
Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler. Bis heute sind 48 Interviews entstanden, die auf den Katastrophenschutz blicken und auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 49. Interview geht es um das risikoreiche Regelchaos, um die 3 Säulenstrategie (Test, Impfung, Nachverfolgung), um die systematische Zerstörung des Gesundheitsschutzes und einiges mehr.
Ruhrbarone: Wir erleben gerade ein Regelchaos, das von niemandem mehr verstanden wird. Lockern wir uns gnadenlos in die dritte Welle?
Memmeler: Wahrscheinlich weiß momentan wirklich niemand mehr genau, was nun gilt. Einkaufen mit Termin, Einkaufen ohne Termin in Ostwestfalen, Städte und Bundesländer interpretieren Grenzwerte, wie es ihnen gerade gefällt und welche Geschäftsbereiche haben nun überhaupt geöffnet? All das sorgt bei den einen für Verunsicherung, bei anderen für Wut, da das Chaos weiter regiert und bei anderen für die unangebrachte Interpretation von neuer Freiheit. Nehmen wir das Fazit einfach mal vorweg: Die Lage ist den Regierenden vollends entglitten, da jeder macht, was er will und das tut das Volk nun leider auch.
In den meisten Bundesländern sind nach dem letzten Wochenende die Corona-Regeln gelockert worden, doch schon droht durch einen Alleingang Brandenburgs neue Verwirrung um geltende Grenzwerte. Die Potsdamer Landesregierung erhöht in ihrer neuesten Corona-Verordnung die vereinbarte Grenze für die Notbremse von 100 auf 200. Damit ignoriert das erste Bundesland die „100er-Notbremse“, die beim Corona-Gipfel zwischen Kanzleramt und den Ministerpräsidenten unlängst beschlossen wurde. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 über drei Tage müssten Lockerungen, laut gemeinsamen Beschluss, automatisch zurückgenommen werden.









