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30 Jahre Bundesliga im Pay-TV: Der Fußball und seine Fans haben ‚Sky‘ viel zu verdanken!

Die Sky-Zentrale in München. Foto: Robin Patzwaldt

Bei vielen Fans ist der Abo-Sender ‚Sky‘ umstritten, teilweise sogar regelrecht verhasst. Für sie ist er die Speerspitze der verhassten Kommerzialisierung des Sports und ein gerne gewähltes Feindbild. Das ist bei nüchterner Betrachtung nicht zu verstehen, denn der Münchener Abo-Sender hat dem Profifußball in diesem Lande sehr viel gegeben. Und das war und ist längst nicht nur Geld.

Die Anhänger der Klubs können sich glücklich schätzen, dass sich die Qualität und die Umfänge der Übertragungen in den vergangenen 30 Jahre so entwickelt haben, wie sie es taten. Die Bundesliga ist insgesamt stark gewachsen, auch dank des Pay-TV-Angebots.

Am 2. März 1991 übertrug das Sky Vorgängerunternehmen Premiere erstmals ein Bundesliga-Spiel live. Bereits davor waren von anderen Sendern vereinzelt Bundesliga-Spiele live übertragen worden, doch erst der Start des Pay-TV markierte den Auftakt der regelmäßigen TV-Live-Berichterstattung aus der höchsten deutschen Fußball-Spielklasse. Der Sender feiert derzeit dieses Jubiläum. Eine gute Gelegenheit auch hier im Blog einmal daran zu erinnern, was sich seither an den Standards verändert hat.

Schauplatz der Premiere vor 30 Jahren war das Frankfurter Waldstadion, in dem Eintracht Frankfurt den späteren Deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern dank dreier Tore von Weltmeister Andreas Möller mit 4:3 bezwingen konnte. Darauf macht Sky aktuell in einer Pressemeldung aufmerksam.

Kommentator des ersten Spiels war nach Angaben des Senders der damalige Premiere-Sportchef Reinhold Beckmann, sein Co-Kommentator war Hannes Bongartz, der zu jener Zeit der Trainer des Bundesliga-Aufsteigers SG Wattenscheid 09 war. Als Field-Reporter am Spielfeldrand waren seinerzeit übrigens Jörg Dahlmann und Tom Theunissen im Einsatz.

Ich selber war damals noch kein Abonnent bei ‚Premiere‘. 1991 war ich Student und konnte bzw. wollte mir das Abo nicht leisten. Meine Zeit als ‚Premiere‘-Kunde begann im Jahre 1996, als ich als junger Angestellter erstmals ein ‘richtiges’ Gehalt bezog.

Ich erinnere mich noch genau daran. Es war damals für mich eine ganz tolle Sache endlich Bundesligaspiele auch live vor dem heimischen TV verfolgen zu können. Daran erinnere ich mich noch sehr gut.

Zunächst gab es an jedem Wochenende ein Live-Spiel im Angebot, kurz darauf waren es schon zwei. Ich war begeistert von dem im Vergleich zu heute kleinen Angebot und nutzte es während der Bundesliga-Saison an jedem Wochenende bestmöglich. Gemeckert wurde übrigens auch damals schon. Zu teuer! Die Spielauswahl sei zudem ungerecht und gefiel vielen nicht.

Ich konnte das nie verstehen. Ich wuchs mit der ARD-Sportschau mit Ernst Huberty auf. Darin gab es drei kümmerliche Spielberichte und die restlichen Begegnungen wurden nur im ‚Ergebnisblock‘ zu den Fans transportiert. Das Angebot von Premiere öffnete für mich schon damals völlig neue Welten. Und das zu einem Monatspreis, der unter dem einer einzigen Eintrittskarte für ein Spiel lag.

Eine Tatsache, an der sich bis heute übrigens nichts geändert hat. In ein Bundesligastadion zu gehen, wenn es denn hoffentlich bald mal wieder möglich ist, ist auf jedem Sitzplatz teurer als einen ganzen Monat lang ein Sky-Abo zu finanzieren.

Und heutzutage kann ich dort schon seit Jahren fast jedes Spiel sehen, einzeln oder in der Konferenz, bin auch in Liga 2 bei allen Spielen mit dabei. Nur das Kartellamt zwang die Bundesliga vor wenigen Jahren bei der Rechtevergabe einige Spiele aus dem Portfolio von Sky herauszuschneiden. Seither sind rund 50 Spiele pro Saison bei einem Zweitanbieter zu empfangen, was zusätzliche Kosten für den Fan mit sich bringt, der wirklich alles live und in voller Länge sehen können will. Zu teuer finde ich auch das dann noch immer nicht, ehrlich gesagt.

Ich verbringe vom frühen Freitagabend bis zum Montagabend seit Jahren schon regelmäßig so viele Stunden mit den Live-Spielen im TV, dass sich die dafür fälligen Abo-Kosten für mich sogar als ein gutes Geschäft darstellen.

Und über die Qualität der Übertragungen gibt es, von Einzelfällen abgesehen, auch nichts zu meckern. Die besten Kommentatoren und Moderatoren sind bei Sky aktiv, bietet ihnen der Sender doch das passende Umfeld für ihre Arbeit. ARD und ZDF, die selten Livespiele zeigen, können da nicht mithalten. Technisch macht die Sache ebenfalls seit Jahren große Fortschritte. Die Kosten für ein Sky-Abo sind im Vergleich zum Beispiel mit denen einer lokalen Tageszeitung, mit der man inzwischen längst nicht mehr so viel Zeit verbringt, sogar eher gering.

Ich bin Sky für die vielen schönen Stunden in den vergangenen 25 bzw. 30 Jahren, die es ohne den Abo-sender so wohl nicht gegeben hätte, daher wirklich dankbar und freue mich schon auf die kommenden Übertragungen!

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3 Kommentare zu “30 Jahre Bundesliga im Pay-TV: Der Fußball und seine Fans haben ‚Sky‘ viel zu verdanken!

  • #1
    maTTes

    Auch wenn da Sky nichts für kann, seit dem Eingriff des Kartellamts habe ich dem Modell den Rücken gezeigt. Wenn ich Bundesligaspiele sehen möchte, dann auch alle mit möglichst viel Kundenfreundlichkeit und etwas Bequemlichkeit, auch im Geldbeutel 🙂
    Ich wäre dabei, wenn es quasi ein Vereinsabo geben würde: da würde ich mich über ein Paket über alle Konkurrenzen hinweg für den BVB sehr freuen. Auf andere Spiele kann ich gerne verzichten.
    Oder es wird gehandhabt wie bei der NFL,
    da müsste dann die Übertragung von der DFL koordiniert werden, damit man wirklich nur 1 Abo benötigt.

  • #2
    Mihael

    Denke auch, dass die in der Zeit so massiv gestiegenen Ausschüttungen von Fernsehgeldern dem deutschen Fußball insgesamt sehr gut getan haben. Natürlich sind diese in den anderen großen Ligen im gleichen Zeitraum noch viel stärker gestiegen. Aber gerade in den letzten Jahren konnte Deutschland hier wieder etwas aufholen. Ohne Pay-TV wäre die Bundesliga schon lange nicht mehr Konkurrenzfähig.

  • #3
    DAVBUB

    @2." Ohne Pay-TV wäre die Bundesliga schon lange nicht mehr Konkurrenzfähig."
    Ist sie doch auch-mit Ausnahme der Bayern- jetzt auch nicht (mehr).

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