Documenta 15: Claudia Roth im Zugzwang

Kulturstaatsministerin Claudia Roth 2022 by Stephan Röhl (c) Heinrich-Böll-Stiftung CC BY 2.0

Über Judenhass in Deutschland talken ohne die jüdische Gemeinschaft in Deutschland? Stattdessen mit BDS? Über „anti-palästinensischen Rassismus“? Die Documenta will den Hass auf Juden unter „Kunst, Freiheit, Solidarität“ verbuchen, die BDS-Quote auf ihren Podien liegt bei rund 50 %. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat der bisher renommierten Ausstellung „eindeutige Schlagseite“ attestiert. Sein Weckruf ist an Claudia Roth addressiert. Zur Debatte steht nicht, was Antisemitismus sei und was nicht, sondern wer Staatsministerin für Kultur sein wird.

Im Januar war der Vorwurf öffentlich geworden, die Documenta 15, weltweit bedeutende Ausstellung für zeitgenössische Kunst, liebäugele mit antisemitischen Überzeugungen. Recherchen des Kassler Bündnisses gegen Antisemitismus hatten ergeben, dass sich zwei Mitglieder der Findungskommission für das Kuratorenamt, zwei Mitglieder des Kuratoren-Kollektivs Ruangrupa sowie sechs der bisher überhaupt bekannt gegebenen Künstler zur BDS-Kampagne halten. Der Bundestag verurteilt BDS als „eindeutig antisemitisch“. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth (Die Grünen), erklärte, sie wolle den Vorwürfen gegen die Documenta persönlich nachgehen. Wenig später gab die Leitung der Documenta bekannt, dass sie sich gegen „externe Eingriffe“ verwahre. Ein Konflikt zwischen Politik und Kunst? Oder dessen Inszenierung?

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Ruhrfestspiele starten am 1. Mai

Ruhrfestspielhaus Foto: Ruhrfestspiele Lizenz: CC BY-SA 3.0

Am Sonntag, 1. Mai, beginnen die Ruhrfestspiele Recklinghausen unter dem Motto „Haltung und Hoffnung“. Bis zum 12. Juni geht es um aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen, um ein friedliches Miteinander und Toleranz. Auf dem Programm stehen 92 Produktionen mit rund 220 Veranstaltungen, darunter eine Weltpremiere, sieben Deutschlandpremieren und zwei Eigenproduktionen. Beteiligt sind mehr als 650 Künstler aus 20 Ländern. Die Ruhrfestspiele nutzen dabei 15 Spielstätten im Ruhrfestspielhaus, in der Halle König Ludwig 1/2 und im Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt und an zahlreichen weiteren Orten.

Den Auftakt macht der „1. Mai auf dem Hügel“. In Zusammenarbeit mit den DGB-Gewerkschaften gibt es ein buntes Kulturprogramm auf den Außenbühnen und im Ruhrfestspielhaus. Die feierliche Eröffnung der Ruhrfestspiele folgt am 3. Mai. Die Eröffnungsrede hält die Schriftstellerin und politische Aktivistin Sharon Dodua Otoo. Im Anschluss gibt es das Stück „SIBYL“ des südafrikanischen Künstlers William Kentridge auf der Bühne zu sehen.

 

Infos und Programm: http://www.ruhrfestspiele.de

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Stadtarchiv Bochum zeigt Werke von Albert Kelterbaum

Tuschezeichnung „Am Bollwerk“ von Albert Koltermann aus dem Jahr 1959 // Foto: adhoc Verlag

Albert Kelterbaum wurde 1904 im Schatten der Hochöfen in Duisburg-Hochfeld geboren. Er war Nietenjunge beim Brückenbau, arbeitslos in der Zeit der Weltwirtschaftskrise, malochte beim Bau der Autobahn und war Soldat im Zweiten Weltkrieg. Zwischendrin zeichnete er seine Umwelt, die Welt der kleinen Leute. Das Bochumer Stadtarchiv zeigt aktuell ausgesuchte Werke von dem Künstler aus dem Arbeitermilieu. 

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„Imagine Europe“: Bochumer Benefizkonzert für die Ukraine

Frida Gold by © Fabian Süggeler


Ihre Songs berühren, weil sie sich berühren lassen: Frida Gold laden ein, den Menschen in der Ukraine, so gut wir es vermögen, zu helfen. Beim Bochumer Benefiz in der Christuskirche geht nicht nur der Erlös, sondern jeder Cent des Ticketpreises  –  keine Abzüge, keine Aufschläge, keine VVK-Gebühren  –  direkt an die Gesellschaft Bochum-Donezk.

Sie sind ein Bochumer Erfolgsduo, Alina Süggeler und Andi Weizel haben die Charts gestürmt und die Herzen von Millionen erobert. Ihre Musik anfangs: fröhlich rockig mit grandiosen Gesten, die discofizierte Lust am Leben. Heute gewinnen ihre Songs, akustisch gespielt –  sie am Piano, er an der Gitarre –  neue Intensität, sie verströmen das, was guten Pop ausmacht: das Gefühl, verbunden zu sein mit dem Song, mit denen, die ihn spielen, mit allen, die ihn hören.

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