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Avanti Dilettanti: NRW-Landtag blockt Internetseite von Anti-Nazi Initiative „Arsch Huh“

arschhu

Die Initiative Arsch Hu ist schon seit über 20  Jahren gegen Nazis aktiv – und allein durch ihre Konzerte und Aktionen in Köln bekannt. Bis zu den IT-Verantwortlichen des nordrhein-westfälischen Landtags hat sich das allerdings noch nicht herumgesprochen: Sie blockieren den Zugriff auf die Seite, weil sie zur Kategorie „Hate & Intolerance“ zähle. Abgeordnete und Mitarbeiter können sie nicht aufrufen. Das Bild hat der Piraten MdL-Kai Schmalenbach gerade auf Twitter verschickt. „Germany’s Digital Powerhouse – North Rhine-Westphalia“ – so präsentierte sich NRW im März stolz auf dem South by Southwest-Festival in Texas. Im Landtag powerhoused allerdings nichts – dort heißt es Avanti Dilettanti.

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9 Kommentare zu “Avanti Dilettanti: NRW-Landtag blockt Internetseite von Anti-Nazi Initiative „Arsch Huh“

  • #1
    TuxDerPinguin

    ich glaube nicht, dass der Filter so funktioniert,dass ein Mitarbeiter dort Webseiten in eine Blacklist aufnimmt.
    Es wird eher so herum funktionieren, dass eine automatische Filterung stattfindet, und explizit Seiten in eine Whitelist aufgenommen werden müssen, die dennoch nicht geblockt werden sollen. Von daher sollte man die mal informieren, dass es etwas zum whitelisten gäbe. Erst wenn die das ablehnen, dann kann man sich in Artikeln drüber lustig machen.

  • #2
    Nansy

    Das Problem solcher Filter ist nicht neu – auch das Video „Fuck the EU“ ist auf den Rechnern von Staatsbediensteten gesperrt, weil es das Wort „fuck“ enthält:

    http://www.taz.de/Internetzensur-in-Bundeseinrichtungen/!135717/

    Es geht also weniger um politisch gewollte Ausgrenzung, sondern um das falsche Vertrauen auf angebliche funktionierende Filtersoftware. Überall wo solche Filtersoftware eingesetzt wird, werden solche absurden Ergebnisse erzielt…

  • #3
    KClemens

    @#2 | Nansy

    Es würde mich nicht wundern, wenn man solche Seiten bewusst auf Sperrlisten setzt. Digitale Mauer halt.

    Davon werden wir in Zukunft noch viele erleben, fürchte ich.

  • #4
    Nansy

    @#3 | KClemens

    auch das halte ich für möglich – die Sperrfilter für Pornograhie im Internet in anderen Ländern haben solche „Merkwürdigkeiten“ schon hervorgebracht.
    Solche Filterprogramme schaffen ja automatisch neue Begehrlichkeiten.

  • #5
    Guy Fawkes

    Das souveräne Volk wählt den Landtag und
    diese lassen sich ihr Internet filtern.

    Ich verlange das ungefilterte Internet für die
    von mir gewählten Abgeordneten…

  • #6
    keineEigenverantwortung

    Kontrollierte Medien sind natürlich wichtig. Vermutlich will sich nicht nachsagen lassen, dass ein aktueller Trend verpasst wird.

    Unser Innenminister will ja auch für die richtigen Texte und Bilder sorgen:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/NRW-Innenminister-Polizei-soll-ueber-Twitter-und-YouTube-in-die-Medienoffensive-gehen-2157178.html

    Es gibt wirklich kein Thema, das der Mann nicht durchs Dorf treibt.

    Wann kümmert er sich endlich mal um seine eigentlichen Aufgaben?
    Achso, der nächste Blitzermarathon hat Priorität.

  • #7
    Wolfgang

    Bla bla bla… da ist eine Webseite durch irgendeinen dilettantisch eingerichteten Filter nicht erreichbar, und schon gibt es linke Verschwörungstheorien von kontrollierten Medien. Wetten, dass die Landtagler zu Hause auch alle Internetanschlüsse haben, auf denen sie auch diese Seite anschauen können. Nett auch der Hinweis auf den Blitzermarathon. Wenn du sonst keine Probleme hast, dann gehts ja.

  • #8
    Kai Schmalenbach

    OK, ich muss dann wohl ein paar Erklärungen dazu liefern.
    1. Es ist das Gastnetzwerk, das gefiltert wird, das Landtagsnetzwerk selber wird nicht gefiltert. Problem dabei – unsere privaten Rechner, die wir aus Unzulänglichkeitsgründen, die ich zum Teil hier aufführe http://www.piratenfraktion-nrw.de/2014/03/laptops-im-plenum-oder-der-schwere-weg-des-landtags-nrw-ins-digitale-zeitalter/ nutzen müssen(!), dürfen nicht in das interne Netzwerk.
    2. Overblocking ist für solche in Firewalls integrierte Filter kein neues Problem, sondern permanent in der Debattte. Das Wort wird nun im Zuge der Debatte um den JMStV noch häufiger auf uns zukommen.
    3. Overblocking kann man aber auch verhindern, indem man die Filter weniger scharf einstellt.
    4. Dieses Overblocking hat in der Vergangenheit mehrfach dazu geführt, dass wir unsere Sitzungen nicht streamen konnten. Die Reaktionszeit auf Meldungen zum Overblocking ist gelinde gesagt suboptimal, da
    5. Die Filter nicht in der Hand der Landes-IT sind, sondern das gesamte Gastnetzwerk outgesourced ist, was ich persönlich für ein NoGo halte.
    6. Im Overblocking landeten auch schon Hanfjournal.de und queer.de . was das für ein Netzwerk bedeutet, das häufig von den Politikern im hause genutzt wird und auf Grund von technischen Unzulänglichkeiten im Haus auch genutzt werden muss, überlasse ich der Bewertung der Leser 🙂

  • Pingback: Links anne Ruhr (28.03.2014) » Pottblog

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