Der FC Schalke 04 darf mit dieser Bundesliga-Hinrunde nicht zufrieden sein

In der Arena auf Schalke. Foto: Michael Kamps
In der Arena auf Schalke. Foto: Michael Kamps

Der FC Schalke 04 hat die Bundesligahinrunde am gestrigen Freitagabend durch einen 1:0-Heimerfolg gegen 1899 Hoffenheim mit dem geforderten Pflichtsieg beendet.
Mit nun 27 Zählern auf der Habenseite hält die Breitenreiter-Truppe damit weiterhin den Anschluss an die Bundesliga-Spitzengruppe. Das Ziel, das internationale Geschäft, möglichst die Champions League-Plätze zu erreichen ist weiterhin zu erreichen.

Es folgen nun ein paar Wochen Spielpause, bevor es dann Ende Januar mit der Rückrunde weitergeht. Doch was auf dem Papier noch ganz positiv aussieht, ist in Wahrheit eine eher bescheidene erste Zwischenbilanz für Neu-Trainer Breitenreiter.
Noch hat sich der Trainerwechsel von Roberto Di Matteo hin zum ‚Erneuerer‘ Breitenreiter in keiner Weise gelohnt. Ganz egal, wie die restlichen Ligaspiele an diesem Wochenende auch ausgehen mögen.

Als Beobachter muss man sich schon sehr wundern, wie sehr die Situation bei einigen aktuell über Wochen schon schöngeredet wird. Denn auch im Vorjahr hatte der ungeliebte Coach Roberto Di Matteo 27 Hinrunden-Punkte vorzuweisen. Und auch die positive Tordifferenz unter dem im Sommer vom Hof gejagten Trainer von + 7 nach 17 Spieltagen konnte Breitenreiter bisher nicht verbuchen. Aktuell hat Schalke 04 vorne genauso viele Treffer erzielt wie hinten kassiert. Nicht gerade die Bilanz eines Spitzenteams.

Ein Fortschritt ist also rein mathematisch schon nicht zu erkennen.

Auch sollte die zuletzt viel zu häufig fehlende spielerische Weiterentwicklung die Fans in und um Gelsenkirchen aktuell beschäftigen. Auch der mühsame Heimsieg gestern gegen einen Abstiegskandidaten war optisch für die Zuschauer ja nicht gerade ein Vergnügen. Das war zuletzt leider häufiger so. Und auch im DFB-Pokal ist man in diesem Jahr wieder früh gescheitert.

Doch was viele Fans, wenn sie es vielleicht auch nicht zugeben mögen, innerlich sicherlich noch mehr ärgern dürfte, dass ist der aktuell schon riesige 11 Punkte-Rückstand auf den BVB. Und der hat ja heute in Köln sogar noch einmal die Gelegenheit diesen jetzt schon gigantisch großen Vorsprung auf den Konkurrenten weiter auszubauen.

Im Vorjahr hatte Schalke am Ende der Hinrunde übrigens selber noch einen Vorsprung von 12 Punkten auf die Schwarzgelben. Beide Revierclubs haben sich also um über 20 Punkte auseinanderentwickelt.

Kann man als Schalker damit so zufrieden sein? Wohl nicht. Wie man die Situation aktuell daher rund um Gelsenkirchen positiv einschätzen kann, das wird mir daher über die Feiertage wohl ein völliges Rätsel bleiben… Vermutlich muss man in königsblauer Bettwäsche schlafen um die aktuelle Situation des FC Schalke 04 als Positivtrend zu bezeichnen, hier deutliche Fortschritte gegenüber der Vorsaison erkennen zu können. Ich kann es, bei aller hier gebotenen Neutralität, nicht. Breitenreiter hat noch nicht wirklich gezündet (auch wenn er sich durchaus sympathisch verkauft).

Ganz im Gegensatz zu Thomas Tuchel ein paar Kilometer weiter. Auch wenn dieser den Hinrunden-Vergleich mit dem BVB aus der Vorsaison ja eigentlich auch nur gewinnen konnte.

Ein paar erkennbare Fortschritte hätte ich von Andre Breitenreiter und seiner Elf aber in der Hinrunde 2015/16 eigentlich schon erwartet.

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12 Kommentare

  1. #1 | Robert Müser sagt am 19. Dezember 2015 um 12:35 Uhr

    Ich denke, es wäre nach alter Tradition dieses Vereines, wieder an der Zeit den aktuellen Übungsleiter wieder vom Hof (ähem vom Platz) zu jagen.

    Bringt zwar nichts, wie im Beitrag gut dargestellt, spiegelt aber eine "entschlossene und handlungsfähige" Führungsebene wieder.

    Außerdem kann der noch aktuelle Trainer sein Potential bei anderem Verein vermutlich besser einsetzen und der sein Nachfolger hätte dann wieder ein Beschäftigung.

  2. #2 | Klaus Lohmann sagt am 19. Dezember 2015 um 14:46 Uhr

    Der ganze Irrsinn der "Führungs"etage der Blauen, die diesen Verein in höchste Existenz-Gefahr bringen wird, zeigt sich in der neuen Heldt-Posse um ein "Festgeld-Konto" mit den Draxler-Milliönchen, welches ihm angeblich vom Aufsíchtsrat zum Shoppen freigegeben wurde – trotz massiver Verbindlichkeiten, die ohne sportlichen Erfolg diese Saison alles andere als geringer werden.

    Da verbraucht also ein schon geschasster Manager noch bevor sein designierter Nachfolger seinen Job übernehmen kann, die wenigen z.Zt. flüssigen Piepen des Vereins für eigene Einkäufe, mit denen er in der Vergangenheit eher wenig erfolgreich war. Heidel wird sich natürlich nach den ersten Misserfolgen in der neuen Saison 16/17 hinstellen, mit den Schultern zucken und auf Tönnies und Heldt pointen, die ihm ja jegliche Handlungsoption bei Einkäufen genommen haben. Ein Zukunft ohne Zukunft in einem albernen Verein…

  3. #3 | Thomas Weigle sagt am 19. Dezember 2015 um 15:05 Uhr

    Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei….und dann der ganze 04er Baum.

  4. #4 | Jonas Baumann sagt am 19. Dezember 2015 um 15:45 Uhr

    Ein äußerst einseitiger Kommentar. Natürlich kann man mit dem derzeitigen Punktestand auf Dauer nicht zufrieden sein, vom Tabellenplatz mal ganz zu schweigen. Aber eine besonders starke tabellarische Verbesserung war auch nicht zu erwarten! Die Qualität des Schalker Spiels war nach der "Ära" Di Matteos derart im Keller (siehe letztes Saisonspiel in Hamburg), dass Breitenreiter ziemlich tief graben musste bei der Fehlerbewältigung ! Wenn man als neutraler Beobachter aber die ersten Saisonspiele der schalker gesehen hat, wird deutlich dass das Team sogar überraschend schnell Fortschritte machte. Der Einbruch folgte dann bei den erwartet schwierigen Spielen gegen Gladbach, Bayern und Dortmund, wobei ich persönlich selbst dort noch ansprechende Ansätze sah. Dass die letzten Spiele spielerisch nicht mehr stark waren, wird auch Breitenreiter erkannt haben. Die Ursachen sind ganz einfach dass der Lauf, der vorherrschte, gebrochen war, einige Spieler (gerade die jüngeren) nicht mehr so spritzig wirkten, und vorallem das Selbstvertrauen, was sehr wichtig für diese jungen Spieler ist, etwas gelitten hat. Ich bin mir jedoch sicher, dass Breitenreiter diese Baustellen in der Winterpause angehen wird und auch mit Hilfe neuer Spieler, den alten Spielstil wieder aufleben lassen kann. Gerade in der Stürmerposition braucht man dort Verstärkung, denke ich. Wenn man dem sehr jungen und mit vielen neuen Spielern (die Leidtungsträger werden sollen!) gespickten Team endlich mal Zeit geben würde, würde man spätestens nächste Saison die Früchte ernten! Alles andere grenzt an Aktionismus und tut der Konstanz und Kontinuität im Verein nicht gut.

  5. #5 | WALTER Stach sagt am 19. Dezember 2015 um 21:14 Uhr

    Und was sagen "wir BVB-Fans" zur Hinrunde unserer Mannschaft?
    Ich registrie größte Zufriedenheit mit der Gesamtleistung der Mannschaft und mit einer für mich unerwarte Position auf Platz 2 mit deutlichem Abstand zu den sog. Verfolgern -auch zu S04-.

    Zur Hinrunde von S0 4?
    Kann ein BVB-Fan dazu überhaupt "unbefangen" etwas sagen?
    Nein, kann er m.E. nicht.
    Deswegen mein Verweis auf die Überschrift eines Beitrages heute bei SPIEGELonline.
    "Schalkes Hinrunde: Erleichterung statt Euphorie."
    Könnte passen oder ,SO 4 Fans?

  6. #6 | WALTER Stach sagt am 19. Dezember 2015 um 21:19 Uhr

    Nachtrag:
    Nach der Niederlage in Köln ändert sich grundsätzlich nichts an meiner Bewertung der Hinrunde des BVB.

    Muß ich ein "kleines Aber" hinzufügen?
    -sh.neben dem heutigen 2: 1 zu Gunsten des FC Köln das 3:1 zu Gunsten des HSV-.

    Muß ich nicht, könnte ich, lasse ich jedoch.

  7. #7 | Robin Patzwaldt sagt am 19. Dezember 2015 um 21:38 Uhr

    @Walter: In Sachen BVB sitzt die Enttäuschung bei mir aktuell noch zu tief für eine Diskussion. Das ändert aber nichts an der grundsätzlich guten Vorrunde. Hätte man heute gewonnen, hätte man zur Halbzeit 41 Punkte gehabt. In der Meistersaison 2012 waren es am Ende 81, was sogar auf extra angefertigten T-Shirts mit einer großen '81' drauf gefeiert wurde. Das sagt eigentlich alles. Trotzdem schmerzt mich die Art und Weise der heutigen Niederlage des BVB in Köln. Das war, ebenso wie die Punktverluste in Hoffenheim und daheim gegen Darmstadt völlig unnötig. Morgen folgt bei von mir übrigens noch ein Beitrag zur Hinrunde, und der Domninaz der Bayern. Vielleicht können wir ja dann dazu weiterdiskutieren. Schönen Abend noch! 🙂

  8. #8 | Klaus Lohmann sagt am 19. Dezember 2015 um 22:51 Uhr

    @Robin: Die für mich einzig wertbare Entschuldigung für diesen Grottenkick in der Karneval-City ist ein team-übergreifendes "Akku leer". Die haben ab der 70. kaum noch ihre Stelzen in die richtige Position zum Gegner/Ball hinbekommen, da zehren 30 Spiele in 3 Wettbewerben *deutlichst* an der Substanz. Entweder wirkt TT's "Belastungssteuerung" nicht wie gewünscht oder die unruhige Saisonvorbereitung knabbert immer noch an den Beinen.

    Wenn wir in allen drei Cups bis zum Ende existent bleiben wollen, dann muss da noch Verstärkungin den Kader rein (nicht unbedingt von außen) oder die letzten Saison-Wochen nä. Jahr werden eine nervige Quälerei…

  9. #9 | Robin Patzwaldt sagt am 19. Dezember 2015 um 22:58 Uhr

    @Klaus: Und das ist eben auch noch immer der Unterschied zu den Bayern. Die ziehen das trotz 8 Verletzten und auch etlichen Pflichtspielen in den Knochen im Regelfall durch. Der BVB hat zu viele Aussetzer. So wie heute… Eigentlich hätten die nur in München verdient verlieren müssen. Die zwei Buli-Niederlagen und die beiden in der Europa League waren dämlich. Und auch die Unentschieden in Hoffenheim und gegen Darmstadt. Heute hätte zumindest das Unentschieden am Ende abgesichert werden müssen. Hat mir echt den Abend versaut vorhin… Und dabei hatte ich mir doch vorgenommen mich nicht mehr so zu ärgern. 😉 😀

  10. #10 | leoluca sagt am 20. Dezember 2015 um 13:55 Uhr

    Die erreichten 27 Punkte bedeuten, dass man oben dran bleibt, und so sind sie das beste dieser Hinrunde.

    In der Schalker Mannschaft war zwar zum Saisonbeginn der spielerische Fortschritt nicht zu übersehen, was allerdings nach dem Trainerdesaster davor so schwer nicht war. Breitenreiter ließ diese weitgehend junge Mannschaft mutiger, schneller und offensiver spielen. Doch dieser Fortschritt, den es durchaus auch in den Spielen gegen die starke Konkurrenz aus Dortmund, Leverkusen und Gladbach gab, ist nun leider verflogen. Gegen Ende der Saison hat Schalke einfach wieder das Glück, dass die Konkurrenz überraschend oft patzt.

    Dass diese junge Mannschaft, die bei weitem (noch?) keine Spitzenmannschaft ist, leicht zu verunsichern ist, hat man bei den letzten beiden Hinrundenspielen deutlich sehen können. Da war der Mut zum riskanten Angriff völlig weg. Den großen Talenten Meyer, Sane und Geis gelang so gut wie nichts, und so klaffte im Mittelfeld eine Riesenlücke, die der gute alte Huntelaar durch sein außerordentliches Laufpensum nicht nur nicht füllen konnte, ihm fehlte dann in entscheidenden Strafraummomenten die nötige Kraft und Konzentration. Von Choupo-Moting und Di Santo kommt in solchen Situationen ohnehin nur Mittelmaß, wenn überhaupt. Und ich gebe zu: ich trauere immer noch den schnellen, technisch versierten und dynamischen Stürmern Draxler und Farfan hinterher, die der Sportvorstand Horst Heldt ersatzlos verkauft hat.

  11. #11 | WALTER Stach sagt am 20. Dezember 2015 um 16:06 Uhr

    Robin,
    1.
    ich war selbstverständlich so wie Du nach dem 1: 2 in Köln enttäuscht.

    Wenn ich darüber nachdenke, was wäre wenn……? Wenn wir in Hamburg, wenn wir in Köln gewonnen hätten…… Bekanntlich bringt es aber in der Sache nichts, so zu denken; schlechtestenfalls befödert man damit nur den eigenen Frust.
    Insofern dient das, was ich unter -5-einleitend gesagt hab, auch dazu, der Enttäuschung zu begegnen.
    2.
    Mir scheint, daß die Hoffnung gut begründet ist, nach der die Rückrunde so gut verlaufen wird wie die Hinrunde. Dann wäre dem BVB jedenfalls Platz 2 sicher.
    Prognosen zum Abschneiden "unseres" BVB im Pokal, in der Euro-lig.? Ich gebe keine ab, weil es für mich auf diese Wettbewerbe bezogen zu viele Unbekannte gibt.
    3.
    Robin,
    Zustimmung auch zu Deiner Meinung , nach der der FCB immer wieder zeigt, daß er nicht nur über die individuell durchweg besseren Spieler verfügt als der BVB, sondern daß die Mannschaft des FCB offensichtlich auch in Sachen Konzentration über die gesamte Saison und in jedem einzelnen Spiel -von der 1.bis zur letzten Minute (!!)- und in Sachen unbedingtem Siegeswillen weiter ist als der BVB. Und das zeigt sich dann folgerichtig in einem 8 Punktevorsprung des FCB vor dem BVB.

    leoluca
    zum S o4:
    Während ich aufgrund der Hinrunde, auch unter Beachtung einer relativen Stabiliät der Mannschaft -nebst Ersatzbank-, dazu neige, "meinem BVB" ein ähnlich gute Rückrunde zuzutrauen, bin ich mir dieserhalb bei S 04weniger sicher.
    Aber…
    auch für S 04 ist noch viel Positives möglich, u.a. das Erreichen der Champ.liga -auf dem
    dem 3 Platz hinter "meinem" BVB?

  12. #12 | Robin Patzwaldt sagt am 20. Dezember 2015 um 16:19 Uhr

    Da derzeit kaum eine Mannschaft (außer den Bayern und mit Abstrichen dem BVB) wirklich konstant zu spielen scheint, erscheint mir die Reihenfolge Bayern, BVB, Schalke für die Bundesligatabelle am Ende nicht unrealistisch. Wolfsburg ist bisher eine völlige Enttäuschung. Und was aus Gladbach in der Rückrunde wird, das muss man auch erst einmal abwarten. Und ansonsten? Hertha? Leverkusen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Teams am Ende auf Platz 3 landen, wenn die ihre Wankelmütigkeit nicht bald ablegen. Wahrscheinlich waren Platz 3 und 4, und damit die Chance auf die Königsklasse und das große Geld, selten so leicht zu erreichen…

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