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„Besonders düster sieht es im Ruhrgebiet aus“

Milliardengrab Industriekultur: Zeche Zollverein FotoLizenz © Jochen Tack/Stiftung Zollverein


Deutschlands Metropolregionen boomen, während der ländliche Raum und der Osten darben? Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Kooperation mit Wissenschaftlern vier deutscher Hochschulen wollte es genauer wissen. Das Ergebnis: 19 von insgesamt 96 deutschen Regionen haben Probleme. Längst nicht alle liegen in Ostdeutschland oder auf dem platten Land.

In den drei Bereichen Wirtschaft, Demografie und Infrastruktur haben die Studienautoren für das Ranking insgesamt zwölf Indikatoren untersucht. Mit Blick auf die Wirtschaft liegen die Schlusslichter in Westdeutschland: Besonders düster sieht es im Ruhrgebiet und Bremerhaven aus.

Ostdeutschland hat indes vor allem ein Demografie-Problem. Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, Lausitz-Spreewald, Oberlausitz-Niederschlesien sowie Ost- und Südthüringen weisen ein hohes Durchschnittsalter der Bevölkerung auf, das in den vergangenen Jahren auch noch überproportional gestiegen ist.

Bei der Infrastruktur gibt es derweil deutschlandweit Probleme. Die drei westdeutschen Regionen Emscher-Lippe, Trier und Westpfalz plagen besonders hohe Verschuldungsquoten, während in den ostdeutschen Regionen Altmark, Magdeburg und Halle/Saale die digitale Infrastruktur noch in den Kinderschuhen steckt.

Mit Blick auf die Summe der Indikatoren gibt es in insgesamt 19 Regionen akuten Handlungsbedarf für die Politik, damit die Gebiete nicht den Anschluss verlieren. Dazu gehören elf Regionen in den neuen Bundesländern, vier Regionen in Nordrhein-Westfalen Duisburg, Essen, Bochum/Hagen, Emscher-Lippe, Dortmund sowie Bremerhaven, das Saarland, Schleswig-Holstein Ost und die Westpfalz.

„Die betroffenen Länder sollten Schuldenerlasse für die Kommunen in Betracht ziehen, damit diese wieder handlungsfähig werden“, schlägt Michael Hüther, Direktor des IW, vor. „Eine kluge Regionalpolitik sollte den Kommunen die Möglichkeit geben, sich selbst zu helfen“, ergänzt Jens Südekum, Studienmitautor und Ökonom an der Universität Düsseldorf. „Aber auch der Bund und die Länder sind in der Verantwortung.“

Weitere Stellschrauben sehen die Wissenschaftler darin, Bürgerschaftliches Engagement besser zu unterstützen und zu vereinfachen, Bildungsangebote in den betroffenen Regionen zu verbessern und das Netz – sowohl in Form von Schienen als auch von Breitbandinternet – auszubauen. „Die Regionalpolitik muss jetzt dringend gegensteuern, sonst werden die gesellschaftlichen Spannungen zunehmen und es kann zu gefährlichen Abwärtsspiralen kommen“, warnen Hüther und Südekum.

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4 Kommentare zu “„Besonders düster sieht es im Ruhrgebiet aus“

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  • #2
    Albrecht Marignoni

    Nachdem über Jahrzehnte Milliarden in diese Gegenden, insbesondere das Ruhrgebiet, geflossen sind, ist eine weitere Finanzierung durch den Zentralstaat abzulehnen. Die erheblichen Probleme des Ruhrgebiets sind überwiegend hausgemacht und der Einstellung der Mehrheit ihrer Bewohner zu verdanken. Städte und Gemeinden wollen nicht kooperieren und einige ließen sich eher in die Hängematte des Sozialstaats fallen als etwas neues aufzubauen. Die Forderung des Grundgesetzes nach einheitlichen Lebensverhältnissen ist m.E. obsolet, nicht nur, weil sie nicht erreichbar ist. Käffer wie Hamm, Duisburg oder ähnliches haben den Anschluß schon vor 30 Jahren verloren. Eine Aufholjagd ist nicht finanzierbar und es fragt sich, warum der Zentralstaat solche verkommenen Käffer am Leben erhalten sollte.

  • #3
    Ke

    #2 A Marignoli
    Die Flächenländer haben riesige landwirtschaftliche Flächen.
    Es gibt Windräder, Solarzellen und Biogasanlagen.
    Alle Käffer, die seit Jahren den Anschluss an die nicht subventionierte Lebensweise verpasst haben, sollten diese Subventionen vom Staat oder aus Gebühren gestrichen werden.
    Dann gibt es Berlin mit viel Chaos und noch mehr Transfers.

    Bitterfeld sieht wirklich in der Innenstadt wie ein Altenheim aus, obwohl auch dort mit den neuen Seen tolle Landschaften geschaffen werden.
    Diese Investitionen fehlen hier, genau wie die Gelder aus dem Verkehrsministerium, die immer Bayern First im Sinn hatten
    ..

    Das ganze System ist marode. Wer A angreift muss sich auch sonst umschauen

    Dann haben wir hohe Sozialleistungen durch neue Mitbürger. Ebenso müssen für viele eher schlecht ausgebildete Arbeitskräfte in einer digitalisierten Zukunft Jobs geschaffen werden.

  • #4
    Albrecht Marignoni

    Ja, wir brauchen eine neue Politik, neue Diskussionen und neue Übereinkünfte. All dem steht m.E. die AFD und die Volksparteien entgegen. Vermutlich muss es erst einen großen Knall geben, bis sich etwas tut.

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