass manche Journalistenpreis zu früh vergeben werden und kritisierte sogar die Jury, die aus langjährigen Chefredakteuren bestzt war. Noch nie gab es seit der Gründung der Republik eine solche Schelte gegen die Preisverleihung. Mnoate später: Die Vorwürfe haben sich erhärtet, Uhlenberg musste Fehler eingesethen. Ein Untersuchungsausschuss tagte.
    Die Vorwürfe gegen Schraven waren die gleichen, die Kraft nun benutzt: Alles Popanz und aufgebauscht. Dahinter stecke gar nichts.

    2. Silvana Koch-Mehrin
    Das dürfte allen noch in Erinnerung sein. Die EU-Verwaltung prüft die Vorgänge, auch dier Hamburger Staatsanwaltschaft, ob SKM einen Meineid geleistet hat. Noch am Anfang wrude Ruhrbarone beschimpft bis zum geht nicht mehr – vor allem von PCs aus der FDP-Bundesgeschäftsstelle. Gleiches passiert nun wieder – nur, dass es jetzt „rote“ Geschäftsstellen-PCs sind.

    Wir werden sehen, wer am Ende Recht behält. Kraft hat auf jeden Fall die Affäre Zenit erst zu einer Affäre gemacht – egal, welche Rolle sie bei Zenit überhaupt gespielt hatte. Aber vielleicht weiß sie auch gar nichts mehr, welche krummen Dinger dort mal gedreht wurden. Ein Blackout ist ja bei Berufspolitikern weit verbreitet.

  • #108
    gravis67

    @Hafentaucher

    Auf zwei Sachen möchte nochmals hinweisen:
    Auf den Homepages der Landtagsfraktion und der SPD in NRW ist der vollständige Lebenslauf noch immer abrufbar. Warum wurde dieser Eintrag seit 2006 nicht geändert. Bitte jetzt nicht den Einwand bringen, sie hätte keinen Einfluss auf diese Seiten. SIe ist Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD, Wer hat sonst Einfluss auf die Seiten?

    Zweites kommt mir es komisch vor, dass Frau Kraft ihren Eintrag schon 2006 geändert hat, über ein Jahr vor dem Förderskandal.

  • #109
    Josef Breuer

    naja, Frau Kraft ist so beschäftigt, das sie nicht alle
    auf Vita gelisteten Lebensläufe ändern kann. Aber, wie auch immer, dumm gelaufen Frau Kraft,

    auch ein zeichen das eine SPD in NRW nicht wählbar ist.

  • #110
    Thomas Berscheid

    So, ich habe meinem Ärger mal Luft gemacht. Geht so los:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    25 Jahre lang habe ich der SPD meine Stimme gegeben. Ich habe Gerhard Schröder zweimal zur Kanzlerschaft verholfen.
    Niemals mehr wird die SPD eine Stimme von mir bekommen. Und dies hat einen Grund: Die Abmahnung von Frau Kraft.
    Aber der Reihe nach. Die SPD war im 19. Jahrhundert einmal angetreten, um die Partei der Arbeiter zu sein. Dies war sie auch mehr als 100 Jahre.
    […]

  • #111
    Johnny

    @gravis67 (#108)

    Das ist eine sehr gute Frage. Gibt es dazu keine Antworten?

  • #112
    Mao aus Duisburg

    @gravis67:

    Wenn dem so ist, warum geht Frau Kraft denn auf die Bloggerszene los? Sie hatte die Gelegenheit, auch während ihres Israel-Urlaubes die Sache mit einerm Federstreif einfach ruhen zu lassen. Niemand hätte darüber mehr berichtet. Denn ihre Vorwürfe gegen Ruhrbarone.de sind ja nunmal nachweislich falsch. Trotzdem strengt sie einen solchen Prozess an. Warum?

    Dafür gibt es nur zwei Gründe:
    a) Sie will etwas vertuschen? Dann wird das demnächst schon rauskommen, denn jetzt recherchieren gleich mehrere ausgewiesene Spürnasen an dem Zenit-Skandal herum und werden in den nächsten Wochen was darüber machen.

    b) Frau Kraft steht innerhalb der SPD derart unter Druck, dass Sie ein Bauernopfer für ihre innerparteilichen Verfehlungen und programmatische SChwäche sucht. Denn Frau KRaft hat nicht eine einzige Vorlage von Jürgen Rüttgers für sich verwandelt. Es gab noch nie eine solch führungsschwache und inhaltlich ausgedarbte Parteivorsitzende der SPD wie Frau Kraft.

    Andere Gründe gibt es nicht…. Ach, halt. Natürlich gibt es noch einen: Realitätsverlust. Doch das wollen wir ihr doch gar nicht erst vorwerfen. Vielleicht hat sie einfach nur einen schlechten Anwalt. VIele ranghohe SPD-Vertreter haben sie aber via Telefon davon abhalten wollten, diesen Klage-SChritt zu machen. Jetzt wird bei der SPD das MEsser gewetzt. Mal sehen, wer als Hagen von Tronje der Königinmörder sein wird.

  • #113
    gravis67

    @Johnny

    Darauf habe ich auch keine Antwort. Es kam mir nur komisch vor.

    @Mao aus Duisburg
    Warum geht Kraft gegen den Journalisten los? Ich kann mir das nur so erklären, dass nicht alleine gegen die CDU vergehen konnte und den Journalisten unbeheligt lassen konnte. Der Anwalt der CDU hätte zurecht das bemängelt.

    zu a, Der Skandal liegt über zwei Jahre zurück, warum hat der politsche Gegener und die Presse bisher nichts darüber gebraucht, wenn Frau Kraft etwas damit zu tun hätteß

    zu b, keine Ahnung, keine die politsche Lage in NRW zu wenig.

    Was weißt du darüber, wer versucht hat Hannelore Kraft davon abzubringen, rechtlich gegen die CDU und den Journalisten David Schraven vorzugehen. Oder sind das auch nur Vermutungen?

  • #114
    gravis67

    🙁 man sollte das Geschriebene nochmals Gegenlesen, boevor an „Abschicken“ klickt. Blöde Tipper

  • #115
    Johnny

    ACHTUNG SPEKULATION:

    Angenommen die Recherchen Verlaufen im Sande und es gibt keinen Beweis einer Mittäterschaft oder irgendein Skandal, werden sich die Blogger und Journalisten hier entschuldigen? Werden Sie den Ruf der guten Frau wieder herstellen?

    Ich sage nein! Sie werden nicht mehr darüber schreiben und berichten. Das war bisher immer so, wenn jemand den Ruf einer Person zerstört hat. Er würde es auch nicht tun, weil er seinen Fehler zu geben würde. Das wiederum würde Schadensersatzklagen mit sich führen und wäre auch gleichzeitig ein Schuldeingeständnis.

    Naja ich bin gespannt.

  • #116
    Arnold Voß

    Johnny, dieser Blog wird es aber tun, wenn dieser Fall eintreten sollte. Im übrigen kann Frau Kraft hier per Interview, was ihr die Ruhrbarone sicher emöglichen würden, aber auch per schlichtem Kommentar selber für ihren guten Ruf sorgen. Und zwar sofort. Das ist ja das tolle an der Bloggosphäre.

  • #117
    Mao auch Duisburg

    @gravis67: Ich weiß es eben. Genau wie Du es wissen könntest, wenn Du Mitarbeiter der SPD wärest. Übrigens hatte ich nicht geschrieben, dass man ihr von einer Unterlassungserklärung oder Klage gegen die CDU abgeraten hat, sondern gegen die Bloggerszene.

  • #118
    gravis67

    @Mao

    Und du bist SPD-Mitarbeiter? Warum hast du sie denn nicht aufgehalten? Bin mal gespannt wie es weitergeht, nach dem neuen Artikel wird es jetzt ja perönlich. Weißt auch was über die „Tränenaktion“ nach einer Fraktionssitzung? Ist ja spannend.

  • #119
    kanzlerschroeder.de

    Mitten im Land der Dichter und Denker, am ICE-Bahnhof der Republik, entdeckte das Bundespresseamt ein provinzielles Tagesschau-Bild. Dieses Optiksignal war kein wahrer Kanzler, sondern nur die Liniendarstellung eines zeitlich begrenzten Kanzlers im Fernsehen eines Unionsbuergers in der Deutschen Provinz. Auf der Grundlage des ungesetzlichen ?Domainrechtes? liess ein Rechtkreativer der Bundesregierung eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Berlin gesetzlos abstempeln. Dem Unionsbuerger wurden 6 Monate Gefängnis für seine Internetdichtung versprochen. Ihm wurde verboten, sein unabhängiges kanzlerschroeder.de-Bild ?reserviert und/oder konnektiert? zu halten. Gegen diesen undemokratische Beschluss wurde im Geist der Bürgerrechtsdeklaration widerstanden und zum Glück für die Republik wurde der Unionsbuerger.de von Prozessanwalt.de im Geist von I. Kant verteidigt. Nach einem geistreichen Disput vorm Landgericht Berlin vertrugen sich sich die Parteien auf der übernationalen Grundlage der Europäischen Charta der Grundrechten .

    Das Bundespresseamt der Bundesregierung versprach Wahlleiter.de, Unionsbuerger.de, Praesidentin.de, Stoiberkanzler.de und eine-frau-soll-kanzler-werden.de nicht zu belegen. Der Unionsbuerger versprach kanzlerschroeder.de zu aus seiner Uchronie zu radieren.

    Moral dieser Leitkulturellen Uchronie geschrieben am 1.12.2003 im Landgericht Berlin

    OHNE AUTORITÄT KEIN RECHT !

  • Pingback: Sie würden wünschen, wir wären politikverdrossen: Hannelore Kraft

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