Altenessen: „Die AfD kann hier über 50 Prozent kommen“

Karlheinz Endruschat


Karlheinz Endruschat kommt aus dem Essener Norden. Der Sozialdemokrat kämpft um seinen Stadtteil – mal mit, mal gegen seine Partei. Aber er ist nicht alleine.

Es ist der Tag, an dem die AfD in einer Umfrage erstmals bundesweit an der SPD vorbeizieht, als Karlheinz Endruschat sagt: „Hier im Norden Essens könnte die AfD auf über 50 Prozent kommen. Wenn die lernen, seriöser aufzutreten und auch soziale Themen in den Vordergrund stellen, sehe ich diese Gefahr.“ Endruschat will das verhindern. Der pensionierte Sozialarbeiter ist stellvertretender Vorsitzender der SPD in Essen und vertritt den Stadtteil Altenessen im Rat. Früher war das mal eine SPD-Hochburg, holten sozialdemokratische Kandidaten bei Wahlen weit über die Hälfte der Stimmen. Heute ist der Essener Norden eine AfD-Hochburg. Zwischen 16 und 22 Prozent hat die AfD hier bei der Bundestagswahl geholt. Bundesweit waren es 12,6 Prozent. Die SPD kommt nur noch auf Ergebnisse um die 35 Prozent – für SPD-Verhältnisse auch in Essen heute ein gutes Ergebnis.

Endruschat kämpft für Altenessen und macht sich damit nicht nur Freunde. Auch in der eigenen Partei nicht. „Wir haben bei den unter 18-Jährigen einen Migrantenanteil von über 50 Prozent. 30 Prozent der Eltern unserer Gundschulkinder können kein Wort Deutsch und jeder dritte Erwachsene in Altenessen bezieht als Langzeitarbeitsloser HartzIV. Durch die Flüchtlinge sieht er die Gefahr, dass Altenessen kippt. „Der Stadtteil ist an seiner Grenze. Wir müssen die Menschen besser über die Stadt verteilen oder es muss hier deutlich mehr Geld investiert werden.“ Einige glauben, Endruschat wäre ein Rechter, ein Wutbürger, der gegen Ausländer hetze: „Unsinn. Ich spreche die Schwierigkeiten an, in denen wir hier stecken und verdränge sie nicht.“

Wo sich die sozialen Probleme ballen, sagt Endruschat, muss mehr Geld investiert werden: in Schulen, Lehrer, Sozialarbeiter, Stadtteilerneuerung, Wirtschaftsförderung, Qualifizierung. Geld, das Essen nicht hat. Wie fast alle Ruhrgebietsstädte ist Essen am Rande des Bankrotts. Endruschat wirbt in seiner eigenen Partei dafür, sich für mehr Geld für den Essener Norden einzusetzen. „In Essen bedeutet das, dass andere Stadtteile verzichten müssen.“ Der reiche Süden der Stadt zum Beispiel. Wie die Stadt ist auch die SPD gespalten: Der Süden ist nicht nur reich, hier erzielen auch CDU und Grüne gute Ergebnisse. Schöne Altbauten, Szenekneipen, die Villen in Bredeney und der Baldeney-See mit seinen Segelclubs, es ist eine andere Welt als der Norden mit seinen heruntergekommenen Häusern, den Leerständen und den libanesischen Gangs, die sich auf offener Straße Schlägereien mit hunderten Teilnehmern liefern. „Aber die Schlägereien sind kein reines Problem des Nordens mehr“, sagt Endruschat. „Das hat es jetzt auch schon im feinen Bredeney gegeben.“ Die Geschäfte der Gangs laufen offenbar gut, da können sich die Chefs der Clans auch Immobilien im Süden leisten. Er hofft, dass nun allen in der Stadt klar geworden ist, dass die Probleme Altenessens ganz schnell die Probleme der ganzen Stadt werden können, dass der wohlhabende Süden sich nicht wird abschotten können, sondern den Norden aus Eigeninteresse unterstützen muss.

Endruschat will nicht, dass Altenessen kippt. Es soll hier nicht so werden wie in Marxloh oder der Dortmunder Nordstadt, Stadtteilen, die durch Kriminalität und Verfall bundesweit in Verruf geraten sind. Und er will, dass in der Partei offen diskutiert wird. Guido Teil, heute bei der AfD, habe die Partei, sagte Endruschat der WAZ, auch verlassen, weil es ein Redeverbot gab. Als die SPD im Norden der Stadt vor zwei Jahren darüber reden wollte, dass die Stadtteile nicht mehr Flüchtlinge vertragen, hatte die damalige Landesvorsitzende der SPD, Hannelore Kraft, die Diskussion mit einem Machtwort beendet. Reil ging und wurde zu einem Aushängeschild der AfD, ihr Alibimann, um bei Arbeitern um Stimmen zu werben. Mit Erfolg.

„In der SPD gibt es mittlerweile eine Bereitschaft, über die Probleme zu reden. Ich leite eine Arbeitsgruppe und wir wollen bald Ergebnisse vorlegen.“ Endruschat weiß, was er will: Mehr Eigenheime sollen zum Beispiel die Bevölkerungsstruktur im Norden ändern. Niemand soll weggehen, aber andere sollen kommen. Er will einen bunten Stadtteil und dazu gehören auch Menschen, die sich ein kleines Haus leisten können. Im Essener Süden ist das teuer. Hier, bei ihm im Norden, kosten Grundstücke weniger. Eine Chance, die genutzt werden kann.

Aber die Menschen bauchen auch Jobs. Wer eine Ausbildung hat und nicht jahrelang arbeitslos war, findet zurzeit sofort eine Arbeit. Auch im Ruhrgebiet. Aber für die vielen Langzeitarbeitslosen sieht es schlecht aus. „Und jetzt kommen die Flüchtlinge auch noch auf den Arbeitsmarkt. Die meisten von ihnen haben kaum eine Chance.“ Im Essener Norden schon gar nicht. Während in der ganzen Stadt Gewerbeflächen Mangelware sind, gibt es im Norden noch jede Menge Platz für ansiedlungswillige Unternehmen. Aber die wollen nicht hierhin. Dafür breiten sich Islamisten aus. Der Islamische Bund Essen will sich vergrößern, die Abu Bakr Moschee reicht nicht mehr. Der Islamische Bund gilt als radikal. Polizei und Verfassungsschutz attestieren eine Nähe zu Salafisten. Karlheinz  Endruschat will nicht, dass es zu dem Moscheeneubau kommt. „Wir dürfen kein Zentrum für radikale Islamisten werden. Was soll der Norden Essens denn noch ertragen?“

Endruschat ist kein Rechtsradikaler. Er hat nichts gegen Muslime. Er ist ein ruhiger, besonnener Mann, ein Kümmerer, einer von der Sorte, die die SPD einmal groß gemacht hat im Ruhrgebiet, weil sie ein offenes Ohr für die Probleme der Menschen hatten, weil sie keine Ideologen waren, sondern wussten, wo es galt, anzupacken.

Endruschat will, dass Altenessen und all die anderen Problemstadtteile, Vogelheim, Karnap, Altendorf, nicht verslummen. Dass es Probleme gibt, ist für einen wie ihn normal, mit Problemen hatte er als Sozialarbeiter und Lokalpolitiker immer zu tun. Was er will, ist eine faire Chance, die Probleme auch lösen zu können. Und dass es nicht mehr Menschen wie seine Tochter machen: „Die ging nach der Schule hier weg, sie hat es nicht mehr ausgehalten und wollte in Altenessen keine Familie gründen.“

Janina Herff Foto: Privat

Auch die SPD-Ratsfrau Janina Herff aus Kupferdreh, unlängst von den Linken über ein Zwischenspiel  in einer kleinen Ratsgruppe zur SPD gewechselt, sieht im Norden ein Versagen der Politik, das auch ihre neue Partei mit einschließt: „Im Norden von Essen hat die Stadtpolitik mit Hilfe von Land und Bund sich durch jahrzehntelange Ignoranz und Untätigkeit einen riesigen Problembären herangezogen.“ Im Norden würden sich Armut, wirkungslose Integrationsversuche und Kriminalität mit niedrigen Bildungsniveaus und hoher Arbeitslosigkeit mischen. „Klar nerven mich auch die migrantischen Jugendlichen mit ihren blöden Pöbeleien oder die mitternächtlichen Marktplatzrunden mit fetten Audis“, sagt Herff. Betrachtet man die Entwicklung im Essener Norden, hätten extremer Islam und AfD sogar was gemeinsam: „Beide dienen als Rückzugsort von real oder gefühlt abgehängten Menschen.“

Dass die Menschen im Norden unzufrieden sind, kann Herff verstehen: „Durch die Flüchtlingsdebatte werden die Probleme nun endlich in den Fokus gerückt. Gut so.“ Man müsse kein Nazi sein, um zu sagen „Ja, der Essener Norden hat ein gewaltiges Problempotential. Wer das leugnet, hat die letzten Jahre schlicht verpennt.“ Sie könne gut verstehen, dass die jahrelange Realitätsverweigerung der handelnden Akteure, auch in Teilen der SPD, die Menschen vor Ort nur noch wütend mache.
Herff hat viele Ideen, was im Essener Norden zu tun wäre: „Polizeipräsenz erhöhen und Geld in die Hand nehmen.“ Die Gammelimmobilien müssten weg und schicke Eigenheime gebaut werden. Dafür sollten im Süden preiswerte Wohnungen entstehen, die sich auch arme Menschen leisten können. „Villen für den Norden, dann klappt es auch mit dem Nachbarn“, sagt Herff und umschreibt ein zutiefst sozialdemokratisches Programm: die Verhinderung von Elendsquartieren durch eine soziale Mischung der Stadt. Sie würde diese Ideen gerne in ihre Partei einbringen, aber zu der exklusiven Gruppe, die sich mit dem Norden beschäftigt, ist sie nicht eingeladen worden.

Die Essener SPD hat in den vergangenen Jahren schwere Niederlagen erlitten. Sie hatte der AfD und dem Überläufer Guido Reil wenig entgegenzusetzen. Mangelnde Offenheit wird dafür sorgen, dass sich in Zukunft daran auch kaum etwas ändern wird. Der Kampf um die Deutungshoheit über die Probleme des Nordens ist auch ein Machtkampf: Die SPD der kleinen Leute tritt an gegen die SPD der grün angehauchten Betroffenen. Eine spannende Frage, bei der es um das Überleben der SPD geht. Nicht nur in Essen.

Teile des Artikels erschienen in ähnlicher Form bereits in der Welt.

 

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15 Kommentare

  1. #1 | ke sagt am 24. Februar 2018 um 12:19 Uhr

    Warum soll es in Altenessen nicht so werden wie in der Dortmunder Nordstadt?
    Die meisten Strassen sind dort OK. Die Polizei wird langsam auch aktiv und schaut nicht nur zu.
    Es fehlt aber u.a. ein Rezept gegen die Langzeitarbeitslosigkeit.

    In diesem Bereich und auch bei den Deutschkenntnissen muss der Staat stärker fordern. Warum wird in den Problembezirken bspw. in den Supermärkten von den Kunden nur selten Deutsch gesprochen. Was man nicht nutzt, kann man nicht lernen.

    Die B224 hätte in Essen schon lange durch eine Verlängerung der A52 entlastet werden sollen, damit die Anwohner von den Verkehrsströmen entlastet werden. Insgesamt ist der Essener Norden mit dem Übergang nach GE schon ziemlich heruntergekommen. Ein gutes Beispiel für die Verdrängung ist, dass man nicht merkt, dass man Problembezirke wie die Dortmunder Nordstadt schon lange unterboten hat.
    Die Uni, ThyssenKrupp sind sicherlich Ansiedlungen, die Potenzial und Strahlkraft haben könnten, wenn die Umgebung nur stimmen würde.

  2. #2 | thomas weigle sagt am 24. Februar 2018 um 12:28 Uhr

    Typisch für die Ruhrbarone, Herr Laurin gibt den Rassisten und lässt auch solche zu Wort kommen. TSTSTS!!! Man kann doch nicht einfach die Probleme beim Namen nennen, ohne sie wenigstens gutmenschlich zu relativieren.

  3. #3 | Klaus W. sagt am 24. Februar 2018 um 12:32 Uhr

    "30 Prozent der Eltern unserer Gundschulkinder können kein Wort Deutsch"

    Ich halte diese Aussage für fragwürdig und bezweifele, dass Sie stimmt , da unter den Grunschüler mit "Migrationshintergrund " natürlich auch solche sind, deren Eltern bereits jahrelang hier leben und eventuell sogar hier geboren sind Diese sprechen natürlich Deutsch Sollten in Altenessen überproportional viele erst kurzzeitig hier lebende Zuwanderer/Geflüchtete wohnen, sorgt dies in der Tat für temporär und kurzfristig einzuleitende Unterstützungsangebote für den Stadtteil – Integrationskurse für die Eltern, ggf aufsuchende Sozialarbeit, Jobs im zweiten und dritten Sektor usw.. Das gibt es Lösungen.

    Ein Grund in der Gefahr, dass die AFD Stimmen gewinnt, liegt dann eher in Versäumnissen der SPD-regierten Ruhrgebietsstädte sowie der Landesregierungen in der Vergangenheit, als über Jahre ehemalige Arbeiterstadtteile kippten und vor sich her dümpelten.

    Natürlich besteht dann die Gefahr von AFD-Gewinnen, wenn der Anteil der Wahlberechtigten in diesen Stadtteilen aufgrund der stignatisierenden Unattrsktivität sinkt und vorwiegend diejenigen als Wahlberechtigte verbleiben, die objektiv zu den Verlierern des gesellschaftlichen Wandels im Ruhrgebiet zählen, übrig bleiben, während andere diese Stadtteile längst verlassen haben.
    Die Städte und das Land müssen Geld in die Hand nehmen – Integration kostet erst einmal., bevor sie gesellschaftliche Rendite abwirft.

  4. #4 | Jens Schmidt sagt am 24. Februar 2018 um 12:54 Uhr

    In Essen gibt es ja wohl kein Problem des gesamtstädtischen Migrantenanteils (denn der ist eher niedrig), auch nicht der Sicherheit (niedrige Kriminalität), sondern der Sozialäquator A40 scheint eine unüberwindbare Grenze zu bilden.

    Warum werden ausgerechnet in Essen von der SPD Demos gegen ein Flüchtlingsheim geplant und Migranten von der Tafel ausgeschlossen? Warum regen sich ausgerechnet in Essen die Konsumbürger über ein paar Alkoholiker vorm Hauptbahnhof oder Bettler auf dem Weihnachtsmarkt auf? Bleibt weiter so wehleidig, dann habt Ihr irgendwann so Euren Ruf weg wie Dresden mit Pegida.

    Diese Stadt ist voller Konzerne und Villen – und der Hass richtet sich gegen andere am unteren Ende der sozialen Skala, die einem etwas an der Tafel wegnehmen? Da läuft etwas in der Wahrnehmung schief! Und die SPD hat leider seit Schröder viel dazu beigetragen, dass die Gesellschaft eine solche soziale Spaltung erfahren hat.

  5. #5 | Thomas Rommelspacher sagt am 24. Februar 2018 um 15:34 Uhr

    Lieber Karlheinz,
    aus unserer Zeit als Grüne Ratsmitglieder solltest Du eigentlich wissen, dass kaum ein Stadtteil in Essen so gepampert wurde, wie Altenessen. Die damals laufende Sanierung gab dem Stadtteil ein neues Zentrum und verbesserte die Verkehrssituation. Sie kostete etwa 6oo Mio DM. Die paralell Laufende Aktion "Grüne 14" (später: 2o) hat die Grünflächen im Essener Norden von Grund auf erneuert und neue attraktive Erholungsflächen geschaffen. ZB. die Badezone entlang des Rhein-Herne Kanals. Zu einerSteigerung der Attraktivität von Altenessen hat auch das mit viel öffentlichem Geld geschaffene Kultur- und Stadtteilzetum Zeche Carl beigetragen.
    Im gleichen Zeitraum hat die Privatierung vielen Zechenhäuschen hunderten von Stadtteilbewohnern die Möglichkeit gegeben, relativ günstig Wohneigentum zu schaffen. Du selbtst wohntest damals in einem der schmucken Miet-Einfamilienhäuser, die die städtische Allbau in Altenessen errichtete.
    Der Stadtteil hat eine exzellente Verkehrsanbildung. Vom Autobahnkreuz Essen-Nord über die neue U-Bahn (1o Minuten zur Uni und 15 zur City bzw. zum Hauptbahnhof) bis zum direkten Anschluss an das regionale Radwegenetz. Darüber hinaus haben Entwicklungen im direkten Umfeld (Saniertung um Umbau des Zentrums von Karnap, Bau der Uni Essen, Schaffung des Weltkulturerbes Zollverein) auch die Attraktivität und das Image von Altenessen gesteigert.
    Alles in Allem haben Stadt und Land in den letzten 3o Jahren sehr viel in Altenessen bewegt. Wenn das von dir beweinte Elend hier tatsächlich herrscht (ich halte das eher für eine politisch motivierte Falschmeldung) dann musst Du nach anderen Gründen suchen. Vielleicht denkst Du mal über ein Versagen der lokalen politischen Klasse nach?

  6. #6 | ke sagt am 24. Februar 2018 um 16:15 Uhr

    @5 T. Rommelspacher:
    Investitiionen sind immer eine Wette auf die Zukunft.
    Wurde hier evtl. an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei investiert?
    Auf Anhieb könnte ich mir nicht vorstellen, dorthin zu ziehen, auch wenn ich in der City arbeiten würde. Mein Bild ist dabei insbesondere von der Anfahrt aus dem Norden via PKW geprägt.
    Dauerstau, Dreck, hässliche Gebäude.

    Ferner sind die beschriebenen Initiativen auch schon ein paar Jahre her. Wenn man da bspw. bedenkt, wie sich China in den letzten 20 Jahren verändert hat.

    Ein weiterer Aspekt sind natürlich auch die Grenzen öffentlicher Investitionen. Wenn die Privatleute nicht mitmachen und alles verkommen lassen, d.h. insbesondere vor ihrer Hütte nicht auch ein wenig auf den Dreck der Strasse schauen, sind wir schnell im Bereich der Broken Windows. Ohne Eigeninitiative schaffen wir es nicht, und die Verdreckung unserer Strassen durch Müll nervt mich in letzter Zeit immer mehr. Der nordwestliche Essener Bereich ist mir hier besonders in schlechter Erinnerung geblieben.

  7. #7 | ruhrreisen sagt am 24. Februar 2018 um 18:16 Uhr

    Solange die Ruhrgebietstädte nicht kapieren, dass sie alle – oder fast alle – dasselbe Problem haben, werden sie auch nicht an einem Strang ziehen. Aber genau das ist längst überfällig. Im Gegenteil, jetzt spielen sich sogar die einzelnen Stadtteile gegeneinander aus. Das ist so kleingeistig, dass einem übel wird. Macht so weiter – diejenigen, die über ihre multikulturellen Familienclans und weitreichenden europäischen Vernetzungen längst kapiert haben, das sich mit Armut verdammt viel Geld ganz ohne Bildung verdienen lässt, wo bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist, lachen sich über soviel Dummheit ins Fäustchen.

  8. #8 | Karlheinz Endruschat sagt am 24. Februar 2018 um 19:30 Uhr

    Lieber Thomas Rommelspacher,
    über Deine Behauptung, dass Altenessen in der Vergangenheit „gepampert“ wurde, kann ich im Grunde nur bitter lachen. Es ist die typische arrogante Sicht des Rüttenscheiders, der aus seinem Kiez mitleidig nach Norden schaut.
    Ja, es ist nach jahrzehntelanger Vernachlässigung viel Geld in Altenessen investiert worden. Und auf die Zeche Carl oder die Grünzüge sind wir auch stolz. Das ändert aber nichts daran, dass die Kinder, die heute hier geboren werden, nicht die gleichen Chancen in ihrem Leben haben werden, wie die aus Rüttenscheid und den anderen Stadtteilen im Essener Süden, egal ob sie Deutsche oder Migranten sind. Die Postleitzahl entscheidet über das Glück von Kindern.
    Und daran ändert das Vorhandensein eines Stadtteilzentrums, von Radwegen oder gute Verkehrsanbindungen nichts. Jedenfalls hat dies nicht zu einer vernünftigen Bevölkerungsstruktur beigetragen, die EPSO- Studien belegen dies eindrucksvoll. Die Situation in den Kitas und Schulen ist katastrophal, darauf haben auch die Schulleiter in ihrem Hilferuf hingewiesen. Mit ein paar Quadratmetern Grünfläche ändern wir nichts. Und Zollverein liegt nicht einmal in Altenessen, wie Du sicher weißt. Überrascht bin ich über die Badezonen, die Du ausgemacht haben willst. Ich fürchte, Du warst lange nicht mehr hier.
    Zu Deinen Ungenauigkeiten gehört auch, dass Du die Behauptung aufstellst, ich hätte in einem schicken Reihenhaus der Allbau GmbH gewohnt. Nimm zur Kenntnis, dass ich niemals Mieter der Allbau GmbH war. Richtig ist, dass ich dieses kleine, preiswerte, kellerlose Häuschen in Altenessen damals gekauft habe und auch nicht vom Allbau. Was soll das?
    Und ja, die „politische Kaste“ , zu der wir gehören, hat Fehler gemacht. Das gibt uns aber nicht das Recht auf ein „weiter so“.

  9. #9 | Klaus Lohmann sagt am 24. Februar 2018 um 23:59 Uhr

    "Ich leite eine Arbeitsgruppe.."
    Puuh, und ich hatte fast befürchtet, da könnte sich u.U. mal was ganz Neues bei der SPD in Essen drehen. Aber es bleibt ja doch beim guten alten Arbeitskreis…

  10. #10 | Meier sagt am 25. Februar 2018 um 00:03 Uhr

    Tja, so kanns gehen.
    "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"

  11. #11 | Ali sagt am 25. Februar 2018 um 14:29 Uhr

    Man kann Probleme nur lösen, wenn man sie klar benennt.

    Würde mich nicht wundern, wenn das Ruhrgebiet demnächst die „Herzkammer der AfD“ wird.

  12. #12 | Maren Gerster sagt am 25. Februar 2018 um 16:27 Uhr

    … und das ist auch gut so. Nur so kommen die Altparteien wieder zur Besinnung und denken an das Volk; und da mache ich keinen Unterschied ob hier geboren oder anders wo. Die SPD implodiert gerade von innen.

  13. #13 | Wolfram Obermanns sagt am 25. Februar 2018 um 20:40 Uhr

    Krass, in #5 versucht ein Grüner den Sozialäquator im Rückgriff auf Investitionen der 70'er (wenn Wikipedia recht hat) wegzudiskutieren.

  14. #14 | Axel Dronske sagt am 27. Februar 2018 um 20:33 Uhr

    ich habe an alle politiker nur eine frage? wie konnte es nur so weit kommen. das menschen die unser land aufgebaut haben und es zu dem reichtum gebracht haben in dem wir heute leben ,das die heute auf die tafel angewiesen sind .uns wurde gesagt das deutschland so reich ist das die flüchtlinge kein problem sind aber unsere renter müssen sich erniedriegen lassen und zur tafel gehen und werden da noch von flüchtlingen vertrieben . wir haben alle omas und opas die das nicht verdient haben wir solten uns alle SCHÄMEN !!!!jetzt denkt mal alle an eure rente die jetzt sagen wieder ein rechter dennen wünsche ich die Tafel

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