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Die Linke, Schalke und Putin: Sevims Dagdelirium

Es ist gut, das Schalke sich nicht dem Willen Putins beugt und nach Moskau fährt. Eine Reise zu Putin wäre nichts anderes als eine Schande für den Verein gewesen. Die Entscheidung kam spät, aber sie kam und ist richtig. Schalke hat damit auf die Kritik aus Reihen der Fans und der Politik reagiert. Aber es gibt eine Politikerin, die nicht versteht, warum viele der Ansicht sind, man dürfe einen Autokraten wie Putin nicht hofieren. Sevim Dagdelen findet schon die Kritik an den Reiseplänen unverschämt. Stolz präsentiert sie auf ihrer Facebookseite eine Zitat von sich, das im Handelsblatt erschien:

schalke_dagdelen

 

Nein, es ist nicht abstoßend, dass die Union Schalke kritisiert. es ist abstoßend, das Bochum auch von Sevim Dagdelen im Bundestag vertreten wird.

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29 Kommentare zu “Die Linke, Schalke und Putin: Sevims Dagdelirium

  • #1
    Nansy

    Es ist abstossend, dass eine linke Politikerin Russlands Eskalationspolitik unterstützt und die von Russland gelenkten Terroristen verteidigt. Man kann sich schon die Frage stellen, ob die Linke ihre Propaganda-Anweisungen direkt aus Moskau erhält…

  • #2
    discipulussenecae

    Wie schreibt sie so treffend: „… sollte jetzt lieber erst nachdenken, bevor er den Mund aufreißt.“ Bei allem, was ich von Frau Dagdelen hören oder lesen mußte, hatte ich noch nie den Eindruck, daß vorher großartig nachgedacht worden wäre.

  • #3
    keineEigenverantwortung

    Es ist doch immer wieder eindrucksvoll, wie die Parteien immer wieder mit denselben Textbausteinen reagieren.

    Details, Fakten und aktuelle Situationen überfordern den Wähler sowieso nur.

    Wo bleiben eigentlichen die aktuellen Talkshow-Werte der Partei? Friedlicher Umgang, Solidarität mit dem Schwächeren, Rechte von Homosexuellen etc. werden dort doch immer betont.

    Manöver an der Grenze, Tests von Interkontinentalraketen etc. sind natürlich alles Zeichen des friedlichen Zusammenlebens.

    Dass die EU und USA nicht glücklich agierten ist bekannt, aber der Rest erinnert doch sehr stark an Propagande aus vergangenen Zeiten. Was hat jetzt Hr. Hoeneß mit der Ukraine zu tun? Es ging doch um Schalke. Oder geht es doch um Wurst?

  • #4
    WALTER Stach

    Stefan,
    abstoßend…………..?

    ( Sind S04 und Dagdelen irgend welcher Worte wert angesichts der Kriegsgefahr, wegen der Ukraine bzw. angesichts der Bürgerkriegsgefahr in der Ukraine?)

    Für mich zutiefst abstoßend, ja widerlich ist die Scheinheiligkeit in der Argumentation „des Westens“, federführend in der Argumentation der USA, wenn es aus Anlaß der Ukraine-Krise gegen Russland/gegen Putin geht.

    Das belastet jedenfalls mein Bemühen, nicht nur, aber auch die Postion Russlands/die Position Putins in der Ukraine-Krise kritisch zu hinterfragen..

  • #5
    Tolleranz

    sehe ich so wie Walter Stach.
    aber Hoeneß mit Putin zu vergleichen ist schon unglaublich bescheuert.

  • #6
    Klaus Lohmann

    @#4 | WALTER Stach: Ukraine ist doch gar nicht das Thema, abstoßend ist doch in erster Linie, mit welcher fett-dummen Selbstzufriedenheit und Machtgeilheit die Linken die Fußballkolchosen-Sklaven nach Moskau zitiert wissen wollen, weil Gasprom ja „in öffentlicher Hand“ sei. Der Zar befiehlt seine Schweinehirten in den Palast, oder wie?

  • #7
    Klaus Lohmann

    Nee, jetzt mal ernsthaft – ist Die Linke wirklich so dermaßen verblödet, dass sie nicht merkt, wie der Schweinepriester Tönnies einen Lusturlaub zur Begießung seiner eigenen Expansionsgeschäfte in Russland besiegeln möchte und als „Blumenschmuck“ für Putin halt seine jungknackigen Fußballer mitschlört??

  • #8
    Nansy

    Zitat: „.. ja widerlich ist die Scheinheiligkeit in der Argumentation “des Westens”, federführend in der Argumentation der USA, wenn es aus Anlaß der Ukraine-Krise gegen Russland/gegen Putin geht.“

    Es reißt mich immer wieder vom Hocker, wenn Putin gut ausgebildete, schwer bewaffnete (Ak 47) und in einheitliche Tarnanzüge gekleidete (teilweise mit Abzeichen) Soldaten dem Westen als Freiheitskämpfer unterjubeln will, und damit bei manchen Zeitgenossen auch noch Erfolg hat!

    OSZE-Beobachter werden als Geiseln genommen, ein Bürgermeister wird gefoltert und getötet, an der Grenze werden Truppen in Stellung gebracht – und hier im Westen gibt es immer noch Leute, die die USA als Provokateur ausmachen wollen und von Bürgerkriegsgefahr faseln.
    Ich weiß nicht, was unverschämter ist – Putins militärisches Abenteuer in der Ukraine, oder Amerikas Schweinebuchtabenteuer?

    Es ist offenbar nicht nur die Linke, die sich hier ihr eigenes Weltbild zimmert.

  • #9
    Thomas Weigle

    @ Klaus Lohmann Fußballkolchosensklaven ist ja wohl mehr als deutlich daneben, eine Relativierung des Leidens und Sterbens von Millionen wirklicher KOLCHOSSKLAVEN.
    Für die Gütersloher Linke, insbesondere für die Sprecher Pusch und Klein Ridder,die zur Gefolgschaft der Dagdalen zählen, muss diese Äußerung der Ruhrgebietsrevoluzzerin allerdings ein Schock sein, steht Tönnies doch ganz oben auf der Hassliste. Nicht ganz zu Unrecht angesichts der Behandlung von „Fremd-und Gastarbeitern“ in der Firma Tönnies.
    Wenn es um das Schleimen gegenüber Putin und dem Hass auf den Westen geht, ist selbst ein Kapitalist der rechte Partner. Linke Not kennt eben kein rechtes Gebot. Auch nix Neues.

  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohnmann: „Der Zar befiehlt seine Schweinehirten in den Palast“ – wunderbar 🙂

  • #11
    WALTER Stach

    -8-Nancy
    Ich könnte damit beginnen, die vorsätzlichen Verletzungen geltenden Völkerrechtes in der Geschichte der USA bis auf den heutigen Tag aufzuzählen, nur würde dafür dieser Blog nicht reichen, und das würde zudem selbstverständlich nichts daran ändern, daß die die USA weiterhin vorsätzlich geltendes Völkerrecht mißachten werden, wenn ihnen das zur Wahrung ihrer nationalen Interessen geboten erscheint.
    Das wurde, und das wird im Regelfall von den Verbündeten, Deutschland eingeschlossen, stillschweigend oder bestenfalls mit pflichtgemäßen Unmutsbekundugen hingenommen -sh.aktuell das Töten von Menschen durch Drohnen, sh.die millionenfache Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Menschen außerhalb der USA durch die NSA., sh.das völkerrechtswidrige Einkerkern von Menschen in Guatanamo und und………!
    Was war mit dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak…..?? Was war mit…….?
    Was ist mit der politschen-wirtschaftlich-militärischen Unterstützung von Saudi-Arabien durch den sog.Westen -alles der Demokratie,dem Rechtsstaat, den Menschenrechten geschuldet?

    Für mich es unbestreitbar also Scheinheiligkeit, wenn die USA und ihre Verbündeten gegenüber Russland/Putin das Völkerrecht bemühen.
    Das ist zudem für mich nicht nur scheinheilig, das ich auch der Versuch einer Verdummung von Menschen , die die Realitäten wahrnehmen und nicht nach Belieben auszublenden bereit sind.

    Für mich es zudem Scheinheiligkeit, wenn die USA und ihre Verbündeten in der Ukraine-Krise, in der Syrien-krise, im Irak, in Afganistan, und und…..ihre jeweilige politische-wirtschaftliche-militärische Intervention damit begründen, Demokratrie und Menschenrechte in diesen Staaten begründen oder sichern zu wollen.

    Es geht um die Wahrung nationaler Interessen -politischer,wirtschaftlicher,militärischer Natur-.

    Erfreulich aus meiner Sicht, daß mein Standpunkt weltweit von Vielen geteilt wird, und eben nicht nur im sog.Linken-Lager.

    Offenkundig scheint nach den mir bekannten Umfragen zudem eine Mehrheit in der Bevölkerung in Deutschland der Meinung zu seint, daß es den USA eben nicht „um die Menschen in der Urkaine geht“, daß es den USA nicht „um Demokratie und Rechtsstaat in der Ukraine geht“, sondern ausschließlich um die Wahrung ihrer nationalen Interessen.

    Um Mißverständnisse zu vermeiden, die Feststellung:
    Das halte ich im jeweiligen Staatsinteressse für legitim.
    Das läßt sich begründen und zur Rechtfertigung politischen Handeln national und international vertreten.
    Ich erwarte deshalb -selbstverständlich!!- z.B. von deutscher Politik, daß es stets ihr primäres Ziel zu sein hat, den staaatlichen Interessen Deutschland zu dienen, auch in der Ukraine-Krise -poltisch, wirtschaftlich,militärisch-.

    Nur sollte man es unterlassen, statt mit der Wahrung staatlicher Interessen zu argumentieren und sich auf dieser Basis um Problemlösungen zu bemühen,, Scheinargumente vorzutragen.

    -8-Nancy
    und mit dem Verständnis von „die Guten, das sind wir, das ist der Westen“ und die „Bösen, daß ist Russland und Putin“ erklärt man sich die Welt, die Politik, die Menschen so banal, daß sich darauf eine rationale Poltik nicht aufbauen läßt.

    Abschließend noch einmal etwas zu S04/Tönnis/Putin?
    Nein,ich bleibe -sh-4-, dabei, daß es der Problematik der Ukraine-Krise bis hin zur Kriegsgefahr nicht nur nicht gerecht wird, sondern sogar zu ihrer Bagatelisierung beiträgt, wenn dazu ein Herrn Tönnis bemüht wird, egal, ob das dann für seine Interessen als Unternehmer und/oder für seien Interessen als Präsident von S0 4gilt.
    Eine Glosse dazu? Ja, mag angebracht erscheinen. Mehr aber auch nicht.

    PS
    Aktuelle Frage:
    Was machen deutsche Soldaten in der Ukraine, und zwar außerhalb des OSZE-Mandates?

    Ich bin gespannt auf die Erklärung der Bundesregierung.

  • #12
    Nansy

    @Walter Stach:

    Sie könnten auch damit aufhören, nur die Verletzungen geltenden Völkerrechtes der USA und des Westens (und wie weit soll das gehen? bis in graue Vorzeiten?) aufzuzählen, nur um sich nicht mit Russland Zündelei befassen zu müssen.

    Wenn es um geschichtliche Verfehlungen der USA in der Weltpolitk geht, habe ich mich immer klar dazu geäußert (Irak, Guatanamo – ja sogar während der Besetzung der Philippinen). Nur, kann das Putins heutige Machtspiele entschuldigen?

    Zitat: „Für mich es unbestreitbar also Scheinheiligkeit, wenn die USA und ihre Verbündeten gegenüber Russland/Putin das Völkerrecht bemühen.“
    Das Völkerrecht ist kein Tauschobjekt – hältst du dich nicht daran, muß ich mich auch nicht daran halten!

    Mit der Verniedlichung der Situation in der Ukraine nach dem Motto „alle haben Dreck am Stecken, darum laßt Russland ruhig weiter gewähren“ stiehlt man sich aus der politischen Verantwortung – Appeasement-Politik war noch nie ein guter Ratgeber…

  • #13
    WALTER Stach

    Nansy -12-
    Ich bin rational nicht in der Lage nachzuvollziehen, aus welche meiner Aussagen Sie auch nur ansatzweise ihre diesbezüglich auf mich bzw. auf meinen vorgeblichen Standpunkt bezogenen Schlußfolgerungen begründen können.

    Ich muß insofern „passen“.

  • #14
    Müller

    Lieber Herr Stach,

    die deutschen sowie die anderen europäischen (unbewaffneten) Soldaten sind auf Basis des Wiener Abkommens von 2011 in der Ukraine unterwegs. Dieses Abkommen wurde von allen OECD Staaten verbindlich unterzeichnet und erlaubt den Inspekteuren militärische Aktivitäten in einem Gebiet zu untersuchen. Mehr dazu hier: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/Abruestung/KonvRueKontrolle/WienerDok_node.html

    Die Inspekteure sind also keine NATO-Spione. Zudem sind sie aufgrund eines Vertrags der OECD Mitgliedstaaten aktiv. Bevor Verschwörungstheorien verbreitet werden, sollte man sich lieber informieren, um peinliche Aussagen zu vermeiden.

  • #15
    WALTER Stach

    -14-Müller

    Ich habe nicht von NATO-Spionen gesprochen, nicht einmal angedeutet, daß ich solche vermuten könnte. Verschwörungstheorie ? Mir gegenüber, so finde ich,ein peinlicher, weil durch nichts begründeter Vorwurf.

    Es gab gestern Meldungen, daß die Festgenommen nicht d i r e k t zur OSZE-Inspektionsgruppe gehören.

    Heute wird dazu bei SPIEGEL online -sh.jüngster Beitrag „Festgesetze…….“- im letzten Absatz dieses Beitrage festgehalten:

    „Die festgehaltenen Militärbeobachter gehören lt.OSZE n i c h t zur z i v i l e n Beobachtermission, die wegen der Krise Ende März in die Ukraine entsandt wurde, sondern zu einer M i l i t ä r b e o b a c h t e r m i s s i o n unter d e u t s c h e r
    L e i t u n g .“

    Mir ist damit jetzt der Sachverhalt bezüglich der OSZE-Beobachter, die festgehalten werden, klarer als er es noch gestern war. Zugleich zeigt diese Sachverhaltserklärung bei SPIEGEL-online, daß die Annahme meinerseits -sh. -11- PS – nicht als „völlig aus der Luft gegriffen“ bewertet werden kann.

    Und zudem meine ich, daß die Bundesregierung die deutsche Öfffentlichkeit -also auch mich- frühzeitig darüber hätte informieren müssen, daß unter
    d e u t s c h e r Leitung eine M i l i t ä r beobachtermission der OSZE in die Ukraine entsandt werden wird, die nichts mit der bereits in der Ukraine aktiven zivilen Mission zu tun hat.
    Dass hätte meine Annahme -sh.11-PS- ausgeschlossen und zudem dazu beigetragen, daß die Mehrheit der Menschen in Deutschland, die bis heute diesen Sachverhalt nicht kennen dürften, sich mit ihm hätten befassen können.

    Warum hat die Bundesregierung die deutsche Öffentlichkeit darüber vor Entsendung der M i l i t ä r s nicht rechtzeitig und unmißverständlich informiert -Teilnehmer, Aufgaben,Ziele, OSZE-Mandat-?

  • #16
    Helmut Junge

    @Müller (14), so einfach ist die Sache nun nicht, daß es mit einem Link und belehrenden Hinweis, der Kontrahend solle doch bitte mal nachlesen.
    In Ihrem Link steht nämlich auch, welche Aufgabe die OSZE-Beobachter nach dem wiener abkommen haben. Dabei geht es nämlich um vertrauensbildende Kontrollen der militärischen Einrichtungen zwischen den Staaten. Bewaffnete Gruppen, die innerhalb dieser Staaten mit oder gegen einen Staat operieren, fallen nicht automatisch in dieses Aufgabenfeld. Also hat @Walter Stach keine Verschwörungstheorie verbreitet, sondern eine Frage gestellt, die die Regierung zwar nicht ihm, wohl aber Parlamentariern beantworten muß, falls aus dieser Personengruppe jemand danach fragen sollte. Immerhin sind die gefangenen Soldaten nicht auf eigene Faust und mit eigenem Auftrag in dieses Gebiet gefahren. Soweit ich das beurteilen kann, sollte die Verteidigungsministerin da zuständig sein.
    Ihnen, lieber Herr Müller, kann ich den Rat geben, sich mal selber einzulesen, bevor Sie
    anderen Diskursteilnehmern einen unwissenden, bzw. sogar verschwörungstheoretischen Hintergedanken anhängen.

  • #17
    der, der auszog

    Ich behaupte einfach mal, dass wir in Deutschland und vielen anderen Ländern der westlichen Welt eine sehr verblümte Vorstellung von Revolutionen haben. Sobald nämlich irgendwo Menschen auf die Straße gehen, meinen wir gleichzeitig auch immer den Ruf nach Demokratie zu vernehmen. Wie falsch wir da die letzten Jahre gelegen haben, zeigt der arabische Frühling. Welches der Länder in Nordafrika und im nahen Osten ist durch den arabischen Frühling eine Demokratie geworden?

    Sicherlich kann man die Demonstrationen in der Ukraine nicht 1 zu 1 mit denen in der arabischen Welt vergleichen, aber genauso wenig wird man den Maidan 1 zu 1 mit den Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderen Städten in der Ex-DDR vergleichen können, die ein wesentlicher Bestandteil der Revolution in Ostdeutschland gewesen sind. Bei den Kundgebungen damals rannten zumindest keine Nazis rum und auch in dieser seltsamen 8 Monate dauernden Übergangsregierung unter Lothar de Maizière (der ersten und letzten frei gewählten Regierung der DDR überhaupt), saßen keine Nazis.
    Über 10% der Ukrainer haben bei der letzten Parlamentswahlen 2012 die Faschisten gewählt. In der derzeitigen Übergangsregierung sind sogar 20% der Ministerposten von Faschisten besetzt und die derzeitige Radikalisierung der Bevölkerung dürfte wenig dazu beitragen, dass ihr Rückhalt innerhalb der Bevölkerung demnächst wieder sinken wird. Diese Faschisten haben die westlichen Politiker und bedauerlicherweise auch die westlichen Medien solange ausgeblendet, bis die Situation eskalierte und völlig außer Kontrolle geriet. Das ist ein Vorwurf, den ich beispielsweise dem Westen mache. Wie groß ist der Anteil der Demokraten in der Ukraine, wenn man am rechten Rand die Faschisten und am linken Rand die Kommunisten und dann noch die Janukowitschanhänger abzieht? Wir haben an anderer Stelle schon einmal diese Frage versucht zu diskutieren.

    Ein anderer Vorwurf, den ich dem Westen mache, ist der, dass man Putin bei uns über Jahre völlig falsch eingeschätzt und ebenfalls permanent verharmlost hat. Bis zur Krimkrise war es dem Westen so ziemlich scheißegal, dass in Rußland Kritiker und Journalisten ermordet, schikaniert und bedroht wurden. Hin und wieder gab es ein paar mahnende Worte, beispielsweise bei den Pussy Riot- oder den Chodorkowski-Schauprozessen, aber solange das Gas floss und der Rubel rollte, sind die Themen Menschenrechte, Meinungsfreiheit etc. für die westlichen Politik bei ihren Treffen mit Putin immer nur Randthemen gewesen.

    Wieso sollte man auch groß über Michael Chordokowski nachdenken, wenn das Geld aus dessen zerschlagenen Ölkonzern Yukos in den russischen Rosneft-Konzern fließt und sich Rosneft bei Ruhröl einkauft und so in Gelsenkirchen hunderte Arbeitsplätze sichert?

    Was soll man sich auf Schalke den Kopf über Anna Politkowskaja zerbrechen, die 2006 pünktlich zu Putins Geburtstag erschossen wurde, weil sie zu den immer weniger werdenden russische Journalisten gehörte, die sich von Gazprom-Media nicht gleichschalten und auf Putinkurs bringen ließ, wenn dieser mächtige Gazprom-Konzern Bereitschaft signalisiert, als Trickotsponsor zig Millionen in den örtlichen Fußballverein zu stecken?

    Danke in diesem Zusammenhang an Jochen Poß, der bislang der einzige Gelsenkirchener Politipromi ist, der gegenüber Schalke Courage zeigt. Ansonsten hält man in Gelsenkirchen nämlich lieber die Klappe, denn Schalke und Ruhroel gehören zu den wenigen großen Arbeitgebern, die es in der Stadt noch gibt.

    Putin war immer schon ein Verbrecher, ob außenpolitisch in Tschteschenien oder innenpolitisch im eigenen Land und seit ich die Ruhrbarone kenne, wird hier sowohl über Politik als auch über Sport diskutiert, gerne über Faschismus, gerne über Kommunismus, gerne über den Fußball von Schalke 04. Aber wo waren die ganzen Obama-Versteher, Putinkritiker und Sanktionsbefürworter, die sich beim Thema Ukraine-Konflikt derzeit mahnend zu Wort melden, all die letzten Jahre?

  • #18
    Müller

    @15 & 16

    Leider gibt es aktuell ziemlich viele Beiträge & Kommentare, die bezüglich der Geisel-Krise mit Halb- und Unwahrheiten argumentieren und Verschwörungstheorie verbreiten. Herrn Stachs Bemerkung habe ich erst in diesem Kontext gesehen.

    Fakt ist, dass die Mission auf einem Abkommen der OSZE-Staaten basiert und mittlerweile auch der Chairman der OSZE zu einer Freilassung der Beobachter aufgerufen hat. Stachs Aussage „außerhalb eines OSZE-Mandats“ ist meiner Meinung nach nicht korrekt.

    „The German-led group of unarmed military inspectors from Germany, Denmark, Poland, Sweden and the Czech Republic, and their hosts from the Ukrainian Defence Ministry were detained by a group of individuals linked to the “people’s mayor” of Sloviansk. The group’s visit was being conducted upon the invitation of Ukraine under the OSCE Vienna Document 2011 on Confidence and Security-Building Measures..

    Burkhalter stressed that the detention of the unarmed military inspectors and their hosts from the Ukrainian Defence Ministry was unacceptable and that the safety of all international observers in the country must be guaranteed and ensured.

    He thanked the participating States and all international partners for their support in the OSCE’s efforts for the release of the detained persons.“

    http://www.osce.org/cio/118047

  • #19
    Müller

    Mehr zu der eigentlichen Mission der Militärbeobachter gibt es hier zu erfahren:

    http://www.osce.org/sg/116093

    „Eighteen OSCE participating States decided to send 35 unarmed military personnel to Ukraine in response to its request.

    The matter was discussed at a joint meeting of the Permanent Council and the Forum for Security Co-operation (FSC) in Vienna on 4 March 2014.

    The visit is taking place under Chapter III of the Vienna Document 2011, which allows for voluntary hosting of visits to dispel concerns about unusual military activities. Ukraine has requested all OSCE participating States to send military representatives from 5 to 12 March 2014, starting in Odessa. This is the first time this mechanism has been activated.

    As of now, eighteen OSCE participating States have responded positively to the request sending up to two representatives each. Canada, Czech Republic, Denmark, Estonia, Finland, France, Germany, Hungary, Ireland, Latvia, Lithuania, Norway, Poland, Slovakia, Sweden, Turkey, United Kingdom, and the United States. One representative from the OSCE Conflict Prevention Centre will also be participating. The military visit participants are on their way to Ukraine now.

    OSCE Secretary General Lamberto Zannier said: „It is my hope that this military visit will help to de-escalate tensions in Ukraine. By providing an objective assessment of the facts on the ground, the OSCE will be better placed to foster a political solution to the current crisis through dialogue.““

  • #20
    WALTER Stach

    -19-Müller

    Ergänzend dazu:
    – sh.SPIEGEL online „Gefangene in der Ukraine. Die gefährliche Mission-.

    Dieser Beitrag zeigt mir, daß es zumindest nicht „ganz so einfach“ ist, die
    M i l i t ä r inspektoren einer OSZE-Mission zuordnen zu können und daß ihre rechtliche Ermächtigung nicht für “ gänzlich unproblematisch“ gehalten werden muß bzw. aus der Sicht Russlands sogar als rechtlich problematisch eingestuft werden könnte.

    Und deshalb frage ich mich nachwievor:
    1.
    Wer hat in Deutschland über die „federführende Teilnahme“ deutscher Militärs an dieser Inspektion entschieden?

    2.
    Warum ist darüber nicht die Öffentlichkeit umfassend unterrichtet worden?
    -Teilnehmer, Aufträge,Ziele-.
    (Nur Transparenz schafft bekanntlich Akezptanz!!.)

    Meine Anmerkungen/Fragen sind kein Indiz für eine poltische-rechtliche Bewertung dieser Mission durch mich; dafür weiß ich nachwievor darüber zu wenig.

  • #21
    der, der auszog

    Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Schwachsinn von Dagdelen und Tönnies noch toppen ließe. Aber es geht tatsächlich noch asozialer:

    Vor einem Jahr feierte die SPD ihren 150. Geburtstag, vor kurzem feierte die SPD den 70. Geburtstag von Gerhard Schröder und derzeit feiert Schröder in Sankt Petersburg seinen 70. Geburtstag mit Wladimir Putin nach.
    Das in mitten in der Ukraine Krise, schön bei Kaviar und Sekt und mit dabei ein wenig SPD Prominenz wie der Ministerpräsident Mac Vorpomms Erwin Sellering.

    Während Steinmeier in der Ukraine-krise den Betroffenen gibt, feiern andere Sozialdemokraten die lupenreine Demokratie. Bei allem Respekt, den ich vor Schröder aufgrund seiner Agendapolitik und seiner Enthaltsamkeit im Irakkrieg hatte: Derzeit erleben wir, wie die Elite der SPD im Ukrainekonflikt ihre Seele verkauft.

  • #22
    Thomas Weigle

    Ach nee, so schlimm ist das nicht. Wir alle sind ein bisschen wie die SPD. Wir wurschteln uns durchs Leben, versuchen dabei anständig zu bleiben (Steuereklärung, Einhalten der STVO, etc), dies löbliche Tun gelingt nicht immer (Steuererklärung, Einhalten der STVO,etc.) So ists auch bei der SPD, die versucht auch anständig zu bleiben (Agenda 2010), gelingt nicht immer (Agenda 2010)
    Gehen wir also nicht zu hart mit der guten alten SPD ins Gericht, denn wir könnten uns selbst verurteilen.

  • #23
    Arnold Voss

    @ dda # 21

    Ich hatte nie sonderlichen Respekt vor Schröder. Die Agenda 2010 hätte viel früher geschehen müssen und war obendrein auf Grund des Zeitdrucks mit erheblichen Fehlern behaftet. Beim Irakkrieg war seine Entscheidung rein innenpolitischer Natur. Der Mann hatte außer seiner durchaus sympathischen Kämpfernatur einfach nur mehr Glück als Verstand. Ein großer Kanzler war er nie.

  • #24
    Nansy

    @Walter Stach #20:

    Die Militärinspektoren waren im Rahmen des „Wiener Dokuments“ in der Ukraine tätig, eingeladen von der Regierung der Ukraine.

    http://www.osce.org/de/fsc/41278?download=true

    FREIWILLIGE VERANSTALTUNG VON BESUCHEN ZUR BESEITIGUNG VON BESORGNISSEN ÜBER MILITÄRISCHE AKTIVITÄTEN:
    (18) „Um Besorgnisse über militärische Aktivitäten in der Anwendungszone
    für VSBM beseitigen zu helfen, werden die Teilnehmerstaaten ermutigt, andere Teilnehmerstaaten einzuladen, an Besuchenin Gebieten auf dem Territorium des
    Gastgeberstaats teilzunehmen, in denen Grund zu solcher Besorgnis gegeben sein kann.“

    Als Vertreter der Teilnehmerstaaten der Organisation für Sicherheit und
    Zusammenarbeit in Europa (OSZE), hat auch die Russische Föderation dem „Wiener Dokument“ zugestimmt. Die Teilnahme eines schwedischen Beobachters an der Inspektion zeigt auch, dass es sich hier nicht um eine Nato-Angelegenheit handelt.

  • #25
    WALTER Stach

    -19 Thomas Weigel

    Ich habe unter -29-auf einen SPIEGEL-online Beitrag hingewiesen, weil in ihm deutlich gemacht wird, daß der Sachverhalt bezüglich der politisch-rechtlichen Einordnung der M i l i t ä r inspektion unter d e u t s c h e r Führung nicht so einfach zu erfassen war und nicht so völlig problemlos zu bewerten ist, wie das zur Zeit bei uns landläufig der Fall ist.

    Ich denke, an der Diskussion über das relativ belanglose Problem dieser Militrämission zeigt sich wie ini der gesamten Debatte über die Ukraine-Krise, daß es unterschiedlichen Grundpositionen gibt bezüglich der Bewertung der Ursachen der Krise, bezüglich der Bewertung der jetzigen Krisensituation und bezüglich denkbare Lösunge.

    (Damit ich auch hier nicht mißverstanden werden:
    Belanglos ist ganz sicher nicht die Verhaftung, die Gefangennahme,die Geiselnahme -oder wie auch immer zu titulieren- der Mitglieder der Militärmsision durch Aufständische,Rebellen-oder wie auch immer zu titulieren-in der Ost-Ukraine.)

    Meine grundsätzliche Position “ auf den Punkt gebracht“ hat in vorzüglicher Diktion Erhard Eppler -sh.DER SPIEGEL 18/2014 S.3o.ff.-
    Lesenswert und nachdenkenswert auch für alldiejenigen, die „ohne Wenn und Aber“ ausschließlich Russland und konkret Putin als das Böse schlechthin und als Verursacher und Anheizer des Ukraine-Konfliktes an den Pranger stellen.

    DER,DER -21-
    „…wie die Elite der SPD im Ukraine-Konflikt ihre Seele verkauft….“.

    Du kannst nicht erwarten, daß ich mich dazu äußerere, denn das würde erfordern, mich dieser Polemik anzupasen; eigentlich nicht Dein Niveau!!!

    Arnold -23-
    Agenda 2o10, Nein zum Irakkrieg -ob rechtzeitig, aus welchen Motiven auch immer-waren zwei Entscheidungen des Kanzlers Schröders, die von seiner Kanzlerschaft besonders in positiver Erinnerung bleiben, jedenfalls bei mir.

    Ein „großer Kanzler“?
    Adenauer,Brandt,Kohl?
    Sie werden durchweg durch die Historiker als „große Kanzler“ tituliert. Dem kann ich mich anschließen. Und die anderen? Wir haben insgesamt Kanzler gehabt, die m.E. durchweg einen „guten Job“ gemacht haben, z.B. auch die Sozialdemokraten Helmut Schmidt und Gerhard Schröder -meine ich jedenfalls als Sozialdemokrat.

    „Groß“ genannt werden zu können, erfordert ua., daß die „Umstände während der Zeit der Herrschaft“ dazu Gelegenheit bieten.

    Wie werden Politiker,Historiker demnächst Kanzlerin Merkel einstufen?
    Als „eine große Kanzlerin“ oder nur als eine, die insgesamt einen „guten Job gemacht hat“?

  • #26
    WALTER Stach

    Nachtrag:
    Nachdem ich hier bei den Ruhrbaronen -sh.Kommentar/Bericht von Stefan Laurin- lesen durfte, daß der „außenpolitische Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion“ Mißfelder ebenfalls an der Geb.tagsfete teilgenommen hat , doch noch zwei Anmerkungen in Sachen Geb.tagsfeier Putin -gegen meine ursprüngliche Absicht:

    Für mich gibt es weder in verfassungspolitischer noch in verfassungsrechtlicher Hinsicht einen Altkanzler, also jemanden, der „von staatswegen“ Rechte oder Pflichten hätte, politische-rechtliche oder gar moralische, die ihn von anderen Zivilisten unterscheiden. Das gilt auch für die Teilnahme an Geb.tagsfeiern.

    Ob Schröder als Privatmann…………….?

    „Wenn ich Schröder wäre……?“

    Ich wäre vermutlich der Einladung angesichts der Lage in der Ukraine nicht gefolgt. Das würde aus mir aber keinen besseren Menschen machen.

    Und Mißfelder….?
    Ein aktiver Politiker in einer -hier besonders relevanten- leitenden Funktion im deutschen Bundestag.
    Mir fällt zu Mißfelder nichts mehr ein;weder Positives noch Negatives, weder aus diesem noch aus einem anderen Anlaß.
    Mir ist ganz einfach unbegreiflich, wie dieser Mann es in der CDU in eine solche Führungs-Position geschafft hat.

    Kann es sein, daß die Geburtstagsaufregung, daß das diesbezügliche „Geschreie“ in großen Teilen der Poltik und in den Medien, für mich eine gewaltige Überbewertung des Ereignisses, nichts Anderes sind als Ausdruck allgemeiner Unsicherheit in der Causa Ukraine, Ausdruck der Ohnmacht, die Sachlage von Außen einigermaßen objektiv erfassen zu können und Ausdruck der Ohnmacht,
    kurzzeitig Russland und Putin „in die Knie zwingen“ zu können, so daß einem jetzt jetzt das Ventil „Geb.tagsfeier mit Schröder, Mißfelder“ zum Frustabbau gelegen kommt?
    Ich hoffe, besser wohl ich befürchte, daß morgen die Sachlage alle zwingt, sich wieder den wirklichen Problemen in der Causa Ukraine zuzuwenden in der frustrienden Erkenntnis, weiterhin bezüglich der Realitäten in der Ukraine oftmals auf sich widersprechende Berichte angewiesen zu sein und in der Gewissheit, daß man“ letztlich nicht über die Mittel und Möglichkeiten verfügt, kurzzeitig das Problem lösen bzw.denkbare Problemlöser „so oder so“ entscheidend beeinflussen zu können.

  • #27
    Arnold Voss

    @ Walter Stach

    Mich stört nicht die Geburtstagsfeier. Schröder kann nichts dafür, dass er mitten in der Ukraine-Krise 70 wird. Mich stört, dass er sich dabei von Putin aushalten lässt, respektive sein russischer Arbeitgeber die Party finanziert, für den er einzig und allein deswegen wichtig ist, weil er vorher deutscher Kanzler war. Das ist, jenseits des fehlenden politischen Taktgefühls, einfach nur peinlich. Der Mann ist für mich nur noch eine politische Lachnummer, egal wie gut er seinen Job als Kanzler gemacht hat.

  • #28
    der, der auszog

    @Arnold (#23)

    1998 und 2002 hab ich aus voller Überzeugung rot-grün gewählt. Gerhard Schröder und Joschka Fischer fand ich nach der Ära Kohl recht erfrischend und war beiden dankbar, dass sie sich nicht haben in den Irakkrieg hineinziehen lassen und dass sie dem amerikanischen „Krieg gegen den Terror“ nur bedingt gefolgt sind. Christdemokraten und Liberale in Deutschland hätten sich eine solche Distanzierung zu den USA sicherlich nicht erlaubt. Angesichts der Verbrechen, die von der westlichen Welt im Auftrag von George W. Bush und Donald Rumsfeld begangen wurden, und die unseren Wertekanon bis heute in Frage stellen, haben Schröder und Fischer bemerkenswertes geleistet.

    Was Schröders Agendapolitik betrifft musste in Deutschland erst einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden. Wenn man sich nun die Frage stellt, ob diese Reformen nicht ein wenig spät gekommen sind, dann sollte man sich vielleicht auch fragen, wieso sie nicht schon vor der Kanzlerschaft Schröders in Angriff genommen wurden. Die CDU hat die Agenda 2010 zwar immer über den Klee gelobt, aber auch bei diesem Thema kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Christdemokraten getraut hätten, so weit wie Schröder zu gehen. Zu Zeiten Kohls, als Blüm noch Arbeitsminister war, war in Deutschland noch alles sicher. besonders die Rente…

    @Walter (#25)

    ich wollte Dir mit meiner Kritik nicht zu Nahe treten. Zum einen war gestern noch nicht bekannt, dass auch ein hochrangiger CDU Politiker mit von der Partei war und zum anderen gebe ich hier nur meine persönliche Meinung wieder, die mitunter auch mal sehr emotional sein kann.

    Auch wenn Schröder kein politische Amt mehr bekleidet, halte ich seinen Einfluss auf die deutsche Politik noch für recht hoch. Die Sozialdemokratie in Deutschland neigt meiner Meinung nach dazu, sich, und vor allem ihre Bundeskanzler zu feiern und schon zu deren Lebzeiten einen gewissen Kult um deren Person zu zelebrieren. Das war bei Willy Brandt schon zu beobachten, das ist bei Helmut Schmidt derzeit immer noch recht gut zu sehen und das wird auch bei Schröder so sein, zumal sich auch Helmut Schmidt in der derzeitigen Krise hinter Schröder stellt. Schmidt hat übrigens auch schon seit über 30 Jahren kein politisches Amt mehr inne und auf die Verfaßtheit der SPD trotzdem noch einen immensen Einfluss.

    Was mich letzte Nacht so irritierte, als ich von der Geburtstagsfeier hörte: Wie kann sich ein ehemaliger Bundeskanzler bei den gegenwärtigen Spannungen, bei denen ja mittlerweile auch Bundesbürger durch Geiselnahme in Mitleidenschaft gezogen wurden, so dermaßen prostituieren, dass alle gegen Putin gerichteten Maßnahmen wie eine lächerliche Farce wirken? Wie kann dieser ehemalige Bundeskanzler dem derzeitigen Außenminister, der früher als Kanzleramtschef dessen rechte Hand gewesen ist, so in den Rücken fallen? Wieso lässt sich dieser Außenminister das gefallen?

    Es gab in Deutschland schon mal eine Situation, wo einem Ex-Bundeskanzler seine Freundschaften wichtiger waren, als alles andere in seinem Land. Der hatte bis auf den Ehrenvorsitz in seiner Partei auch keine politischen Ämter mehr inne und der hat mit seinem Gehampel um seine Freunde seine Partei in deren größte Krise seit ihrem Bestehen gebracht. Ich empfinde gegenüber Gerhard Schröder derzeit eine ähnliche Abscheu, wie damals gegenüber Helmut Kohl und mich würde nicht wundern, wenn auch die SPD durch das derzeitige Verhalten Schröders noch tiefer in ihre Krise rutscht. Die Feierlichkeiten zu Kohls 70. Geburtstag hatte die CDU Spitze im Jahr 2000 übrigens kurzerhand abgeblasen. Die SPD ist da anders. Da kann jeder machen was er will und da wird keine Feier ausgelassen.

  • #29
    WALTER Stach

    Arnold -27-
    Deine Bewertung von Schröder als „Lachnummer halte ich für unangebracht.

    Deine Kritik und die vieler Anderer an seinem Verhalten, vor allem nach seinem Ausscheiden aus den Kanzleramt, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich sie in iher Pauschalität nicht teile.

    DER,DER….-28-
    Ich verstehe sehr wohl Deine Irritation, ja Deinen Unmut (Deinen Zorn) über Schröder bzw. über dessen Verhalten.

    Ich neige aber, nicht nur im Falle Schröder und schon gar nicht bezüglich seiner Teilnahme an der Geburtstagsfeier Putins dazu, j e d e n (jede) nach dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt als P r i v a t person leben,walten,wirken zu lassen und so auch zu behandeln. „Ehrwürdigkeit“ z.B. der Medien gegenüber sog.Altkanzlern ist fehl am Platze. Sie haben, wie alle Menschen, also nicht wegen ihrer Kanzlerschaft, sondern wegen ihres Alters, ihrer Lebenserfahrung den besonderen Respekt der Jüngeren verdient. Und wenn man meint, es sei geboten, läßt sich auch der Rat der Alten einholen -ihrer Altersweisheit wegen?. Aber „heldenhafte“ Veehrung? Oder Vorgabe eines Verhaltenskodex, der nur für sie gilt? Sollte in einer Demokratie verpönt sein.
    Ich weiß, daß das viele Menschen völlig anders sehen, was ich zu respktieren habe.

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