19

“Es gelten alle Szenarien, die im Frühjahr bereits gerechnet wurden”

COVID-19-Maßnahmen auf dem Wochenmarkt in Dülmen Foto: Dietmar Rabich Lizenz: CC BY-SA 4.0

Von unserem Gastautor Dirk Specht

Eine seitens der WHO durchgereichte Studie von John P. A. Ioannidis kommt zu dem Ergebnis einer Infektionssterblichkeit von “nur” 0,23%. Das ist geringer als der bisher von der WHO angenommene Wert. Medien verwursteln das zu Titeln wie “weniger tödlich als vermutet” und das Ding geht mal wieder wie geschnitten Brot durch den “gesunden Menschenverstand”. Ich durfte es jetzt schon mehrere Dutzend mal als “seriöse Quelle” zur Kenntnis nehmen, die mir natürlich vorzugsweise in Kontexten genannt wird, die mit der Sterblichkeit rein gar nichts zu tun haben. Selbstverständlich enden die entsprechenden Dialoge immer mit dem Hinweis, ich solle keine Panik haben oder diese schüren, alles Fehlalarm, der Professor aus Stanford sei ja einer der meist zitierten und so weiter.

Es ermüdet.

Offensichtlich wird nicht mal der Text gelesen und kritisch gewürdigt, niemanden interessiert, wo die Zahl her kommt und was sie besagt. Dabei lesen sich schon diese Medienberichte vollkommen klar, denn mit etwas – auch durchaus ungesundem – Verstand erkennt man: Aha – viel gerechnet, aber was ist die Erkenntnis?
Die kurze Antwort: Es gibt keine.

Die längere: Es handelt sich um eine Meta-Studie über Sterblichkeitsanalysen mittels Antikörperstudien im Feld – so eine wie aus Heinsberg, die auch eingeflossen ist. Nun sind bereits diese Studien inzwischen recht umstritten, weil man parallel erforscht hat, dass sich die Antikörper bei Infizierten rasch abbauen. Das kann man durch andere Testverfahren oder auch durch statistische Korrekturen ein wenig abfangen, was dann aber zu Schätzkorridoren führt. Vor allem aber wurden diese Studien natürlich an verschiedensten Orten der Welt, zu verschiedensten Zeitpunkten, verschiedensten Bedingungen und verschiedensten Stichproben über verschiedenste Bevölkerungsgruppen erhoben.

Wenn man sich – wie ich – die Mühe macht, das im Original mal nachzulesen, erkennt man, dass hier Daten eingeflossen sind, deren Schätzkorridore von der minimalen bis zur maximalen geschätzten Sterblichkeit um bis zu Faktor 500 reichen. In Summe wurden hier vielleicht ein paar Tausend Menschen getestet, das wird in der Meta-Studie leider nicht ausgewiesen. Die Einzelstudien basieren oft auf weniger als 100 Testpersonen, eine auf der sagenhaften Zahl von 12! Daraus wird dann eine Weltformel hochgerechnet.

Wie man das macht? Nun, wie in der Schule natürlich, am Ende fällt einem nur ein, das arithmetische Mittel auszurechnen, gerne auch Mittelwert genannt, denn die Annahme lautet, dass aus Datennebel durch den Mittelwert schon was wahres raus kommt. Tja, was sage ich dazu: So absolut vollkommen ausgeschlossen ist das nicht mal.

So resultiert also der globale Sterblichkeitsdurchschnittswert von 0,23%, der in der Tat niedriger ist, als der bisher seitens der WHO vermutete globale Sterblichkeitsdurchschnittswert – was dann solche Überschriften legitimiert.

Daran ist also – mit Ausnahme des dezenten Hinweises, dass es durchaus auch ein vollkommen anderer Wert sein könnte – nichts falsch.

Ebenso korrekt weist die Studie – wie auch die Medienberichte – darauf hin, dass es lokal schon sehr unterschiedlich laufen kann. So erfahren wir, dass es in einem Altersheim halt 30% Sterblichkeit bedeuten mag, während in sehr jungen und gesunden Populationen – welche 20, 30 oder 50 Leute wo auch immer das sein mögen – gar keiner stirbt. Ja, so genau will man es vielleicht gar nicht wissen, aber in der Tat stirbt so ungefähr entweder keiner oder jeder Dritte.

Der Durchschnitt erklärt das also ganz wunderbar!

Analog könnte man vermutlich auch die mittlere Schuhgröße eines Menschen erheben, den Mittelwert seiner rechten Nasenöffnung (oder doch die linke?), vielleicht auch die mittlere Hautfarbe – ach nee, das ist ja ein Ekelthema.

Na, regt sich Verstand? Was sagt uns dieser Mittelwert und zwar gänzlich unabhängig von der Frage, ob er aus all diesen Studien mit all diesen Schätzwerten “richtig” ermittelt wurde?
Nichts. Das war die längere Antwort.

Was uns etwas sagt, sind natürlich Studien, die etwas mit unserer Situation zu tun haben. Dazu gibt es besseres als uns Ioannidis hier verkündet. Darüber wird hingegen kaum berichtet, weil – und das ist nun der ganz enttäuschende Teil dieses Kommentars – es gar keine Neuigkeiten gibt. Seit Frühjahr nicht.

Wir haben in unserer Population mit einer Infektionssterblichkeit von ca. 0,5% zu rechnen, so lange die Gesundheitsversorgung funktioniert. Bricht die zusammen, haben wir mit 1% zu rechnen. Geht alles schief und es erwischt reihenweise Seniorenheime oder Krebsstationen, können es auch 1,5% werden. Das sind die Werte aus für Deutschland vergleichbaren Populationen und entsprechenden Situationen. Das sind auch die Werte, die bereits seit Frühjahr von den mit der Sache wirklich befassten Wissenschaftlern genutzt werden – daran war nichts zu korrigieren, daran ist nichts zu korrigieren.

Ebenso gelten alle Szenarien, die im Frühjahr bereits gerechnet wurden. Nimmt man Herdenimmunität an, zumal dann, wenn die schnell erreicht werden soll, muss man mit dem oberen Wert rechnen und kommt auf siebenstellige Opferzahlen für ein Land wie Deutschland, nimmt man den längeren Weg und unterstellt, dass die Krankenhäuser stehen bleiben, bleibt es bei etwas mehr als einer halben Million, bis die Natur ihren Lauf genommen hat und die Herde mit gesundem Immunsystem übrig bleibt. Auch an diesen Szenarios hat sich rein gar nichts geändert, aber das interessiert natürlich diejenigen nicht, die zwischen einem Szenario und einer Prognose nicht unterscheiden können und die mir dann gerne in Kommentaren entgegnen, es waren doch nur 10.000 und keine Million, was für ein Schwachsinn wurde da denn gerechnet.

Wer bis hier überhaupt gelesen hat, wird feststellen, dass diese hohen Opferszenarien natürlich durch zwei Faktoren entstehen, nämlich durch hohe Infektiösität und die Sterblichkeit. Wer also “nur” 0,5% schreibt und dann Herdenimmunität im Kopf hat, muss das halt mit 10 bis 20 Millionen pro Welle multiplizieren und darf gerne räsonieren, ob das mit zwei, drei oder vier Wellen dann durch ist – vor allem in Kontexten, wo darauf hingewiesen wird, man könne nicht jahrelang unter dem Virus leiden, man müsse damit leben.

Die ganz kurze Nachricht lautet also: Die Gefährlichkeit eines Virus besteht aus den Faktoren Infektiösität und Sterblichkeit. Diskussionen über nur einen Faktor sind falsch, bereits daran scheitern halt auch die Grippevergleiche.

Bevor ich jetzt schließe, weise ich noch darauf hin, dass es sich nicht um eine Erkrankung handelt, bei der 0,5% bis 1,5% der Infizierten friedlich und natürlich sterben, während alle anderen putzmunter weiter leben. Gerade diese Erkrankung hinterlässt mit Faktor 5 bis 10 pro Todesfall schwere Dauerleiden. Besser rechnet man daher mit Zahlen von 7% bis 9% der Infizierten – das sind so die Eckwerte der ersten Studien zum bereits in der Definition befindlichen Post-Covid-19 Syndrom – um diejenigen Menschen zu “berechnen”, die das Virus besser mal nicht bekommen hätten (im Szenario) oder bekommen sollten – wir sind ja immer noch im Präventionsmodus!

Sind wir?

RuhrBarone-Logo

19 Kommentare zu ““Es gelten alle Szenarien, die im Frühjahr bereits gerechnet wurden”

  • #1
    ingenhorst

    und schon wieder linientreu! keine überaschung, keine neue erkenntniss, keine originalität, alles wie seit monaten gehabt. wenn man schon mit zahlen und statistiken jongliert sollte man folgendes nicht aus dem kalkulativen auge verlieren: die sterblichkeitsrate unter menschen und allen anderen terrestrischen lebensformen beträgt exakt 100%, egal ob man eine krebsstation oder einen kindergarten betrachtet. die fragen, die in diesem blog konsequent nicht gestellt werden lauten : 1. giebt es eine durch covid 19 verursachte übersterblichkeit? 2. kosten die getroffenen maßnahmen mehr leben als das virus selbst? wer als journalist die beschäftigung mit diesen beiden grundsätzlichen fragen halsstarrig verweigert ist: linientreu, sorry….

  • #2
    Stefan Laurin

    @ingenhorst: Sollen wir anfangen Unsinn zu schreiben und auf irgendwelche Freaks hören, um origineller zu werden? Wenn es Ihnen hier nicht passt: Gehen Sie doch zu den Spinnerblogs. Bei uns werden sie nicht glücklich, wenn sie nicht bereit sind, zu lernen.

  • #3
    Peter Mohr

    Einen annähernd realistischen Wert der Infektionssterblichkeitsrate wird man erst nach der Pandemie haben. Trotzdem vielen Dank für ihre Darstellung.der wissenschaftlichen Datenlage. Was aber jetzt schon gesichert ist, dass die Sterblichkeit höher ist als bei Grippeviren. Der Ernst der Pandemielage wird aber jetzt schon ersichtlich, NRW und Niedersachsen werden schon bald Intensipatienten aus den Niederlanden aufnehmen, in Frankreich tritt laut der dortigen Ärzteschaft auch bald eine Überlastung des Gesundheitssystems ein. Tschechien hat in Europa den zur Zeit dramatischsten Anstieg. Hier wird wohl Bayern helfen. Frau Merkel hat gestern in ihrem Videopodcast in klaren und eindringlichen Worten die Deutschen zu solidarischen Handeln aufgerufen. Sehr interessant sind auch die Statistiken zur Übersterblichkeitsrate der europäischen Statistikbehörde, aus denen hervorgeht, dass von März bis Mai ca. 160000 Menschen mehr Menschen verstorben sind.

  • #4
    FXB

    Ich finde diese Überheblichkeit gegenüber unfassbar renommierten Wissenschaftlern und deren Studie (die gegengeprüft und korrigiert wurde) einfach unglaublich.

    Haben Sie die Studie überhaupt gelesen? Auf die Schlussfolgerung gehen Sie mit keinem Wort ein – steht gleich auf Seite 1.

    Sind Sie vielleicht zu schlau dafür? Zumindest schlauer als die komischen Wissenschaftler, die sowieso keine Ahnung haben?

    Warum sind Sie dann eigentlich Journalisten geworden und lehren nicht an der Stanford?

  • #5
    ingenhorst

    sehr geehrter herr laurin,

    gerne befolge ich Ihren ratschlag! unvergesslich wird mir dabei Ihr persönlicher und beherzter kampf gegen das rauchverbot in kneipen bleiben. nebeln Sie bitte auch weiterhin Ihre umgebung mit nachgewiesermassen hochgiftigen gasen ein. das wichtigste ist doch immer Ihre gesundheit! und immer schön auf linie bleiben!

  • #6
    Wolf

    Hier werden nachprüfbare Zahlen nach geläufigen statistischen Maßstäben bewertet und einigen fällt dazu nichts anderes ein als "linientreu"? Bizarr.

  • #7
    ke

    Ich hatte seit Anfang der Pandemie eine Rate von 0,5-0,7% für Deutschland in Erinnerung. Damals wurde mit der Dunkelziffer argumentiert.
    Richtig erbärmlich finde ich es, dass so oft argumentiert wird, dass 80jährige ja grob das Durchschnittsalter erreicht hätten.
    80jährige haben eine erheblich Todesrate und noch eine Lebenserwartung von 8-10 Jahren.

  • #8
    Walter Stach

    "Die Corona-Maßnahme bewegen sich in einem Dreieck: Gesundheit, Wohlstand, Freiheit, alles will
    gegeneinander abgewogen sein".

    "Für die Politik kommt es darauf an diese Dreieck ständig auszubalancieren".

    "In der Mischung der Maßnahmen liegt die Hoffnung: Testen Verfolgen, Digitalisierung Lüften, Maskieren Sperren, Kontrollieren. In all diesen Bereich muß mehr getan werden."

    "Das gilt für die Politik , aber eben auch für die Bürger. Wenn sie nicht mitmachen, wird ein zweiter Lockdown wohl kommen, noch vor Weihnachten."

    Die Zitate sind dem SPIEGEL entnommen:

    DER SPIEGEL Nr. 43/17.1o.2020
    S. 9 -S.22
    Die Zitate stammen allesamt konkret aus dem letzten Absatz dieses Artikel -sh. S. 21 .

    Wer fähig und wer willens ist, seine Meinung zur Corona-Pandemie ständig zu bedenken und stets kritisch zu hinterfragen und wer deshalb an fundierten Sachbeiträgen (!!) interessiert ist, dem empfehle ich , unbedingt diesen Artikel unter der Überschrift "Hotspot Deutschland" zu lesen. Ich habe jedenfalls noch keinen ähnlich fundierten, vergleichbar umfassenden medialen Sachbeitrag gelesen.

    ingenhorst -1-
    stefan Laurin -2-

    Stefan Laurin,
    ich habe den Eindruck, daß in den letzten Tagen auch hier bei den Ruhrbaronen in Sachen Corona-Pandemie zunehmend Personen aktiv sind, die Deine Verweisung auf "die Spinnerblogs" beachten sollten.

    Erfreulich und zugleich beruhigend ist dieserhalb für mich, daß nach wie vor ca, 85% der Menschen in Deutschland nicht bereit sind, diesen "Spinnern und ihren Spinnereien" zu folgen.
    Auch deshalb frage ich mich, welches (realistische) Ziel diese "Spiinern"mit alldem Unsinn, den sie verbreiten, verfolgen -abgesehen von dem durch mich nachvollziehbaren Zweck ihres Aktionismus, nämlich persönlichen Frust abzubauen bzw. aufgestauter Wut freien Lauf zu lassen -Wut gegenüber "der" Politik, Wut gegenüber "den Medien", Wut gegenüber dem von ihnen wahrgenommen "Establishment", Wut gegenüber "Andersdenken", möglicherweise auch Wut auf sich selbst und ihrer Beschränktheit. oder äußert sich in den wütenden, oftmals irrationalen Attacken tiefsitzende Angst der Akteure vor einer Bedrohung, die in ihren denkbar gravierenden Folgen für jeden Einzelnen und für de Gesellschaft(en) insgesamt weder zeitlich noch inhaltlich exakt bestimmbar zu sein scheint nebst aller denkbaren Maßnahmen zu ihrer Verhinderung/Eindämmung/Beendigung?

  • #9
    Helmut Junge

    @Ingenhorst weiß vermutlich nicht, daß Spahn genau das macht, was die Mehrheit im Lande von ihm erwartet. Wenn ein Politiker ausnahmsweise mal genau das macht, was ich von ihm erwarte, stimme ich ihm naturgemäß zu. Linientreue wäre es, wenn ich einem Politiker, bzw. der Regierung zustimmen würde, obwohl ich ihre Maßnahmen eigentlich ablehne.
    Falls also @Ingenhorst doch mitgebekommen hat, daß die übergroße Mehrheit in Deutschland von der Regierung scharfe Regelungen gegen die Pandemie verlangt, und der Minister dem Mehrheitswillen folgt, weiß er vermutlich nicht, was das Wort "linientreu" bedeutet. Er wendet es dann falsch an. @Ingenhorst kann demnach hier tatsächlich viel lernen. Er sollte dabei bleiben und gut aufpassen.

  • #10
    ccarlton

    Dirk Specht verweist auf die Gefahren, die bei einer Überlastung des deutschen Gesundheitssystems drohen und nennt konkrete Zahlen aus angeblich vergleichbaren Situationen.

    Er liegt falsch. Die Situationen, die wir in Ligurien oder im Bundesstaat New York gesehen haben, sind eben nicht mit Deutschland vergleichbar. Eine Verlegung von Covid Patienten aus überfüllten Krankenhäusern in Altenheime ist schon deshalb ausgeschlossen, da es Hierzulande viel mehr Betten auf Intensivstationen gibt. So viele, daß diese selbst auf dem Höhepunkt der 1. Welle nicht einmal in die entfernte Nähe einer Überlastung kamen. Und jetzt noch viel weniger. Da Großveranstaltungen jetzt verboten sind, haben wir 771 Covid Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Würden es wieder 2.900 werden, wären immer noch 6.200 Betten frei.

    https://www.rnd.de/gesundheit/corona-aktuell-fallzahlen-am-18102020-karten-grafiken-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html

  • #11
  • #12
    MG

    Wenn man sich schon so echaufiert, sollte man die Fakten richtig lesen. Die überwiegende Anzahl der eingeflossen Studien beinhaltet eine Sample Größe von mehreren tausend Beobachtungen (und nicht nur "12"). Auf die unterschiedliche Datenqualität wird reagiert. Und bitte noch mal den Unterschied zwischen Median (der in der Studie genutzt wird) und arithmetischem Mittel (was der Autor meint) googeln. Sorry, das ist wenig besser als die ganzen Dr. YouTube Kommentare…

  • #13
    Leser

    Mehr als ein halbes Jahr hören wir den inflationären "Feuer"-Ruf. Aber niemand sieht nirgendwo Flammen oder hätte wenigstens Rauch gerochen.

    Doch jetzt ist die Rettung nah. Da ist jemand, der kennt einen, der einen kennt der ausgerechnet hat, dass da hinter den Bergen bei den sieben Zwergen Feuer sein könnte.

  • #14
    Robin Patzwaldt

    @Leser: sorry, aber das ist völliger Quatsch. Im Frühjahr habe ich auch immer noch gesagt, dass ich niemanden kenne, der sich infiziert hat. Inzwischen kenne ich sogar schon mehrere Leute in meinem direkten Umfeld. Wer sehen will, der kann also sehen, dass es brennt….. um im Bild zu bleiben. 😉

  • #15
    Helmut Junge

    Auf rund 80 Millionen Einwohner in Deutschland kommen laut RKI 366000 Infizierte.
    Das heißt das auf 218 Einwohner ein Infizierter kommt. Ich kenne zwei Infizierte. Einer gestorben, seine Frau ebenso infiziert aber ohne Symptome. Die Frau wurde erst nach dem Tod ihres Mannes getestet. Vorher nicht. Wann spürt man was von der Größenordnung der Pandemie? Sschweden spüren nichts, obwohl bei diesem 10Millionenvölkchen 103000 Infizierte gemeldet werden. Das ist ein Infizierter auf 100 Einwohner. Einer auf 100 reicht also noch immer nicht, wenn man sich für etwas Besonderes hält. USA haben 328 Millionen Einwohner und 8,1 Millionen Infizierte. Das sind EinInfizierter auf 40 Einwohner. Auch da glauben immer noch viele Leute, daß es Corona nicht gibt.

  • #16
    DN

    "Auch da glauben immer noch viele Leute, daß es Corona nicht gibt."

    Am besten finde ich die Leute, die belegfrei über angebliche Leute reden, die glauben dass es Corona nicht gibt.
    Ein Dauerbrenner, der uns noch viele Monate erhalten bleiben wird.

  • #17
    Nina Wunderlich

    Sehr geehrter HErr Specht,

    was genau finden Sie denn so "ermüdend"?
    Insgesamt errechnete Ioannidis eine durchschnittliche Infektionssterblichkeit über 51 Standorte hinweg von 0,23 Prozent. In Regionen mit weniger als 118 Todesfällen pro eine Million Menschen betrug die Rate lediglich 0,09 Prozent. Wo 118 bis 500 Covid-19-Tote pro eine Million Einwohner gezählt wurden, betrug sie 0,20 Prozent, an noch schlimmer betroffenen Standorten lag die Infektionssterblichkeit bei 0,57 Prozent. Betrachtet man nur Bevölkerungsgruppen mit Menschen unter 70 Jahren, betrug die durchschnittliche Rate sogar nur 0,05 Prozent.
    Erstens unterstreicht Ioannidis, dass die Mehrzahl der in seine Metastudie eingeflossenen regionalen Antikörperstudien und so berechneten IFRs den Hotspots entstammt, deren Infektions- wie Sterbegeschehen weit über dem globalen Durchschnitt liegt. Daher meint er, würden solche Studien an allen Standorten weltweit gleichermaßen durchgeführt werden, könnte die mittlere globale IFR sogar wesentlich niedriger sein als die beobachteten 0,23 Prozent.
    Zweitens betont er, dass die IFR der unter 70-Jährigen selbst in den Hotspots bei 0,05 Prozent liegt und die dort überdurchschnittliche Infektionssterblichkeit der über 70-Jährigen folgende mögliche Ursachen hat: hohe Todeszahlen in Pflegeheimen sowie überforderte Krankenhäuser.
    Es findet ein gigantisches globales Lemminglaufen statt, und langsam bin ich geneigt zu glauben, dass tatsächlich eine Verschwörung im Gang ist.

    P.S. Ist es auch ermüdend, die "Great Barrington declaration" zu ingorieren, initiert von drei Professoren der Humanmedizin aus drei der renommiertesten Universitäten der Welt?

  • #18
    Helmut Junge

    @DN, Wenn ich Sie richtig verstehe, gibt es also weder Corona (unbelegt), noch Coronaleugner (unbelegt).

  • #19
    Leser

    @Robin Patzwaldt
    Bei so einem komplexen Thema gibt es sowieso keine absolute Wahrheit. Deshalb kann das leicht zur Endlosdiskussion ausarten.
    Um meine Position zu untermauern, möchte hier auf eine unverdächtige Quelle verlinken:
    ARD extra: Die Corona-Lage (05.10.2020).
    https://www1.wdr.de/daserste/av/ard-sondersendung/video-ard-extra-die-corona-lage-208.html

    Wenn wir keine Übersterblichkeit haben, und wenn die Fachleute ebenfalls zur vernünftigen Einordnung aufrufen, dann kann ich nach wie vor kein Feuer erkennen.

    Zusätzlich kann man sich den Europäischen Mortalitätsmonitor (EuroMoMo) ansehen. Im April gab es eine exponentielle Zunahme der Sterblichkeit (Übersterblichkeit) in Europa, und im Mai einen exponentiellen Rückgang.
    Wir sind durch mit der Epedimie. Das heißt nicht, dass es nicht mehr zu COVID-10-Fällen kommen kann, aber für die wenigen Fälle haben wir ja das Gesundheitswesen.
    Das Feuer ist schon erloschen. Freuen wir uns einfach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.