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Afghanistan: Ein verdammt schlechter Grund zu sterben…

Gestern sind drei Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan gestorben. In einem sinnlosen Krieg, den der Westen nicht gewinnen kann. Es ist unverantwortlich, weitere Leben aufs Spiel zu setzen.

Der Westen wird in Afghanistan keines seiner Ziele erreichen. Der militante Islamismus wird dort nicht besiegt werden. Wir werden nicht dafür sorgen können, das auch afghanische Mädchen dauerhaft die Schulen besuchen können und wir werden nicht die mörderischen Taliban zum Teufel jagen. Wären diese Ziele erreichbar, wäre es verantwortbar das Leben von Mitbürgern in Afghanistan zu riskieren. Aber diese Ziele sind nicht erreichbar. Im “Friedhof der Imperien” scheitert auch die NATO.

Die Taliban sind auf dem besten Weg Partner des Westens zu werden, das Regime von Präsident Karzai ist nicht viel mehr als eine Bande krimineller Drogenhändler, die mit anderen Banden, kooperiert um andere Banden von der Macht und vom Drogengeld zu verdrängen.

Gestern sind drei Bundeswehrsoldaten gestorben, um Leute an der Macht zu halten, die in Europa sofort in den Knast wandern würden. Das ist ein verdammt schlechter Grund zu sterben.

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11 Kommentare zu “Afghanistan: Ein verdammt schlechter Grund zu sterben…

  • #1
    Klaus

    Der Krieg in Afghanistan war von Anfang an eine Totgeburt. Das wissen wir seit den Erfahrungen der Engländer um 1850 und seit dem Krieg der Russen!

    Bei einem Krieg, der nicht zu gewinnen ist, oder nur, wenn man genau so verliert wie die Gegner, ist keine Nibelungentreue geboten!

    ABZUG AUS AFGHANISTAN SOFORT!

  • #2
    Helmut Junge

    Stefan, die sind da, weil die Bundesregierung sie da hingeschickt hat. Und die hat das gemacht, weil die USA das so wollte. Von Taliban vertreiben war doch bis heute nicht mal die Rede. Die Soldaten sind, was den Krieg dort betrifft, völlig konzeptlos. Die sollen ja auch Entwicklungshilfe und Sozialarbeit machen. Das da Krieg ist, wird doch von der Regierung immer noch dementiert.
    Nur gestern war der deutsche Minister für Entwicklungshilfe, Dirk Niebel dort in der Nähe und wollte ursprünglich im Lager der Soldaten eine Rede halten. Dann ist er aber doch nicht da hingefahren, sondern hat aus sicherer Distanz zum Geschehn, in Masar-i-Sharif eine Rede gehalten. Warum soll sich auch noch jemand der Gefahr aussetzen.
    http://www.sn-online.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Weltweit/Niebel-entsetzt-ueber-schaendlichen-Angriff

  • #3
    Franz Kollege

    Kann ja eigentlich nicht sein, dass einer wie Niebel kneift. Ist doch selber Reserveoffizier, der mit seinen Bundeswehrkumpel kräftig das Entwicklungshilfeministerium aufmischt.

  • #4
    Helmut Junge

    #3 | Franz Kollege,
    Der muß nicht unbedingt gekniffen haben. Vielleicht hat man ihm auch abgeraten, nach Kundus zu fahren. Klingt schon besser, was?
    Seine Berater hätten dann allerdings auch an die Soldaten denken können, und die da eigentlich herausholen müssen. Wenn schon, denn schon.
    Oder er selbst könnte alternativ auf die Idee kommen, daß überall da, wo der Minister für Entwicklungshilfe nicht hin darf, oder sich nicht hin traut, auch keine Entwicklungshilfe stattfinden kann. Wäre das nicht konsequent?

  • #5
    Klaus

    Ich zitiere mal aus einem Artikel von Spiegel.de “Eine Untersuchung soll nun klären, was schiefgelaufen ist.”

    Nun, was soll schiefgelaufen sein, wenn rund 200 Taliban einen deutschen Bundeswehrkonvoi unter Feuer nehmen?

    Schiefgelaufen ist, dass wohl kein Oberst Georg Klein den Bundeswehrkonvoi begleitete (oder mehr begleiten darf). Der steht vor einem Untersuchungsausschuss um zu begründen, warum ihm das Leben der ihm anvertrauten Soldaten wichtig war.

  • #6
    Siegfried Träger

    Mein Vorschlag: Deutschland sollte allen Afghanen, die nicht unter dem drohenden Taliban-Regime leben wollen, vor allem afghanischen Mädchen und Frauen, freundliches Exil gewähren, ihnen beim Exodus militärischen Begleitschutz geben – und danach unverzüglich dieses unwirtliche Land verlassen. Wir sollten uns meiner Meinung nach aus der uns von den USA eingebrockten Verstrickung dort nach der Methode “Gordischer Knoten” lösen, das heisst: mit einem Schlag.

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  • #8
    Simonette

    @Stefan Laurin
    Ich glaube man kann nach Analyse der Lage in Afghanistan zu Ihrer Schlussfolgerung kommen … besonders das Argument mit der korrupten Karsai
    Regierung ist nicht zu widerlegen … aber ich bin auch der Meinung, ohne natürlich die Lage vor Ort zu kennen, sie greift zu kurz.
    Der Widerstand, welcher offenbar im wesentlichen von Talibangruppen organisert wird, wird überschätzt. Sie haben richtig gelesen, er wird überschätzt. Hätte man
    von Anfang an nicht von “einem Krieg gesprochen” der gewonnen werden muss, sondern von der Bekämpfung krimineller Banden und Terroristen, deren Wirkungskreis es einzudämmen gilt, würde die NATO jetzt nicht ständig mit dem
    Argument konfrontiert, sie würden einen Krieg führen der nicht zu gewinnen ist.
    Natürlich kann die NATO diesen Krieg nicht gewinnen. Glauben Sie denn, dass die mexikanische Regierung ihren Krieg, der in einem vergleichbaren Zeitraum weit mehr Todesopfer gefordert hat als jener in Afghanistan, gegen die Drogenhändler gewinnen kann ? … Nein, natürlich nicht. Es kann immer nur um eine Eindämmung der kriminellen Banden und ihrer Verbrechen gehen und, im Fall Afghanistan, auch um die Etablierung einer rechtstaatlichen Ordnung, welche zumindest für ein Minimum an individuellem Schutz für die dort lebende Bevölkerung sorgt. Den Mythos vom angeblich unbesiegbaren Vielvölkerstaat Afghanistan zu pflegen, wer immer da jetzt auch gerade Widerstand leistet und sich diese Plakette umhängen darf, ist dabei genauso falsch, wie die Kurzatmigkeit mit der dort einige agieren wollen. Wenn kleine Schulmädchen, nach einem Säureanschlag bei dem sie entstellt wurden oder sogar ein Auge verloren, trotzdem weiterhin eine Schule besuchen möchten ist dies, meiner Meinung nach, sehr wohl ein Grund auch mit
    militärischen Mitteln vor Ort für eine Verbesserung der Lebensumstände und mehr Schutz zu sorgen.
    Riskieren in Deutschland Menschen nicht oft für weit weniger ihr Leben ? … z.B.
    wenn sie mit überhöhten Geschwindigkeiten über die Strassen rasen oder bei uns
    in der Schweiz, wenn sie höchste Risiken beim Bergsteigen oder Schifahren eingehen ?

  • #9
    Anatoli Bauer

    wie wärs, wenn man damit anfängt die Zahl der Gefallenen richtig zu nennen und zwar sind nicht nur 39 deutsche Soldaten gefallen sondern ganze 1500 NATO Soldaten
    Quelle : CNN

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  • #11
    Peter

    Naja ich verstehe garnicht warum überhaupt die Deutschen in Afghanistan eingesetzt werden… Ich finde persöhnlich das als die Politiker es entschieden haben Deutsche in Afghanistan einzusetzen, ist für Deutschland mehr in Gefahr bringt

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