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Bochum: SPD vergibt Chance bei der Kandidatenkür

Rathaus Bochum

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Nachdem Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) erklärt hat, im September bei der OB-Wahl nicht mehr antreten zu wollen, ist die Luft raus: Der Bochumer SPD-Chef und Landtagsangeordnete Thomas Eiskirch wird OB-Kandidat und natürlich die Wahl gewinnen. Die OB-Wahl in Bochum ist eine äusserst überraschungsfreie Veranstaltung und daher auch eher langweilig.

Nun gibt es über das – bereits im November innerhalb der SPD abgestimmte –  Verfahren der Kandidatenkür Diskussionen. Einige möchten die Parteibasis mehr mitbestimmen lassen, andere haben Angst von “Essener Verhältnissen” – dort diskutiert die SPD ob sie den amtierenden OB Reinhard Paß wieder aufstellt oder die von der örtlichen SPD-ChefinBritta Altenkamp favoritisierte Angelika Kordfelder aus Rheine.

Die Situation in Bochum ist mit der in Essen allerdings nicht zu vergleichen: In Bochum geht es um einen neuen Kandidaten, in Essen um eine parteiinterne Kandidatur gegen den sozialdemokratischen Amtsinhaber.

In einem drohenden langweiligen Wahlkampf der zu einem niedrigen Wahlbeteiligung führen wird, wäre eine offene Kandidatenauswahl der SPD eine Chance: Für die Sozialdemokraten, weil so etwas das Interesse der Öffentlichkeit wecken würde und für die Stadt, weil ein höheres Interesse zu mehr Wahlbeteiligung führen könnte.

Wenn die SPD stattdessen auf ein Kungelauswahlgremium setzt, in dem  der Sparkassenchef Mitspracherecht hat, zeigt sie nur, dass sie in Bochum eigentlich keine Partei imm klassischen Sinne ist, sondern der parlamentarische Arm des Öffentlichen-Dienstes.

Wäre  die SPD wenigstens bereit, etwas mehr Demokratie zu simulieren, wäre das alles wenigstens nicht mehr so peinlich.

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3 Kommentare zu “Bochum: SPD vergibt Chance bei der Kandidatenkür

  • Pingback: SPD-Vorstand: Thomas Eiskirch soll neuer Oberbürgermeister von Bochum werden #ratBO #kw15bo » Pottblog

  • #2
    Peter Neuenkämpfer

    In die Nähe von Journalismus kämen die Ruhrbarone, wenn Sie vielleicht etwas über die Kandidaten in Bochum berichten würden, die sich für geeignet hielten, Frau Scholz nachzufolgen.

    Was zeichnet Herrn Reinirkens aus, was Herrn Eiskirch. Auf welchen Gebieten liegen ihre Stärken und Schwächen. Wie sind sie politisch einzuordnen. Für was steht wer.

    Ich glaube mich zu erinnern, dass es auch so etwas wie Interviews geben soll. Herr Matheuszik vom Pottblog hat das irgendwie besser drauf.

  • #3
    Urmelinchen

    Diese OB-Kandidatur lag schon seit vielen, vielen Monaten in der Luft. Genosse Eiskirch will ja versorgt werden. Wer etwas anderes erwartet hat, kennt Bochums SPD nicht.

    Was die Kompetenzen des Kandidaten anbelangt, so ist seine Vita bewusst (?) nicht sehr aussagekräftig gehalten. Es tauchen zwar Worte wie Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre etc. auf, um am Ende beiläufig zu erwähnen, dass man das Hauptstudium nicht abgeschlossen habe. Ohne Abschluss des Hauptstudiums gibt es nun mal keinen Abschluss => Studium wurde also abgebrochen. Letzteres klingt natürlich nicht besonders schick und wird daher anders und natürlich aufbauschender umschrieben. Während des Studiums arbeitete man in einem Unternehmen der Wohnungswirtschaft, hatte selbstverständlich Prokura. Genauere Angaben zum Unternehmen finden sich nicht. Frage: War man selbst das Unternehmen? Ist ja nicht unüblich heutzutage von Firma und Unternehmen zu sprechen, hinter denen sich dann ein und auch wirklich nur ein freiberuflich / selbständig arbeitender Mensch verbirgt. => Schaumschlägertum für Anfänger.
    Und das war es auch schon. Die berufliche Laufbahn von Herrn Eiskirch spielte sich – den zugänglichen Informationen im Internet nach – in der SPD ab. Ergo Berufspolitiker.

    Ein erstes “trauriges” Interview nach seiner offiziellen Bestätigung als Kandidat für das Amt des OBs gab es auch schon. Das Phrasenschwein wurde dabei ordentlich gefüttert und wir lernen, dass es für dieses Amt “ne gute Mischung” braucht (Zitat). Welche Kompetenzen diese Mischung ausmachen, diese Antwort blieb uns der Kandidat leider schuldig. Vielleicht beim nächsten Mal.

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