8

Das hat Pina Bausch nicht verdient

„Seit Sie“ von Dimitri Papaioannou am Wuppertaler Tanztheater (Foto: Julian Mommert)

Ein Kommentar

Das Wuppertaler Tanztheater steht am Scheideweg. Zielgenau zum Beginn der Theaterferien startete der zum Ende des Jahres ausscheidende Geschäftsführer Dirk Hesse einen Generalangriff auf die künstlerische Leiterin Adolphe Binder, die erst seit Beginn der Spielzeit im Amt war. Obwohl die Informationen nur spärlich sind, deutet vieles darauf hin, dass Hesse seine Attacke von langer Hand geplant hatte. Binders Spielplan für das kommende Jahr, ausgerechnet jenes, in dem sich der Todestag Pina Bauschs zum zehnten Mal jährt, ließ er platzen, um ihr jetzt vorwerfen zu können, sie habe ihre Arbeit nicht getan. Alle schon lange schwelenden internen Konflikte wurden unter dem Deckel gehalten, um sie jetzt gezielt auspacken zu können. Zu einem Zeitpunkt, da die Tänzer noch auf Gastspiel in Paris sind, der Kulturjournalismus schon auf Theaterferien und Festivalsaison gepolt ist. Ein Vorgehen, das aus der Politik gut bekannt ist, wo unpopuläre Vorhaben gerne schnell durchgewunken werden, während die Wählerschaft angetrunken und mit Grillgut vollgestopft vor den Fernsehern sitzt und dem internationalen Fußball hinterherhechelt. 

Geplant oder nicht, Hesse hat sein Ziel erreicht und der Beirat des Tanztheater Wuppertals folgte seiner Argumentation, setzte Adolphe Binder vor die Tür. Obwohl sich zwischenzeitlich Teile des Ensembles hinter ihre Intendantin stellten. Obwohl sich in den nur zwei Wochen der Diskussion die öffentliche Meinung in großen Teilen auf die Seite Adolphe Binders schlug und die anfänglich als skandalös wahrgenommenen Vorwürfe gegen sie rasant zerbröselten. Nun steht das Wuppertaler Tanztheater ohne Spielplan, ohne künstlerische Leitung und bald auch ohne Geschäftsführer da. Es könnte eine Chance sein, das gesamte Konstrukt neu aufzustellen, die Kompetenzen zwischen Geschäftsführung und Intendanz endlich so zu verteilen, wie es allgemein üblich ist – und von Binder auch von Anfang an eingefordert wurde, wie sie in einem offenen Brief nach ihrem Rausschmiss darlegte. Es könnte auch die Chance sein, den Zukunftsweg, den Binder nur gerade einmal zu testen die Gelegenheit hatte, beherzt weiterzubeschreiten. Jetzt wäre die Möglichkeit, dem Wuppertaler Tanztheater eine Verfassung zu geben, die etwas durchsichtiger ist und weniger dominiert von persönlichen Verstrickungen.

Es könnte allerdings auch ganz anders kommen, Adolphe Binder könnte mit ihrer angekündigten Klage erfolgreich sein, eine Abfindung erstreiten und der Bund irgendwann genug haben von dem sektiererischen Verhalten der Bausch-Erbeverwalter und selbsernannten Bewahrer in Wuppertal und den Geldhahn zudrehen. Dann wäre es einfach vorbei mit den hochtrabenden Plänen eines Pina Bausch Zentrums im ehemaligen Schauspielhaus und vielleicht sogar mit der ganzen Compagnie.

Tatsächlich verläuft die Frontlinie des Streites – nur ein wenig zugespitzt formuliert – zwischen Museum und Theater. Auf der einen Seite jene, die die 40 Stücke, die Pina Bausch hinterlassen hat, für das ewig zu bewahrende Werk, das nur ab und zu abgestaubt werden muss, halten. Auf der anderen Seite die Ketzer, die Bauschs Tanztheater nicht als vollendet, sondern als eine zukunftsfähige Kunstform sehen wollen. Es liegt auf der Hand, dass absurderweise gerade letztere näher am Bausch’schen Werkverständnis sind, als die Museumsfraktion. Die Choreographin selbst zeigte immer wieder, wie wenig abgeschlossen sie ihre Stücke sah, wenn sie für Wiederaufnahmen oftmals erhebliche Kürzungen und Änderungen vornahm. Das Prozesshafte, das Zeitgebundene, das dem Theater als Kunstform grundsätzlich innewohnt, war Pina Bausch bewusst. Ihren Nachlassverwaltern ist dieses Wissen offensichtlich abhanden gekommen. Und während in Wuppertal das vielbeschworene unvergleichliche Werk Bauschs in der Vitrine eingehegt wird, vertrocknet und schrumpft es merklich zusammen. Wer „Sieben Todsünden“ in der vergangenen Spielzeit gesehen hat, muss zu der Erkenntnis kommen, dass die frühen Arbeiten kaum noch tageslichttauglich sind und nur noch von historischem Interesse. Das oftmals quälende Pathos von Stücken wie etwa „Blaubart“ ist heute nur noch schwer erträglich, etwa bei „Café Müller“ – aber da auch nur, weil das Stück nicht abendfüllend ist. Ganz zu schweigen vom längst peinlich gewordenen Avantgardgestus einer Arbeit wie „Fritz“. Bleiben die Stücke der 80er und 90er Jahre, die im besten Fall edle Patina ansetzen. Klassiker wie „Walzer“, „Nelken“, „Viktor“, „Der Fensterputzer“. 

Als in der vergangenen Spielzeit unter der kurzen Leitung Adolphe Binders zwei neue Choreographien in Wuppertal herauskamen, die einen Weg in die Zukunft der Compagnie und des gesamten Genres „Tanztheater“ eröffnen sollten, zeigten die aber auch aufs deutlichste, wo die altersbedingten Probleme der Bauschstücke liegen. Vielleicht war das ja Binders größtes Vergehen, obwohl sie dafür nur wenig verantwortlich war. Sowohl der in Ehrfurcht schlicht erstarrte Papaioannou als auch Øyen klebten in ihren Arbeiten an einem Frau-Mann-Verhältnis, an Rollenbildern und -Klischees und dem Brechen damit, das zu nah an dem Pina Bauschs war. Und sie zeigten damit unfreiwillig, wie aus der Zeit gefallen das alles heute wirkt. Die gesamtgesellschaftliche Diskussion um das Verhältnis der Geschlechter ist zum Glück heute auf einem ganz anderen Stand als in den 1970er Jahren. Die Bausch’sche Auseinandersetzung mit diesen Themen ist aber bereits in den 1980ern schon selbst zum Klischee geworden. Heute lässt sie viele Stücke sehr alt aussehen. Nicht nur, weil die Kostüme immer die gleichen Anzughosen und Hemden bei den Herren und die flatterigen wadenlangen Blumenkleidchen bei den Damen oder Abendgarderobe geblieben sind. Nicht nur, weil alle Tänzerinnen des Ensembles immer ihre langen offenen Haare hin und herschmeißen müssen. 

In einem Plädoyer für das Pina-Bausch-Zentrum in der FAZ titelte Wiebke Hüster „So wichtig wie die Berlinale und Bayreuth“ und bezieht sich damit darauf, dass national bedeutende Kulturveranstaltungen auch dauerhaft vom Bund mitfinanziert werden können. Nun ist die Berlinale ein Festival, das jedes Jahr Novitäten präsentiert und damit mit dem in Wuppertal angestrebten musealen Umgang mit dem Bauscherbe wenig zu tun hat. Bei Bayreuth sind die Ähnlichkeiten schon größer. Wie Richard Wagner war auch Pina Bausch zutiefst monoman. In den über 35 Jahren als Compagniechefin in Wuppertal ließ sie niemanden neben sich bestehen. Der Mythos vom kollektiven Arbeiten am Tanztheater ist näher betrachtet ein Zerrbild. Keine fremde Bewegungssprache durfte in Wuppertal eindringen, das Publikum bekam nur die reine Bausch. Aus dem Ensemble ist keine Schule hervorgegangen, keine bedeutenden Choreographinnen oder Choreographen, die die Idee des Tanztheaters in Wuppertal oder andernorts hätten weiter entwickeln können. Bewusst oder unbewusst schuf so Pina Bausch ihre eigene Ausnahmestellung und ihren eigenen Mythos. Wenn Hüster in der FAZ schreibt „Damit die Tanzkultur, die Pina Bausch geschaffen hat, auch das 21. Jahrhundert inspiriert, brauchen wir das Pina-Bausch-Zentrum“, ist das schief. Pina Bausch hat ein monolithisches Werk geschaffen, das kaum eine Möglichkeit zu lebendiger Kulturarbeit lässt. Und da hinkt auch der Vergleich mit Bayreuth, wo, würde es nach Richard Wagner gehen, zwar seine Opern auch auf ewig in der gleichen reinen von ihm gedachten Form gespielt werden würden, aber eben nach seinem Tod ein weltweit bedeutendes Interpretationszentrum des Wagner’schen Werkes entstanden ist, das eine lebendige Arbeit am Werk darstellt. Das Bausch’sche Werk bietet diese Möglichkeit nicht. Ihre Stücke können nicht von verschiedenen Choreographen neu interpretiert werden, sondern nur immer wieder möglichst original rekonstruiert. Der „Jahrhundertring“ von Patrice Chereau, der die gesamte Rezeption der Wagner-Tetralogie veränderte – in Wuppertal ist er nicht vorstellbar. Niemand kann kommen und „Walzer“ oder „Nelken“ in unsere Zeit holen. Pina Bauschs Tanztheater ist zweifellos eine Revolution im Tanz gewesen, eine, die sie sicherlich nicht alleine vollzogen hat, die etwa auch Johann Kresnik oder Reinhild Hoffmann mittrugen. Doch Bausch und ihre treue Gefolgschaft waren so beschäftigt damit, die Einzigartigkeit des Wuppertalers Tanztheaters zu erschaffen, zu konservieren und weltweit festzuschreiben, dass sich der Tanz längst andere Wege in die Jetztzeit gesucht hat. 

Adolphe Binder hat versucht, auf sehr sanfte Art, das Wuppertaler Tanztheater wieder an das Heute anzukoppeln. Sie hätte sicherlich viel mehr Zeit gebraucht und verdient, diesen Weg weiter zu erproben. Es war den Bauschbewahrern wohl aber schon zu viel. Wie viel Schaden sie damit angerichtet haben, wird sich möglicherweise schon sehr bald zeigen. Pina Bausch, ihr Werk und das Wuppertaler Tanztheater hätten auf jeden Fall bessere und verständigere Freunde verdient, als die, die sie jetzt haben. 

RuhrBarone-Logo

8 Kommentare zu “Das hat Pina Bausch nicht verdient

  • #1
    Emilia

    Endlich ein Kommentar, der die ganze Komplexität des Dilemmas in Wuppertal belichtet! Einzig in Bezug auf " Die sieben Todsünden" möchte ich widersprechen, denn auch wenn es zweifelsohne ein sehr sperriges Werk ist, so war der Zeitpunkt der Wiederaufnahme im Januar 2018 doch angesichts der Metoo- Debatte, erschreckend hellsichtig gewählt. Einen aktuelleren Bezug zu dem leider immer noch herrschenden Ungleichgewicht der Geschlechterrollen gerade im professionellen Kontext, hätte es kaum geben können. Und eine Welt, die zunehmend von narzisstisch gestörten Leadern regiert wird, ermöglicht es auch einem Herrn Hesse, seine perfide Intrigenposse durchzuinszenieren, auch wenn es seine eigene Position kostet. Wuppertaler Tanztheater first- weit gefehlt. So schade!

  • #2
    MichaelM

    @Emilia – Herr Hesse hat seine Position nicht riskiert, da er ohnehin in den Ruhestand geht.

    In diesem Zusammenhang vielleicht noch ein anderer Aspekt – Frauen sind auch im Kulturbereich deutlich seltener in Führingspositionen alls ihre männlichen Kollegen. Obwohl sie in Leitungs-/Führungspositionedeutlich in der Minderheit sind, fällt auf, dass Frauen sehr schnell in die Schusslinie geraten. Alleine in der engeren räumlichrn Umfeld des Ruhrgebietes wurde kürzlich die Leiterin des Prinz-Regent-Theaters in Bochum weggeekelt,, nun Frau Binder in Wuppertal gefeuert, Frau Pesch in Dortmund jahrelang angefeindet und demontiert und letztlich wurde der Vertrag nicht verlängert- auch Frau Mielitz wurde in Dortmund zeitweise heftig und öffentlich kritisiert- und auch Frau Carp geriet bei der ruhrtriennale erheblich unter Beschuss.

    Vielleicht täuscht der Eindruck – aber es scheint, dass Männer sehr viel seltener wegen ihres Führungsstiles oder auch – wie im Falle Carps- aufgrund politischer Haltungen unter extremen " Beschuss "- und die Metapher passt hier schon- genommen werden.

    Ich kann das nicht erklören- es ist eher ein subjektiver Eindruck
    Gerade die gegen Binder und auch Pesch erhobenen Vorwürfe des autoritären Führens habe ich selten gegenüber männlichen Kulturführungskröften gehört.

    Vielleicht liegt es daran, dass Männern zugestanden oder gar von Ihnen nicht nur im Kulturbereich erwartet wird, dass die autoritär- militärisch führen und dies deswegen auch seitens tu "Beanstandungen" führt, während von Frauen eher ein kooperativer Führungsstil geradezu erhofft und erwartet wird.

    Entsprechen sie diesem -sehr klischeebehaftetem- Bild nicht und führen anders, streng, vielleicht auch autoritär.wird dies -im Gegensatz zur männlichen Führungskraft, die eben auch mal ein "harter Hund" sein darf – zum Gegenstand öffentlicher Debatten

    Es scheint, dass es mit Gleichberechtigung der Geschlechter im Kulturbereich nicht weit her ist.

    Wie sagte einmal eine Ruhrgebietspolitikerin – so gar CDU- : wir können dann von Gleichberechtigiug in Führungsetagen sprechen, wenn dort genau so viele unfähige Frauen wie Männer vertreten sind.

    Aber das alles nur mal als Randnotiz …

  • #3
    Ke

    #2 MichaelM
    Gleichberechtigung bedeutet auch, dass Frauen wie Männer kritisiert werden dürfen, wenn es berechtigt ist, und wenn man in der Öffentlichkeit steht, muss man mit Kritik umgehen können.
    Selbst auf höchster Ebene ist Ex Präsident Wulff mit seinem Krisenmgmt gescheitert und nicht wg des Handelns.

  • #4
    Emilia

    #3 Ke Adolphe Binder hat mit ihrem Kulturmanagement innerhalb eines Jahres mehr in Wuppertal erreicht, als man/ frau erwartet hätte. Eine künstliche, durch nicht hinnehmebare Verwaltungshierarchie verursachte Krise konnte von ihr nicht mehr gemanagt werden, versuchte sie doch immer im Interesse des Tanztheaters zu agieren. Dass mit Herrn Hesse offensichtlich kein Diskurs auf Augenhöhe stattfinden und somit kein Konsens zwischen Verwaltung und künstlerischem Anspruch im Sinne einer Weiterentwicklung des Tanztheaters und gleichzeitiger Pflege des immensen Bauscherbes gefunden wurde, ist sicherlich keine Kritik, die man an Adolphe Binder richten sollte. Alle schaumschlägerischen Angriffe gegen sie lassen sich mit ein bisschen Recherche klar widerlegen. Hier geht es sicher nicht um mangelnde Kritikfähigkeit, sondern um den Bodensatz einer von Männerhand geschaffenen Intrige gegenüber einer sich klar positionierenden und professionell agierenden Intendantin. Ohne neue Strukturen und der Korrektur vor allem hinsichtlich des Machtgefälles zwischen Betriebswirtschaftlichkeit und künstlerischer Innovation bliebe der Compagnie nur, in veralteten Strukturen zu erstarren. Das hätte Pina sicherlich nicht gewollt.

  • #5
    Ke

    #4Emilia
    Ich bin mit dem Fall in W nicht vertraut, mir gefallen die Verallgemeinerungen in #2 nicht, die sich auf Gleichberechtigung beziehen.

    Wir leben alle in einer nicht perfekten Welt und müssen in vielen Fällen innerhalb existierender Strukturen, die von Personen geschaffen wurden, agieren.

    Bzgl der Ruhrtriennale gibt es eine aus meiner Sicht absolut berechtigte Kritik und auch am Mgmt der Herren Fussball Nationalmannschaft.
    Wen interessiert das Geschlecht der handelnden Personen?

  • #6
    Emilia

    An #5 ke A propos Fußball: Wie sehr "man" sich für das Geschlecht "handelnder Personen" interessiert, wird ja an den mannigfachen Hasskommentaren bzgl. Claudia Neumann, welche einige Partien bei der WM kommentierte, deutlich. Ihre engagierte Haltung wurde als "weiblich hysterisch" empfunden, obwohl sie deutlich mehr Fakten und Hintergrundwissen vorzuweisen hatte als so mancher altgediente Kommentator, bei dessen altbacken wirkenden Einwürfen einem doch schon vereinzelt die Zehen einschlafen. Dochdoch, ich bin sicher, wäre Claudia Neumann nicht weiblich, sie hätte es in dieser Männerdomäne deutlich leichter. Die Seilschaften würden sie freudig begrüßen.

  • #7
    ke

    @6 Emilia:
    Welche Vor-/Nachteile das weibliche Geschlecht in der Branche TV-Fußballreporter hat, kann ich nicht sagen. Das ist mir zu spekulativ. Vermutlich ist die Konkurrenz im Bereich der Männer einfach größer, so dass bei gleicher Verteilung der Begabung mehr gute männliche Reporter existieren müssten.
    Das gilt übrigens auch für die Politik: Meistens liegt die Anzahl der weiblichen Mitglieder bei ca. 1/3. Und dies ist eigentlich die Größe, die genommen werden müsste und nicht der Bevölkerungsanteil. Für nur 1/3 der Mitglieder gibt dann doch sehr viele Führungspersonen.

    Sie schreiben: "sie deutlich mehr Fakten und Hintergrundwissen vorzuweisen hatte als so mancher altgediente Kommentator"
    Streber mag keiner, wenn ich Fakten will, frage ich die Suchmaschine. Der Reporter soll Emotionen und das GEschehen im Stadion vermitteln.

    Frau von der Leyen soll auch eine "Faktenfresserin" sein, aber ein Typ wie Trump wird Präsident.
    Fakten will meistens auch im Beruf keiner wissen. Hier gilt es zu vereinfachen.

  • #8
    Emilia

    Eine von dem persönlichen Geschmack ausgehende Verallgemeinerung finde ich grundsätzlich in Diskussionen wenig sachdienlich. Jeder hat das Recht, urgesteinige Kommentatoren, die sich noch nicht einmal um die richtige Aussprache eines Spielernamens scheren, gepaart mit Altherrenwitzen im obergärigen Bereich einer erfrischenden fundierten Kommentatorin vorzuziehen.
    Man sollte sich jedoch selbst einen Eindruck bei den Übertragungen verschafft haben und nicht ins Blaue fantasieren, denn eines hat Claudia Neumann sicherlich bewiesen: Eine fundierte Informiertheit und eine lebhafte, durchaus auch emotionale Kommentation müssen sich nicht ausschließen.
    Dass sie nun in den zuhauf erfolgten Hasskommentaren als zu emotional kommentierend angegriffen wird, ist nicht von der Hand zu weisen und widerlegt einmal mehr die hier versuchte Generalisierung von dem, was Masse will und nicht will. Dieses Strickmuster ist zu einfach und wenig lösungsorientiert.
    Adolphe Binder und dem Wuppertaler Tanztheater wünsche ich nun möglichst gut reflektierende Instanzen und verabschiede mich an dieser Stelle in den Urlaub.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.