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Der Ruhrpilot

Thyssenkrupp-Hauptquartier Foto: Tuxyso Lizenz: CC BY-SA 3.0


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8 Kommentare zu “Der Ruhrpilot

  • #1
    paule t.

    zu "Bochum: AfD provoziert bei Gedenkveranstaltung…Bo Alternativ":

    Irgendwie hatte ich mir beim Lesen der Überschrift etwas mehr vorgestellt, als dass einer von denen einfach … da war. Ja, die AfD ist widerwärtig, allerlei von Gauland, Höcke und Co ist es auch, keine Frage. Aber selbst erheben die nun mal den Anspruch, keine Nazis zu sein. (Und anders als bei "Die Rechte", "Der dritte Weg", "NPD" usw. ist das ja, wenn auch vielleicht nur oberflächlich, auch so.) Und für jemanden, der kein Nazi sein will, ist es doch nur konsequent, auf so einer Gedenkveranstaltung zu sein.

    Ja: Dann soll man ihn mit den antisemitischen, faschistischen Aussagen seiner Parteikollegen konfrontieren, ihn dafür kritisieren, an der genannten falschen Oberfläche kratzen. Es aber zur "Provokation" aufzublasen und als Skandal zu behandeln, wenn so einer einfach nur da ist, ist kindisch und erweckt den Eindruck eines Autoren/einer Gruppe, die 100%ig davon überzeugt ist, bei der Beurteilung von 100% der Wirklichkeit zu 100% recht zu haben und dass jeder Gutwillige damit gefälligst zu 100% übereinzustimmen habe. Und wo jemand zu 0,1% davon abweicht – also zB einen Anwesenden, der selbst aktiv und konkret eben nicht provoziert, nur kritisiert, aber nicht sofort nach dem Willen der 100% Rechthabenden entfernt – ist das dann eben ein Skandal. Kindergarten.

  • #2
    nussknacker56

    Hätte eher nicht darauf getippt, dass ich mit paule t. mal in einem Punkt konform gehe. Jetzt ist es passiert: Er/Sie argumentiert in #1 durchaus überzeugend und bringt die Doppelmoral dieses bo-alternativ-Artikels ziemlich genau auf den Punkt.

    Der Artikel wäre eigentlich nicht der Rede wert, stünde er nicht symptomatisch für die Frage, wie rechtsradikal und antisemitisch die AfD ist. Das ist keineswegs so eindeutig, wie es viele aus reichlich fadenscheinigen Gründen hinstellen wollen. Und es ist etwas, bei dem ich immer mehr den Eindruck habe, dass nicht wenige den Knochen AfD bewusst in die Runde werfen um zu sehen, wie sich alle gemeinsam darauf stürzen und dadurch eine Diskussion über andere wesentlich brisantere Themen gar nicht erst in den Fokus gerät.

    Was zum Beispiel ist davon zu halten, wenn Linke, SPD und die üblichen Kreise mit den rotlackierten Nazis der stalinistischen Kleinsekte MLPD in Essen ein Aktionsbündnis eingehen? Niemand aus den Reihen der Beteiligten – außer in diesem Fall lobenswerter Weise die Grünen – scheinen damit ein sichtbares Problem zu haben. Die SPD meint sogar noch: „Eine direkte Unterstützung der antisemitischen BDS-Kampagne durch die MLPD Essen/Mülheim ist uns nicht bekannt. Sollte dies tatsächlich zutreffen …“.

    Kein Thema, die AfD ist äußerst rechtslastig und besitzt einem faschistoiden rechten Flügel (Höcke und Konsorten), dem intern nur verhalten Widerstand entgegengesetzt wird. Der „Fliegenschiss-Vergleich“ von Gauland ist als Verkleinerung und Relativierung des Nationalsozialismus zu werten. Was nochmals deutlich schlimmer ist, ist seine Aussage, dass die Deutschen stolz sein dürften auf „die Leistungen deutscher Soldaten“ im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Wer so etwas formuliert, leugnet die Tatsache, dass das schlimmste Verbrechen in der Menschheitsgeschichte ohne diese beschworenen „Leistungen“ nicht möglich gewesen wäre.

    Antisemiten in der AfD? Klar gibt es die dort, siehe z.B. Wolfgang Gedeon. Allerdings finde ich solche in weitaus größerer Zahl bei den Linken, in der SPD und bei den Grünen. Was die effektive Wirksamkeit anbelangt, kenne ich in der AfD keinen Antisemiten, der in der Lage ist, solche verheerenden Ressentiments gegen lebende(!) Juden zu nähren, wie Schulz, Gabriel, Steinmeier, Maas, Nahles, Chebli und viele andere immer wieder praktizieren. Der SPD-Politiker Heiko Maas ist dafür verantwortlich, dass Deutschland in der UNO mit diversen Schurkenstaaten das reale schmutzige Geschäft gegen den einzigen jüdischen Staat betreibt und nicht irgendein AfD-Hansel.

  • #3
    planet claire

    @ nussknacker56

    nussknacker56: "Er/Sie argumentiert in #1 durchaus überzeugend …"

    da wird sich aber jemand freuen! Wenn der große Gelehrte "nussknacker56" das sagt. So gönnerhaft. Dann erfahren wir noch, dass "links = böse" ist: Danke, Danke, Danke!

  • #4
    Nina

    FCK AfD!
    Und ganz ehrlich-wenn man mich auf einer Gedenkveranstaltung bitten würde, zu gehen, dann würde ich dem nachkommen. Ohne Schnick und ohne Schnack, ohne jede Diskussion. Alles andere ist nur ein Ausdruck einer schwachen Persönlichkeit.

  • #5
    paule t.

    @#2
    Sorry, vor den Karren möchte ich mich auch nicht spannen lassen. Ja, es gibt auch auf der linken Seite Antisemiten. Aber erstens ist es albern, zu behaupten, es seien mehr als auf der rechten Seite wie bei der AfD. Zweitens ist es auf der linken Seite wenn, dann immerhin "nur" israelbezogener Antisemitismus, der, so widerwärtig er ist, immerhin scheinbar diskutable Anknüpfungspunkte in einem realen Konflikt hat und nicht wie auf der rechten der ganz unmittelbare, eindeutige, auf das Judentum selbst bezogene, rassistische Antisemitismus. Und drittens kommt auf der rechten Seite noch ein ganzer Sack voll anderer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeiten dazu, die ich für genauso abscheulich halte wie Antisemitismus.

  • #6
    paule t.

    @#4, Nina: "Und ganz ehrlich-wenn man mich auf einer Gedenkveranstaltung bitten würde, zu gehen, dann würde ich dem nachkommen. "

    Jein. Ich würde schon schauen, wer das tut. Und dem Artikel kann ich nur entnehmen, dass das auch nur andere Besucher waren, die die Hysterie- und Selbstgerechtigkeitsschraube zum Anschlag hochgedreht haben, nicht Veranstalter (das ist dem Artikel ja klar zu entnehmen) und wohl auch nicht (das ist nicht klar gesagt) Vertreter von Betroffenen. (Im Artikel-Sprech: "engagierte Menschen" – so als wären alle anderen nicht engagiert. Wieder Selbstgerechtigkeit bis dorthinaus.)

    Ich will ja auch wirklich nicht AfD-Leute verteidigen, es geht mir um die Außenwirkung der Argumentation und Kommunikation. Und die empfinde ich es eben, bei aller Abneigung gegen die AfD, als absolut hysterisch und kindergartenmäßig, wenn die bloße Anwesenheit eines Menschen, dem man persönlich offenbar nichts Konkretes vorzuwerfen hat, zum Skandal und zur Provokation hochgejazzt wird.

    Wenn es klar formuliert worden wäre, dass die Anwesenheit als Provokation _empfunden_ wurde, hätte ich vielleicht gar nichts zu meckern. Aber die Überschrift erweckt eben den Eindruck, als hätte die AfD auf der Veranstaltung durch konkrete Handlungen gestört und sich respektlos gezeigt, was ja wirklich ein Skandal wäre (und der Artikel formuliert dann so, als wäre die Anwesenheit dem gleichzusetzen). Wenn man dann aber den Artikel liest und den Anlass für die Vorwürfe sucht, merkt man, dass tatsächlich das genaue Gegenteil der Fall ist. Nebenbei bemerkt, dürfte es rechtlich auch gar nicht einfach sein, jemanden, der nicht stört, einer öffentlichen Veranstaltung zu verweisen.

    Und dann ist eben, will man nicht kindergartenmäßig wirken, kritische Auseinandersetzung eher angezeigt (wie es laut Artikel der OB in seiner Rede gemacht hat) als Ausgrenzung, die in der Situation keine Begründung hat. Und dafür wird den Veranstaltern dann "fehlende Haltung" vorgeworfen. Wie oben gesagt: Wenn jemand nicht zu 100% mit den 100%igen Bescheidwissern übereinstimmt, ist’s angeblich ein Skandal. Pillepalle.

  • #7
    Nina

    @paule t. "Ich will ja auch wirklich nicht AfD-Leute verteidigen"… warum tust Du es dann?
    " Nebenbei bemerkt, dürfte es rechtlich auch gar nicht einfach sein, jemanden, der nicht stört, einer öffentlichen Veranstaltung zu verweisen." Doch, ganz einfach Hausrecht, von dem man Gebrauch machen kann.
    Mal ganz ehrlich-wieso geht ein AfDler zu einer derartigen Gedenkveranstaltung? Hm? Weil er zu dem vorletzten Mitglied gehört, das noch nicht wahrhaben will, dass es eine rechtsextreme Partei ist?
    paule, mir gehn hysterische, autoritäre und selbstgefällige Menschen ebenfalls auf dem Keks, aber dass ein Mitglied einer rechtsextremen Partei zu dieser Gedenkveranstaltung geht… der hat dort nichts zu suchen!
    FCK AfD.

  • #8
    paule t.

    @#7, Nina: Zitat "… warum tust Du es dann?"
    Ich verteidige den AfD-ler nicht. Ich kritisiere eine bescheuerte, weil mMn kontraproduktive, hysterische und übergeigte Reaktion auf dessen bloße Anwesenheit.

    Zitat: "Mal ganz ehrlich-wieso geht ein AfDler zu einer derartigen Gedenkveranstaltung? Hm? Weil er zu dem vorletzten Mitglied gehört, das noch nicht wahrhaben will, dass es eine rechtsextreme Partei ist?"

    Das ist möglich bis wahrscheinlich, zumindest in dem Sinn, dass er glauben könnte, dass das, was er macht, zwar gegen Ausländer/ Muslime/ Flüchtlinge (setze weitere rechtsextreme Feindbilder ein) ist, aber etwas gaanz anderes als das, wofür die Nazis stehen. Die imaginieren sich ja tatsächlich _selbst_ als Verfolgte gegenüber einem "Nazisystem". So abwegig das ist – man bringt sie davon nicht ab (gut – das ist an sich noch nicht so schlimm), indem man voll aufdreht und die bloße Anwesenheit zur Provokation stilisiert und die Person von der Veranstaltung entfernen lassen will. Man gibt ihnen im Gegenteil die erwünschte Gelegenheit, sich wieder einmal in der Öffentlichkeit zum Opfer zu stilisieren.

    Demgegenüber ist es genau richtig, die AfDler auf der Veranstaltung dann inhaltich zu stellen und mit Nazi-verharmlosenden Aussagen ihrer Parteifreunde zu konfrontieren, wie es der OB laut Artikel getan hat. Aber das ist ja für den bo-alternativ Wirrkopf keine hinreichend "klare Haltung".

    Zitat: "Doch, ganz einfach Hausrecht, von dem man Gebrauch machen kann."

    Nein, das kann man bei Veranstaltungen unter freiem Himmel eben nicht so einfach. Da muss man die Anwesenheit unerwünschter Personen hinnehmen, solange sie die Veranstaltung nicht stark stören (also tatsächlich den Ablauf behindern). Sogar bei öffentichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen muss man den Teilnehmerkreis _vorher_ beschränken und kann Leute nicht einfach so rauswerfen.

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