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Die falschen Vorbilder der deutschen Linken

Die Uhren gehen in Bolivien linksrum

Die Uhren gehen in Bolivien linksrum

Als ich kürzlich das Bild der Uhr über dem bolivianischen Parlament postete, überschlugen sich die Linken mit begeisterten Kommentaren. Boliviens Präsident Evo Morales hatte beschlossen, dass sich Uhren in seinem Land in Zukunft links herum drehen sollen. Weit entfernt von der Realität in Bolivien (Venezuela und Ecuador) hat sich in Deutschland eine Revolutionsromantik ausgebreitet.

„Am Anfang waren wir ja begeistert von Morales“, erzählt Daniel, der in Deutschland studiert hat, mittlerweile aber wieder in seiner bolivianischen Heimat wohnt. „Inzwischen schütteln wir aber nur noch den Kopf über seine Symbolpolitik.“ Bei Morales drehen sich nicht nur die Uhren andersrum, er hat auch die Farben der Nationalflagge verändert, damit sich alle Bevölkerungsgruppen darin wiederfinden.

Mit Morales ist 2006 erstmals ein Präsident gewählt worden, der in Armut geboren wurde. Und wie die meisten Bolivianer Indio-Wurzeln hat. Vor seiner Wahl war der Maoist als Arbeiterkämpfer aktiv. Für unterdrückte Koka-Bauern und Minenarbeiter. Er selbst sieht sich in der Tradition von Che Guevara. Ein ideales Vorbild für die deutsche Linke.

Dass er sich seinen dritten Wahlsieg 2014 mit einem Trick erschlich. Schwamm drüber. Bolivianische Präsidenten dürfen nämlich nur zwei Amtszeiten lang regieren. Ein Gesetz, das unter Morales entstand und dann doch nicht für ihn galt, weil Morales‘ erste Amtszeit vor der Gesetzesänderung begann.

Blick auf die Steinwüste in El Alto

Blick auf die Steinwüste in El Alto

Bolivien war vor Morales das Armenhaus Südamerikas und ist es heute noch immer. „Obwohl wir eins der Rohstoff reichsten Länder der Erde sind“, wundert sich Margot, Mutter von drei Kindern, die nur deshalb über die Runden kommt, weil sie für europäische Reisekonzerne arbeitet.

„70 Prozent der Menschen bei uns leben unter der Armutsgrenze“, erzählt sie. Diese Bolivianer kämpfen jeden Tag ums Überleben. Sitzen am Straßenrand und verkaufen dort ein paar Kartoffeln oder eine Flasche Milch, um wenigstens ein paar Bolivianos (so die neue unter Morales eingeführte Währung, die aber ähnlich wenig wert ist wie die alte, unter Morales betrug die Inflationsrate bis zu 14%). Dabei geht es den Landbewohnern noch gut.

El Alto, eine Vorstadt von La Paz, ist der Anlaufpunkt für Landflüchtlinge. „Die Stadt hat inzwischen 1,2 Millionen Einwohner“, erzählt Daniel. Bei der letzten Volkszählung 2012 waren es noch 850.000. Eine einzige geteerte Straße führt durch die Stadt. Alles andere sind Schotterpisten. Die Hälfte der Menschen ist unter 19 Jahren alt. 88% der Menschen dort sind Analphabeten. So weit zur angeblich erfolgreichen Bildungspolitik der Sozialisten.

Die neue bolivianische Flagge

Die neue bolivianische Flagge

Die Stadt ist ein einziger Slum, zwar mit Steinhäuser, weil es in 4.100 Metern Höhe für Blechbehausungen zu kalt wäre, trotzdem herrschen hier bittere Armut und Kriminalität. 10köpfige Familien leben hier in einem einzigen Raum. Ohne Heizung oder Anschluss an die Kanalisation. Die Situation ist unter Morales eher schlechter als besser geworden.

Infrastruktur in Bolivien wie ein öffentliches Bussystem? Fehlanzeige. Es kreisen ein paar alte Busse aus den 50ern, den Transport organisieren aber Private mit kleinen Minibussen, die Boliviens wenige Straßen verstopfen. „Mit den alten Bussen passieren immer wieder schlimme Unfälle“, ärgert sich Daniel: „Eigentlich sind die verboten, aber keiner setzt die Verbote durch. Auch die illegale Bautätigkeit nimmt kein Ende. Immer wieder kommt es zu Erdrutschen, bei denen Häuser den Berg runterstürzen und Menschen getötet werden“.

Nichts, rein gar nichts hat Morales daran geändert. „Dabei müsste wir doch ein reiches Land sein. Und wir sind doch nur zehn Millionen Bolivianer“, stellt Margot resigniert fest. Bolivien hat die drittgrößten Erdgasvorkommen der Welt. Morales hat die Förderung verstaatlicht. Obwohl das Land über ausreichend Erdöl verfügt, muss es Benzin importieren. Der Grund: Marode verstaatlichte Raffinerien. Ein Problem, das auch Venezuela hat.

Tatsächlich ist es Morales dank steigender Rohstoff-Preise gelungen, die Armut ein wenig zu reduzieren. Letztendlich kommt von den Einnahmen aber trotzdem kaum etwas bei der Bevölkerung an. Mit Morales hat sich im Grunde nur eins geändert: Früher bereicherte sich eine elitäre Clique an dem Land, heute eben die politischen Gefolgsleute von Morales. Bolivien ist laut Transparancy International nach Venezuela und Paraguay das dritt-korrupteste Land Südamerikas.

Alter Bus in Bolivien

Alter Bus in Bolivien

Immer wieder gibt es Vorwürfe, der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär der Koka-Bauern Morales sei tief in Drogengeschäfte verwickelt, Reporter ohne Grenzen kritisiert den staatlichen Einfluss auf die Medien, das Fernsehen sendet in sozialistischer Tradition Regierungspropaganda am Stück. Mittlerweile ist der 55jährige übrigens nicht nur Politiker, sondern auch Fußball-Profi in der ersten bolivianischen Liga. Nach zehn Jahren im Amt scheint er endgültig dem Größenwahn verfallen. Das bemerken inzwischen nicht nur Margot und Daniel. Bei den Regionalwahlen im Mai 2015 hat die Morales-Partei eine schallende Ohrfeige bekommen und die drei größten Städte des Landes verloren. Auch El Alto, die Morales Hochburg.

Dass die Linke im Deutschen Bundestag Morales 2014 zum Wahlsieg gratuliert, wirkt wie ein Hohn oder Unwissenheit: „Wir (…) erhoffen uns auch weiterhin wegweisende politische Impulse für eine demokratischere und sozialistische Politik auch in Europa“, schreibt die Linken-Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel auf ihrer Webseite.  Wie würden die Menschen in El Alto solche Sätze empfinden? Die meisten haben dort pro Tag durchschnittlich nicht mehr als drei Scheiben Brot und ein gekochtes Ei, um sich zu ernähren. Wohl auch deshalb haben die früheren Anhänger von Morales seine Partei bei den letzten Regionalwahlen abgewählt.

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38 Kommentare zu “Die falschen Vorbilder der deutschen Linken

  • #1
    Gerd

    Das kommt mir nur zu bekannt vor. Mal sehen wie lange es dauert bis auch in Bolivien das Klopapier knapp wird.

  • #2
    Rainer Möller

    Hier geht es nur um den Lebensstandard der alteingesessenen Stadtbewohner. Die meisten Leute leben aber auf dem Land, oder sie sind erst neuerdings in die Stadt abgewandert: Hat sich der Lebensstandard dieser Leute tatsächlich verschlechtert oder nicht doch verbessert? Haben viele Leute vielleicht zum erstenmal überhaupt Zugang zu Klopapier? Und könnte das die Knappheit des Klopapiers erklären?

  • #3
    Rainer Möller

    Es dürfte sich hier um den Michael Westerhoff vom WDR handeln, der lt. Wikipedia "als Investor Relations Manager ein Medienunternehmen an die Börse" gebracht hat sowie "Lehrbeauftragter an der International School of Management" ist. Vielleicht nicht gerade die besten Voraussetzungen, um der Linken gute Ratschläge zu erteilen?

  • #4
    Stefan Laurin

    @Rainer Möller: Die allerbesten Vorraussetzungen: Im Gegensatz zu den meisten Linken hat er praktische Erfahrung mit der Wirtschaft. Und er schläft auch sicher nicht in Varoufakis-Bettwäsche 🙂

  • #5
    Tobias

    Nur der vollständigkeit halber:
    Die Nationalflagge wurde nicht geändert, es wurde lediglich eine Flagge der indigen Bevölkerung der bolivianischen Flagge gleichgestellt.
    Auch sonst ist der Artikel zwar reisserisch, aber der Grundaussage stimme ich zu.

  • #6
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Hallo Rainer, rund die Hälfte der bolivianischen Bevölkerung lebt in Städten. Allein in den drei größten (Santa Cruz, El Alto, La Paz) sind es 3,5 Millionen (von 10 KMio. Bolivianern), es gibt nach wie vor eine Landflucht. Ob sich die Situation verbessert oder verschlechtert hat, darüber gibt es zwei Meinungen. Wichtig ist, dass 70% der Menschen unter der Armutsgrenze leben. Das war früher so und ist heute auch noch so. Und das obwohl es dem Land aufgrund der in den vergangenen Jahre boomenden Rohstoff-Industrie immer besser gehen müsste. Insofern muss die Frage erlaubt sein: Wer hat sich das Geld aus dem Rohstoff-Reichtum in die Tasche gesteckt? Unbestritten ist, dass es dem Nachbarland Peru (kein Sozialist an der Macht) bei ähnlichen Voraussetzungen wesentlich besser geht.

    Und zu meiner Biografie: Ja, und? Ich bin seit 25 Jahren Wirtschaftsjournalist. Ich kenne mich ein bisschen mit Wirtschaft aus. Noch wichtiger: Ich war in Bolivien, um mit Menschen zu sprechen. Das unterscheidet mich von denen, die aus ihrer warmen Wohnung mit gut gedecktem Tisch in Deutschland über linke Revolutionstheorien philosphieren und Morales zum Heiland einer neuen Bewegung erheben. Denen sage ich mit dieser Reportage: Schaut euch die Realität vor Ort an bevor ihr Reden schwingt!

  • #7
    Philipp

    Ich war in Bolivien und es ist eines der coolsten Länder überhaupt. Die Natur ist beeindruckend und die Menschen sind sehr nett.
    Wirtschaftswachstumsraten sind mit Vorsicht zu genießen, aber die Boliviens in den letzten Jahren ist laut Weltbank ziemlich hoch (ca. 5%).

  • #8
    Arnold Voss

    Hallo Michael, im folgenden Text kommt Morales und seine Politik besser weg, wobei die Zeilen keineswegs eine Lobeshymne darstellen. :

    http://www.drogenmachtweltschmerz.de/2014/04/morales-bolivien-koka-fuer-alle/

  • #9
  • #10
    nussknacker56

    Wieder so ein Beispiel, bei dem ich mich frage, wo sind sie hin, die linken Ideen von einer gerechteren, besseren Gesellschaft? Ich erwarte keine Wunder, doch dass so gar nichts von diesen Ideen erkennbar ist bei Gelegenheiten, die durchaus ein paar Einhakpunkte anbieten, ist vermutlich nicht nur für mich enttäuschend und kann auch nicht mit dem real existierenden Kapitalismus erklärt werden. Dass die Linksfaschistin Hänsel (ich verwende die Bezeichnung durchaus bewußt) diesem Mummenschanz Beifall pflichtet, ist nicht verwunderlich sondern rundet das Bild nur ab.

  • #11
    Sebastian

    Guter Artikel!

    Was ich vorallem nicht verstehe ist warum unsere Linken in Deutschland den Nationalismus in Bolivien, Venezuela und Kuba nicht kritisieren. Auch der Personenkult dort ist abartig. Aber da gibt’s keine Kritik. Aber wenn in Deutschland zu ner WM ein paar Deutschland-Fähnchen wehen.

  • #12
    Arnold Voss

    @ @ Nussknacker # 10

    Um umzuverteilen braucht es nicht den Sozialismus. Frank Delano Roosevelt hat nach der Weltwirtschaftskrise zur Ankurbelung eines von staatlichen Investitionen getragenen Dauerbooms per Mehrheit im Repräsentantenhaus unter anderem die Erbschaftssteuer ab einem die Mittelschicht schonenden Freibetrages auf 80% !! erhöht. Dieser Prozentsatz galt dann bis 1955.

    Sowas funktioniert allerdings nur, wenn auch die Produktivität eines Landes immer weiter steigt. Dies setzt wiederum ein hoch dynamisches Wirtschaftssystem wie den Kapitalismus voraus und eine soziale und wrtschaftliche Elite, die die Demokratie als festen und unverrückbaren Bestandteil eben dieses Wirtschaftssystems ansieht.

  • #13
    thomas weigle

    @ Sebastian Nationalismus war spätestens mit Stalin untrennbarer Teil der Linken geworden. Schon 1931 urteilte Trotzki über Stalins deutsche Sprechpuppe Thälmann anlässlich dessen Kooperation mit den Nazisozialisten, dieser sei "kein sozialer Revolutionär, sondern ein Volksrevolutionär." Selbiger T. war nach eigenem Eingeständnis "Fleisch vom Fleische und Blut vom Blute des deutschen Arbeiters", und "die deutsche Nation eine harte, stolze und gerechte Nation." Dieser "deutsche Arbeiterführer" war dann der Nationalheilige der DDR. Es gibt also einen guten nationalismus, den Linknationalismus und einen schlechten, der sich bspw darin äußert, dass Leute Schwarzrotgold spazieren fahren, wenn Jogis Buben die Nation, ähhh das Land begeistern.

  • #14
    Gerd

    Nur zur Info:

    FDR’s staatliche Infrastrukturprogramm wurden nicht nach, sondern während der Großen Depression aufgelegt und waren ein Strohfeuer. Schon 1937 stiegen die Arbeitslosenzahlen wieder stark an, nicht zuletzt, weil die Regierung anfangs der freien Wirtschaft regelrecht feindselig gegenüber gestanden hat. Ein Umstand, der damals wie heute der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes schadet.

  • #15
    Rainer Möller

    Ich bezweifle nicht, dass Michael Westerhoff sich mit der Wirtschaft auskennt. Allerdings nicht aus der Perspektive der werktätigen Bevölkerung.
    Die Frage "Geht es den Leuten nun besser oder schlechter?" haben wir wohl abgearbeitet (mit der Schätzung "50:50").
    Bleibt natürlich die Frage: Was passiert eigentlich mit den Rohstoff-Einkünften? Ja, das ist eine Frage an den Wirtschafts-Journalisten. Wer soll das denn herausfinden, wenn nicht er? Mit Spekulationen (es müssten eigentlich hohe Einkünfte da sein und sie müssen wohl in den Taschen der Regierung verschwinden) kann ich mich nicht abgeben.

  • #16
    Arnold Voss

    @ Gerd # 14

    nur zur Info aus wikipedia:

    "Die Frage, wie erfolgreich der New Deal war, ist bis heute umstritten. Der desolate Zustand der amerikanischen Wirtschaft konnte überwunden werden, andererseits wurde erst 1941 Vollbeschäftigung erreicht. Mit dem Social Security Act von 1935 wurde der Grundstein des amerikanischen Sozialstaates gelegt, soziale Sicherheit für alle und eine „gerechte“ Einkommens- und Vermögensverteilung wurden jedoch nicht erreicht. Unbestritten ist, dass der Staat mit seiner massiven Interventionspolitik einer entmutigten und desorientierten Nation neue Hoffnung gab.[3] Anders als im Deutschen Reich und in vielen anderen Ländern konnte die Demokratie in den Vereinigten Staaten während der Weltwirtschaftskrise bewahrt werden.[4] Die Marktwirtschaft wurde gerettet, indem vor allem durch Regulierung des Bankensystems und des Wertpapierhandels eine stabilere Wirtschaftsordnung geschaffen wurde.[5]"

    Ansonsten empfehle ich den gesamten Wikipedia-Eintrag zu lesen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal

    In der Wirtschaftsgeschichte der USA gilt die Zeit nach dem New Deal als die erfolgreichste und für die Bevölkerung insgesamt wirtschaftlich ausgeglichenste Phase des 20. Jahrhunderts,ja der gesamten amerikanischen Geschichte überhaupt, weil in ihr die Wirtschaftsregeln galten,die während des New Deal eingerichtet worden waren. Die Neoliberalen haben sie dann unter Reagan wieder dereguliert mit den bekannten Folgen.

    Infrastrukturprogramm sind übrigens nie nur Strohfeuer, weil sie materiell der langfristigen Verbesserungen der allgemeinen wirtschaftlichen Grundlagen dienen. Genau das hatte die USA zu diesem Zeitpunkt bitter nötig und sie ist aktuell wieder in der gleichen Situation, weil genau diese Investitionen in der neoliberalen Ära strukturell vernachlässigt wurden.

  • #17
    Gerd

    Wikipedia? Und dann noch die deutsche Version?!? Danke, aber nein danke!

    "In der Wirtschaftsgeschichte der USA gilt die Zeit nach dem New Deal als die erfolgreichste und für die Bevölkerung insgesamt wirtschaftlich ausgeglichenste Phase des 20. Jahrhunderts,ja der gesamten amerikanischen Geschichte überhaupt, weil in ihr die Wirtschaftsregeln galten,die während des New Deal eingerichtet worden waren. "

    Die Zeit nach dem New Deal war der 2.Weltkrieg und die US Regierung war da plötzlich sehr wirtschaftsfreundlich eingestellt, weil die Aufrüstung am besten mit der Wirtschaft zu machen war. Nach dem Krieg wurden dann die globalen Handelshemmnisse abgebaut,die den Welthandel in den 1930ern abgewürgt haben. Und was die Deregulierung der 1980ern angeht, die hat zu einem Aufschwung geführt, der in den späten 90ern dann zu ausgeglichenen Staatshaushalten führte.

  • #18
    Arnold Voss

    Und zur zur Spaltung der amerikanischen Gesellschaft, zur Finanzkrise,zur Verrottung der Infrastruktur, zur totalen öffentlichen Verschuldung, zur weiteren Verarmung der amerikanischen Unterschicht und zur Verkleinerung der amerikanischen Mittelschicht. Mit einem Satz, zur Auflösung des amerikanischen Traums. Wenn dir Wikipedia nicht zusagt dann versuchs mal mit George Packers "Die Abwicklung – eine innere Geschichte des neuen Amerika". 2013 (National Book Award).

    Ach ja, und die Zeit nach dem New Deal war nicht nur der zweite Weltkrieg. Für die USA dauerte der 2 Weltkrieg genau 4 Jahre. Von 1941 bis 1945.

    Aber wir kommen etwas vom Thema ab. 🙂

  • #19
    Rainer Möller

    Die Gegenüberstellung von Kapitalismus und Sozialismus wird mir immer fragwürdiger. Marx war ein großer Bewunderer von Ricardo, und Mises war ein großer Bewunderer von Marx. Alle waren nämlich im wesentlichen einer Meinung: Es geht um den "Fortschritt" des "Menschengeschlechts", bei dem nur das Endergebnis zählt und bei dem man daher die lebenden Individuen im Namen der Zukunft des Kollektivs opfern darf. (Vgl. ihre Behandlung der frühkapitalistischen "enclosures" und der damit einhergehenden Pauperisierung, die bekanntlich nötig war, um dem neuen industriellen Wirtschaftssystem die Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen.) D.h.: Die sozialistische Brutalität ist einfach von der kapitalistischen Brutalität abgeschaut.

    Marx war allerdings in diesem Punkt zynisch-offener; er gab sich nicht mit den Euphemismen und Ausreden der Bourgeoisie (einschließlich der heutigen Linksbourgeoisie) zufrieden.

  • #20
    Rüdiger Weckmann

    Interessiert sich hier jemand dafür was "die deutsche Linke" selbst zu Bolivien sagt oder schreibt?
    Hier ein kritischer Artikel, ohne die eurozentristische Arroganz gegenüber dem ersten indigenen Präsidenten publiziert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung..
    <a href="http://www.zeitschrift-luxemburg.de/bolivien-vor-den-wahlen/" title="RLS">

    Statt Anekdoten und subjektiv erfühlte Armutszahlen Fakten (die man natürlich in Frage stellen kann.

    "Nach Daten der Regierungsinstanz Unidad de Análisis de Políticas Sociales y Económicas (UDAPE) konnte die relative Armut im ländlichen Raum von 62,9 Prozent (2005) auf 40,9 Prozent (2012), im städtischen Raum von 24,3 Prozent (2005) auf 12,2 Prozent (2012) und die extreme Armut insgesamt von 38,2 Prozent (2005) auf 21,6 Prozent (2012) verringert werden. Damit ist Bolivien nicht mehr das ärmste Land des Kontinents, sondern steht an zweiter Stelle, nach Paraguay. Nach Daten der Weltbank existiert auch ein direkter Zusammenhang zwischen »indigen sein« und »arm sein«. Zahlen von 2005 zeigen, dass das Arbeitseinkommen von Nicht-Indigenen ca. 2,2-mal höher ist als jenes von Indigenen. Die durchschnittliche Schulbildung liegt mit  5,9 Jahren bei Indigenen deutlich unter dem Schnitt der Nicht-Indigenen (9,6 Jahre).

    Die Arbeitslosenrate in den Städten verringerte sich nach Angaben der bolivianischen Medien und des Wirtschaftsministeriums von 8,7 Prozent (2004) auf unter 3,2 Prozent  2013. Der Mindestlohn wurde im Zeitraum von 2005 bis 2013 von 54 USD auf ca. 172 USD angehoben."

  • #21
    Rainer Möller

    Arnold Voss:
    Soso, Eisenhower profitierte also davon, dass er die Wirtschaftsregulierungen Roosevelts beibehielt?
    Dürfen wir daraus folgern: Ludwig Erhard profitierte davon, dass er die Wirtschaftsregulierungen von … (sagen wir mal: Hjalmar Schacht) beibehielt?

  • #22
    Arnold Voss

    Rainer, es gibt keine unregulierte Wirtschaft. Nur der Grad der Regulierung ist unterschiedlich und das nicht nur in verschiedenen kapitalistischen Ländern die zugleich Demokratien sind, sondern auch über die Zeit. Dabei kann man von einem mittel- bis langfrstigen Pendel ausgehen , der immer dann umschwengt, wenn der Grad der Regulierung als zu niedrig oder zu hoch empfunden wird. Das hängt natürlich immer auch mit sich ändernden politischen Mehrheiten und mit wirtschaftlichen Schlüsselereignissen großer Tragweite und/oder Intensität zusammen.

  • #23
    Alreech

    ich weiß nicht wieso die Zustände in Bolivien die deutsche Linke abschrecken sollen.
    Sehen wir es mal realistisch: heute ist die Linke in Deutschlands Wirtschaft eher unterrepräsentiert. Kaum ein Unternehmen das einen bekennenden Linken als Manager beschäftigt, und auch die Gewinn der Unternehmen gehen an die Investoren, statt das sie in Linke Projekte gesteckt werden.

    Ein Linksruck in Deutschland nach bolivianischen Vorbild – mit verstaatlichten Industrien – ist realistischerweise die einzige Chance das zu ändern.
    So ein Linksruck würde einige Gelegenheiten bieten die neoliberalen Reformen der letzten 25 Jahre zurück zu drehen.
    * Frührente mit 55 könnte neue Arbeitsplätze für jüngere Arbeitslose schaffen
    *Trennung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe würde die Ungerechtigkeiten von Hartz IV beseitigen: ein alleinstehender Ingenieur der nach 20 Berufsjahren arbeitslos wird hätten dann wieder mehr Anspruch an Arbeitslosenhilfe als eine alleinerziehende Mutter mit mehreren Kindern
    *ein staatliches Telekommunikations- und Postmonopol würde den Ausbau der Breitbandinfrastruktur fördern und Lohndumping in der Zustellbranche verhindern
    *die neoliberale Energiewende hat dafür gesorgt das schon 25% der erzeugten Stromes von privaten Firmen erzeugt wird – mit den bekannten Folgen neoliberaler Politik: steigende Preise und schwankende Versorgungssicherheit. Energieversorgung gehört IMHO genauso wenig in private Hände wie die Versorgung mit Trinkwasser, eine Vergesellschaftung (z.B. in Form von Kommunalen Betrieben) wäre doch ein passendes linkes Projekt
    *die Wiedereinführung der rigiden Ladenöffnungszeiten könnte dafür sorgen das Papi und Mami am Samstag Nachmittag und Wochentags ab 18.00 Uhr wieder ihren Kindern gehören

  • #24
    Helmut Junge

    Wenn eine Regierung ein Wirtschaftsministerium einrichtet, zeigt das schon deutlich ihre Absicht die Wirtschaft, in welchem Maße auch immer, zu regulieren. Meistens wurden bisher die Wirtschaftsministerien in Deutschland mit Personen besetzt, die der liberalen Partei angehörten, obwohl deren Programm forderte, die Wirtschaft eben nicht zu regulieren. Merkwürdig ist das wahre Leben, der Theorie gegenüber, schon. Aber gestört hat sich daran wohl noch nie jemand.

  • #25
    Rainer Möller

    Zurück zu Westerhoff.
    Es gibt zur Zeit ja doch nur zwei realistische Alternativen. Entweder gehören die bolivianischen Bodenschätze dem bolivianischen Staat oder sie gehören westeuropäisch-amerikanischen Großkonzernen.
    Westerhoff meint, den Bolivianern kann es erst besser gehen, wenn ihre Bodenschätze westlichen Großkonzernen gehören.
    So wie andere Westerhoffs meinen, uns hier kann es erst besser gehen, wenn unsere Luft und unser Wasser westlichen Großkonzernen gehören.

  • #26
    thomas weigle

    @ Alreech Ihre Forderungen haben so einiges für sich, nur solange die PdL im Westen von trauernden Hinterbliebenen des "Okkupationssozialismus"(Fricke) geführt wird, wird linke Politik, die den Namen links auch verdient, leider verunmöglicht. Was wir deshalb brauchen, ist eine im besten Sinne SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI, die ist aber leider nicht in Sicht. Die wenigen SOZIALDEMOKRATEN in der SPD stehen auf verlorenem Posten, so will es mir jedenfalls scheinen.

  • #27
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Rainer, wenn die Welt nur so einfach wäre wie sie linke Politiker mit solchen Vergleichen immer darstellen. Aber: In beiden Fällen gehören die Bodenschätze dem Staat. Es geht um die Frage, wer sie ausbeuten darf und wie das Volk am meisten davon profitiert. Sie unterschlagen leider, dass die bösen Konzerne Steuern zahlen. Und auch für die Ausbeutung Abgaben zahlen müssen. In der Theorie klingt eine staatliche Ausbeutung besser, nur leider funktioniert Staatswirtschaft nirgendwo.

    Und zu einer Verstaatlichung von Post und Telekom, die hier genannt wurde: Der Kommentator kann gern wieder X Monate auf seinen Anschluss und sein graues Wählscheiben-Telefon warten. Der Kommentator unterschlägt hierbei auch ein wesentliches Detail: Die Milliarden, die Deutschland an der Versteigerung von Mobilfunk-Frequenzen eingenommen hat. Viel Spaß beim Zurückzahlen

  • #28
    Andreas

    @ Michael Westerhoff #27

    Sie schreiben: "Und zu einer Verstaatlichung von Post und Telekom, die hier genannt wurde: Der Kommentator kann gern wieder X Monate auf seinen Anschluss und sein graues Wählscheiben-Telefon warten …"

    Ich warte noch auf einen RECHTEN mit Humor: das war offensichtlich IRONIE von #23

  • #29
    Gerd

    @Arnold:

    "Ach ja, und die Zeit nach dem New Deal war nicht nur der zweite Weltkrieg. Für die USA dauerte der 2 Weltkrieg genau 4 Jahre. Von 1941 bis 1945. "

    Das ist nicht ganz richtig. Schon 1938 erhielt die US Industrie die ersten Aufträge für Rüstungsgüter aus Europa, nach dem Ausbruch des WK erfolgte in den USA eine Teilmobilmachung und nach dem Fall Frankreichs wurde ohne Rücksicht auf die Kosten aufgerüstet(Two Ocean Navy Act, Selective Service Act).

  • #30
    thomas weigle

    Laut K-H. Frieser in "Blitzkriegslegende" stieg die US-Rüstungsproduktion in 1940 um 150%, die deutsche lediglich um 76%, die britische sogar um 250%. Und Frankreich hatte demnach bereits 38 und 39 340 Kampfflugzeuge und 230 Schulflugzeuge in den USA gekauft, gegen den geharnischten Protest der eigenen Luftfahrtindustrie natürlich.

  • #31
    Arnold Voss

    Gerd, selbst wenn man die Kriegsvorbereitung zum Krieg dazu zählt, was nicht ganz korrekt ist, weil die Rüstungsindustrie auch in Friedenszeiten produziert und exportiert, also eine permanente Einrichtung jenseits der unmittelbaren oder bevorstehenden Kriegssituation ist, gilt nach wie vor, dass die Zeit nach dem New Deal nicht nur aus dem zweiten Weltkrieg bestand. 🙂

    Aber klar, Kriege bedeuten Auftragsschübe die nicht nur die Rüstungsindustrie sondern die gesamte Wirtschaft dynamisieren. Sie bedeuten zugleich aber eine enorme Staatsverschuldung wegen der gleichzeitigen und in der Natur der Sache liegenden Zerstörung der Rüstungsprodukte durch den Krieg selbst. Ein staatliches Infrastrukturprogramm ist im Vergleich dazu volkswirtschaftlich auf jeden Fall nachhaltiger.

  • #32
    Arnold Voss

    Thomas,
    die Zahlen sagen nicht so viel aus wie es scheint. denn Prozente können nur im Verhältnis zum vorherigen Rüstungsiveau korrekt bewertet werden. Deutschland hatte 1940 sicher ein wesentlich höheres als z.B. die Engländer. Absolut gesehen können dann 250% weniger als 75% ein.

    Dass die amerikanische Rüstungsindustrie in einem Jahr ihre Produktmenge um das 1,5 – fache steigern konnte, sagt allerdings eine Menge über ihre Produktivitätsreserven aus, denn von einer alles beherrschenden Kriegsindustrie konnte in den USA im Gegensatz zur England und Deutschland nicht die Rede sein.

  • #33
    Gerd

    Arnold,

    Auf- oder besser gesagt Nachrüstung war immer ein wichtiger Bestandteil von FDRs Wirtschaftspolitik. Nach einer Pause von 12 Jahren hat er sofort nach Amtsantritt neue Zerstörer bauen lassen und die Kreuzerflotte auf die vertraglich zulässige Stärke erhöht. Seine republikanischen Vorgänger hatten die Marine aus schnöden finanziellen Erwägungen vernachlässigt.

  • #34
    thomas weigle

    Arnold, da hast Du natürlich Recht. Es waren letztlich die von Dir genannten Produktivitätsreserven der USA, die den Krieg entscheidend beeinflussten. Allerdings lassen mich die in oben genannten Buch veröffentlichten Zahlen staunen. Danach hatten die Kriegsgegner im Westen ein deutliches Plus an Panzern und Flugzeugen gegenüber der Wehrmacht und es war nur die Taktik der Wehrmacht, die einen an Anzahl und Ausrüstung deutlich besser gestellten und überlegenen Gegner besiegte. Was natürlich einen noch schärferen Blick auf den sowj. Anteil am deutschen "Blitzkrieg" in Bezug auf die Rohstofflieferungen wirft, denn auch die Munitionierung der Wehrmacht gab schon während des Polenfeldzugs den Verantwortlichen im Generalstab zu größter Sorge Anlass, der Fuhrpark war nur noch zur Hälfte einsatzfähig.

  • #35
    WALTER Stach

    1.
    Könnte es dem Diskurs dientlich sein, wenn "die Verwender" der Worte "links, die Linken, die deutsche LInke, Linksruck" zunächst einmal gürndlicher als das nach meinr Wahrnehmung regelmäßig der Fall zu sein schient, über deren Inhalt, deren Bedeutung nachdenken, die sie diesen Worten zumessen, um
    sich dann über die "wörtliche Auslegung" nicht nur deren politischer Unbestimmtheit, deren politischen Vielschichtigkiet anzunähern, sondern so auch zu der Einsicht kommen könnten, daß ein einschläger Diskurs anhand dieser Worte, dieser Begriffe nicht funktionieren kann,, wohl ein Diskurs über diese Worte, diese Begriffe?

    2.
    "Es gibt keine unregulierte Wirtschaft" -sh.Arnold Voss 22- und zu weiteren Beiträge, die direkt oder indirekt auf volkswirtschaftliche Systeme abzielen:
    Arnold Voss zustimmend könnte es auch hier wie zu 1. angeregt dem Diskurs dienlich sein, wenn sich "jedermann" mit dem Inhalt, der Bedeutung der von ihm bezogen auf reale Wirtschaftsordnungen
    verwendeten Begriffe mehr als das m.E. olftmals der Fall ist, befaßt bevor er diese verwendet:

    (Freie Verkehrswirtschaft -freie Makrtwirtschaft-, das heißt……..?
    Das heißt u.a. nicht " regeloses, freise Spiel der am Markt agierenden Akteure, sondenr "freies Spiel" im Rahmen der vom Staat vorgegebenen Spielregeln!)

    (Gelenkte Verkehrswirtschaft -soziale Marktwirtschaft, wenn die staatliche Lenkung der Wirtschaft dem Ziel dient, sozial untragbare Ergebnisse des "freien Markts" auszuschleißen, abzubauen also letztendlich der Idee der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet zu sien.)

    (Zwangswirtchaft
    -alles Wirtschaften wird umfassend geplant, umfassend kontrolliert durch den Staat u.a. mit der Folge, daß jede freie Betätigung der Wirtschaftssubjekte augehoben ist……)

    Und wenn jedermann anhand solcher oder ähnlicher Überlegungen dann einen Blick auf die konkreten Wirtschaftsordnungen in den einzelnen Ländern wirft, so wie das hier geschieht, dürfte es in jedem Falle schwer fallen, die jeweilige Wirtschaftsordnung "ohne Wenn und Aber" dem einen oder dem anderen System zuordnen zu können. Dabei wird zudem realtiv einfach zu erkennen sein, daß die jeweilige tatsächliche Wirtschaftsorndung eine sehr flexible ist, abhängig von den sich laufend verändernden rechtlichen, instituionellen Gegebenheiten, aber auch abhängig von den sich laufend verändernden Intereessen und den sich folglich verändernden Einflüssen der Wirtschaft.

    Deutschland -ohne EU, -, Deutschland – Mitglied der EU-, Deutschland -Mitglied der Euro-Zone-.Deutschland von 1949 bis heute-?
    Was hat die gelenkte Vehrkehrswirtschaft -sie soziale Marktwirtschaft- ausgemacht, wie hat sie sich entwickelt, wie stellt sie sich heute dar? Wer sich diesen Fragen stellt, kommt nicht umhin zuzugestehen, daß Wirtschaftssysteme einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen sind.

    Letztendlich kann jedoch keine Diskussion über "das richtige Wirtschaftssytem", wenn es um deren Substanz geht,geführt werden ohne eine Diskussion über "die richtige Staats- und Gesellschaftsordnung" und diese wiederum kann nicht geführt werden ohne Diskussion darüber, ob der Mensch zu begreifen ist als auuschließlich sich selbstverantwrotliches -"selbstherrliches" – Indiividum oder ob er Individuum und zugleich "zoon politicum" ist, also ein "in die Gemeinschaft hineingeborenes und ihre vielfälig verpflichtetes Wesen". Und dazu gab es und dazu gibt es bekanntlich außeordentlich unterschiedliche Auffassungen in den Gesellschaften, den Kulturen der Völker dieser Welt.

    Warum sage ich das hier und jetzt?
    Das Leben der Menschen dieser Welt, ihre Staats-, ihre Gesellschafts-, ihre Wirtschaftsorrdnungen lassen sich gar nicht oder nur sehr verallgemeinernd und folglich nur sehr oberflächlich systematisieren bzw. typisieren, geschweige denn anhand von wem auch immer verkündeter und als allgemein gültig geltender Kriterien mit "gut/schlecht" mit "falsch/richtig" bewerten.Selbst "unser Verständnis von vor- und überstaatlich universell geltenden Menschenrechen wird nicht von allen Menschen, nicht in allen Kulturen, Gesellschafts- und Staatsordnungen dieser Welt gleichermaßen geteilt.

    Mir scheint es jedenfalls so, daß in der hier laufenden Diskussion -und in vergleichbaren vorangegangen- die Komplexität, die Kompliziertheit des Lebens eines jeden Menschen auf dieser Welt, der unterschiedliche Kulturen, der unterschiedlcihen Staats- udn Gesellschaftsorndungen nicht immer hinreichend (mit-)bedacht werden.

    3.
    Da es hier u.a. auch um den II.Weltkrieg geht, nutze ich die Gelegenheit, auf ein Buch hinzuweisen, dessen Lektüre eine ungewöhnliche (Ein-)Sicht auf die letzten Kriegsmonate und die ersten Nachkriegsmonate eröffnet. Es geht um Tagebuchaufzeichnungen eines jungen amerikanischen Oberleutnants als "Kriegshistoriker" der 7.US-Armee.
    "Und alles war still"
    Deutsches Tagebuch 1945
    Melvin J.Lasky -rowohll berlin-.
    Eines der Sachbücher, die ich in ohne große Unterbrechung in wenigen Tagen gelesen habe ; also: sehr zu empfehlen!!!!

  • Pingback: LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Bolivianische Bergarbeiter gegen Morales-Regierung. Oder wer?

  • #37
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Nun üben die Arbeiter auch offen den Aufstand gegen den selbst ernannten Arbeiterführer Morales http://www.spiegel.de/politik/ausland/deutsche-botschaft-in-bolivien-bei-explosion-beschaedigt-a-1045029.html

  • #38
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Und noch ein Link, damit es nicht heißt, ich würde nur auf Morales draufhauen. Die Nummer mit der Seilbahn finde ich auch toll und habe einen Artikel für meinen Blog geschrieben, bin sogar extra mitgefahren, obwohl das bei der Reise eigentlich nicht auf Programm stand. Super-Ding:

    http://colorfulcities.de/la-paz-mit-der-seilbahn-zur-arbeit/

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