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BVB: Zeichen in Richtung Lewandowski-Verbleib mehren sich – Fragezeichen im Sturm bleiben trotzdem

Robert Lewandowski (BVB), Foto: (c) Christopher Neundorf

Robert Lewandowski (BVB), Foto: (c) Christopher Neundorf

Ich muss zugeben, ich hatte eigentlich nicht mit einem Verbleib von BVB-Stürmer Robert Lewandowski über den Sommer hinaus beim Klopp-Team gerechnet. Aber es mehren sich, entgegen aller ursprünglichen Wahrscheinlichkeiten, inzwischen doch deutlich die Anzeichen, dass der Pole tatsächlich auch in der kommenden Spielzeit noch das Schwarzgelbe Leibchen tragen wird.

Ob das dann aber, gerade auch kaufmännisch, tatsächlich so klug ist, das ist eine ganz andere Frage.

Ich selber gehöre ja eigentlich eher zu der Fraktion, welche Reisende nicht aufhalten will. Wer sich nicht zu 100% mit seinem Verein identifiziert, der soll halt gehen, auch wenn es kurzzeitig den Fans weh tut. Vor diesem Hintergrund bleiben bei mir deutliche Zweifel an dem scheinbar tatsächlich vom Verein ausgesprochenen Wechselverbot in diesem Sommer.

Eine stolze Ablösesumme hätte es dem BVB durchaus ermöglicht innerhalb einiger Monate sportlich hochkarätigen Ersatz zu finden, wie ja die Beispiele der bisherigen Verpflichtungen zeigen.

Wie man ja auch konkret am Fall Götze sieht, wächst über einen Spielerabgang dann doch auch relativ schnell wieder Gras, sobald die Saison ohne einen ehemals zum Team gehörenden Star-Spieler startet.

Oder trauert aktuell noch jemand im Umfeld des BVB groß einem abgewanderten Mario Götze nach?

Das wäre sicher auch bei einem Lewandowski-Abgang wohl nicht anders gewesen. Nun verzichtet der BVB auf gute 20 bis 25 Millionen Euro, welche er bereits gut ein die Nachfolgeregelung hätte investieren können. Diesen Wert muss der Pole in den kommenden Monaten erst einmal durch top Leistungen wieder ‚einspielen‘.

Denn noch ist es dabei natürlich auch völlig offen, wie viele Tore der polnische Nationalspieler im nächsten Jahr überhaupt noch im Borussentrikot erzielen wird. Was ist im Falle einer längerfristigen Verletzung? Was ist, wenn seine Motivation im Laufe der Monate doch plötzlich deutlich zu wünschen übrig lässt? In den ersten Trainingseinheiten des Trainingslagers soll er zuletzt doch relativ lustlos gewirkt haben. Und auch in den ersten Testspielen blieb er, meiner Meinung nach, trotz seiner beiden Treffer, ziemlich emotions- und freudlos. Zumindest optisch.

Julian Schieber, sein bisheriger Ersatzmann, zählt für mich bisher eher zu den Verlierern der BVB-Saisonvorbereitung. Der Druck auf ihn dürfte nach dem zuletzt eher unauffälligen Jahr 2012/13 ohnehin schon mächtig gestiegen sein. Und von den Offensivkräften wirkte er in den Trainingsspielchen trotzdem noch als der ‚Entbehrlichste‘. Der Verein wird ihn sicherlich nicht mit einer Lewandowski-Nachfolge betrauen, wenn er sich nicht bald noch gravierend steigert.

Wenn Lewandowski also nur noch bis zum nächsten Sommer bleibt, Schieber nicht noch gewaltig Auftrieb bekommt, dann bedarf es spätestens im nächsten Sommer also gewaltiger Verstärkung im Bereich der Sturmspitzen. Und die wird man dann ohne irgendwelche Ablöseeinnahmen für Robert Lewandowski verpflichten müssen, da sein Vertrag dann bekanntlich auslaufen wird.

Nicht ohne Risiko das Ganze für die Dortmunder, wie mir scheint. Da können Aki Watzke, Jürgen Klopp und Michael Zorc in Interviews noch so häufig den ‚guten‘ und ‚professionellen Charakter‘  des 24-jährigen betonen. Niemand wird sicher sagen können ob die Spielzeit des Wechselwilligen noch einmal an die Qualität der Vorsaison heranreichen wird. Schon gar nicht unter diesen psychologisch erschwerten Bedingungen. Ich bin mir sicher, dass auch die Verantwortlichen der Borussia sich des Risikos ihrer aktuellen Taktik durchaus bewusst sind. Eine gewisse Unsicherheit in der Stürmerfrage beim BVB bleibt uns so oder so, da können die Beteiligten gegenüber den Medienvertretern sagen was sie wollen, über die Saison wohl erhalten.

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5 Kommentare zu “BVB: Zeichen in Richtung Lewandowski-Verbleib mehren sich – Fragezeichen im Sturm bleiben trotzdem

  • #1
    Feldhuegel

    Aus meiner Sicht ist die Darstellung in diesem Artikel etwas zu kurz gedacht. Es geht hier nicht nur darum, ob man Reisende nun aufhalten soll oder nicht, oder in wie fern Lewandowski in der nächsten Saison wieder an die Leistungen der vorherigen Saison angknüpfen kann. Es geht hier auch um ein deutliches Zeichen an die anderen Vereine, insbesondere an Bayern, und an die Berater der Spieler. Das Zeichen was gesetzt werden sollte ist:
    Ein Vertrag mit dem BVB wird abgeschlossen um ihn einzuhalten. Soll der Vertrag vorzeitig aufgelöst werden, dann kann das nur in beiderseitigem Einverständnis passieren. Ein Gebaren wie es die Berater Lewandowskis und die Bayern an den Tag gelegt haben wird dabei nicht akzeptiert.
    Aus meiner Sicht hat es der BVB verstanden seine Position auf dem (Spieler-)Markt zu stärken. Und der Zeitpunkt dies zu tun ist aus meiner Sicht optimal. Wenn nicht jetzt (mit einer prall gefüllten Kasse im Rücken), wann sonst.
    Was eine mögliche Leistungsverweigerung Lewandowskis angeht mache ich mir wenig Sorgen. Der Spieler wird schon wissen, was es für seinen Marktwert bedeutet, wenn er den Rest der Saison nur auf der Bank sitzt… Rein qualitativ kann der BVB mit seinem Mittelfeld auch ohne nominellen Stürmer spielen, dafür müsste man das vorhandene System nur minimal umstellen.

  • #2
    Robin Patzwaldt

    @Feldhuegel: Ich würde mich ja freuen wenn Du/Sie am Ende Recht hast/haben. Bin da allerdings (noch immer) etwas skeptischer.

  • #3
    Kurt Brot

    Denke auch, dass es wichtig war, ihn eben nicht nach München gehen zu lassen, jeder andere Verein wäre sicher akzeptiert worden. Und die Transferzeit ist ja auch noch nicht vorbei. Ich glaube nach wie vor, dass diejenigen englischen Vereine, die bisher zu kurz gekommen sind, kurz vor Transferende noch einmal die Geldbörse weit öffnen werden. Und dann isser weg, und nach England stört das ja auch keinen.

  • #4
    Ulf

    Wenn wirklich nur noch Spieler auf dem Platz stehen dürften, die sich hundertprozentig mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, müssten manche Vereine notgedrungen auf Hallenfußball umsteigen.

  • #5
    Walter Stach

    Ulf -4-, unbestritten ist das so!

    Und weil das so ist, muß alles getan werden, damit die Normen über Spielerwechsel und die Verträge zwischen Spieler und Verein strikt eingehalten werden.

    Ich habe meine Zweifel, ob das Verhalten der Berater von Lewandowsky, ob das Verhalten von Lewandowsky selbst, ob das Verhalten des FC Bayern kompatibel ist mit den “Wechselnormen” und mit dem Inhalt des Arbeitsvertrages.
    Sollten nicht, müßten sich nicht die zuständigen Gremien des DFB, der UEFA der Causa “Lewandowsky” annehmen?
    Sollte der FC Bayern in der laufenden Saison weiterhin die Karte Lewandowsky spielen, und zwar primär deshalb, um die Mannschaft des BVB zu schwächen, besteht Anlaß für den BVB-Vorstand über die von mir formulierte Frage mehr als bisher nachzudenken!

    (Andererseits ist mir als BVBer daran gelegen, daß Lewandowsky von Außen ungestört und von evtl.Verfahren nicht weiter belastet, seinen Job beim BVB in der Spielzeit 2o13/2o14 erledigt.)

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