197

Wie gut sind Waldorfschulen?

Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR.

Eine Waldorfschule im Ruhrgebiet Foto: Ruhrbarone

„Eltern und Lehrer“, so die Selbstdarstellung der Waldorfschule, „stehen in einem kontinuierlichen Austausch- und Beratungsprozess, denn die Schule ist ein feiner Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklung.“ Schön. Endlich nimmt mal jemand die Eltern ernst – „kontinuierlicher Austausch- und Beratungsprozess“ – Klasse!, denke ich und lese begeistert weiter: „Jedes Kind bringt die kulturellen Prägungen einer sich verändernden Gesellschaft mit in die Schule. Eine zeitgemäße Pädagogik muss darauf reagieren“ – na, die will ich doch auch, die „zeitgemäße Pädagogik“! – und weiter: „Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht der sich zu entwickelnde Mensch, der ganzheitlich als leibliches, seelisches und geistiges Wesen begriffen wird.“ Versprochen wird, dass „die Unterrichtsinhalte und -Methoden so eingesetzt werden, dass die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen unterstützt wird. Es werden gleichermaßen kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten geschult. Auf diese Art und Weise sollen die Schüler aus einer inneren Harmonie Sicherheit und Kompetenz gegenüber den Anforderungen des Lebens erlangen.“  

Diese großen Versprechen wurden auch an den Informations-Elternabenden, die vor der Einschulung stattfanden, wiederholt. Alles hörte sich gut und schön an – „ganzheitlich“  – wer will denn nicht das Beste für sein Kind? So wurde mein Sohn im Sommer 2002 in die Waldorfschule eingeschult. Der Einschulungstag war sehr familiär: Jeder der Erstklässler bekam einen Paten aus der 5ten Klasse zugeteilt, dieser überreichte dem Neuankömmling eine Blume und einen selbstgenähten

Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR.

Eine Waldorfschule im Ruhrgebiet Foto: Ruhrbarone

„Eltern und Lehrer“, so die Selbstdarstellung der Waldorfschule, „stehen in einem kontinuierlichen Austausch- und Beratungsprozess, denn die Schule ist ein feiner Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklung.“ Schön. Endlich nimmt mal jemand die Eltern ernst – „kontinuierlicher Austausch- und Beratungsprozess“ – Klasse!, denke ich und lese begeistert weiter: „Jedes Kind bringt die kulturellen Prägungen einer sich verändernden Gesellschaft mit in die Schule. Eine zeitgemäße Pädagogik muss darauf reagieren“ – na, die will ich doch auch, die „zeitgemäße Pädagogik“! – und weiter: „Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht der sich zu entwickelnde Mensch, der ganzheitlich als leibliches, seelisches und geistiges Wesen begriffen wird.“ Versprochen wird, dass „die Unterrichtsinhalte und -Methoden so eingesetzt werden, dass die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen unterstützt wird. Es werden gleichermaßen kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten geschult. Auf diese Art und Weise sollen die Schüler aus einer inneren Harmonie Sicherheit und Kompetenz gegenüber den Anforderungen des Lebens erlangen.“  

Diese großen Versprechen wurden auch an den Informations-Elternabenden, die vor der Einschulung stattfanden, wiederholt. Alles hörte sich gut und schön an – „ganzheitlich“  – wer will denn nicht das Beste für sein Kind? So wurde mein Sohn im Sommer 2002 in die Waldorfschule eingeschult. Der Einschulungstag war sehr familiär: Jeder der Erstklässler bekam einen Paten aus der 5ten Klasse zugeteilt, dieser überreichte dem Neuankömmling eine Blume und einen selbstgenähten Turnbeutel mit aufgesticktem Namen. Alle Beteiligten waren sich einig: „Ach wie nett, mal ganz anders als die üblichen Einschulungen.“ Draußen wurde ein Reigen gemacht, in der Klasse erzählte der Lehrer das Märchen ‘Die drei Brüder’ der Gebrüder Grimm. So verlief der erste Schultag. Alles sah kindgerecht und wohlbehütet aus.

Was die Eltern vorher nicht erfahren hatten: In einer Waldorf-Klasse sitzen bis zu 40 Schüler. Die ersten beiden Waldorf-Schuljahre sind von einem Kindergarten kaum zu unterscheiden. Von ‘Fördern und Fordern’ kann in dieser Schule keine Rede sein. Der Lehrer, selbst aus einem Waldorfelternhaus stammend, übernahm zum ersten Mal eine Klasse, war unqualifiziert und völlig damit überfordert, eine 1ste Klasse mit 38 Schülern zu leiten. Er war nicht in der Lage, auf die unterschiedlichen Charaktere der Schüler einzugehen, nicht nur wegen ihrer großen Zahl, sondern auch wegen seines sowieso nicht vorhandenen Einfühlungsvermögens.

Jeden Monat fand ein Elternabend statt. Pflichtbewußt nimmt man auch regelmäßig daran teil, man gehört ja jetzt dazu, zur großen Waldorf-Bewegung. Alles wird im Detail besprochen, so glaubt man. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, so glaubt man. Es ist aber vielmehr so, dass von Seiten der Schule vorgegeben wird, wohin z.B. eine Klassenfahrt geht. Unter welchem Thema z.B. die Karnevalsfeier steht, usw., usw.. Platz für eigene Ideen bleibt da nicht, sie sind auch nicht gefragt – jedenfalls nicht so, dass diese Ideen auch einmal umgesetzt würden. Hat man irgendwelche Fragen oder Einwände, so werden diese geschickt abgeblockt oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen – es sei denn, sie könnten auch nur irgendwie der Sache Rudolf Steiners dienlich sein. ‘Steiner, Steiner über alles!’, so lautet die Devise der Waldorfschule, wie ich aber erst viel später verstehen konnte – leider verstehen musste.

Bereits Ende der 1sten, Anfang der 2ten Klasse, wurde mein Sohn von Mitschülern drangsaliert. So wurde ihm, hier nur einige wenige Beispiele: ein Bein gestellt, er wurde getreten, massiv gegen die Wand gedrückt, ihm der Hals zugedrückt – täglich wurde er mit übelsten Schimpfworten erniedrigt. Ich sprach den Klassenlehrer darauf an und bat ihn, diesen Misstand sofort abzustellen. Von anderen Eltern hatte ich gehört, dass es einigen Kindern in der Klasse ähnlich erging. Ich gab dem Lehrer ein Buch über Mobbing und Gewalt an Schulen, allerdings nicht aus den Waldorfschul-üblichen anthroposophischen Verlagen ‘Freies Geistesleben’ oder ‘Urachhaus’.  

Ich bestand darauf, das Thema ‘mobbing’ am nächsten Elternabend aufzugreifen und so schnell wie möglich nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Zweimal wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen vertagt. Als der Elternabend dann doch noch stattfand, hielt eine Gründungslehrerin der Schule den Einführungsvortrag, begann fast jeden Satz mit: „Rudolf Steiner hat gesagt …“ Was sollte Steiner gesagt haben? Die Gründungslehrerin: „Die Kinder wollen in Kontakt treten und sich dabei näher kommen, sich gegenseitig fühlen und Kräfte messen …“ Fazit: In der heilen Waldorfwelt gibt es keine Gewalt. Von Mobbing wollte man nichts wissen – es kann nicht sein, was nicht sein darf. Eltern, deren Kinder ebenfalls in die Opferrolle geraten waren, machten in rasender Geschwindigkeit eine Metamorphose durch: verstummten urplötzlich … und alles blieb beim Alten. Bei weiteren Übergriffen auf meinen Sohn setzte ich mich dann mit den Eltern der jeweiligen Schüler in Verbindung. Heraus kamen Antworten wie: „Der Lehrer macht doch Spiele mit den Kindern, damit diese sich austoben können …“ Auch hieß es: „Die Kinder müssen sich ihre Rangordnung erkämpfen …“, worauf ich antwortete: „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich meinen Sohn im Zoo angemeldet.“  

Die Eltern der Mitschüler suchten nach der besseren Alternative zur öffentlichen Schule: einer Schule ohne Leistungsdruck. Es waren Neueinsteiger, viele davon nach Hilfe suchende Allein-Erziehende mit einem unstillbarem Harmonie-Bedürfnis. Linientreue, die als Kind schon selber diese Waldorfschule besucht hatten. Nach ungefähr einem Jahr war der Großteil der Eltern auf Waldorf-Kurs gebracht. Niemand stellte mehr Fragen, schöne heile Welt: „piep, piep piep – wir haben uns alle lieb.“ Das begann schon an der Klassentüre. Der Klassen-Lehrer begrüßt die Schüler per Handschlag mit den Worten: „Guten Morgen lieber ‘…’“, worauf der Schüler brav zu antworten hat: „Guten Morgen lieber Herr ‘…’“ In der Klasse dann noch einmal alle im Chor. Mein Sohn fragte sich immer öfter: „Sind die wirklich alle so lieb?“ Und stellte fest, dass er tag-täglich anderes erlebte.  

Der ganze Schulablauf ist sehr stark strukturiert – ritualisiert – und lässt für Freiheit keinen Raum. Man will ja „den Willen stärken“. Mit meinem heutigen Wissen sage ich: die Kinder und Jugendlichen werden manipuliert –  zu tun, zu denken und zu glauben, was die Waldorfschule will. Eigene Wünsche, Meinungen und Gefühle werden unterdrückt: Du gehst in eine Schule, die dich willentlich zum Zwangsschlaf verurteilt … auf dass, wenn du Glück hast, vielleicht ein Mensch aus dir wird … der dann auch noch mit beiden Beinen im Leben stehen soll … Die eigene Persönlichkeit wird untergraben, hat nicht in Erscheinung zu treten.

Das ist in allen Fächern so, wird für den Außenstehenden aber vielleicht am deutlichsten an der ‘Eurythmie’. Einem Fach, das nach Waldorf-Aussage, von den meisten Schülern geliebt wird. Bei der Eurythmie sollen Sprache und Musik durch Bewegungen ausgedrückt werden. Dabei gibt es, wie immer bei Waldorf, von Rudolf Steiner fest vorgegebene Gebärden für jeden Sprachlaut. Freiheit gibt es nicht, haben die Sprachlaute doch eine „kosmische“ Bedeutung, die bei ihrer Wiedergabe strengstens beachtet werden muss. Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch „als schwul sein“ oder „schwul werden“. Er gab sein Bestes, weil er ja vom System und vom Lehrer dazu gezwungen wurde. Es ist heute wie ein Befreiungsschlag für ihn, in der öffentlichen Schule keine Eurythmie mehr zu haben. Sich keine Gedanken mehr darüber machen zu müssen, ob er „noch richtig tickt“, so mein Sohn. Wenn man sich nicht voll auf die Eurythmie konzentriert, so die Lehrerin, hat „man sich mit dem Stoff nicht richtig verbunden“. Dann wird ‘Heileurythmie’ verordnet. Einen Grund dafür findet der Waldorflehrer immer, wenn er denn nur will: das Kind ist dann „unkonzentriert“, „zu ruhig“, „im Bewegungsablauf zu langsam“, egal … . Einige wenige Krankenkassen bezahlen die ‘Heileurythmie’, wenn nicht: „Bitte zahlen sie aus der eigenen Tasche, denn …“, so wird es einem plausibel gemacht, „die Waldorfschule will doch nur das Beste für Ihr Kind!“ Wie sich das Kind bei den Übungen vorkommt, was es dabei empfindet, spielt überhaupt keine Rolle. Es folgen die üblichen Erklärungen nach dem Muster: „Rudolf Steiner hat gesagt …“. Hat Steiner nicht auch von der ‘Philosophie der Freiheit’ gesprochen – ein leeres Versprechen, nur ein Versprecher? ‘Philosophie der Freiheit’ ist der Titel eines von Steiners 370 Werken … noch einmal in Worten: drei-hundert-siebzig Bände Steiner …

Lehrbücher gibt es in der Waldorfschule nicht, in keinem Unterrichtsfach. Man gibt sich total in die Hände des Lehrers. Der Unterricht orientiert sich stark an seinen persönlichen Vorlieben. So nahm Englisch in der Klasse meines Sohnes einen sehr großen Raum ein, obwohl die Kinder in Deutsch noch gar nicht gefestigt waren. Die Waldorf-typischen ‘Epochenunterrichte’, das heißt, Unterrichtseinheiten von mehreren Wochen Dauer, entpuppten sich als reines ‘Wischi-Waschi’: sie waren schlecht vorbereitet, wurden schlecht durchgeführt, der Stoff wurde wenig vertieft. Folge: Gelernt wurde wenig, und nach 4 Wochen war bei meinem Sohn – und nicht nur bei ihm – fast alles wieder weg. An ein „Wiederhochholen“, so der Waldorf-Fachausdruck, war nicht zu denken, ging es doch sofort mit neuen Themen oder Fächern weiter. Wenn der Lehrer scheitert – was natürlich niemals offen gesagt wird – sind die Eltern gefragt. So hieß es in der Klasse meines Sohnes des öfteren: „Um wieder eine erfolgreiche Leseepoche durchführen zu können, werden wieder freiwillige Eltern benötigt.“ Dasselbe galt auch für die Schreib- und Rechenepoche.  

Das Netzwerk funktionierte einwandfrei, in guten wie in schlechten Zeiten machte der Lehrer wie selbstverständlich seine Hausbesuche – eine familiäre Atmosphäre ist bei Waldorfs ein absolutes Muss. Bei dieser Gelegenheit wird wie selbstverständlich auch das Zimmer des Schülers ins Visier genommen, um sich besserwisserisch auf Waldorfart einzumischen. Stein des Anstoßes war bei uns Kunststoffspielzeug, das man umbauen kann (z.B. zum Auto oder zum Roboter). Man wies mich darauf hin, dass der Gegenstand sehr starr und leblos sei und dass es sicherlich besser für meinen Sohn wäre, würde dieses Spielzeug aus seinem Zimmer entfernt werden. Besser wäre es, meinem Sohn eine Wurzel mit Wichteln und lebendige Materialien – Holz, das er selber zurechtschnitzen kann – zum Spielen zu geben. Ich war sehr überrascht, da mein Sohn bereits fast zehn Jahre alt war und wohl ein Mitbestimmungsrecht hat, was seine Spielsachen angeht. Wichtig, so der Lehrer, sei auch, dass die Hände meines Sohnes „ins Tun kommen, das steigert die Denk- und Merkfähigkeit – so hat Rudolf Steiner es gesagt.“ Ich antwortete, dass ich als Mutter durchaus in der Lage sei, selber zu bestimmen, mit welchem Spielzeug mein Sohn spielen dürfe. Zwei Tage später fragte der Lehrer meinen Sohn, ob denn jetzt die erwähnten Spielsachen aus seinem Zimmer entfernt seien, worauf mein Sohn antwortete: „Nein, warum?“ Eine Woche später wurde, wie mir mein Sohn erzählte, noch einmal nachgefragt, wieder gab mein Sohn die gleiche Antwort. Ich merkte, wie mein Sohn immer unsicherer wurde – er wollte es ja jedem recht machen. Danach wurde diesbezüglich nicht mehr gefragt. Von nun an ging es steil bergab.  

Mein Sohn wurde „ad acta gelegt“: ob er etwas lernte oder nicht, war von nun an egal, was aus ihm einmal werden sollte, „nun ja …“ Auf ärztliches Anraten hin sollte mein Sohn vorne sitzen, da er ein ruhiger, aber sehr aufmerksamer Schüler sei. Diese Bitte wurde vom Lehrer nicht beachtet: hinterste Reihe rechts, links … Hauptsache hinten, immer wieder saß mein Sohn neben den größten Rabauken der Klasse, die ihn einschüchterten und runtermachten. Dann endlich befanden wir uns wieder in der Leseepoche. Eingeschüchtert von Lehrern und Mitschülern fiel es meinem Sohn schwer, in der Klasse vorzulesen. Da ich ihn immer wieder dazu ermutigte, meldete er sich zaghaft, wurde aber nie aufgerufen. Ich setzte mich daraufhin mit dem Klassenlehrer in Verbindung und erklärte ihm, dass man Kinder nicht nur fördern, sondern auch fordern müsse. Fragte, warum er meinen Sohn auch dann nicht, wenn er sich selber meldete, einmal zum Vorlesen dran nehme. Darauf bekam ich zur Antwort, dass mein Sohn im Lesen noch sehr unsicher sei und er, als Klassenlehrer, nicht wolle, dass die anderen Mitschüler über meinen Sohn lachen. Ich war über diese Aussage sehr verwundert, war ich doch bis zu diesem Zeitpunkt der festen Überzeugung gewesen, dass es Pädagogen während ihrer Ausbildung lernen, mit dieser Routine-Situation umzugehen. Auch hier blieb alles beim Alten, sodass mein Sohn gar nicht erst die Chance für ein Erfolgserlebnis oder die Möglichkeit des „Wachsen und Werdens“ – wie es anhand von Steiner immer groß herausstellt wurde – bekam. Anders die Kinder von Gefolgsleuten und Linientreuen: Sie wurden in die erste Reihe gesetzt, und bekamen auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Lehrers, was ihr Lernen anbetraf.  

Mittags konnten die Kinder, wenn sie wollten, im Speisesaal essen. Zweimal machte mein Sohn davon Gebrauch. Beim ersten Mal war das Gericht, das er gerne aß, bereits vergriffen. Beim zweiten Mal rannte er, um es doch noch zu bekommen. Das gefiel der Lehrerin überhaupt nicht. Sie bestrafte meinen Sohn, indem er nichts zu Essen bekam und die ganze Zeit am Tisch stehen musste (Mitschüler bestätigten mir diese Vorgehensweise). Ich selber war entsetzt, dass man so verfährt, und rief daraufhin den Klassenlehrer an. Ich sagte ihm, dass jeder Strafgefangene unberücksichtigt seiner Straftat dreimal täglich seine Mahlzeiten bekommt, und dass diese Vorgehensweise das Letzte sei. Danach ging’s erst richtig los: Die Lehrer schlossen sich, wie ich heute rückblickend sagen muss, gegen mich und meinen Sohn zusammen. Mein Sohn war damals noch keine 10 Jahre alt, ein aufgeschlossener, aber stiller Junge, der nun fortwährend von den Lehrern beobachtet und reglementiert wurde. So lange, bis er sich in der Schule gar nichts mehr zutraute und völlig verunsichert war. Er fing an, zum Perfektionismus zu neigen, wollte alles gut und noch besser machen. Hatte Angst, etwas Verkehrtes zu sagen oder zu tun, wollte wirklich jedem gefallen. Hoffnungslos.

Was sich hinter der verschlossenen Schultüre abspielte, war genau das Gegenteil von dem, was dort angeblich praktiziert wurde. Im Handarbeitsunterricht wurden die Kinder dazu erzogen, brav, braver, am bravsten nach dem benötigten Arbeitsmaterial zu fragen. Wenn die Lehrerin guter Dinge war, bekam auch mein Sohn sein Arbeitsmaterial. An schlechten Tagen wurde mein Sohn von der Lehrerin nicht beachtet oder abgewiesen. Dann traute er sich nicht, noch einmal nachzufragen … Wenn seine Arbeit dadurch nicht fristgerecht fertig wurde, tadelte ihn die Lehrerin vor der ganzen Klasse. Ich beschloss daraufhin, für das Arbeitsmaterial meines Sohnes selber zu sorgen. Zum Bittsteller möchte ich meinen Sohn nicht erziehen. Was soll das für eine ‘Erziehungskunst’ sein? „Körper, Geist und Seele werden bei der Waldorf-Pädagogik angesprochen … Kopf, Herz und Hand“, Wiederholungen machen die Waldorf-Lügen auch nicht wahrer. Hier werden Kinder und Jugendliche systematisch zu unfreien, unselbständigen, ängstlichen Menschen erzogen.  

Mein Sohn lebte in zwei Welten. Zuhause geht es bei uns locker und fröhlich zu, in der Schule war das ganze Leben und Lernen ein einziger Krampf: Von Fröhlichkeit und Spontaneität  keine Spur. Alles nur zu Steiners Bedingungen – versteinert. Oftmals wollte mein Sohn morgens nicht in die Schule, weinte dann. Ich konnte ihn immer wieder ermutigen, hinzugehen – trotzdem! Mittags leistete ich oftmals 2 Stunden Aufbauarbeit. In dieser Zeit gingen wir beide durch die Hölle. Im Sommer 2006 teilte mir dann der Lehrer mit, dass mein Sohn auf der angeschlossenen Waldorf-Sonderschule ‘Sonderförderung’ bekommen solle. Ich glaubte, „ich bin im verkehrten Märchen“. In vier Jahren war davon nie die Rede gewesen, jeder Elternabend wurde wahrgenommen, niemals wurde dazu auch nur die kleinste Andeutung gemacht. Ich gab dem Klassenlehrer zu verstehen, dass nicht mein Sohn, sondern er und das Waldorf-System versagt hätten. Teilte ihm mit, dass mein Sohn ab sofort die Schule nicht mehr besuchen würde. Das ganze ereignete sich zwei Tage vor den großen Ferien. Wie sich später herausstellte, war der Lehrer mit soviel elterlichem Ungehorsam völlig überfordert. Die Schule bot mir ein Gespräch mit allen meinen Sohn unterrichtenden Lehrern an – wenn nichts mehr geht, dann funktioniert immer noch das große Waldorf-Netzwerk. Ich lehnte dankend ab – Danke für soviel Inkompetenz und Menschenverachtung.

Danke für die ganzheitliche Erfahrung der „Freien“ Waldorfschule. Geläutert machte ich mich auf den Weg zu der in Waldorfkreisen geächteten, bösen „Staatsschule“ (so der Waldorf-Sprachgebrauch). Ich ging mit meinem Sohn zu einer öffentlichen Grundschule, um ihn dort einschulen zu lassen. Wie die erfahrenen Pädagogen durch einen Test feststellten, entsprach der Wissensstand meines damals 10 Jahre alten Sohnes dem eines Zweitklässlers: die Direktorin, sowie die anwesende Lehrerin schüttelten ungläubig den Kopf. Alle waren sich sehr schnell einig, dass es nicht an meinem Sohn lag, auch dass er vom Auftreten und von der Größe her (1.52m), nicht in die 2. Klasse passte – für die weitere schulische Laufbahn wäre es auch nicht sinnvoll gewesen.  

Wie ich rückblickend sagen muss, ist das Waldorfsystem raffiniert und an Verlogenheit nicht zu überbieten. Ist man einmal in dessen Fänge geraten, kommt man nur ganz schwer wieder heraus. Mit dem Eintritt in die Waldorfschule begibt man sich automatisch in ein Abhängigkeitsverhältnis – ohne sich dessen bewusst zu werden. Der Lehrstoff der Waldorfschulen ist so angelegt, dass Kinder beim Wechsel in eine öffentliche Schule erhebliche Lücken haben, die nur sehr schwer, oder gar nicht, wieder zu schließen sind – mein Sohn hatte diese erheblichen Wissenslücken und wurde schliesslich in die 4te Klasse zurückversetzt. Ein Schulwechsel geht auf Kosten der Kinder und Jugendlichen, die sich als Versager fühlen müssen, auch wenn sie keine sind. Ich hatte Glück, da wir an der öffentlichen Schule auf kompetente, erfahrene und verständnisvolle Pädagogen trafen.  

Die Waldorfschul-Karriere meines Sohnes erschien der jetzigen Lehrerschaft anfänglich eher unglaubwürdig. Die Waldorfschule verkauft sich nach außen hin sehr gut. Kennt man sie aber von innen, wird man eines Besseren belehrt. Die große Waldorf-Gemeinschaft lebt nach der Devise: „Bist du nicht für uns, bist du gegen uns.“ Die gegen uns sind, lassen wir außer Acht und entledigen uns dieser Eindringlinge schnellstmöglich, egal wie … Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt. Ohne Gegenleistung, ohne Auflagen, ohne wirksame Kontrollen. Wo leben wir? Der Gesetzgeber verpflichtet die Schulaufsicht, auch die Qualität von Privatschulen zu überprüfen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass nur kompetente, gut ausgebildete Lehrer Schüler unterrichten dürfen. Selbstverständlich sollte es auch sein, dass jederzeit die Möglichkeit gegeben ist, an eine andere, auch öffentliche Schule zu wechseln – ohne riesige Wissenslücken und seelische Schäden aus der Waldorfschule im Ranzen mitzunehmen. An der PISA-Studie haben sich die Waldorfschulen gar nicht erst beteiligt …  
 

Zugesand von Andreas Lichte

RuhrBarone-Logo

197 Kommentare zu “Wie gut sind Waldorfschulen?

  • #151
    150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    „150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    Am 27. Februar 2011 feiert Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfschulen, seinen 150 Geburtstag. Doch nicht überall huldigt man dem „Universalgenie Steiner“. In der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ, erschien eine Artikelserie, die es Steiner- und Waldorf-Anhängern unmöglich macht, weiter zu behaupten: „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“ Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Endlich! Endlich schreibt auch eine „normale“ Tageszeitung Klartext über Rudolf Steiner. Andreas Hirstein, Ressortleiter Wissen der NZZ, legt eindrucksvoll dar, was bereits auch bei den Ruhrbaronen zu erfahren war: Dass Steiner ein selbsternannter Hellseher und notorischer Rassist ist. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/

  • #152
    Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • #153
    “Waldorfianer” eine Sekte

    “Hopmann sieht bei “Waldorfianern” eine Sekte

    Überhaupt sieht er [Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Universität Wien] in den Schriften Steiners ein “Gemengelager aus dem, was im 19. Jahrhundert populär war. Die Lehre ist eine Mischung aus Rassentheorie, Welttheorie, Astraltheorie, Weltuntergang und Atlantis”. Dass die Anhänger von Steiner sagen, dass es ihnen vor allem um das Kind gehe, klinge zwar “freundlich”, gemeint sei damit aber, dass sie das Kind als “Spielfläche für die eigenen Pädagogik” verwenden würden. “Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht”, so Hopmann.

    Wenn man seinem Kind einer Sekte aussetzen wolle und will, dass es nach der Lehre von Steiner unterrichtet wird, dann könne man das aber natürlich machen. “Das ist das Recht der Eltern”. Dass manche Kinder schadenfrei aus der Waldorfschule kommen können, sei nur ein Beweis dafür, dass starke Kinder und ihre Eltern den Schaden ausgleichen können. (…)”

    http://derstandard.at/1304553480433/derStandardat-Reportage-Mit-Schlingenmalen-zum-Schreiben-finden

    derStandard.at, LISA AIGNER, 05. Juni 2011, “Mit Schlingenmalen zum Schreiben finden”

  • #154
    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    „Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (…)

    Lichte: Ein Werbeslogan der Waldorfschulen lautet: „Im Mittelpunkt der Mensch“. Im Standard sagen Sie über die anthroposophische Pädagogik: „Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht.“

    Hopmann: Im Mittelpunkt steht bei denen der Mensch, wie Rudolf Steiner ihn sieht, also als Reinkarnation, als Mitglied einer Rasse, als Charaktertyp usw. Ziel ist es, den jeweiligen Menschen entsprechend den Steinerschen Lehren zu formen bzw. sein „Wesen“ zu entfalten. So wie bei anderen Sekten verbindet sich damit ein Totalitätsanspruch: Wir wollen dich mit Haut und Haaren, mit deiner ganzen Persönlichkeit vereinnahmen – nicht anders als eine Bank dein Geld will: Nicht um nett zu dir zu sein, sondern um an dir Geld zu verdienen. Bloß blöd, wenn man zu jenen Wesen zählt, denen laut Steiner Dahinsiechen oder Verkümmern vorausbestimmt ist. Denen geht es dann wie bei der Bank, wenn die Kreditwürdigkeit dahin ist (…)“

    das vollständige Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #155
    Andreas Lichte

    “Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

    Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei. Von unserem Gastautor Andreas Lichte (…)

    (…) Im Interview für die Ruhrbarone befragte ich Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, zu Steiners Jahrsiebten:

    „Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.“

    zum Artikel: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-prof-peter-loebell-verkauft-rudolf-steiners-jahrsiebte/

  • #156
    Sveto

    Dass Waldorf-Pädagogik Scharlatanerie ist, weiss doch jeder – der gesamte Duktus dieses weinerlichen Geschreibsels zeigt, dass sich da die Richtigen getroffen haben…

  • #157
    Andreas Lichte

    @ Sveto #156

    „Dass Waldorf-Pädagogik Scharlatanerie ist, weiss doch jeder“:

    Das möchte ich bezweifeln … jetzt macht auch noch Peter Sloterdijk Werbung für das, Zitat Sloterdijk, „ganz normale Genie“ Rudolf Steiner … siehe zu Sloterdijks Steiner-Verehrung:

    „Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.“

    http://www.ruhrbarone.de/baadische-zeitung-und-rudolf-steiner-bejubeln-ja-zitieren-nein/

  • #158
    Waldorfschule als Sekte

    Waldorfschule als Sekte:

    http://blog.esowatch.com/?p=5092

    “Freie Waldorfschule Kempten: Ein ehemaliger Schüler berichtet

    (…) Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird. Viele Eltern schicken ihre Kinder gutgläubig an so eine Schule und wissen nicht was da abgeht. Meinetwegen sollen Erwachsene sich irgendwelchen versponnenen Esoterik-Sekten anschließen. Aber Kinder die an so eine Schule geschickt werden haben ja überhaupt keine Wahl und können auch nicht beurteilen, ob das normal ist, was da unterrichtet wird.”

  • Pingback: Brandenburg: Waldorfschule für alle? – „Sekte“ für alle? | Ruhrbarone

  • Pingback: zoom » Brandenburg: Waldorfschule - eine „Sekte“ für alle? «

  • Pingback: Publikative.org » Blog Archive » Waldorfschule für alle? – “Sekte” für alle?

  • #162
    AndreasP

    Danke für diesen Beitrag. Um in Deutschland für eine bescheuerte Ideologie und gewalttätige Mitarbeiter Kritik zu erfahren, muss man schon eine katholische Einrichtung sein… Leider berichtet ja niemand sonst über diese unfähigen Lehrer und ihre Erziehungsmethoden. Und wenn, dann auch noch positiv (das ist ganz ähnlich wie bei der unsäglichen Homöopathie). Ich beschwere mich brav jedesmal als Abonnent bei der „taz“, wenn sie wieder eine verharmlosende Sonderbeilage zu dieser menschenverachtenden und gefährlichen Ideologie „Anthroposophie“ herausbringt, aber gebracht hat’s bisher nichts.

  • Pingback: Die lieben Anthroposophen und das ADHS. | Toddererste's Blog

  • #164
    Andreas Lichte

    “Die Sekte und die Schule – Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann im Interview über die Waldorfschule

    Ende Dezember 2011 gibt es in Deutschland 227 Waldorfschulen. Betrieben werden sie von der „Anthroposophie als Ersatzreligion des Bildungsbürgertums“, so „Die Zeit“. Bis heute ist Rudolf Steiner (1861–1925), Begründer der Religion Anthroposophie, unangefochtener Guru der Waldorfschulen. Das erstaunt doch sehr:

    – Rudolf Steiner ist selbsternannter Hellseher, behauptete, in der „Akasha-Chronik“, einem „Geistigen Weltengedächtnis“ im „Äther“ lesen zu können.

    – Rudolf Steiner ist Rassist, sein Programm in Kürze, Zitat Steiner: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“

    – Rudolf Steiner hatte keinerlei pädagogische Ausbildung, Kurt Tucholsky schreibt: „Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: »Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt –!«“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie: (…)

    (…) Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)”

    weiter zum vollständigen Interview mit Prof. Hopmann: http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/01/18/150-jahre-rudolf-steiner-prof-hopmann-im-interview-uber-die-waldorf-sekten-schule/

  • #165
    Ex-steiner

    Wo finde ich diesen Film, Wie gut sind Waldorfschulen, zurück?

    Hier nicht mehr: http://www.youtube.com/watch?v=COtx2g1eWKw&feature=youtu.be

    Hier nicht mehr: http://www.youtube.com/watch?gl=SG&feature=related&hl=en-GB&v=yTSbKOVy8Xg

    Und auch hier nicht mehr: http://www.youtube.com/playlist?list=PL1D8A192AB4B32DE6

    Anthrolobby?

  • #166
    Gewalt an Waldorfschule

    „Gera. In der Geraer Waldorfschule hat ein Lehrer einen 13-Jährigen so geschlagen, dass der mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Der Junge soll bei der Auseinandersetzung mit dem Kopf gegen eine Wand gestoßen sein. (…)

    Der 13-Jährige soll nach dem Schlag noch vom Lehrer aufgefordert worden sein, eine Arbeit mitzuschreiben. Als ihm schlecht wurde, ging der Junge von sich aus zum Arzt, der ihn sofort in die Klinik überwies. (…)

    Die [Familie] hat inzwischen Anzeige erstattet. Für den Jungen gibt es kein Zurück mehr, er ist bereits an einer staatlichen Regelschule angemeldet. Dort werde er mindestens ein Jahr heruntergestuft, heißt es, weil die Schulkonzepte nicht nahtlos aneinander passen.

    Angeblich, so berichten es Eltern, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, wechselten in letzter Zeit mehrere Schüler von der privaten auf eine staatliche Schule. Das Schulamt Gera bestätigt Übergänge. (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Waldorflehrer-schlaegt-in-Gera-13-Jaehrigen-und-wird-suspendiert-823517905

  • #167
    Andreas Lichte

    „Liebe (Waldorf-) Schüler, helft mir mal beim Französisch! („Un homme et une femme“)

    C’est très charmante, cette chanson! Kann man auf Deutsch auch so bezaubernd sein? Einen deutschen Text für „Un homme et une femme“ schreiben? Von Andreas Lichte.

    Warum ich ausgerechnet Waldorfschüler anspreche? C’est tout simple: Der Begründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, hielt Französisch für „tot“, „dekadent“, und wollte es „abschaffen“. Siehe unten. „Der Reiz des Verbotenen“ – für Waldorfschüler.

    (…)

    Rudolf Steiner über Französisch

    „Einen Anfang kann sie [die Waldorfschule] nur machen durch jenes Verständnis, welches unsere Lehrerschaft entgegenbringt dem Charakter des Französischen, daß man es so behandelt, daß man sich bewußt ist, man bringt eigentlich eine Dekadenzerscheinung in die Schule hinein; das muß man nicht den Kindern sagen, aber man sollte sich schon darüber klar sein.

    Man ist sich darüber klar, aber auf der anderen Seite ist es absolut ausgeschlossen, daß wir von der Waldorfschule den Anfang machen mit dem Kampfe für die Abschaffung der französischen Sprache. Das ist aus äußeren Gründen nicht möglich. Wir haben ja noch kein freies Geistesleben (…)“ [Seite 278]

    „Was die französische Sprache aufrecht erhält, ist der Furor, das Blut der Franzosen. Die Sprache ist eigentlich tot, und sie wird als Leichnam fortgesprochen. Das ist am allerstärksten an der französischen Poesie des 19. Jahrhunderts hervorgetreten. Korrumpiert wird die Seele ganz sicher durch den Gebrauch der französischen Sprache. Sie gewinnt nichts als die Möglichkeit einer gewissen Phraseologie. Das wird auch übertragen auf andere Sprachen bei denjenigen, die das Französische mit Enthusiasmus sprechen.

    Es liegt dies vor, daß gegenwärtig die Franzosen dasjenige, was ihre Sprache als Leichnamssprache aufrechterhalten hat, das Blut, auch noch selbst verderben. Die schreckliche Kulturbrutalität der Verpflanzung der schwarzen Menschen nach Europa, es ist eine furchtbare Tat, die der Franzose an anderen tut. Sie wirkt in noch schlimmerer Weise auf Frankreich selbst zurück. Auf das Blut, auf die Rasse wirkt das unglaublich stark zurück. Das wird wesentlich die französische Dekadenz fördern. Das französische Volk als Rasse wird zurückgebracht.“ [Seite 282]

    Rudolf Steiner, „Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924 – Konferenz vom Mittwoch 31. Januar 1923, 16–19 Uhr“, GA 300b

    (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/liebe-waldorf-schueler-helft-mir-mal-beim-franzoesisch-un-homme-et-une-femme/

  • #168
    Ganze Klasse muss Abi-Prüfung wiederholen

    „WALDORF-LEHRER LÄSST PFLICHTLEKTÜRE „DIE PHYSIKER“* AUS

    Ganze Klasse muss Abi-Prüfung wiederholen

    Bild.de – 10.05.2012

    Hildesheim (Niedersachsen) – Klingt wie eine Komödie, ist aber nicht lustig: Eine komplette Klasse einer Waldorfschule in Hildesheim muss die Abitur-Prüfung im Leistungsfach Deutsch wiederholen. In diesem Fall ist tatsächlich allein der Lehrer schuld.

    Denn dieser hatte die als Thema vorgegebene Pflichtlektüre „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt einfach nicht behandelt. Als dann in der Abitur-Prüfung die Deutsch-Aufgaben verteilt wurden, staunten die 13 Waldorfschüler nicht schlecht. Denn sie hatten die Dürrenmatt-Komödie nie gelesen (…)“

    http://www.bild.de/news/inland/waldorfschule/lehrer-laesst-klasse-durch-abitur-pruefung-rasseln-24080578.bild.html

  • #169
    wo auf der Weltkarte Atlantis liegt ...

    „Wenn Kinder ihren Namen nicht aufschreiben, sondern nur mit ihrem Körper beschreiben können, wenn Kinder exakt wissen, wo auf der Weltkarte Atlantis liegt und wenn Kinder gerne Wurzelgemüse essen und über Wurzelrassen reden, dann sind es Kinder, die von ihren Eltern dazu gezwungen wurden, eine Waldorfschule zu besuchen.

    In Hildesheim wurden nun 13 Waldorfschüler dazu gezwungen, an der schriftlichen Abiturprüfung in Deutsch zu scheitern. Ihr Lehrer hatte die als Thema vorgegebene Pflichtlektüre nämlich gar nicht behandelt: Dürrenmatts „Die Physiker“.

    Die Schüler konnten dazu nicht mal mit ihrem Körper beschreiben, worum es darin geht. Und dürfen jetzt eine Ersatz-Klausur schreiben. Gerüchteweise wird das Thema diesmal Rudolf Steiner sein. (dpa/ taz)

    taz, 10.05.2012, http://www.taz.de/was-fehlt-/!93155/

  • #170
    Andreas Lichte

    Prof. Dr. Ste­fan T. Hop­mann, Bil­dungs­wis­sen­schaft­ler an der Uni­ver­si­tät Wien, im Interview über Wal­dorf­schule, Rudolf Stei­ner und die Anthro­po­so­phie:

    “Andreas Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Prof. Hop­mann: Wir leben in einer freien Gesell­schaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glau­ben. Nur soll­ten sich Eltern, die ihr Kind einer Wal­dorf­schule anver­trauen, dar­über im kla­ren sein, dass sie dann einer Päd­ago­gik ver­trauen, die ein heil­lo­ses Gebräu eso­te­ri­scher Glau­bens­sätze über Drü­sen, Zahn­ent­wick­lung, astro­lo­gi­schen Ein­flüsse und ähnli­ches ist, das von der moder­nen Kin­der­psy­cho­lo­gie und der aktu­el­len Lehr-Lern-Forschung durch­weg als durch nichts begründ­ba­rer Unsinn abge­lehnt wird. Ent­schie­dene Wal­dor­fia­ner wird das nicht anfech­ten: Wie alle Sek­ten sind sie gegen wider­spre­chende Wis­sen­schaft immun (…)”

    zum Interview mit Prof. Hopmann, „Man kann nicht nur ein biss­chen Wal­dorf sein”, http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #171
    Andreas Lichte

    „Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’

    Bei Diskussionen mit Befürwortern der Waldorfschule bekommt man immer wieder Standard-Antworten zu hören, wie sie der ehemalige Waldorfschüler Lukas Böhnlein in seinem „Waldorfschulen Bullshit-Bingo“ festgehalten hat. Sehr beliebt dabei:

    „Du hast noch nie eine Waldorfschule von innen gesehen!“

    Kritik VON AUSSEN wird damit jegliche Berechtigung abgesprochen. Aber daraus ergibt sich auch die Frage:

    „Was können Eltern und Schüler IN DER WALDORFSCHULE eigentlich sehen, wenn sie nichts über Rudolf Steiners ‘Anthroposophie’ wissen, auf der die gesamte Waldorfpädagogik basiert?“ (…)“

    zum vollständigen Artikel, u.a. mit einer Darstellung des “Rassismus im Geschichtsunterricht der Waldorfschule”: http://www.ruhrbarone.de/geschichte-in-der-waldorfschule-atlantis-und-die-rassen/

  • #172
    Versteinerte Erziehung

    Waldorfschule: Versteinerte Erziehung

    Im Dezember 2012 gibt es in Deutschland 234 Waldorfschulen, die nach der von Rudolf Steiner entwickelten Waldorfpädagogik unterrichten. Sie versprechen freieres und ganzheitliches Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ als Alternative zur öffentlichen Schule. Doch ist die Waldorfschule wirklich frei? Von unserem Gastautor André Sebastiani (…)“

    weiterlesen: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-versteinerte-erziehung/

  • #173
    Mamainsorge

    Ich hab momentan meinen Sohn in einer waldorfschule, die Lehrer holten uns nach 4 Monaten zu einen Gespräch Indem sie uns mitteilten das unser Kind auf die heilpädagogische Schule gehört und sie schon dort angerufen haben. Da unser Sohn leicht entwicklungsverzögert besuchen wir seid 1 Jahr eine Therapie., also wir sehen schon Bedarf ihn in seiner Entwicklung zu unterstützen. Die Therapeutin sagt er hat keinerlei Bedarf und würde keinen Paragraphen erfüllen der ihm den Besuch einer Förderschule ermöglicht.keinerlei Hilfsangebote und wenn ich frage was er denn so auffälliges macht bekomme ich die Aussage das es mich nicht anginge, wenn die Therapeutin was wissen will soll sie anrufen!!! Wir müssten ihnen „blind“ Vertrauen …. ??????????

  • #174
    Andreas Lichte

    @ Mamainsorge #173

    Wenn Sie Ihren Sohn „in seiner Entwicklung unterstützen“ wollen, dann melden Sie ihn ganz schnell bei der Waldorfschule ab, und suchen für ihn eine SERIÖSE Schule.

    Waldorfpädagogik ist Scharlatanerie. Und anthroposophische Heilpädagogik ist gefährlich, weil wirklich wirksame Therapien vorenthalten werden – bzw. Pseudotherapien (wie „Heileurythmie“) de facto als Strafe benutzt werden, Zitat einer 7jährigen, über ihre Erlebnisse im Waldorfkindergarten:

    „(…) Wenn sich dann die Kinder beschweren und man den Eltern keine scheinheiligen Sachen auftischen kann, dann sagt die Erzieherin, oh, dann muß das Kind ja in Heileurythmie. Genau so wie Eurythmie – Heileurythmie. Und das soll das Kind heilen – und das macht es doppelt krank (…)“

  • #175
    ex-waldi

    Ich würde mich schleunigst nach einer Ausweichmöglichkeit ausschauen. In der Klasse meines Sohnes (Waldorfschule) wurden in der ersten Klasse auch zwei Kinder auf ähnliche Weise „aussortiert“: Es wurde wunderbar erklärt, warum das „normale“ Unterricht nichts für diese Kinder sei. Eine Familie hat sich auf die Empfehlung eingelassen, die anderen haben dann doch eine staatliche Schule gesucht, die ihren Jungen doch nimmt. Der Kleine ist inzwischen in der 3. Klasse, kommt mit dem Programm mit und macht keine Probleme.
    Der Lehrer kam halt mit unruhigen und quirligen Kindern nicht klar und war meiner Meinung nach selbst generell mit den Nerven fertig. Dies ist in den Waldorfschulen keine Seltenheit – die Eltern und die Lehrer werden gleichermaßen eingespannt in viele nette „Extras“ bis sie ausgepresst sind.
    Vor der künstlichen Pathologisierung der Probleme ist man aber auch nirgends geschützt. Ich habe auch auf staatlichen Schulen schon paar Kinder erlebt, die Pistole auf die Brust bekamen, entweder Ritalin oder Sonderschule. Für sie war wiederum die Flucht in das Waldorfsystem ein Segen.
    Fazit: Solche Diagnosen nie kritiklos hinnehmen, prüfen, nachdenken und zur Not den Strang wechseln.

  • #176
    ex-waldi

    Ansonsten kann ich übrigens den Schilderungen auf diesen Seiten nur zustimmen: Genau die gleichen Erfahrungen habe ich mit unserer Waldorfschule gemacht. Psychologische Entwicklung ist vor 100 Jahren stehen geblieben, in der Zeit, wo es noch keine Gruppendynamik gab. Also, wenn Konflikte auftreten, wird das betroffene Kind (meist das Opfer) in die Heileurythmie geschickt, ansonsten soll der Täter sich entschuldigen und ein Bild als Entschuldigung malen. Wenn es mehrere Täter gab, malt die ganze Klasse Bilder, dafür lässt man gern auch den Unterriht ausfallen. Das scheint an jeder Waldorfschule so gehandhabt zu werden, ich habe es schon von verschiedenen gehört. Wenn die Bilder mit Absicht schlecht oder doppeldeutig gemalt werden, interessiert es den Lehrer keine Bohne. Im Grunde genommen ist es eine klare Einladung zum Mobbing.
    Ruhige und liebe Mädchen werden vorne platziert, die quierligen Jungs (sofern nicht sofort rausgedrängt) – hinten und dort auch wenig beachtet. Wer im Unterricht stört, wird an die Tafel geschrieben und muss abschreiben. Zum Teil muss aber das Kind, das als letztes im Unterricht gestört hat, die Strafarbeit von all seinen Vorgänger übernehmen – auch eine klare Einladung zum versteckten Mobben.
    Die Stimmung zwischen den Lehrern wikt nach Außen sehr harmonisch, ist aber im Hintergrund von viel Angst geprägt. Es gibt fast immer eine Gruppe um den „Gründungslehrer“ und viele anderen die zu sputen haben. Jegliche Art der offenen Auseinandersetzung wird gemieden und mit Zitaten aus Steiner utnerdrückt. Viele Lehrer sind erschöpft.
    Zu den Unterrichtsinhalten habe ich mit großem Interesse erfahren, dass Eva aus Blumen und nicht aus Adams Rippe geschaffen wurde und dass die heiligen Gebeine von Adam von einer biblischen Gestalt zu der anderen weitergereicht wurden, weil es immer einen „Wächter“ dafür gab (Unterricht 2012 an einer modern anmutenden Schule). Interessant ist auch „Das Bienenbuch“ von Jakob Streit, was Kinder in der zweiten Klasse in der Bienenepoche vorgelesen bekommen. Interessanterweise erfahren die Eltern nie davon, in den Elternabenden, wo sonst jeder Eurythmieschritt einzeln erklärt wird, schweigt man die Existenz dieses Buches tot. Das Meiste im Buch stimmt, wobei die Methoden der Imkerei hoffnungslos verschönert werden und die Beschreibung der Ameise, als eines gierigen Wesens, das nicht teilen und nicht schaffen will, mit der Naturwissenschaft sehr wenig am Huf hat. Man erfährt aber auch, dass die Bestäubung durch das Hineintragen der Sonnenenergie in die Blume funktioniert und eine Biene durch ihr Wabentanz die anderen Bienen anweist, sich hinterher zu fliegen. Hmmm. Hat man da nicht schon mal erzählt, dass die schlimmste Lüge diejenige ist, die mit der Wahrheit gemischt ist.
    Das Verhalten der Eltern fließt in die Noten mit ein. Wer die Elternabende (im 4-Wöchigen Rhythmus, was bei 3 Kindern zu einer Katastrophe wird) schwänzt und bei sonstigen Aktivitäten zu wenig springt, kann sehr schnell damit rechnen, dass das eigene Kind wenig gefördert und viel geärgert wird. Man sollte sich dann auch nicht rausnehmen, mit irgendwelchen Problemen zum Klassenlehrer zu kommen, es wird sofort vorgerechnet, wie oft man selbst nicht erschienen ist.

  • #177
    Andreas Lichte

    @ ex-waldi #175 / #176

    Danke für Ihren Bericht!

    Würden Sie zustimmen, wenn ich die These aufstelle, dass das eigentliche Problem der Waldorfschulen „Rudolf Steiner“ heisst?

    Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden

    Heidrun G. war ein Jahr lang Lehrerin an einer Waldorfschule im Ruhrgebiet. Heute unterrichtet sie an einer staatliche Schule und blickt kritisch auf ihre Zeit als Waldorfschullehrerin zurück (…)

    (…) „Ich hatte Klassen mit fast 40 Kindern, da ist ein vernünftiger Unterricht kaum möglich. Man kann in so einer großen Gruppe nicht auf die Probleme einzelner Kinder eingehen.“ (…)

    (…) „Die Waldorfpädagogik legt keinen wert darauf, an den wissenschaftlichen Diskursen der Pädagogik teilzunehmen. Man hat ja Steiners Lehre.“ (…)

    (…) „In über 90 Prozent der Zeit fand bei uns an der Schule klassischer Frontalunterricht statt.“ (…)

    (…) In den unteren Klassen haben die Kinder Epochenunterricht über Zwerge und Gnome gehabt. Atlantis und Sagen waren Stoff im Fach Geschichte. (…)

    (…) „Bis in die achte Klasse hinein unterrichtete der Klassenlehrer bei uns alle Fächer – niemand kann so etwas qualifiziert leisten. Vor allem Waldorflehrer nicht, von denen viele keine wissenschaftliche Ausbildung haben. Wer seinen Namen tanzen kann muss nicht zwingend Ahnung von Mathematik haben.“ (…)

    (…) Ein Kind das von der Waldorfschule auf ein Gymnasium wechseln will müsse damit rechnen, ein bis zwei Jahre zurückgestuft zu werden. Nach einem Jahr an einer Waldorfschule ist für G. klar: „Ich würde nie mein Kind an einer Waldorfschule anmelden.““

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/ich-wurde-mein-kind-nie-an-einer-waldorfschule-anmelden“/

  • #178
    Waldorflehrer gewalttätig

    „Geldstrafe für Lehrer

    Gera (dpa/th) – Ein früherer Lehrer der Waldorfschule in Gera ist nach einem gewalttätigen Angriff auf einen Schüler zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 42-Jährige soll 900 Euro zahlen, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Gera am Montag sagte. Der Angeklagte hatte im März vergangenen Jahres den Kopf des 13-Jährigen zweimal gegen eine Wand gestoßen und dem Jungen eine leichte Gehirnerschütterung zugefügt.

    Auch habe der Mann den Jugendlichen an seinen Klamotten am Hals gepackt, so dass dieser kurzzeitig keine Luft bekommen habe – rote Striemen seien zurückgeblieben. Grund für die Attacke: Der 42-Jährige hatte sich laut Gericht über einen Spruch des Schülers geärgert, der nach der Pause zu spät in seine Klasse zurückwollte, aber nicht wieder in den Unterricht gelassen wurde (…)“

    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regiolinegeo/thueringen/article112444335/Geldstrafe-fuer-Lehrer.html

  • #179
  • #180
    ex-waldi

    Guten Tag Herr Lichte,
    ich musste etwas länger über die Frage nachdenken,…
    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Waldorfschulen überhaupt irgendein Problem haben. J
    Sie sind mit dem Ziel geschaffen, Geld ins Anthro-System zu pumpen und dieses möglichst in Form von Immobilien zu bündigen. Diese Aufgabe erfüllen sie hervorragend und die Lehre Steiners ist die absolut notwendige Grundlage dafür, denn merkwürdigerweise ist vieles anthroposophisch goldrichtig, was auch wirtschaftlich gut ist:
    – Gigantisch große Klassen (welche Eltern würden sich sonst auf einer PRIVATSCHULE auf Klassenstärke von weit über 30 Kindern einlassen?)
    – Kaum Angebote im Hort (gilt dasselbe)
    – Stark reduzierter Verwaltungsaufwand durch Klassenlehrerunterricht. (spart jede Menge Scherereien rund um die Pläne und somit auch Kosten, auch das Fachlehrerproblem ist damit gelöst)
    – Arbeit mit Kräften, die sonst wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, insbesondere was ähnlich qualifizierte Arbeit angeht, und entsprechend bequem und preiswert zu handhaben sind. (Es wird immer wieder erzählt, dass die Waldorflehrer im Durchschnitt ungefähr ein Drittel weniger verdienen als ihre Kollegen an den staatlichen Schulen. Ich habe aber starken Verdacht, dass die Gehälter der Gruppe um den „Gründungslehrer“, die den Kern einer jeden Waldorfschule bilden, und diese des „Lehrerfußvolkes“ sehr stark differieren. Das Gefälle also in Bezug auf die „einfachen Waldorflehrer“ noch stärker ist)
    – Vereinfachte Unterrichtsgestaltung, damit die bequeme und preiswerte Klassenlehrerlösung überhaupt umsetzbar wird, sprich Epochenunterricht (Dies ist absolut notwendig, die Vorbereitung von Mathe-, Deutsch, Natur- und Kulturwissenschaftsstunden für jeden Tag würde sonst Klassenlehrer überfordern, die didaktisch meist schlecht qualifiziert sind und nicht auf die Vorlagen aus dem Vorjahr zurückgreifen können)
    – Weitgehende Einschränkung der Fächer, die hohe personelle und materielle Ausstattung erfordern: Physik, Chemie, Sport in Form von Leichtathletik, Turnen und klassischen Mannschaftsspielen, spezielle Gebiete der Mathematik (auch hier wäre die preiswerte Klassenlehrerlösung sonst nicht umsetzbar)
    – Reduzierte Stundenzahl
    – Systematische Ausbeutung von Eltern in Form von Arbeitseinsätzen (Klasse putzen, Feste organisieren, im Rahmen von Gremien Verwaltungsaufgaben übernehmen – das alles parallel. Wer es nicht mitmacht, wird geächtet.) Das spart Kosten und schafft Bindungen!
    – Systematische Ausbeutung der Eltern in Form von versteckten Kosten, angefangen bei den teuren Teilnahmekarten für die (von Eltern organisierten und durchgeführten) Schulfeiern, bis hin zu der von der Schule angeordneten aber privat bezahlten Nachhilfe und teuren Bürgschaften für den Immobilienerwerb und –instandhaltung. (Man verpflichtet sich im Schulvertrag dazu, bei solchen Sachen mitzumachen, wird aber nicht gleich am Anfang darüber aufgeklärt).
    – Narrenfreiheit für jegliche Art willkürlicher (oder zumindest von außen nicht überprüfbarer) Entscheidungen, Entmündigung von Eltern und sich selbst bescheinigte Unfehlbarkeit in pädagogischer Hinsicht dank der Reinkarnationslehre. Dies bietet eine wunderbare Möglichkeit, kostenintensive oder schwierige Kunden loszuwerden.

    Der Leistungsrückstand der Waldorfschüler ist übrigens nicht nur Folge dieser angeordneten Sparmaßnahmen, sondern auch wirksame Kundenbindung. Er erschwert den Ausstieg aus dem System enorm.

    Ich wiederhole mich: All das ist wirtschaftlich sehr gut durchdacht, wäre aber auf einer normalen Privatschule kaum umsetzbar. Die Genialität von Rudolf Steiner bestand gerade darin, dass er dank seiner Überzeugungskraft und seiner esotherischen Konstrukte es schaffte, dieses System salonfähig zu machen. Er hinterließ eine Marketingstrategie, die über mehr als ein Jahrhundert erfolgreich blieb. Hut ab!!!

    Und nun zu Ihrer Frage: Glauben Sie wirklich, dass diese Strategie ein PROBLEM der Waldorfschulen sein soll? Das ist doch deren Segen!!! Vielmehr gibt es ein Problem, das viele Eltern mit der Waldorfschule haben: Sie lassen sich auf das Spiel ein, bemerken dann zumindest in Teilen, dass der Austausch sehr einseitig funktioniert, trauen sich den Absprung aber nicht. Also wird eifrig an einzelnen Schulen, Lehrkräften oder Teilen der steinerschen Lehre rumkritisiert. Man darf es auch gern. So lange die Mehrheit nicht weggeht und der Geldstrom nicht abreißt, können Waldorfschulen wunderbar damit leben.

    … und ja, in diesen Sinne muten sie wie eine Sekte an.

  • #181
    Andreas Lichte

    @ ex-waldi #180

    Danke für Ihren analytischen und ORIGINELLEN Kommentar:

    „Wirksame Kundenbindung“ durch miserable Qualität der Waldorfschule …

    „Wirksame Kundenbindung“ könnte man auch als DAS Erfolgskriterium einer „Sekte“ sehen – dann wäre die Waldorfschule DIE Super-Sekte …

  • #182
    Andreas Lichte

    @ ex-waldi #180

    wie gesagt, ich finde Ihren Kommentar sehr gut !

    Ich habe noch eine Nachfrage, die ich nicht öffentlich stellen möchte:

    Können Sie mich bitte kontaktieren? Über Stefan Laurin, Chefredakteur der Ruhrbarone, e-mail: stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

    Ich garantiere Ihnen absolute Vertraulichkeit (wie auch den zahlreichen anderen Lesern, die mich bereits kontaktiert haben)

  • #183
    Geläuterte

    Hallo,

    ich kann dem o.g. nur zustimmen! Bin „Ex-Waldilehrer“ mit mehrjähriger Unterrichtserfahrung in verschiedenen Bundesländern und inzwischen geläutert. Die Organisation von Schulen wird von „Lehrern“ betrieben ohne jegliche kaufm. Ausbildung, dementsprechend chaotisch geht es zu. Arbeitsrecht ist ein Fremdwort, gibt es Probleme, steht man als Lehrer ohne Betriebsrat und Gewerkschaft allein auf weiter Flur. Da helfen dann nur Anwälte. Und man glaubt gar nicht, wie bösartig Anthros werden können, wenn man Ihnen unprofessionelles Handeln unterstellt. Ich hatte sogar Kollegen, die unterrichteten, obwohl sie weder ein Studium, eine Fachausbildung, eine pädagogische Ausbildung oder gar „wenigstens“ die Waldorfausbildung hatten. Eigene Kinder an der Schule zu haben und Steiner gelesen zu haben, war Qualifikation genug. Die Meinung der Schüler über diese Lehrer war bezeichnend. Sogar Ohrfeigen wurden verteilt – der Lehrer unterrichtet heute noch! Und wehe man bringt was „Neues“ in den sogenannten Lehrplan ein: da ist dann gleich die Seele des Kindes gefährdet! Na und zum Verdienst: entspricht dem von Erziehern ohne Berufserfahrung.
    Meine Meinung zu Waldorfpädagogik: vor 100 Jahren sicher was Außergewöhnliches, heute völlig veraltet: „versteinert“ und dient als Sammelbecken von „Schulversagern“ mit reichen „deutschen“ Eltern. Noch ein Nachteil, hat man die „Waldorflehrerzeit“ einmal in seinem Lebenslauf, brandmarkt einen das sehr für neue Arbeitgeber – obwohl ich sogar Akdemiker bin und voher viele Jahre im wissenschaftlichen Bereich gearbeitet habe.
    Fazit: das Schulamt sollte hier so manche Lehrer sehr gründlich prüfen. Und als „Beruf“ ist Waldorflehrer auch nicht zu empfehelen: wenig Geld bei einer 70 Stundenwoche.

  • #184
    ex-waldi

    Bei uns gab es nur Akademiker als Lehrer, allerdings keine Pädagogen, vielmehr exotische Studiengänge, mit denen man schwer etwas findet (und mit paar Jahren Waldorfschule im Lebenslauf wahrscheinlich gar nichts mehr). Durchgehend frustriert, ausgebrannt und sehr darauf bedacht, nichts Falsches zu sagen. Erschreckend!!!

  • #185
    aufgewachte ex-waldorfmutter

    Hallo zusammen!

    Ich habe nur die letzten Beiträge ab etwa Dezember 2012 bis heute gelesen und muss sagen, dass mir so betrachtet nun etliche seltsame Vorgänge an unserer (ehemaligen) Waldorfschule erst so richtig plausibel werden. Eigentlich muss ich dies alles ganz dick unterstreichen – besser kann man die Zustände nicht auf den Punkt bringen.

    Wir sind vor 9 Jahren als Quereinsteiger sehr hoffnungsvoll an der Waldorfschule gestrandet, weil wir nach Alternativen für die ständigen Wechsel der staatlichen Bildungsreformen – insbesondere der G8-Lösung, welche ich schrecklich finde – gesucht haben. Der Hauptanziehungspunkt bestand für mich vor allem darin, dass man hier immernoch 13 Schuljahre hat ehe man das Abitur machen kann. Das weitere Konzept hat mir damals auch sehr gut gefallen – es wurde ja auch sehr blumig dargestellt.

    Die ersten Jahre waren tatsächlich auch gar nicht schlecht. Die damaligen Lehrer waren zum größten Teil qualifiziert und konnten sehr gut Wissen vermitteln. Die künstlerische Ausgestaltung des Unterrichtes kam uns sehr entgegen, da meine Kinder alle eine künstlerisch-kreative Ader haben, welche somit bestens gefördert worden ist.

    Doch dann begann ein schleichender Wandel. Offensichtlich gab es im Lehrerkollegium sehr große Unstimmigkeiten, welche zum Weggang von vielen Lehrern (vor allem der am besten Qualifizierten) führte. Manche wurden dabei auf sehr unschöne Art und Weise regelrecht herausgemobbt, auch mit Unterstützung einiger Eltern. Die dadurch entstandenen Lücken wurden mit sehr schlecht qualifizierten Lehrern aufgefüllt.

    Die Folge war eine zunehmend nachlassende Wissensvermittlung mit entsprechendem Leistungsabfall der Schüler, welcher jedoch von den Eltern höchsten durch eigenständig durchgeführte Leistungstests hätte entdeckt werden können.

    Manche Eltern, welche dies bemerkt hatten, nahmen ihre Kinder von der Schule. Den anderen Eltern wurden banale Gründe hierfür genannt (z. B. Wegzug) bzw. gab es gar keine Informationen.

    Im Laufe dieses Schuljahres wurden mir selbst dann die Wissenslücken meiner Kinder immer mehr bewusst. Hinzu kamen Schilderungen meiner Kinder über die Unterrichtsmethoden einiger Lehrer, welche mir die Haare zu Berge stehen ließen.

    So hat zum Beispiel ein Lehrer in der Oberstufe aus unerklärlichen Gründen die Klasse in zwei Hälften geteilt: eine angeblich „interessierte“ und eine angeblich „desinteressierte“ Hälfte. Der seiner Meinung nach „desinterssierten“ Hälfte hat er den Rücken hingedreht während er die „interssierte“ Hälfte unterrichtet hat. Bei der Bewertung wurden die „interessierten“ Schüler alle gut und die „desinteressierten“ Schüler alle schlecht bewertet.

    Da meine Tochter dieses Spiel nach einiger Zeit durchschaut hatte und festgestellt hatte, dass sie leider auf der „desinteressierten“ Seite saß und deswegen eine schlechte Bewertung erhalten hatte, wechselte sie eines Tages die Seite und bekam plötzlich bessere Bewertungen und wurde unterrichtet.

    In einem anderen Unterricht wollte meine Tochter Fragen zum Thema (Mathematik) stellen, weil sie es nicht verstanden hatte und sonst nicht weiter folgen konnte. Ihre Meldungen hat der Lehrer wissentlich ignoriert. Als er später Arbeitsblätter ausgeteilt hat, hat er ihr keines gegeben, auch nicht als sie ihn direkt darum gebeten hatte (ohne Begründung) – man bemerke: Oberstufe!

    Kurz vor den Weihnachtsferien erklärten mir meine Töchter, dass sie endlich etwas lernen wollten – sie würden in ihrer Schule nichts beigebracht bekommen und sähen es als Zeitverschwendung an, überhaupt noch in die Schule zu gehen, weil sie die Zeit zu Hause wesentlich sinnvoller zum Lernen nutzen könnten.

    In dieser Zeit reifte in mir der Entschluss, die entsprechenden Lehrer zum Gespräch zu bitten. Doch dann kam meine jüngere Tochter schockiert von der Schule nach Hause und erklärte mir weinend, dass die Schule einer sehr lieben Klassenkameradin gekündigt hätte, weil angeblich kein Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Eltern mehr gegeben war. Zufälligerweise hatte sie zuvor allerdings mitbekommen, wie die Eltern dieses Mädchens wegen einer Meinungsverschiedenheit während eines Gespräches mit den Lehrern von einer Lehrerin angeschrien worden waren.

    Nach dieser Nachricht gab es für uns nur noch einen Weg: so schnell wie möglich weg von dieser unserer Meinung nach gestörten Schule und diesen offensichtlich gestörten Lehrern.

    Es war ein sehr kurzfristiger Entschluss und wir haben glücklicherweise wenigstens für die jüngere Tochter einen Platz an einer Realschule finden können. Hier werden die Wissenslücken leider sehr deutlich und sie muss sehr viel nacharbeiten.

    Die ältere Tochter erhielt einen Platz an einer Berufsfachschule und benötigt hierfür noch eine Anerkennung eines Hauptschulabschlusses.

    Bereits mit der Kündung des Schulvertrages haben wir um Zusendung eines Zeugnisses mit Ziffernnoten gebeten, einen Tag später um Antragsstellung beim Schulamt für die Anerkennung des Hauptschulabschlusses.

    Dies ist nun schon drei Wochen her und nichts ist geschehen – unser Anliegen wird einfach ignoriert. Wahrscheinlich die Rache der nun „sehr bösen Anthros“. Offensichtlich legen sie es darauf an, meiner älteren Tochter aus purer Boshaftigkeit die Zukunft zu verbauen. Denn wenn sie diesen Abschluss nicht anerkannt bekommt, muss sie auf das BVJ um dort zunächst den Abschluss nachzumachen. So würde sie ein ganzes Jahr verlieren, welches ihr wiederum den Zugang zum beruflichen Gymnasium aus Altersgründen verwehren würde.

    So gesehen kann ich nur warnen vor der Waldorfschule und habe es glücklicherweise auch geschafft, noch andere Eltern wachzurütteln, die zum Teil auch schon ihre Kinder von der Schule genommen haben.

    Seltsamerweise ist das Internet so gut wie leergefegt von Waldorfkritik – man könnte meinen, die Elternbeiträge würden hier zur Bereinigung verwendet werden…

  • #186
    kann das sein?

    Unsere Tochter besucht derzeit noch die 6. Klasse einer Waldorfschule in Bayern. Wir waren bis auf einige Ungereimtheiten eigentlich immer zufrieden.

    Doch nun erleben wir, was es bedeutet in einer Waldorfschule zu sein. Es fällt mir immer noch schwer, es zu glauben, aber die Praxis zeigt, dass es Realität ist.

    Die Qualität des Unterricht hängt in allen Bereichen von den Befindlichkeiten und natürlich auch von der Qulifikation des Klassenlehrer ab.

    Wirst Du als Eltern gemocht, weil Du ein „Ja-Sager“ bist der den Lehrer verehrt und im voller Ehrfurcht an den Lippen hängt, dann geht es Deinem Kind gut und es wird gefördert.
    Gehörst Du zu den Eltern die auch mal Kritik äußer, Sachen hinterfragen und Handlungen des Lehrer auch mal in Frage stellen, dann hat Dein Kind verloren, es wird ignoriert und drangsaliert. Der Lehrer schafft eine Stimmung die alle Freude verstummen läßt.
    In unserem Fall wird vom Lehrer sogar Stimmung in der Klassengemeinschaft gegen „nicht genehme“ Kinder gemacht.
    Das ist MOBBING pur!

    Ich finde die Ansätze nach wie vor richtig, muß jetzt nach fast 6 Jahren Waldorfschule allerdings entsetzt und auch traurig feststellen, dass es auf Grund mangelnder Qualitätskontrollen eine sehr willkürliche Art ist „Schule zu machen“.
    Den Waldorfschule würde es sehr gut zu Gesicht stehen, sich ehrlich und konstruktiv mit der Art und Weise wie sie Unterricht machen auseinanderzusetzten. Ich denke, es wäre sehr hilfreich deutliches Qualitätsmanagement zu betreiben, unbequeme Fragen als das zu nehmen was sie sind, nämlich hilfsreiche Anmerkungen.
    Was uns betrifft: Wir suchen gerade eine neue Schule für unser Kind. Und werden wohl oder übel ins Regelsystem wechseln – unsere Tochter sagt: „Schlimmer kann es da auch nicht sein und ich lerne wenigstens was!“

    Ich kenne an unserer Schule durchaus auch sehr kompetente Lehrer, aber was hilft es, wenn mein Kind die nicht hat?

  • #187
    Andreas Lichte

    @ kann das sein? #186

    woher sollen denn „kompetente“ Waldorflehrer kommen?

    Bedeutet „Kompetenz“ vielleicht, dass die Steiner-Gehirnwäsche erfolgreich war?

    Waldorfschule: Lehrer gesucht!

    (…)

    So schreibt der SPIEGEL im Artikel „Die Lehre von Atlantis“: „(…) Dass empirische Forschung nichts zählt, steht sogar im »Studienbegleiter« für angehende Waldorflehrer an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart. Anfänger müssen am staatlich anerkannten Seminar Steiners Buch »Theosophie« nicht nur lesen, sondern dabei auch eine »geistige Schulung« durchlaufen, bei der »Inhalte nicht kommentiert oder interpretiert« werden. Ziel ist, wortwörtlich, das »allmähliche Hinaufarbeiten zur Ebene eines produktiven Erkennens, das im Gegensatz zu den analytischen Erkenntnismethoden steht«.

    In seinem umfangreichen Gesamtwerk fabuliert Steiner von Geistwesen, Äther-, Astral- und physischen »Leibern«, »atlantischen Kulturepochen« eines Erdzeitalters und vor allem von der »Akasha-Chronik«. Aus dieser geheimnisvollen Schrift wollte Steiner seine Erkenntnisse auf hellseherische Weise gewonnen haben. Praktisch, dass dieser sagenumwobene Geistesschatz ihm exklusiv zur Verfügung stand. Nahezu nichts ist im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das wusste Steiner natürlich und beschied Kritiker mit dem Satz: »Schon der Einwand: ich kann auch irren, ist störender Unglaube.« (…)“

    Störenden Unglauben zeigte auch das ZDF, Frontal 21, in seinem Beitrag „Kritik an Waldorf-Lehrern – »Wir haben die meiste Zeit gesungen«“. Dort heisst es: „Ein Beleg solcher Qualifikation [als Waldorflehrer] sind Abschlussarbeiten wie diese der Freien Hochschule Stuttgart. Sie lobt ausdrücklich eine Arbeit mit dem Titel: »Verstehen von Pflanzen durch lebendige Begriffe«. Es geht um Primelgewächse, angebliche Erdkräfte und Pflanzencharaktere. Erfüllen solche Diplomschriften wissenschaftliche Maßstäbe? Josef Kraus, Präsident Deutscher Lehrerverband, antwortet: »Die erfüllen nicht mal den Anspruch, der gestellt wird an die Facharbeit eines Zwölft- und Dreizehntklässlers. Ich würde eine solche Arbeit am Gymnasium als Zulassungsarbeit, als Facharbeit zum Abitur nicht annehmen.«“

    (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-lehrer-gesucht/

  • #188
    MissMarple

    Wie suess. Ich musste schon vor dem Lesen dieses „objektiven“ und sicher alles andere als wahrheitsgetreuen Querschnitt der Waldorfpädagogik lachen. Das Gebäude auf dem Bild kann KEIN Gebäude einer Waldorfschule sein. Sie werden NICHT mit Ecken gebaut. Aber Sie sind ja auch soooo gut informiert, ganz „frei von Vorurteilen“.

  • #189
  • #190
  • #191
    Mamainsorge

    Ich kenne mehrere schulen ( auch im Bau) auch die haben Ecken. Ich finde man sollte sich jetzt nicht an Ecken festklopfen…. Ich habe meine Erfahrungen gesammelt und mein “ schwer heilpädagogisch bedürftiger“ Sohn besucht inzwischen keine waldorfschule mehr, eher eine Schule mit hohem bildungsanspruch… Die Lehrer sind immer für fragen /sorgen und Infos da und unser Sohn ist einer der besten und läuft regelkonform. Alles in allem geht er sehr gern zur Schule und ist ein glückliches Kind. Kinder brauchen kein unverständliches – mausche mausche- sondern sie brauchen es zu erleben das wir alle ein Teil vom großen Kreis sind, jeder seine rechte Pflichten Aufgaben und seinen festen Platz hat. Ich fühle mich in dieser Schule gut aufgehoben als Elternteil und meine Ängste und sorgen die mir die waldorfschule impliziert hat sind fast verflogen. Ich fühlte mich wie bei einer gehirnwäsche…. Wie hätte ich so gut für mein Kind sein können, denn die Verantwortung liegt doch noch immer bei uns Eltern

  • #192
    Andreas Lichte

    Eine Kritik der Waldorfpädagogik, Kritik der Waldorfschule und Kritik der Anthroposophie von Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien – hier ein kurzer Auszug aus dem Interview mit den Ruhrbaronen:

    “(…)

    Lichte: Ein Werbeslogan der Waldorfschulen lautet: „Im Mittelpunkt der Mensch“. Im Standard sagen Sie über die anthroposophische Pädagogik: „Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht.“

    Hopmann: Im Mittelpunkt steht bei denen der Mensch, wie Rudolf Steiner ihn sieht, also als Reinkarnation, als Mitglied einer Rasse, als Charaktertyp usw. Ziel ist es, den jeweiligen Menschen entsprechend den Steinerschen Lehren zu formen bzw. sein „Wesen“ zu entfalten. So wie bei anderen Sekten verbindet sich damit ein Totalitätsanspruch: Wir wollen dich mit Haut und Haaren, mit deiner ganzen Persönlichkeit vereinnahmen – nicht anders als eine Bank dein Geld will: Nicht um nett zu dir zu sein, sondern um an dir Geld zu verdienen. Bloß blöd, wenn man zu jenen Wesen zählt, denen laut Steiner Dahinsiechen oder Verkümmern vorausbestimmt ist. Denen geht es dann wie bei der Bank, wenn die Kreditwürdigkeit dahin ist.

    (…)”

    zum vollständigen Interview mit Prof. Hopmann:

    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“

  • #193
    Susi

    Sehr geehrte Frau ??????
    Herzlichen Dank für Ihre ehrliche Aussage.sie sprechen mir aus dem Herzen! Wir hatten selbst 3 Kinder an der RSS im Aargau Schweiz. Ein Kind mussten wir wegen Mobbing von der Schule nehmen und einem Kind wurde Gewalt von Seite der Lehrerin angewendet! Alles trifft bei uns eins zu eins auch zu, wie sie es schildern! Einfach schlimm!

  • #194
    Andreas Lichte

    “Eliten an die Waldorfschule – Strickzeug statt Smartphone

    FAZ, 6.8.2014

    (…)

    Hopmann ist ein erklärter Gegner der Steinerschen Pädagogik. Er hält Anthroposophen für eine esoterische Sekte, spricht von „totalitärer Pädagogik“ und findet den Unterricht an manchen Waldorfschulen so subtil indoktrinär, dass es selbst die meisten Eltern nicht bemerkten.

    (…)”

    zum Artikel der FAZ:

    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/waldorfschulen-unter-die-lupe-genommen-13075296.html

    Prof. Hopmann bei den Ruhrbaronen:

    „Man kann nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein“

  • #195
    Grella

    Tut mir wirklich leid was Ihrem Sohn und Ihnen passiert ist. Ich hoffe Ihr Sohn konnte sich davon erholen….alles Gute für die Zukunft……..

  • #196
    Andreas Lichte

    @ Grella #193

    ich habe 2015 noch einmal mit der Mutter – Autorin des Artikels oben – telefoniert:

    Der Sohn bereitete sich auf das Abitur vor – an einer öffentlichen Schule …

    ( "öffentliche Schule": im Waldorf-Sekten-Vokabular wird daraus "Staatsschule" )

  • #197
    Reuttlinger

    So etwas gibt es bei uns auch. Auch hier werden die Kinder von Bildung strikt ferngehalten, damit sie nicht ohne größere Probleme ins staatliche Schulwesen wechseln können. Die Schüler sind eben das Kapital und eine Ressource ist eben nur dann wertvoll, wenn man sie auch kontrollieren kann. Das wird so sichergestellt.

    Da wird eben die Kundschaft von morgen geschaffen, die soll nicht wegrennen können, bis es soweit ist. Die Kinder werden hierzu auch bei jeder Gelegenheit zur Schule zitiert, an Feiertagen, Wochenenden, sogar in den Ferien. So wird Familienzeit durch Schulzeit verdrängt, um Bindungen herzustellen. Dabei hat man nämlich auch Gelegenheit, Gehirnwäsche durchzuführen.

    Sind ja ein ganzer Markt und ein ungeheurer Filz, die da dahinterstehen. Deswegen können Anthros auch ziemlich eklig werden, wenn man das ganze System mal infrage stellt. Sie leben ja immerhin davon oder haben dadurch zumindest einen Lebensinhalt. Es gibt sicher auch Überzeugte und Mitläufer, die es einfach angenehm finden, wenn jemand für sie entscheidet oder in einer scheinbar heilen Welt außerhalb der als bedrohlich empfundenen Realität zu leben, aber in erster Linie geht es da m.E. ums Geld. Das wird dann schon mal als Überzeugung dargestellt. Ein guter Polizist fragt aber eben immer zuerst: "Wo ist das Geld?"

    Würde z.B. diese Schule dichtmachen müssen, fast das ganze Personal (welches Anthroposophie kann und sonst fast gar nichts) stünde erwerbs- und einkommenslos auf der Straße. Das ist diesen Personen m.E. auch ganz bewusst.

    Auch die der Schule angeschlossenen "Heileurythmisten" etwa hätten ein Problem, denn auch diese kostenpflichtigen Behandlungen werden den Kindern ja vorwiegend an der Schule verschrieben. So werden die Eltern dann halt instruiert, zu einer Krankenkasse zu wechseln, die das erstattet und der "Heileurythmist" hat eine Existenzgrundlage.

    Insgesamt scheint es vorwiegend darum zu gehen, dem öffentlichen Schulsystem nicht nur die Schüler, sondern damit eben auch z.B. der etablierten "Schulmedizin" (z.B. Impfen böse – Homöopathie, anthroposophische Heilpraktik usw. gut) oder auch anderen Industriezweigen (Demeter, Wala, Weleda) Marktanteile abzunehmen.

    Das ist ein Markt und die anderen Anbieter am Markt (öffentliches Gesundheitssystem, Pharmaindustrie, Lebensmittelindustrie, einfach alles, was nicht Anthroposophie ist) werden verteufelt, wo es nur geht, Verschwörungstheorien kultiviert und weitergegeben.

    Die einzigen, die subversive (Lobby-)Arbeit betreiben und teures Geld für Leistungen entgegen nehmen, die nicht nachweislich nützlich oder direkt oder indirekt sogar schädlich sind, sind jedoch diese Leute selbst. Aber das projizieren sie dann eben auf die Konkurrenz. Denn so läuft es am Markt: Man kann entweder durch bessere Leistung von sich überzeugen oder – wenn man dazu nicht imstande ist – die bessere Konkurrenz verteufeln (was man ja nicht müsste, wäre diese wirklich schlechter).

    So wird in diesen Kreisen z.B. gerne kolportiert, ein Arzt erhalte für eine einzige Impfung mehrere hundert Euro, wodurch ein finanzielles und nicht etwa ein medizinisches Interesse des Arztes an einer (lt. Dogma ja schädlichen) Impfung unterstellt wird. Tatsächlich erhält ein Arzt für eine (erwiesenermaßen wirksame) Sechsfachimpfung lediglich 21.47 Euro, für eine extra Impfberatung ganze 4,00 Euro.

    Ein "Heileurythmist" nimmt 45 Euro für 45 Minuten Therapie (Empfehlungen des BVHE), Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachweisbar.

    Für ein homöopathisches Medikament (Globuli) zahlt man schon mal 2,90 Euro für 1,5 g. Kilopreis also rd. 2.000 Euro. Saccharose (=Globuli) kostet bei Aldi 50 Cent das Kilo. Wirksamkeit (in beiden Fällen) wissenschaftlich nicht nachweisbar.

    Reine Projektion. Die Gutmenschen sind eben nicht so gut und die anderen nicht immer ganz so böse, wie sie gerne behaupten. Das will man aber um jeden Preis ungestört glauben bzw. von diesem Dogma leben können. Manchmal hilft da eben nur noch die Verbreitung von Unwahrheiten, ob nun bewusst oder unbewusst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *