Gerade durfte der Intendant des Dortmunder Schauspiels noch am Theateroscar „Der Faust“ schnuppern – und ist damit in die Riege der deutschen Topregisseure aufgestiegen – jetzt inszenierte er seine erste Oper. Und dann gleich Richard Wagners „Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf Wartburg“. Dass sich der erklärte Punkrock-Fan und gänzlich opernunerfahrene Kay Voges bei seinem Erstversuch in diesem Genre, der am 1.12.2013 Premiere feierte, ausgerechnet in die gefährliche Wagnerianer-Hölle wagt, wo Rezeptions- und Inszenierungsgeschichte dank Bayreuths immer noch eine ganz besondere Rolle spielen, kann man je nach Perspektive als Naivität oder Größenwahn lesen. Die Idee kam allerdings nicht von ihm selbst, sondern vom Dortmunder Opernintendanten Jens-Daniel Herzog, der nach dem Besuch von Voges‘ Inszenierung von „Der Meister und Margarita“ gesagt haben soll: „Wenn du so Wagner inszenierst, dann will ich einen Tannhäuser von dir.“
Protest gegen Nazi-Kader Michael Brück an der Ruhr Uni

Zu Protesten gegen Michael Brück, den NRW-Vizechef der Nazi-Partei „Die Rechte“ kam es heute an der Ruhr Universität Bochum, wo Brück seit Oktober Jura studiert. Gut 20 Nazigegner protestierten gegen Brücks Anwesenheit während einer Jura-Einführungsveranstaltung in der Bochumer Innenstadt. Der Protest gegen Brück löste Tumulte aus, so die Nazi-Gegner in einer Pressemitteilung:
Ein antifaschistischer Redebeitrag wurde nach kurzer Zeit durch den handgreiflich werdenden Dozenten der Vorlesung unterbrochen. Michael Brück und einige seiner Kommilitonen standen auf wurden ebenfalls handgreiflich, wodurch es zu einem Tumult kam. „Mit diesem Verlauf der Ereignisse hatten wir nicht gerechnet.“ so die Antifaschistin Sarah Milsani. „Um die Situation nicht weiter zu eskalieren verließen wir dem Raum.
Parallel wurden auf dem Uni-Campus mehrere hundert Plakate geklebt und mehre tausend Flyer in Mensa und Cafeten sowie an der juristischen Fakultät verteilt.
Die Nazigegner hoffen, durch die heutige Aktion eine Diskussion über die Ausbildung von Neonazi-Kadern an Universitäten anzustoßen.
Über das Wünschen

Vor nunmehr fast fünf Wochen habe ich im Kulturteil der Dortmunder Ruhr Nachrichten eine Kolumne veröffentlicht, in der ich – augenzwinkernd, aber doch bestimmt – auf eine Verflechtung von Marktinteressen und öffentlicher Hand hingewiesen habe. Die Protagonisten dieser Verflechtung waren eine Biene namens Emma, der Chemiekonzern Evonik und das Familienbüro der Stadt Dortmund – obwohl sie genauso gut Bobby Bolzer, Netto und Stadt Bochum oder Erwin, Gazprom und Stadt Gelsenkirchen hätten heißen können. Von unserem Gastautor Alexander Kerlin.
Emma, Bobby Bolzer und Erwin sind die KidsClub-Maskottchen der örtlichen Fußballvereine. In allen drei Städten (und sicherlich auch in anderen Fußballstädten der Republik) bekommen Säuglinge in einem Begrüßungsbrief von der Stadt ein kleines Gastgeschenk angeboten, das sie auf Erden willkommen heißt: Schnuller, Lätzchen und Rasselball – in den jeweiligen Vereinsfarben, flankiert von einem „persönlichen“ Brief des Maskottchens samt dickem Logo des Hauptsponsors. Meine schlichte Diagnose in der Kolumne: Ein Brief von der Stadt, in dem es um bürokratische Vorgänge, ein paar nette Worte und Hilfsangebote für frischgebackene Eltern geht, hat werbefrei zu sein – und die Stadt hat den Namen meiner Tochter nicht an Dritte weiterzugeben. Wie um Himmels Willen kommen die Verantwortlichen darauf, dass das eine gute Idee sei?
Auf die Glosse folgte ein kleiner aber unangenehmer Shitstorm im Netz. Die Ruhr Nachrichten legten mit einem kurzen Interview nach, in dem ich mich noch einmal positionieren durfte. Anfragen von WDR 3 Mosaik und WAZ, weiter öffentlich über das Thema zu sprechen lehnte ich dann aber ab – in erster Linie mit Rücksicht auf meine Familie, da es im Zuge des Shitstorms Gewaltandrohungen nicht nur gegen mich, sondern auch gegen meine Kinder gegeben hatte.
Das ZDF verzichtet auf Schalke, gibt zum Gruppenfinale in der Königsklasse (erneut) dem BVB den Vorzug

Hohe Wellen schlug über das Wochenende die Entscheidung des ‚Zweiten Deutschen Fernsehens‘ (ZDF) am letzten Spieltag der Champions League-Gruppenphase nicht das Spiel des FC Schalke 04 gegen den FC Basel, sondern den Auswärtsauftritt von Borussia Dortmund in Marseille zu übertragen.
Das Ganze gipfelte dann in einen Interviewboykott der ‚Knappen‘ gegenüber dem ZDF nach dem Heimsieg am Samstag gegen den VfB Stuttgart.
Nun, über die Entscheidung des ZDF mag man ja durchaus streiten.
Dads
Der Ruhrpilot
Debatte: Länder halten NPD- und NS-Ideologie für identisch…Welt
Debatte: Gabriel und das Elend der SPD…Post von Horn
NRW: SPD-Spitze rechnet mit Ja der Basis…RP Online
Ruhrgebiet: Land NRW bleibt wohl auf Kosten für Essener Problemstollen sitzen…Der Westen
Bochum: Mindestlohn ist eine Mogelpackung…Der Westen
Dortmund: „Tannhäuser“ in Dortmund spaltet das Publikum…Ruhr Nachrichten
Duisburg: Claudia Leiße führt die Duisburger Grünen in den Kommunalwahlkampf…Der Westen
Duisburg: Ein zornig-zarter Greis wirft den Blick zurück…Der Westen
Essen: „Da steckt mehr drin als 26 Prozent SPD“…Der Westen
Essen: Nicolas Berggruen – Gier und Geben in einer Person?…Welt
Essen: Die Wohltäter vom Essener Hügel gehen wieder leer aus…Der Westen
Kino: Carrie – die 2013′er Neuverfilmung des Stephen King-Romans kommt am Donnerstag in die Kinos…Pottblog
Der 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag!
Auch wenn das Thema in letzter Zeit leider wieder etwas aus der breiten Öffentlichkeit verschwunden zu sein scheint, der heutige 01. Dezember ist Welt-AIDS-Tag!
Der Aktions-Tag wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. Rund um den Globus erinnern inzwischen Jahr für Jahr am 1. Dezember verschiedenste Organisationen an das Thema AIDS und rufen dazu auf aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infizierten, AIDS-Kranken und den ihnen nahestehenden Menschen zu zeigen. Da kann man sich nur anschließen!
Der Ruhrpilot
NRW: „Ich fürchte, harte Wochen liegen vor uns“…Welt
Ruhrgebiet: „Wir dürfen kein Talent übersehen“…Welt
Bochum: Antirassistische Demonstration…Bo Alternativ
Bochum: Stadt verbietet Mitarbeitern Kerzenlicht in Amtsstuben…Der Westen
Bochum: Einenkel contra Opel…Ruhr Nachrichten
Dortmund: „Das FZW ist kein Freizeitzentrum mehr“ …Ruhr Nachrichten
Duisburg: Markt der Kunststücke…Der Westen
Essen: Gegner attackieren OB Paß und fordern mehr Dialog…Der Westen
Essen: Die Krise bei ThyssenKrupp ist lange nicht vorüber…Welt
Essen: Bilder aus der Sammlung Ernst Scheidegger im Museum Folkwang…Revierpassagen
Gelsenkirchen: Erinnerung an die Gruppe ZERO…Revierpassagen
RoxXy Cha os & Der Angsthase zeigen: „Lipstick Traces On A Cigarette“

Nach der erfolgreichen Premiere des zweiten szenischen Stückes von Rosh Zeeba & Joscha Hendricksen im Kitev-Turm in Oberhausen zeigt das Künstlerpaar die Installation mit LiveArt nun an zwei Abenden in folge in den Rottstr5Kunsthallen in Bochum. „Semiometrisches Environment zur Kunsterzwingung” nennen sie die Arbeit. Darin werden weniger Geschichten erzählt, vielmehr wird mit Fragmenten und Zitaten um sich geworfen. Es ist ein Spiel zwischen Trash und Hoher Kunst, Show und Intellekt, Gefühl und Verstand.
Weitere Infos:
http://roshzeeba.de/page/lipsticktraces/
“Lipstick Traces On A Cigarette”: ein Stück von Joscha Hendricksen und Rosh Zeeba fest. CrisToni Florido Acosta
Rottstr5Kunsthallen, Rottstr.5, 44793 Bochum
Samstag, 30.11 und Sonntag 01.12 jeweils 20h
Eintritt: 5 Euro oder nach Bedarf
Techno – Auswärtsspiel: All The Time feiert in Essen
Das Dortmunder Musik- und Kunstkollektiv All The Time, das seit nunmehr drei Jahren meist unkommerzielle Veranstaltungen zwischen elektronischer Musik und Kunst organisiert und zuletzt durch Kooperationen mit dem Dortmunder Schauspiel auf sich aufmerksam machte, veranstaltet nun erstmals eine Party außerhalb der BVB-Metropole. Und dann sogleich zwei Wochenenden in Folge. Grund hierfür sind wohl vor allem die restriktiven ordnungspolitischen Vorschriften der Dortmunder Stadtverwaltung, die der positiven Entwicklung einer alternativen Club- und Kulturszene seit Jahren im Weg stehen.
Vor etwas mehr als einem Jahr war der Kolumbianer und Wahlberliner David Delgado schon einmal bei All The Time zu Gast. An einem Sommerwochenende wurde eine leistungsstarke Soundanlage und drei Generatoren auf eine freie Wiese an den Kanal getragen, weit draußen in Holthausen. Die Bildzeitung verkündete den „Sahara Sommer“, und es war wohl auch dem guten Wetter geschuldet, dass über 100 Menschen sich auf den weiten Weg machten, um bei warmen Getränken zu elektronischer Musik zu tanzen.