BDS-Unterstützer: Wenn kritische Künstler es ernst meinen würden, würden sie deutsche Steuergelder boykottieren

Inke Arns, Künstlerische Leitung Hartware MedienKunstVerein (HMKV)

Nach der „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“ , in der sich vor allem Intendanten und andere Kulturmanager zusammen geschlossen haben, melden sich nun über 1000 andere „Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Schriftsteller*innen und Kulturschaffende“ zu Wort, um für das Recht auf Israelboykott und die Zusammenarbeit mit Antisemiten zu streiten. Leider kann ich diese Initiativen nicht ganz ernst nehmen, denn ihnen allen fehlt ein wenig der Biss. Sie regen sich über den Beschluss des Bundestages auf, mit dem sich das Parlament gegen die antisemitische BDS-Kampagne gestellt hat und wollen, das künftig wieder Juden- und Israelhasser mit deutschen Steuergeldern unterstützt werden, schrecken aber davor zurück dass von ihnen für andere geforderte Recht auf Boykott selbst zu nutzen. Es wäre beeindruckend, wenn sie nicht Israel, sondern Deutschland boykottieren und auf alle Zuschüsse aus staatlichen Quellen verzichten würden, bis der Bundestag seinen BDS-Beschluss rückgängig gemacht hat. Was wäre das für ein Zeichen der Solidarität? Und wieviel Geld würden die Steuerzahler sparen. Es wäre eine Win-Win-Situation. Die einen hätten wenigstens eine kleine Chance, ernst genommen zu werden. Die anderen hätten mehr Geld in der Tasche. Ok, für Inke Arns vom Hartware-Medienkunstverein, aus Dortmund, die den Aufruf ebenfalls unterschrieben hat, würde das Leben nicht einfacher, wenn sie kein Geld der Stadt Dortmund mehr bekäme, die sich ebenfalls gegen den BDS gestellt hat. Aber während sie Bontempiorgel in der Fußgängerzone spielen würde, um ein wenig Geld zu verdienen, hätte sie zumindest ein Gefühl von Würde,. Was ja auch nicht schlecht ist. Aber so ist das alles nur erbärmlich und feige.

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5 Kommentare

  1. #1 | Pirrun sagt am 15. Dezember 2020 um 21:00 Uhr

    Mal ehrlich, glaubt irgend jemand ernsthaft, dass der Autor annähernd über das intellektuelle Potenzial verfügt, sich hier mit Personen wie Inke Arns, Katharina Sieverding, Jerome Bel, Ayse Erkmen, Forensic Architecture, Hans Haake, Carl Hegemann, Slavoj Zizek oder Marcel Odenbach anzulegen? Dieser Textversuch, in dem manisch vor jedem zweiten Wort "antisemitisch" hingeschmiert ist, als müsse sich der Autor ständig seiner eigenen moralischen und weltanschaulichen Überlegenheit versichern, in dem aus jedem Satz nur die Unfähigkeit oder der Unwillen, sich mit dem Anliegen der Unterzeichnenden auch nur im Ansatz auseinanderzusetzen, dampft, spricht auf jeden Fall nicht dafür.

  2. #2 | nussknacker56 sagt am 15. Dezember 2020 um 21:17 Uhr

    Wer von Staatsknete lebt darf natürlich seine eigene Meinung haben und diese äußern – wie alle anderen auch. Aber was die Nennung des Berufs mit einer qualifizierten Meinungsäußerung zu tun haben soll, bleibt rätselhaft. So ist auffällig, dass immer wieder Individuen, die im weitesten Sinne als „Künstler*innen“ fungieren, sich gerne als solche zu Gehör bringen wollen, gerade so, als ob deren Gesagtes dadurch ein besonderes Gewicht gewänne oder diese „Künstler“ durch ihre Tätigkeit über ein besonderes Wissen verfügten.

    Man stelle sich vor, alle Kfz-Mechaniker äußern sich als „Kfz-Mechaniker“ und leiten daraus besondere Kompetenzen ab. Ein Gelächter ohnegleichen würde losbrechen; nur Künstlern, Intellektuellen und – ach, Gott! – Wissenschaftlern, bleibt dies scheinbar erspart.

    So wurde der Kameruner Achille Mbembe in gewissen Kreisen als „großer Denker“ herumgereicht. Sofern man sich die Mühe macht, ihn seiner beeindruckend wortgewaltigen Verkleidung zu entledigen, kommt ein Lügner, Antisemit und ein „postkolonialer“ Schwarzweiß-Denker zum Vorschein. Wer das Ergebnis benennt, sieht sich augenblicklich dem Gejammer seiner Fangemeinde („rassistisch!“) ausgesetzt.

    Judith Butler, eine weitere hochgejazzte Denkerin und Starfeministin, ist nochmals gewiefter in ihrer Wortakrobatik. Unterzieht man sie derselben Prozedur, sticht einem unweigerlich ihre absolute Meisterschaft im Relativieren von Terror und Verharmlosen von deren Protagonisten ins Auge.

    Eine Delegation von schwedischen „Intellektuellen“ (und nicht von Kfz-Mechanikern!) hat einem der schlimmsten Massenmörder der Geschichte, Pol Pot, im August 1978 in Kambodscha ihre Aufwartung gemacht und dazu einen schönen Reisebericht verfasst. Ein Intellektueller wie der berühmte amerikanische Linguist Noam Chomsky – auch so ein Israelhasser –, hatte diesem pathologischen Killer bis zuletzt die Stange gehalten. „Dieser [N.C.] hatte mit der Herrschaft der Roten Khmer sympathisiert und kam zu dem Schluss, die Opferzahlen seien stark übertrieben, die Zeugenaussagen der Flüchtlinge in Thailand wenig glaubwürdig und Pol Pot sei für die Morde nicht verantwortlich gewesen.“ (aus: Wikipedia)

    Daran sollte man sich gelegentlich erinnern, wenn „Intellektuelle“, Wissenschaftler und Künstler ihre angeblich besonderen Kompetenzen ins Spiel bringen. Dass diese Blasenbewohner sich heute spürbar gern zu Wort melden, wenn es um die Verteidigung der besonders abstoßenden „Kauft-nicht-bei-Juden“-Bewegung BDS geht, lässt eindeutige Rückschlüsse zu.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 15. Dezember 2020 um 21:31 Uhr

    @Pirrun: Ich bin da ganz entspannt.

  4. #4 | abraxasrgb sagt am 15. Dezember 2020 um 22:17 Uhr

    Nussknacker #chapeau et d´accord!

  5. #5 | ccarlton sagt am 16. Dezember 2020 um 04:20 Uhr

    Juden- und Israelhasser werden selbstverständlich mit deutschen Steuergeldern unterstützt. Ja sogar Judenmörder bekommen deutsches Geld, solange sie ihr Unwesen nicht innerhalb der deutschen Grenzen treiben.

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