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Der Ruhrpilot

Thomas Kutschaty Foto: SPD-Fraktion Lizenz: Copyright


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12 Kommentare zu “Der Ruhrpilot

  • #1
    Nina

    Der Kutschaty ärgert mich. Außer Allgemeinplätze, was nach AlG 2kommen müsse, hat er kaum etwas zu bieten. Tarifbindung muss erhöht werden. Gähn. Ach echt jetzt? "zur Not durch staatlichen Druck". Aha. Aber nur "zur Not" bitteschön. Und wann fängt die Not eigentlich an? Was nützt mir eine Tarifbindung, wenn der Tarif fürn Arsch ist? Für manche Kollegen von mir wäre Tarif ein Horror, haben sie doch frei ihr Gehalt ausgehandelt, das drüber liegen dürfte.
    "Für gute Arbeit gibt es keinen Ersatz. Sie ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben". Nö. Sehe ich anders. Wenn man unter Arbeit im 21. Jahrhundert und unter großen, grundlegenden Veränderungen, derer wir bereits Zeugen sind (Stichwort Robotik, Digitalisierung, KI), Arbeit nach wie vor lediglich als Erwerbsarbeit im Spannungsfeld Arbeitnehmer-Arbeitgeber versteht, kommt keinen Schritt mehr weiter.

  • #2
    `ke

    @1 Nina:
    Für einen Standard-Politiker Artikel ist der Artikel aus meiner Sicht in einigen Punkten schon detaillierter als das übliche "für eine bessere Zukunft" .

    Ich frage mich nur, was die SPD im Kern an ALG2 verändern will, außer es umzubenennen. Die Grundrichtung stimmt. Bei den Vorschlägen sehe ich auch keine Grundsatzänderungen.

    Es ist auch wenig gerecht, dass die Lebensarbeitsleistung kaum einbezogen wird. Nur hat dies natürlich auch viele Vorteile:
    – Soll die Frühverrentung mit langer Arbeitslosigkeit als Kernbestandtteil der Abfindungen trotz "Facharbeitermangel" durch die Sozialversicherung finanziert werden?
    – Wo liegen die Grenzen des Vermögensschutzes? Muss der Grundbesitzer wirklich nicht an seine Reserven, bevor er staatliche Ansprüche hat? Warum soll die Putzfrau das bezahlen? Welches Vermögen soll geschützt sein?
    – Warum schaffen es manche Menschen einfach nicht, trotz aktiver Freizeitgestaltung einen Job zu finden. Muss deren Leben wirklich von der Allgemeinheit finanziert werden? Dazu gehören die Menschen, die um 5 bei Regen und Schnee vor dem Firmentor stehen bzw. draussen arbeiten.

    Ja, mit der heutigen Arbeitswelt haben die Parteien ihre Probleme. Es ist auch toll, dass gefragte Arbeitnehmer mehr Geld aushandeln. Nur was ist mit dem Rest?
    Die Piloten streiken gerne. Wenig Leute, gut Jobaussichten. Der Rest der Mannschaft, die für einen Flug notwendig ist, scheint sie weniger zu interessieren. Das ist auch nicht sozial.

    Hohe Tarifgehälter am Autoband und gleichzeitig Zulieferer/Zeitarbeiter, die für einen konkurrenzfähigen Lohn sorgen müssen. Gerecht ist das nicht.

    Ich vermisse in der Politik den Willen, die internationalen Unternehmen wirksam zu besteuern. Herr Scholz als SPD Finanzminister und Martin Schulz in seiner EU Zeit zeigen/zeigten wenig Aktivitäten in diesem Bereich. Warum nur?

  • #3
    Nina

    @ke #2
    "– Warum schaffen es manche Menschen einfach nicht, trotz aktiver Freizeitgestaltung einen Job zu finden. Muss deren Leben wirklich von der Allgemeinheit finanziert werden? "
    Ja. In einer so weit entwickelten Gesellschaft wie hier kann die Arbeit Gottlob nur Ja heissen.
    Es gibt nicht für jeden Menschen den passenden Job. Und es gibt auch Menschen, die nicht arbeiten können (Krankheiten, Behinderungen, …). Das wird immer so sein und diesen Prozent- (oder Promille?) Satz wird eine demokratische, weit-entwickelte Gesellschaft immer mittragen. Die Sozen nannten das früher Solidarprinzip. Ich glaube auch, dass es die wenigsten Menschen sind, die willentlich sagen "Hey wie geil, ich kassier Grundsicherung und hab n geiles Leben in Ruhe. Für die paar Kröten nehme ich die Sanktionen und das Bauchweh, wenn ich an den nächsten Termin beim Jobcenter denke, doch gerne hin."
    Und was die wirksame Besteuerung angeht… Du lebst wohl gerne riskant, ke. 🙂 Das werden wir nicht mehr erleben. Dafür reicht ein Leben nicht. 😉

  • #4
    Hanni

    @ ke, Zitat: "Warum schaffen es manche Menschen einfach nicht, trotz aktiver Freizeitgestaltung einen Job zu finden. Muss deren Leben wirklich von der Allgemeinheit finanziert werden? Dazu gehören die Menschen, die um 5 bei Regen und Schnee vor dem Firmentor stehen bzw. draussen arbeiten."

    du sitzt im Warmen und schwingst seit Jahren bei den Ruhrbaronen rechte Parolen. Geh doch erst mal selber "draußen um 5" arbeiten, anstatt hier 24 / 24 h zu hetzen.

  • #5
    Nina

    @Hanni #4 Ich lese diesen Blog auch regelmäßig und ke habe ich noch keine rechten Parolen schwingen sehen.
    Ich glaube aber (d.h. ich vermute es stark), dass er schonmal Nürnberger Rostbratwürstchen gegessen hat! Und zwar außerhalb Nürnbergs! (Ich weiss nicht, was schlimmer ist)
    Den Inhalt des Zitates teile ich auch nicht.
    Und über die Frage, warum es manche Menschen nicht schaffen, einen Job zu finden, kann man tatsächlich diskutieren. Manche schaffen es nicht, weil sie in ihrem Bereich keine passende Stelle finden. Manche schaffen es nicht, weil sie krank sind. Manche schaffen es nicht, weil sie nicht bereit sind ihre Würde aufzugeben und "irgendwas" zu arbeiten. Es gibt tausend Gründe denke ich. Manche wollen es sicher auch nicht, aber ich gehe davon aus, dass das eine absolute Minderheit ist.

  • #6
    Jiri

    Diese Vorstellung, dass jeder Arbeit finden sollte und wollte, findet man auch bei Linken. Bei dieser Vorstellung ist zudem wieder eine Realitätsverleugnung bedeutsam, die ausblendet, dass es für viele Leute gar nicht mehr die passenden Arbeitsplätze vorhanden sind.

  • #7
    ke

    @5 Nina:
    Ja, die Diskussion ist interessant.
    Muss es den richtigen Job für jeden geben? Wer hat denn den gut bezahlten Job, der volle Befriedigung bietet und möglichst noch Zeit zur Selbstverwirklichung lässt?

    Dass Menschen Einschränkungen haben können, ist klar. Offen ist aber, welche Jobs zumutbar sind. Da aktuell in meinem Umfeld alle Menschen beschäftigt sind, sehe ich auch verbunden mit bisherigen Erfahrungen die Motivation, eine Arbeit aufzunehmen und sich einzubringen in vielen Fällen als gering an.

    Die wirksame Besteuerung muss man auch ständig fordern. Wofür haben wir Parteien und Gewerkschaften und Unternehmen. Final leiden doch alle ohne internationale Gestaltungsspielräume unter diesem Verhalten. Die Politik tut hier zu wenig.

    @4 Hanni:
    Was ist denn jetzt schon wieder rechts? Ich mag offene, wettbewerbsorientierte Systeme mit sozialer Abfederung. Das lieft mal unter dem Titel "soziale Marktwirtschaft" und ist Teil des Gründungsmythos der BRD.

    BTW:
    Ich fahre oft genug um diese Zeit zur Arbeit und habe deshalb auch die Erahrungen mit der Arbeitswelt umd diese Zeit. Bahnfahren bildet dabei übrigens auch. War auch schon 7/24 aktiv. Ferner war ich in vielen Ländern der Welt und kenne durchaus auch internationale Lebensbedingungen.

  • #8
    ke

    @4 Hanni:
    Welche Arbeit muten sie Menschen zu, damit deren Leben von der Allgemeinheit über Steuern finanziert werden sollen?
    Sind Sie für ein bedingungsloses Grundeinkommen?
    Wie stehen sie zu offenen Grenzen?
    Falls ja: Wie wollen sie einen Sozialstaat mit offenen Grenzen aufbauen, wenn jeder Zugang zu ihm hat?

    Ich bitte um eine konkrete Antwort. Wer soll das Geld erwirtschaften/einzahlen, das Sie nach meiner Einschätzung gerne verteilen wollen?

    Und denken Sie bitte daran, dass sie sofort von vielen Kommentatoren als "Rechts" eingestuft werden, wenn sie irgendwelche Menschen ausschließen wollen. Diese Kommentatoren vergessen gerne, dass Geld endlich ist und nicht aus dem Einhornland kommt., wenn es einen Wert haben soll.

  • #9
    Hanni

    @ ke, Zitat: "Welche Arbeit muten sie Menschen zu …"

    da haben wir sie schon wieder, "ke"s "Zumutung". Dir ist doch jedes Mittel recht, um andere Menschen zur Arbeit zu zwingen. Ich wette, du hast in deinem ganzen Leben noch nicht einmal wirklich gearbeitet – ke: "um 5 bei Regen und Schnee vor dem Firmentor stehen bzw. draussen arbeiten" – da kannst du ewig das Gegenteil behaupten, liefere ein einziges Mal einen Beleg dafür

    ke, Zitat: "«soziale Marktwirtschaft» und ist Teil des Gründungsmythos der BRD."

    "Mythos". Vom rechten ke erzählt.

  • #10
    Arnold Voss

    Der entscheidende Faktor für jedwede gesellschaftliche Verteilungsfrage ist die Produktivität der dazugehörigen Volkswirtschaft. Eine hochproduktive Ökonomie, egal ob durch technische oder organisatorische Innovationen, schafft im Ergebnis mit weniger Menschen mehr Produkte und Dienstleistungen. Vorausgesetzt, die Bedürfnisse werden nicht gesteigert, brauchen deswegen immer weniger Menschen zu arbeiten, ohne das ein praktischer Einkommensverlust entsteht. Damit ist eine Neuverteilung der Arbeit, bzw. mehr Freizeit für alle möglich, ohne das andere dafür bezahlen müssen.

    Bei Bedürfnissteiergung bedeutet höhere Produktivität jedoch, dass die Gesamtarbeitszeit gleich bleibt oder sogar phasenweise weiter steigt. Allerdings nicht für die, die ihre Bedürfnisse gleichhalten oder sogar senken. Eröffnet der Staat, bzw. die Politik, auf Grund der hohen Gesamtproduktivität, dazu die Möglichkeit bei sehr geringer Bedürfnisbefriedigung gar nicht mehr zu arbeiten, ist das volkswirtschaftlich deswegen überhaupt kein Problem. Egal ob das als Sozialhilfe oder als bedingungsloses Grundeinkommen geschieht.

    Ganz im Gegenteil. Da für die meisten Menschen eine immer höhere Bedürfnisbefriedigung das Lebensziel ist, wird ihnen dadurch die Möglichkeit gegeben, die verbliebene und durch weitere Produktivitätssteigerung tendenziell weniger werdende Gesamtarbeitszeit so unter sich aufzuteilen, dass sie weiter, ja sogar noch mehr arbeiten können, um eben diesen gesteigerten Konsum bezahlen zu können.

    Dass das praktisch einen komplizierter Prozess der Um- und Neuverteilung von Arbeit und Einkommen zur Folge hat, der durch die Globalisierung zusätzlich erschwert wird, ändert nichts an dieser Grundtatsache jeder Volkswirtschaft. Jede Bezahlung ohne Leistung, und das ist sowohl Hartz IV als auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, schafft Gerechtigkeitsprobleme, die letztlich politisch gelöst werden müssen. Aber bei genügend hoher Produktivität und genügend Menschen die willens sind, diese im Wettbewerb weiter zu steigern, zumindest aber zu erhalten, ist das grundsätzlich möglich.

  • #11
    ke

    #9 Hanni
    Ich warte immer noch auf den ersten Satz mit Inhalt.
    Viel Zeit habe ich nicht, muss morgen früh raus :-).

  • #12
    Thomas Weigle

    Arnold, ein schöner Beweis dafür, dass absolute Vollbeschäftigung eben nicht zu einer hinreichenden Bedürfnisbefriedigung der Konsumwünsche der Menschen führt, zeigt der Blick in dei Vergangenheit des realen Sozialismus. Alle haben gearbeitet und dennoch war die Nachfrage selbst nach eigentlich einfachen Konsumgütern nie wirklich befriedigend und/oder auf Dauer gelöst. Im Gegenteil hat in der Endphase der DDR bspw ein spürbarer Mangel an Arbeitskräften geherrscht, der allerdings noch vom Mangel an Konsumgütern und tw. Lebensmitteln übertroffen wurde. Die Arbeitsproduktivität in der DDR in den 80ern betrug m.W. n. weniger als die Hälfte der in der alten Bundesrepublik erreichten. In der wiederum herrschte in diesen Jahren eine spürbare Arbeitslosigkeit.
    Dieser Mangel in der DDR war auch den Oberen bewusst, denn in den Mitsiebzigern wurde die Werbesendung "TausendTeleTips", die immer vor dem "Sandmännchen" lief, eingestellt, weil die Nachfrage nach den beworbenen Konsumartikeln nicht wirklich befriedigt werden konnte.
    Auch scheiterte der Bau einer Fabrik eines franz. Autokonzerns dort daran, dass die DDR nicht in der Lage war, die benötigten 4000 Arbeitskräfte zu stellen.

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