So crazy sind die neuen AfD-Plakate

Mag es mit Plakaten und Doppeldeutigkeiten zu provozieren: Ilsa, oder so ähnlich. (Foto: Metropolico.org/ Flickr/ CC-BY-SA)
Mag es Doppeldeutigkeiten zu provozieren: Ilsa (Foto: Metropolico.org/ Flickr/ CC-BY-SA)

Wahlen – Interessiert schauen wir derzeit auf die kommenden Wahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Besonders beachtet: die rechtsradikale AfD. Bei der Kommunalwahl in Hessen konnten die völkisch Blauen punkten, nach der Wahl offenbarte kress die Pressestrategie der Parteiführerin Petry: Provozieren um jeden Preis, um in den Medien vorzukommen.  Jetzt tauchen neue AfD-Plakate auf, die in diese Strategie passen.

Den Anfang macht ein Plakat, mit dem Petry wohl direkt an ihre eigene Fluchtgeschichte ebenso anknüpfen will, wie an einen positiven Meilenstein deutscher Geschichte.

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Auch dem Thema „Frauentag“ widmet sich ein neues AfD-Plakat. Es verbindet dabei unterschiedliche Bildsprachen: die katholische Scala Santa, mit dem beiläufigen Oralverkehr und einem Hauch ableistischer Abwertung von Ministerpräsidentin Dreyer.

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Doch auch die jüngere Frauen will die AfD erreichen.

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Auch wichtig: wie wähle ich richtig die AfD – hier wird´s erklärt.

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Irgendwie anders – aber auch AfD: Plakate aus dem Nichts, mit blauem Nagellack.

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Klassischere Farbwahl, klassischere Motive, bescheidenere Auflösung. Doch: wenn zwei zusammen finden, dann muss ein Plakat das auch feiern.

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Die Unkenntnis über die Abläufe von Wahlen, Abwahlen und der parlamentarischen Demokratie – auf ein Plakat gebracht.

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Zum Abschluss ein Plakat, das emotionalisieren und provozieren soll, und die Hoffnung der krisengebeutelten AfD-Unterstützung zuspitzt. (Allerdings parteiintern wohl umstritten. (Es fehlt das parteiübliche Blau!))

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Kai
Kai
6 Jahre zuvor

Uni-Campus in Essen: Heute schrieb die Sueddeutsche: Dort sollen nichtmuslimische Studierende von fundamentalistischen Kommilitonen diskriminiert worden sein. Ein Aufzug, der unter anderem zum Gebetsraum der Uni führte, war laut vielen Studierenden für Nichtmuslime während des Freitagsgebets tabu. Toiletten im Umkreis des Gebetsraums durften zeitweise von Nichtmuslimen nicht betreten werden.

Na? Warum wohl werden die Bürger die AfD wählen? Weil sie Nazis sind?

Thomas Weigle
Thomas Weigle
6 Jahre zuvor

Besonders gut gefällt mir: "Wahlbetrug verhindern." Damit könnte man sicher die eine oder andere ungültige Stimme generieren, wahrscheinlich aber nicht nur bei den Wählern der Affen für Deutschland (AfD).

Fredo
Fredo
6 Jahre zuvor

Kai: Und die AFD löst das bitte wie?
Ja, sowas finde ich auch alles andere als gut, aber um solches Verhalten zu verhindern hilft es mit den Menschen in Kontakt zu treten und nicht Mauern aufzubauen.

mike
mike
6 Jahre zuvor

einfach nur weitere dumme hetze gegen eine demokratische Partei.die angst bei den wolken-kuckucks-Bewohnern ist riesen gross,warum weiss kein mensch. hier wird weiter gehetzt und wenn demnächst ein afd wahlplakatierer erschossen oder erschlagen wird dann hat eure hetze gewirkt.

mike
mike
6 Jahre zuvor

die ganze hetze sollte aufhören.die afd ist demokratisch, wird nicht überwacht,und ich verstehe nicht warum hier solche hetze verbreitet wird.überall nur Hetzerei und Betonung wie rechtsradikal die sind. das Volk soll entscheiden wer in Parlamente gewählt wird.demokratie wird von euch abgeschafft,ihr die Kommentare verschwinden lasst die euch nicht genehm sind und nicht in euer linkes Weltbild passen.eine schande wie ihr Deutschland spaltet

discipulussenecae
discipulussenecae
6 Jahre zuvor

Eigentlich dachte ich immer, die RUHRBARONE würden sich wohltuend von dem rot-grün-links-bürgerlichen Wohlstands-Presse-Konsens der Republik abheben. Aber nach diesem Artikel habe ich da so meine Zweifel. Von einem satten und zufrieden-geschlossenen Weltbild borniert auf vermeintliche 'Rechtspopulisten' herabzublicken – das habt Ihr doch nicht nötig!

Vielleicht sollte Herr Bartoschek einmal mit offenen Augen und ohne das Vorurteil des blasierten Besserwissers den von den RUHRBARONEN selbst verlinkten Essay aus dem TAGESSPIEGEL vom 6. 3. des Jahres lesen: Ein kluger und weiterführender Beitrag mit dem vielsagenden Titel: 'Wir gehen mit der AfD falsch um'.

Gerd
Gerd
6 Jahre zuvor

Bleibt locker Leute, dass Linken i.d.R. nur dann für die Rechte von Andersdenkenden sind, wenn die links der Mitte stehen, ist doch nicht neu. Und es ist auch kein Erfolgsrezept, wie man am letzten Sonntag gesehen hat.

mike
mike
6 Jahre zuvor

jaja auf flüchtlinge schiessen immer dasselbe aus der Schublade kramen,mazedonien oder fyrom hat doch vorgemacht wie Grenzsicherung geht.geschossen wurde bis jetzt nur in karlsruhe auf afd plakatierer.eure hetze gegen diese Partei ist armselig,führt nur zu weiteren handlungen gegen eine demokratische Partei.ist das der weg?alle die anderer Meinung sind als rassisten und nazis zu beschimpfen zu bedrohen und jegliche Diskussion zu unterbinden.na dann mal heiter weiter

bob hope
bob hope
6 Jahre zuvor

Für einen Moment dachte ich, die Plakate seien allesamt Fakes – bis ich in die Kommentare abgerutscht bin. Gut, dass der "rot-grün-links-bürgerliche Wohlstands-Presse-Konsens" so weit funktioniert, dass derartige Ungeheuerlichkeiten öffentlich gemacht werden.

Um mal zur Sache zu kommen: Mit Argumenten ist den Jungkonservativen und Krypto-Faschisten leider nicht beizukommen, da sie eh nur das glauben was sie glauben wollen. Wo schon unter #7 der Hinweis auf den Tagesspiegel kam, halte ich mal dagegen: Man kann in der AfD durchaus eine NSDAP-Widergängerin sehen, allerdings bezogen auf die NSDAP vor 1933. Da hielt sich die Partei mitunter durchaus an parlamentarische und demokratische Regeln (auch wenn das Verhältnis zur Republik ein rein taktisches war). Die wirkliche Radikalisierung fand erst nach der "Machtergreifung" statt.

Heute war übrigens in der Kulturzeit auf 3Sat ein interessanter Bericht über Kubitschek, Kositza und deren "Sezessionen". Darin gaben die beiden Vordenker*innen 😉 der "Neuen Rechten" selbst mit einem gewissen Stolz zu, dass ihre Themen nach Jahrzehnten der Maulwurfarbeit die Mitte Gesellschaft erreicht hätten. Und die AfD ist Teil des hegemonialen Projekts der "Neuen Rechten" in Politik, Kultur und Medien.

Gerd
Gerd
6 Jahre zuvor

Wenn zwei das gleiche tun:

AfD manipuliert Facebook-Post der "Abendzeitung" – Zeitung will klagen

http://www.welt.de/politik/deutschland/article153075084/AfD-manipuliert-Facebook-Post-der-Abendzeitung.html

Aber Wahlplakate manipulieren(oder gleich zerstören) geht in Ordnung?

Arnold Voss
6 Jahre zuvor

@ discipulussenecae # 8

Die Ruhrbarone haben auch dazu keine einheitliche Meinung, was ich gut finde. Die Frage, die sich allerdings praktisch stellt, ist die nach dem, was denn nun der richtige Umgang mit der AFD wäre, um deren Wählerschaft zu reduzieren. Denn dieser Wunsch scheint mir bei den Ruhrbaronen einhellig zu sein. Draufhauen scheint mir dabei ebenso wenig erfolgreich wie rationale Argumentation. Was ein dritter oder vierter Weg dazwischen sein soll ist allerdings auch mir nicht klar.

Der Wunsch nach Multikulti ist in Deutschland, und, was Europa betrifft, auch außerhalb dieses Landes erheblich geringer ausgeprägt als die Befürworter dieses gesellschaftlichen Konzeptes, mich eingeschlossen, bisher für wahrscheinlich, bzw.möglich gehalten haben. Erst recht wenn er durch eine Flüchtlingswelle des jetzt absehbaren Ausmaßes auf eine ernste und anstrengende Probe gestellt wird.

Die Stärke der AFD ist damit zugleich eine sehr unangenehme Herausforderung für die, die bislang eine solche Entwicklung gar nicht für möglich gehalten haben. Das gilt insbesondere für die, die Multikulti zwar grundsätzlich positive einschätzen, aber das wohlmöglich nur, weil sie bislang dieses Gesellschaftskonzept in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld selbst nicht praktisch zu erproben gezwungen waren, respektive erfahren konnten.

Eins ist auf jeden Fall klar. Der Erfolg der AFD produziert eine neue politische Wirklichkeit, der sich auch die werden stellen müssen, die sie aus gutem Grunde mit aller Macht verhindern wollen. Im Kern zeigt sie sogar, dass unsere Demokratie nachwievor funktionsfähig ist. Auch die Grünen sind aus einem Protestkonglomerat entstanden, das sich als Partei zu organisieren in der Lage war und sie haben damit gesamtgesellschaftlich zu einer dringen notwendigen und für viele damals genauso unangenehmen Realitätsertüchtigung geführt.

Eine, die das System genauso wenig umgestürzt hat wie es die tun wird, die durch das Auftauchen der AFD passiert. Eine, die alle Multikultianhänger wieder auf den Boden der gesellschaftlichen Tatsachen zurückführen wird, nicht um Multikulti völlig aufzugeben sondern um eine realistischere Version davon zu entwickeln. Gänzlich zurückschrauben lässt sich dieses gesellschaftliche Konzept glücklicherweise sowieso nicht. Eine solche lernende Einstellung könnte dann auch die demokratische Souveränität zurückbringen, die mir in Anbetracht der gängigen Monster-oder-Trottel-Stilisierung der AFD-Anhänger dringend geboten scheint.

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
6 Jahre zuvor

@#12 Gerd: Ich sehe hier Niemanden, der "das Gleiche" wie die AfD mit ihrem offensichtlichen Meldungsfake auf FB tut, denn im Gegensatz zu diesem verschleierten Fake, der Leser mit Absicht aufhetzen soll, sind die Fakes hier ziemlich eindeutig und auch für eher simple Gemüter als Fake erkennbar. Oder hat da tatsächlich Jemand Probleme mit?

Thomas Weigle
Thomas Weigle
6 Jahre zuvor

Trifft ein Ruhrbaron einen AfDler, der einen Papagei auf der Schulter sitzen hat. "Kann der sprechen?" fragt er. Antwortet der Papagei: "Keine Ahnung."

Helmut Junge
6 Jahre zuvor

@Thomas Weigle, "keine Ahnung", schöne Pointe!

discipulussenecae
discipulussenecae
6 Jahre zuvor

#13 Arnold Voss:

So ähnlich sehe ich das auch, besonders was die Grünen angeht. Mich stört ganz einfach dieser reflexhafte Populismus-Vorwurf, der im Kern letztlich ebenfalls nur populistisch ist, aber an den Motiven vieler AfD-Wähler vorbeigeht.

Jede westliche und demokratisch verfaßte Gesellschaft hat einen gewissen Prozentsatz von Mitbürgern, die rechtextrem eingestellt sind, das ist in Deutschland genauso wie etwa in Schweden, Frankreich oder Großbritannien. Aber ich glaube nicht, daß die überwiegende Mehrheit der AfD-Wähler rechtextrem eingestellt ist, es handelt sich eher um eine klug mit rot-grünen Tabus spielende Protestpartei. Und von daher wird sie sich womöglich sehr schnell wieder selbst entzaubern wie weiland die Republikaner, die DVU oder auch die NPD.

Gegen die AfD immer nur mit der Rechts-Populismus-Keule zu fuchteln geht schon von daher völlig am Problem vorbei, weil sie auch viele Wähler der linkspopulistischen Linken anzieht.

Fredo
Fredo
6 Jahre zuvor

Der große Unterschied zwischen AFDlern, PEGIDA-Anhängern und all den anderen besorgten Bürgern auf der einen Seite und denen die als linksversiffte Gutmenschen bezeichnet werden weil sie deren Weltbild nicht teilen, scheint mir, abgesehen vom politisch/weltanschaulichen das vollkommene Fehlen von Satireverständnis oder gar Humor bei der ersten Gruppe zu sein. Oder woher sonst stammt die Sorge die Plakate könnten als echt angesehen werden. Ich denk die AFD ist eine "Professoren-Partei"… naja, aber BWLer glauben ja auch jede Menge anderen Quatsch.

bob hope
bob hope
6 Jahre zuvor

#17 discipulussenecae

Ich habe eher den Eindruck, dass die AfD vielen Wählern endlich die Möglichkeit gibt, ihren latenten Rassismus offen zu zeigen – einhergehend mit einer Radikalisierung der Auseinandersetzung gegen die vermeintlichen "Feinde" des Volks im Innern und von außerhalb. Anders als die "Republikaner" oder NPD wird sich die AfD nicht selbst entzaubern, da die Themen, die die Partei oder Pegida besetzen, längst den Mainstream erreicht haben. Die Mitte hat sich eindeutig nach rechts verschoben, ein Blick in die Parlamente, in die Medien und auf die Straße genügt. Und dass die AfD Wähler der SPD oder der Linkspartei anzieht, sagt mehr über diese Leute aus, die im Zweifel vor allem "deutsch" sind, als über die Partei und zeigt, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. Daran ist auch schon Weimar gescheitert.

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