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#Adventskalender #10

Eisenpimmel - die Satire-Kings aus Duisburg
Eisenpimmel - die Satire-Kings aus Duisburg
Eisenpimmel - die Satire-Kings aus Duisburg

Eisenpimmel – die Satire-Kings aus Duisburg

Advent, Advent! Quasi als kleinen Adventskalender stellen wir jetzt bis zum heiligen Abend jeden Tag eine Band aus dem Ruhrgebiet vor.

Törchen 10: Eisenpimmel. Sie sind Kulturbotschafter ihrer Heimatstadt Duisburg und datieren ihre Historie bis in die tiefsten Achtziger zurück. Die ersten Fossilienfunde lassen sich jedoch zuverlässig erst zu Beginn der Neunziger Jahre sichern. Das in Punkrock-Kreisen geschätzte Plastic Bomb-Label (stammt ebenfalls aus Duisburg) veröffentlichte 1995 mit der Katalognummer Sieben eine EP mit vier Klassikern, die nicht nur von Trash-Gourmets und Plattensammlern geschätzt werden. Schon der Titelsong „Komm Mal Lecker Unten Bei Mich Bei“ mit seinem fröhlich schunkelnden Polkatakt ist ein Evergreen der besonderen Art, der 1970er Jahre Schlager, den Untenrum-Humor der drei Besoffskis und das typisch Kumpelhafte des Ruhrpott-Punks vereint.

Auch die Tracks „Staat Hau Ab“, „Salmonellenpogo“ und „Ich halt den Männern die Stange“ legten den Grundstein für die Karriere des Eisenpimmel-Quintetts, dem heute alle Vorder- und Hintertüren offenstehen. Das Artwork dieser Single wurde mit vielen hochdotierten Preisen gekrönt, zudem im Jahr 2007 von den Lesern der Süddeutschen Zeitung als „Hässlichstes Plattencover der Welt (Hall of Fame)“ ausgezeichnet.

Aber Eisenpimmel befolgen ihr eigenes Charakterfundament, aber eigentlich sind es Faulheit und Non-Aktivismus, die sie auszeichnen. So liegen die Band-Mitglieder*innen auch heute noch im Bett am Bahnhof, beziehungsweise am Teppich, denn drei Bandmitglieder haben inzwischen eine eigene Wohnung. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass die Band in den letzten 25 Jahren ihrer Existenz so wenig Platten aufgenommen und so wenig Konzerte gespielt hat. In ganz frühen Tagen spielte die allerdings gerade einmal zwei Konzerte (eins 1986 im “Eschhaus”, eins 1989 in der “Abrißbirne” in Rheinhausen) – mittlerweile hat sich das etwas gebessert.

Sänger Tom Tonk ist zudem als Autor unterwegs und hat schon mehrere Bücher veröffentlicht. Meist schreibt er über Bands aus der zweiten Reihe. Sein abenteuerliches Musikverständnis und sein unorthodoxer Schreibstil heben seine Schrulligkeit dabei auf ein sehr hohes Nerd-Level. Auf eine nicht immer nachvollziehbare assoziative Art verbindet Tonk die absurden High- und Low-lights seines Lebens mit völlig absurden Vinylscheiben, die im 2nd-Hand-Laden meist in der hinterletzten Ecke stehen.

Nächstes Jahr erheben sich die Freizeit-Spezis von ihrem Sofa und so spielen Eisenpimmel wieder ein paar Konzerte, am 10. März treten sie in der Zeche Carl in Essen auf. Mit Sicherheit wird der Smash-Hit „Fotzenpimmelbahn“ auch wieder im Set sein.

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