Deppendorfs Wahlversprecher

Ulrich Deppendorf (4. v. l.) wäre gern lässig wie Paul Newman in "Der Clou" (klick). Jetzt ist es so weit. In der ARD-Sendung "Klartext" zur Bundestagswahl 2009 haute der Leiter des Hauptstadtstudios einen großartig relaxten Wahlversprecher raus.

Schirmschuss: ruhrbarone/ ARD (ab 14:40)

Nachdem Struck (SPD), Gysi (LIN) und Künast (GRÜ) ihre millionenschweren Jobprogramme vorgestellt hatten, wandte sich Deppendorf an den CDU-Fraktionschef:

"Herr Kauder, von der Union sind keine Zahlen vorgegeben worden, da hört man relativ wenig Konkretes, es heißt nur im Wahlprogramm Arbeit für alles…" klack, hihi.

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8 Kommentare

  1. #1 | Angelika sagt am 26. August 2009 um 16:59 Uhr

    Das ist aber mal ein schöner Artikel!
    Danke!

    smile

  2. #2 | SimonHD sagt am 26. August 2009 um 17:05 Uhr

    … und?!?

    Noch was, Paul Newman war ein Anwalt für soziale Gerechtigkeit und gegen den gerade nur pausierenden Neokonservatismus Amerikas. Kann man unter den männlichen Vertretern dieser Runde lange suchen.

  3. #3 | schuri sagt am 26. August 2009 um 19:31 Uhr

    @simonhd, ausnahmsweise eine erläuterung: „arbeit für alles“, das klingt lustig und mindestens so sinnlos wie das unfallfreie original oder auch der cdu-wahlsong namens „wir sind wir“. tatsächlich ist die cdu nicht wahlkampffähig, weil sie in ihrer zur schau getragenen volksüberparteilichkeit, ihrem gepflegten alleinstellungsmerkmal als amtierender kanzlerpartei eben für alles und nichts steht in diesen zeiten. so beobachten wir eine leider trübe angelegenheit statt einen wahlkampf, in die nun die leichte amtsmüdigkeit deppendorfs und sein wortverdreher prima hinein passen. jetzt begriffen? oder ironieresistent? berti vogts soll ja einst im faz fragebogen auf „was verabscheuen sie am meisten?“ mit „ironie“ geantwortet haben. 😉

  4. #4 | lebowski sagt am 26. August 2009 um 20:20 Uhr

    „Alle Parteien, die ich ernst nehme, FDP, Grüne, SPD und wir, sind der Meinung, dass „Arbeit für alle“ unser Ziel sein sollte und dann geht es um die Frage, wie schaffen wir das? Darüber geht natürlich auch die Auseinandersetzung im Wahlkampf. Da sage ich das mit drei Worten: Wachstum schafft Arbeit.“

    Angela Merkel im ZDF-Sommerinterview

    Wie meinte Volker Pispers: „Ich kann die Frau am besten beleidigen, indem ich sie zitiere.“

  5. #5 | Jens Kobler sagt am 26. August 2009 um 21:18 Uhr

    Ich schaue mir so etwas ja nicht an, aber bzw. deshalb (?) kommt mir gerade eine Erklärung für dieses babylonische Neusprech:
    Also: Die Politiker wollen ja gewählt werden. Dafür brauchen sie Stimmen von vielen Menschen. Und sie brauchen die Unterstützung großer Firmen, speziell von hierzulande. Also ist „Wachstum“ etwas, worauf sich alle einigen können. Und weil „Wachstum“ so nach „viel arbeiten müssen“ klingt, dreht man das Ganze um und deutet an, die Arbeit (die Wachstum und Konsum und so zur Folge haben soll) auf „alle“ verteilen zu wollen. Und das soll dann den Minimalkonsens der Gesellschaft darstellen oder so. Und deshalb sind das auch alles Volksparteien bzw. Lobbyistenparteien. Wie aufregend.
    P.S.: „Arbeit gegen alles“ hätte ich besser gefunden, aber was er meinte, der Herr D., das war natürlich „Arbeit über alles“

  6. #6 | SimonHD sagt am 26. August 2009 um 23:04 Uhr

    So @schuri, jetzt kommst du mir in Anbetracht der allgemeinen politischen Lethargie der Vorwahlzeit und des trüben Gesamtzustands dieses Parteienstaates und in deinem Bemühen mir darüber ein Lächeln abzugewinnen also mit dem Berti Vogts, diesen unfreiwilligen Komiker aus Korschenbroich. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Bin also dem Horst gefolgt, nein nicht dem Schlämmer, und habe den Deppendorf also noch einmal Paroli laufen lassen und bin jetzt echt amüsiert. Das zur Ironie. Dass die Protagonisten der CDU nicht wahlkämpferisch daher kommen, ist der Schlüssel zum Erfolg in der weitgehend entpolitisierten Gesellschaft. Der reichen bunte Bildchen und staatsmännisches Gewäsch, um freiherrliche Substanzlosigkeit senkrecht an die Spitze der nach oben offenen Beliebtheitsskala zu hieven. Was hat das nun alles mit Deppendorf zu tun? Humor ist vielleicht wenn der deutsche Michel trotzdem lacht.

  7. #7 | Mr. Captcha sagt am 27. August 2009 um 10:41 Uhr

    Steckt hinter Uli aus Deppendorf nicht der Wilfried Schmickler?

  8. #8 | Arnold Voss sagt am 28. August 2009 um 00:02 Uhr

    Ich glaube, dass das sogenannte Volk nicht ganz so dämlich und/oder apathisch ist, wie es scheint. Das wir am Wahltag selbst dann doch noch einige Überraschungen erleben werden.

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