
Ab 2021 sollen die Rundfunkgebühren steigen. Doch ab dann wird man nicht nur Geld für TV-Sender, die man nicht mehr schaut und Radioprogramme, die man nicht mehr hört bezahlen. ARD- und ZDF wollen das zusätzliche Geld nutzen, um die Herzen der Beitragszahler zu erobern.
Tom Buhrow, der Intendant des WDR, ist ein Mann klarer Worte und macht sich keine Illusionen: „Wir haben alles versucht, um die Gunst der Zuschauer und Zuhörer wieder zu erlangen aber wir müssen einsehen: Es macht keinen Sinn.“ Dass es Buhrow und seinen Kollegen der anderen Sender trotzdem gelungen ist die, die für die Höhe der TV-und Radiogebühren zustände KEF von einer Gebührenerhöhung zu überzeugen, liegt an einem wagemutigen Plan: „Ab 2021 erhalten alle Gebührenzahler einen kostenlosen Zugang zu Netflix. Die Leute sollen schauen was sie wollen.“ Im Gegenzug werden die Abteilungen der öffentlich-rechtlichen Sender geschlossen, die sich der Serienproduktion beschäftigen. Im Bereich Spielfilm werden die Etats um 80 Prozent gesenkt. Ausnahme bildet der Tatort. Buhrow: „Der Tatort soll künftig in Kooperation mit Netflix produziert und international vermarktet werden.“ Die ARD bringt in die neue Partnerschaft Name, Logo und Titelmelodie ein. „Um die Drehbücher“, sagt Buhrow, „werden sich künftig die Profis von Netflix kümmern.“