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Ein zweites TV-Duell um die Kanzlerschaft? Och, nö… Besser nicht!

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Kanzlerin Angela Merkel in einem Brief um ein zweites TV-Duell gebeten. Diese ziert sich. Nicht überraschend, wie wir mehrheitlich finden. Nachdem wir heute Vormittag redaktionsintern darüber diskutiert haben, haben wir jetzt mal ein paar Ruhrbarone-Gedanken zusammengetragen.

Hier das Ergebnis:

Sebastian Bartoschek: „Ich mag Mathematik und Logik. Sie sind ästhetisch und universell. Eine Regel, die ich mich schon früh faszinierte: Ist einer der Faktoren 0, ist auch das Produkt 0! Diese Regel beschreibt gut, was wir durch ein zweites TV-Duell zwischen Merkel und Schulz gewinnen würden: nichts. Zweimal Nichts ist immer noch Nichts. Merkel weiß das, Schulz weiß das. Schulz will durch die Forderung frech und fesch, und was man noch so in den 80ern sagte, wirken. Genau so wirkt er dann: wie aus den 80ern übrig.“

Stefan Laurin:Es ist bitter, Martin Schulz auf den letzten Metern zuzusehen. Man muss kein Sozialdemokrat sein, um mit diesem Mann zu leiden. Er müht sich, er kämpft doch all das ändert nichts an der Vergeblichkeit seines Tuns. Die Idee des zweiten Duells ist zum fremdschämen. Diese Duelle werden die Wahl nicht entscheiden. Entscheidend ist, dass die meisten Menschen Merkel weiter als Kanzlerin haben wollen. Es gibt keine Wechselstimmung. Schulz noch einmal dabei zuzusehen, wie er gegen Merkel scheitert wird das nicht ändern.

Simon Ilger:Zweites TV-Duell? Rückspiel quasi. Schulz kann die ganzen Auswärtstore die Merkel vorne liegt ohnehin nicht mehr aufholen. Überdies hat die Begegnung den gleichen Charme wie ein Aufeinandertreffen der E-Jugend von Adler Frintrop gegen den FC Bayern mit Robben und Co. Helfen würde nur noch ein Hoyzeresker Manipulationsskandal. Allerdings wird vermutlich selbst für Geld niemand diese SPD wählen.
Um im Thema zu bleiben: Abpfiff. Bitte keine Verlängerung.“

Michael Kolb: „Ein 2. Duell? Klar, kann man verlangen und wo wir schon einmal dabei sind, warum dann nicht auch gleich noch die Duelle 37 und 38? Vielleicht würde sich dann auch mal wirklich duelliert, aber egal. Inhaltlich ist die Forderung natürlich Mumpitz. Die Fragen, die nicht gestellt wurden, nun, auf irgendeinem Sender, in irgendeinem Format, werden sie gestellt und beantwortet werden. Kann nur sein, dass der Zuschauerdavon dann nichts mehr mitbekommt… Technisch wäre, von daher gesehen, ein zweites, drittes oder viertes Duell durchaus sinnvoll.“

Robert von Cube:Die sogenannte Flüchtlingskrise ist im TV-Duell massiv überbetont worden. 18 Fragen wurden allein zu diesem Nicht-Thema gestellt. Etwa die Hälfte der Zeit ging für diese inhaltliche Blase drauf. Und in dieser Frage konnte Schulz gegenüber Merkel bei ähnlichen Ansichten nicht punkten. Das ist unfair für den Herausforderer.
Daher sollte es ein zweites Duell geben, bei dem Herr Schulz die Gelegenheit bekommt, Frau Merkel mit seinen Antworten auf wichtigere Fragen zu konfrontieren.
Langweilig wird es aber trotzdem.

Sebastian Weiermann:Wenn Martin Schulz gefordert hätte bei einem weiteren TV-Duell der kleinen Parteien teilzunehmen hätte er Respekt für seinen Realismus ernten können. Hat er aber nicht gemacht. So verdeutlicht er nur, dass Wahlkampf doch irgendwie eine Parallelwelt sein muss.

Robin Patzwaldt:Ach, der Martin. Inzwischen tut er mir ja fast leid. Logisch, dass er in einem weiteren TV-Duell für sich und seine Partei in erster Linie eine große Chance sieht, hatte er seine erste Gelegenheit auf eine Trendumkehr doch in der Augen der Mehrheit bei einer solchen Veranstaltung völlig versemmelt. Bekäme er eine zweite Chance, er könnte wohl nur gewinnen. Viel tiefer als die aktuell für die SPD prognostizierten 20% kann sie wohl eh nicht mehr sinken. Dass Merkel das Ansinnen jedoch kalt lässt, das dürfte ebenso klar sein. Als Führende und Amtsinhaberin könnte sie nur verlieren bei einer Neuauflage. Warum also sollte sie dem Wunsch nachgeben? Schulz hat seine Chance klar vertan. Noch wehrt er sich, was ihn grundsätzlich ehrt. Aber seien wir mal ehrlich, ein weiteres TV-Duell wäre vermutlich sogar noch langweiliger als ein aktueller Tatort. Und das will schon etwas heißen… „

Lu Rieland: „Eigentlich wäre es mir ziemlich egal, wenn es nochmal ein TV-Duell gäbe, aber, wenn ich mich entscheiden müsste!, dann würde ich mich dafür entscheiden. Im letzten Duell hat Frau Merkel Herrn Schulz ordentlich auseinander genommen und ich fände es aus menschlicher, psychologischer, taktischer und rhetorischer Perspektive interessant zu beobachten, wie ein einst, meiner Meinung nach, schwer Geschlagener mit dem Ziel zu gewinnen bzw. seinen Ruf zu pimpen, zurückbitchen würde, um das dann wiederum auseinander zu nehmen. Also auf auf in den Ring! Ich hol Popcorn und bin gespannt und muss danach wahrscheinlich nochmal kotzen.“

Arnold Voss:Echte Duelle enden mit dem Tod mindestens eines der beiden sich Duellierenden. Eine zweite Runde kann es deswegen aus der Natur der Sache nicht geben. Nur Feiglinge duellieren sich mehrmals.“ 😉

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3 Kommentare zu “Ein zweites TV-Duell um die Kanzlerschaft? Och, nö… Besser nicht!

  • #1
    abraxasrgb

    Bin ich der Einzige, der an den schwarzen Ritter aus Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" denken muss?
    https://www.youtube.com/watch?v=7IfsjYVWNaM
    #scnr
    Da will einer mit Gewalt verlieren, denn aus Mitleid hat noch keiner Bundestagswahlen gewonnen.
    BTW das heißt nicht, dass seine "Gegnerin" in irgendeiner Weise besser oder fitter wäre 😉
    Die hat den Amtsvorteil und die Bräsigkeit der Wähler leider auf ihrer Seite.

  • #2
    Helmut Junge

    Ich sehe diese Koalition quasi als eine Partei. Wenn es in einer Partei internen Streit gibt, verliert sie.
    In diesem Fall muß man allerdings die Gesamtprozente errechnen. Und dabei liegen sie bereits unter 60%. Sie können noch 55% unterschreiten, wenn sie sich im TV weiter duellieren.

  • #3

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