Loveparade und Kulturhauptstadt

Herbst 2007 in Athen. Ein Forum über Kreativwirtschaft, Es wird viel geredet. Mit dabei: Bernd Fesel von der Ruhr2010 GmbH. Er erklärt, warum die Loveparade Teil der  Strategie der  Ruhr2010 GmbH zur Förderung der Kreativwirtschaft ist.

Ein paar hunderttausend Leute, laute Musik, Alkohol und ein paar Drogen: Für die meisten war die Loveparade in den vergangenen Jahren nicht mehr als eine große, auf den Hund gekommen Party. Ihr Hip-Status war so groß wie der des McFit-Bananenmännchens.

Für Bernd Fesel war sie Teil einer ausgeklügelten Strategie zur Förderung des Segments Music/Live Entertainment als wichtigem Sektor der sagenumwobenen Kreativwirtschaft. Und ein Erfolg der Arbeit der Ruhr2010 GmbH, mit der man auf der Konferenz in Athen gerne etwas angab. Im besten Marketingdeutsch erklärte Fesel, man setze bei der Entwicklung der Kreativwirtschaft sowohl auf eine bottom-up als auf eine top down Strategie.  Vor dem inneren Auge sieht man die Experten aus  ganz Europa  schonnervös auf ihren Stühlen herumrutschen.

Ruhr2010 is aiming to promote the approximately 20.000 creative entrepreneurs in 52 cities of the Metropol Ruhr by

a.) strengthening its inherent market principles, focusing the European Market

b.) initiating an-going cultural and economic process

To reach these aims we are adopting a bottom up as well as a top down strategy which is sector specific as well as sector-integrating. Here are some examples:

Top-Down: The Love Parade moved from Berlin to the Metropol Ruhr. More than 1,0 Million visitors joined the Love Parade and the Love Weekend in August 2007 and generated business with a spending of almost 100 Euros per visitor.

Bottom-Up: A forum of all music clubs in the Metropol Ruhr was established and a hearing on the music market started. Now the music entrepreneurs and the music market start re-organizing marketing, European exports and local communication – being coached and “networked” by the team Creative Industries at Ruhr2010.
Currently a European export strategy is worked on.
This is example is almost a blue-print for increasing market efficiency: The costs of information are reduced by market hearings and commissions. The actors are acting – and are thus automatically planning for more than a single event in 2010. Creative Industries Ruhr2010 is acting as a moderator and information-broker – not only in the music sector, but also in other sectors of the creative industries; not only in the field of finance, but also in others fields such as digital communication and journalism.
Sicher, die Loveparade wurde nie von der Ruhr2010 GmbH organisiert – aber zumindest 2007 tat man so, als ob ihre Umzug ins Ruhrgebiet ein strategischer, wirtschaftlicher Erfolg sei, an dem man beteiligt war. Man warb mit diesem Erfolg, mit dem man nichts mehr zu tun haben wollte, als er zur Tragödie wurde.

Der Ruhrpilot

Bochum: Was bringt die FIFA-WM der Stadt?…Ruhr Nachrichten

NRW: „Mehr Kultur für Kinder“…Welt

NRW II: Laschet prescht vor…Welt

Karstadt: Verdi kritisiert Verzögerung beim Verkauf…Der Westen

Dortmund: Sand von Solendo wird auf PCB untersucht…Der Westen

Dortmund II: Bürohaus wegen Einsturzgefahr vorerst gesperrt…Ruhr Nachrichten

Essen: Regenbogenfarben und Protest beim CSD…Der Westen

Duisburg: Zurücktreten Bitte! Und Abstand halten!…Mimi Müller

Bochum II: Fiege Kino Open Air…Pottblog

Wirtschaft: Aus Herrn Schäubles Chart-Werkstatt…Weissgarnix

Prost: Kult-Biermarke Karlsquell…Spiegel

Byt FM: Neue Shows…Kochplattenteller

Der Ruhrpilot

adolf_sauerland
Adolf Sauerland

Loveparade: Sauerland war über Chaos-Planung informiert…Spiegel

Loveparade II: „Die Stadt ist aus dem Gleichgewicht“…FAZ

Loveparade III: Schaller schrottet Lamborghini…Welt

Loveparade IV: Rüttgers gerät ins Zwielicht…Tages-Anzeiger

Loveparade V: Offener Machtkampf im Duisburger Rathaus…Der Westen

NRW: CDU-Triumvirat im Westen…FAZ

NRW II: Laschet greift nach Vorsitz der CDU…Welt

NRW III: Gesamtschule wieder ganztags…Der Westen

Ruhrgebiet: Wo aus Gasometern Kathedralen werden…OTZ

Essen: Internationale Schule Ruhr  eröffnet…Der Westen

Herne: Cranger-Kirmes eröffnet…Pottblog

Dortmund: Sohn (3) von Envio-Mitarbeiter mit PCB vergiftet…Der Westen

Herne II: Neue Fahrgeschäfte für Rummel-Fans…Ruhr Nachrichten

Kultur: Tocotronic-Frontmann beschallt Theben…Spiegel

Werbung
Werbung


Der Ruhrpilot

Dattelner Kraftwerksbau: Erste Zerreißprobe für Rot-Grün in NRW…Ruhr Nachrichten

Loveparade: Keiner ist ohne Schuld…Zeit

Loveparade II: Heuking arbeitet gerne für die  Stadt…Der Westen

NRW: Zum Start eine Katastrophe…Zeit

Karstadt: Borletti blitzt bei Übernahme ab…Welt

RIM: Blackberry-Kaufargument wird zum Boomerang…Welt

Bochum: Das 3. Tortenprozess-Urteil…Bo Alternativ

Bochum II: SparkassenGiro 2010 am Wochenende…Pottblog

Dortmund: Nächste Runde im Kampf um FZW…Ruhr Nachrichten

Dortmund II: Land fordert 1,5 Millionen Euro von Envio…Der Westen

Essen: Apfel-Insel im Baldeneysee steht auf der Kippe…Der Westen

Bönen: KiK –  Wie machen die das so billig?…Querblog

Bundestag: Kurzprotokoll der ersten Internet-Enquete-Anhörung…Netzpolitik

Werbung
Werbung


Der Ruhrpilot


Loveparade Duisburg

Loveparade-Gutachten: Wie glaubhaft ist Frau Dr. Ute Jasper?…Xtranews

Loveparade: Offener Brief von Duisburgs OB-Legende Jupp Krings an Adolf Sauerland…Der Westen

Loveparade II: Raven in der Kontrollgesellschaft…Jungle World

Loveparade III: Loveparade-Sitzung endet mit Schuldzuweisungen…Welt

NRW: Land will Schüler fit machen für Facebook…Der Westen

Ruhr2010: Bücher erzählen vom Wandel im Ruhrgebiet…Zeit

Ruhrgebiet: Metroräder haben schwierigen Start…Ruhr Nachrichten

Bochum: Margot Käßmann wird Professorin in Bochum…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Ikone Käßmann…FAZ

Dortmund: Borussia Dortmund vor dem FC Schalke 04 – bei den Trikots…Pottblog

Gelsenkirchen: Zwangsverheiratung – Hintergründe und Handlungsempfehlungen…Hometown Glory

Medien: Pro Kulturflatrate – 5 simple Bedingungen…Mediaclinique

Leistungsschutzrecht: 10 Gründe gegen eine „Presse-GEZ“…Carta

Rauchen: Es ist wie eine Sucht…Das Blättchen

Duisburgs wertloser Heuking-Bericht

Die Stadt Duisburg hat einen Bericht zur Loveparade-Katastrophe  veröffentlicht. Die Quintessenz: Die Stadt hat im Vorfeld der Loveparade einen guten Job gemacht. Für die Sicherheit auf dem Gelände und in dessen Umfeld  seien Polizei und Veranstalter verantwortlich gewesen.

Die Stadt Duisburg hat heute auf ihrer Internetseite einen 32seitigen Bericht der Anwaltskanzlei Heuking, Kühn, Lüer, Wojtek veröffentlicht – den sie selbst in Auftrag gegeben hat. Wir haben bei der Stadt und Heuking nachgefragt, was der Bericht gekostet hat. Heuking will sich dazu nicht äussern. Wenn  wir die Information von der Stadt erhalten,  werden wir sie sofort in den Artikel einpflegen.

Der Bericht belastet den Loveparade-Verantstalter Lopavent und die Polizei: Die hätte beispielsweise durch parkende Wagen Fluchtwege verkleinert. Lopavent soll sich nicht an Auflagen gehalten haben.Schlecht weg kommt auch der Gutachter der Stadt, Prof. Schreckenberg. Der hat das Gesamtkonzept von Lopavent als  „gut“ bezeichnet.  Der Bericht ist gut für die Stadt: „Die Stadt Duisburg hatte keine  allgemeine oder gar übergeordnete Zuständigkeit für die Sicherheit der der gesamten Veranstaltung.“

Der Heuking-Bericht arbeitet formal die Verfahren der Stadt ab und kann keine Mängel erkennen. Fehler haben nur die anderen gemacht.

Das es innerhalb der Verwaltung Kritik an dem Loveparade-Konzept gab, wird ignoriert. Auch die Frage der politischen Verantwortung wird nicht gestellt. Duisburg hat für sein Geld einen weitgehend überraschungsfreien Bericht bekommen, der die Stadt und den OB gut aussehen lässt. Bezahlt von den Steuergeldern der Duisburger Bürger, die Aufklärung und die Übernahme politischer Verantwortung wünschen.

Am 25. Juli haben wir geschrieben, dass die Vertuschungsgefahr Grund genug für den Rücktritt (nicht nur) von OB Adolf Sauerland ist. Der Heuking-Bericht zeigt, dass Sauerland sein Amt zu nutzen weiß, um sich selbst reinzuwaschen. Er hat den Zugriff auf die Akten, er kann bestimmen wie sie interpretiert werden. Und Sauerland nutzt seine Chance. Aufklärung geht anders. Sie geht gegen die Stadt, gegen Sauerland und gegen Lopavent. Vielleicht auch gegen die Duisburger Polizei. Das alles werden wir nach dem Abschluss der Ermittlungen wissen.