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Dortmund: 300.000 Euro vom Bundesfamilienministerium für Kreativworkshop mit Neonazis

Nazi-Demo in Dortmund

Obwohl die Stadt Dortmund und mehrere Beratungsstellen gegen einen Kreativworkshop mit Neonazis unter dem Motto “Dortmund den Dortmundern” protestierten, soll er nun doch stattfinden. Finanziert mit üppigen 300.000 Euro aus dem Bundesfamilienministerium.

Die Nazis jubeln in ihren Foren und die  Multilateral Academy gGmbH aus Dortmund auch: Das Bundesfamilienministerium finanziert gegen alle Proteste einen  Kreativworkshop mit Neonazis unter dem Titel “Dortmund den Dortmundern.” Das berichtet die Bochumer Studentenzeitung (BSZ) in ihrer aktuelle Ausgabe. Das die Stadt sowie diverse Beratungseinrichtungen sich von dem  fragwürdigen Projekt distanziert haben, scheint weder das Familienministerium noch die  Multilateral Academy gGmbH zu interessieren. Die BSZ schreibt:

Trotz der massiven Kritik gibt es beim Bundesministerium derzeit keine Bestrebungen, die großzügigen Fördergelder zu sperren. Und auch Benedikt Stumpf, Geschäftsführer der Multilateral Academy, will weitermachen. Zwar sehe man ein, dass man bei der ursprünglichen Planung Fehler gemacht habe. Das spreche aber nicht gegen das Projekt als Ganzes. Wie genau allerdings die „professionelle Arbeit“ mit den Neonazis aussehen soll, dazu will oder kann Stumpf zu diesem Zeitpunkt noch nichts Genaues sagen. Die Academy entwickle derzeit ein neues Konzept. Sicher sei jedoch, dass der von vielen Seiten hart kritisierte „Battle“ zwischen Neonazis und „demokratischen Jugendlichen“ verworfen wird. Stattdessen werde nun überlegt, eine Ausstellung zu organisieren, auf der dann auch die Neonazis ihre Projektergebnisse präsentieren können.

Hier geht es zum Artikel in der BSZ.

Mehr zu dem Thema auf den Ruhrbaronen:

Dortmund: Stadt macht bei Kreativworkshop mit Neonazi-Schlägern nicht mit

Dortmund: Kreativworkshop mit Neonazi-Schlägern

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5 Kommentare zu “Dortmund: 300.000 Euro vom Bundesfamilienministerium für Kreativworkshop mit Neonazis

  • #1
    allemachtdendrähten

    Während wir in Gelsenkirchen die Ausstellung über den Halfmannshof in der Nazizeit finanziell ohne Unterstützung der Stadt oder des Landes schultern müssen, gibt es für Hitlers Nachfolger Geld ohne Ende. Das sollte uns schwer zu denken geben. Für die Aufarbeitung der braunen Jahre in GE keinen einzigen Cent, aber in Dortmund dürfen die Nazis wohl das hakenkreuz in seiner reinsten Form zur Schau stellen.

  • #2
    dwff

    Das Kristina-Schröder-Extremismusministerium ist sich wohl für nix zu blöd. Dabei hatte ich gehört, dass das Ding vom Tisch ist. Krass. Naja, passt irgendwie ins Bild: http://www.youtube.com/watch?v=ZNtlMk3ukwc

  • #3
    crusius

    Einerseits: Ein Bescheid ist ein Verwaltungsakt, den kann man nicht mal so eben rückgängig machen, weil man sich bei der Bewilligung vergaloppiert hat.

    Andererseits: Wenn da lauter Partner als Partner aufgeführt werden, die mit der Sache nichts (mehr?) zu tun haben wollen, fragt man sich als nicht juristisch vorgebildeter Staatsbürger zumindest, ob bei der ursprünglichen Antragstellung alles mit rechten Dingen zugegangen ist (unbeabsichtigtes Wortspiel…).

    Vor allem jedoch: Wo sollen eigentlich die 30 ‘normalen’ Jugendlichen herkommen, denen es zugemutet werden soll, sich mit der braunen Brut auseinanderzusetzen? Und worin soll deren Lerneffekt liegen? Ich bin einfach nur fassungslos.

  • Pingback: Links anne Ruhr (14.02.2012) » Pottblog

  • #5
    Puck

    Daß sich einige sozialpädagogisch bewegte Seelen in grandioser Selbstüberschätzung noch immer zutrauen, Nazis mit “Workshops” kurieren zu können, liegt vielleicht in der Natur der Sache.
    Aber daß dieser Quatsch auch noch mit Steuergeldern finanziert wird, gibt schon zu denken.

    Es wird wohl Zeit, daß sich gewisse Tatsachen mal herum sprechen: Neonazis sind nicht bemitleidenswerte verwirrte Mitmenschen, die nicht wissen, was im Dritten Reich passiert ist.
    Die wissen das.
    Und die finden das gut.
    Das genau ist das Problem.
    Und da hilft es leider überhaupt nicht, wenn man denen erklärt, daß es irgendwie mies war, Menschen in Güterzüge zu verfrachten und quer durch Europa zu karren um sie wie Ungeziefer zu vernichten.
    Denen muß man nicht erklären, was Auschwitz war, die wissen das, und die hätten diese Einrichtung gerne wiedereröffnet.
    Neonazis sind völlig unbeeindruckt von der Tatsache, daß die von der NSU ermordeten Kleingewerbetreibenden eben nicht die “Sozialschmarotzer” waren, von denen die Rechten so gerne schwafeln, sondern genau die integrierten Mitbürger (und Steuerzahler!) waren, die es angeblich nicht gibt.

    Und das ärgste was man machen kann, ist denen auch noch ein Forum zu bieten, in dem sie mal “so ganz frei heraus ihre Meinung” sagen können.
    Als wäre das eine Meinung wie jede andere auch.
    Kann man ja auch mal so sehen. Müssen wir drüber diskutieren. Damit die Toleranz lernen.

    Toleranz ist nämlich nicht das Gleiche wie Beliebigkeit.
    Deshalb gibt es ja auch zwei Begriffe dafür, das ist fein eingerichtet in der Sprache.

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