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CORRECT!V: „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele Menschen selbst investigativ arbeiten“

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Seite heute ist klar, warum David Schraven vor wenigen Wochen  die Funke-Mediengruppe verließ: Sein neues Projekt heißt CORRECT!V und wird neue Wege im Journalismus in Deutschland beschreiten.

Ruhrbarone: Heute startet nach langer Vorbereitungszeit CORRECT!V. Was verbirgt sich hinter dem Namen?

David Schraven: Wir sind ein Team von investigativen Journalisten und wollen Mißstände aufdecken und darüber schreiben. Aber wir gehen weiter: Wir werden alle unsere Dokumente veröffentlichen und so den Lesern die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild zu machen. Und wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele Menschen in die Lage versetzt werden, selbst investigativ zu arbeiten. In ihrer Stadt oder wo immer sie ein Problem sehen. Wir wollen die Methoden des Journalismus weitergeben.

Ruhrbarone: Unabhängige Investigativ-Teams gibt es bereits in den USA.

Schraven: Ja, das Grundprinzip hat Vorbilder in den USA, die Form aber, das man darüber hinausgeht und die Menschen ausbildet, selbst investigativ tätig zu werden, ist meines Wissens nach einzigartig.

Ruhrbarone:  Ihr seid eine gemeinnützige GmbH – Journalismus in Deutschland gilt allerdings immer noch nicht als gemeinnützig.

Schraven: Wir sind ein Organ, das sich der Volksbildung verschrieben hat und deshalb als gemeinnützig anerkennt ist. Journalismus allein würde dafür nicht reichen. Das ist ein Problem, dass endlich behoben werden muss. Es ist grauenhaft, das Journalismus noch immer nicht als gemeinnützig anerkannt ist.

Ruhrbarone: Wie finanziert ihr Euch?

Schraven: Wir haben für die kommenden drei Jahre eine Finanzierungszusage der Brost-Stiftung über 3 Millionen. Wir brauche aber zusätzliche Unterstützung durch Leser und weitere Spender.

Ruhrbarone: Chef der Brost-Stiftung ist Bodo-Hombach. Ein Mann, der Einfluss zu nutzen weiß.

Schraven: Bodo Hombach hat keinen Einfluss. Es gibt feste Verträge über die Förderung und Bodo  Hombach sitzt in unserem Ethikbeirat – das ist ein Regulativ, dass wir uns selbst gesucht haben. In dem Ethikbeirat werden Fachleute aus der Branche sitzen, die aufpassen, dass wir keinen Unsinn publizieren.

Ruhrbarone: Wann kommen die ersten Geschichte von Euch?

Schraven: Wir müssen jetzt erst einmal  das Büro aufbauen. Vor September werden wir keine größeren Geschichten haben. Dann aber legen wir los.

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7 Kommentare zu “CORRECT!V: „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele Menschen selbst investigativ arbeiten“

  • #1
  • #2
    Norbert

    Große Herausforderungen warten auf das Team:

    http://www.heute.de/geheimdienste-nutzen-stromnetz-zur-ortung-von-whistleblower-33739554.html

  • #3
  • #4
    Arnold Voss

    Ich kann mich noch gut an die wirren und zugleich hyperengagierten Anfangszeiten der Taz-Ruhr erinnern und vor allem daran, dass du schon damals diesen Anspruch an den Journalismus formuliert hast. Ich hielt das für äußerst verwegen, ja für unmöglich. Viele Jahre später bist du deinem Ziel nun offensichtlich ein gehöriges Stück näher gekommen. Ich ziehe meinen Hut.

  • #5
    Helmut Junge

    Ich freue mich schon auf die ersten Artikel. Ein großes Thema wird vermutlich Korruption sein. Darin sind wir in Deutschland sicher schon viel weiter, als selbst die mißtrauischsten Bürger u. B. glauben. Quer durch alle Parteien und quer durch die gesamte Gesellschaft. Also, viel Glück für Eure Arbeit.

  • #6
    David Schraven

    Danke Leute!!

    @Arnold

    An manchen Zielen muss man lange arbeiten. Man muss viel lernen und darf nie aufgeben. Und irgendwann klappt es. 🙂

  • #7
    Klpe

    http://www.wdr5.de/av/audiocorrectvgemeinnuetzigesrecherchebuero100-audioplayer.html

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