
Knapp zwei Jahre lang, 482 Tage lang, war der 81-jährige Kibbuznik Gadi Moses aus Nir Oz in Hamas-Geiselhaft – und resignierte doch nie. Im Januar 2025 kam er frei, zusammen mit Agam Berger (20) – eine der fünf jungen überlebenden Späherinnen, die vom Stützpunkt Nahal Oz entführt wurden – sowie Arbel Yehud aus Nir Oz. Arbels Bruder war in Nir Oz ermordet worden. Ihr Vater sprach uns im Oktober 2025, als wir im Kibbuz arbeiteten, bei einem Mittagessen im Speisesaal an, um davon zu erzählen. Von unserem Gastautor Roland Kaufhold
Auch Gadi Moses Lebenspartnerin Efrat Katz (69) wurde am 7.10. entführt. Sie wurde gemeinsam mit ihrer Tochter und zwei Enkelkindern in ein Auto gezerrt und nach Gaza verschleppt. Sie starb durch israelischen Beschuss im Chaos nach dem Überfall. Auch Gadi Moses gleichfalls in Nir Oz lebende – geschiedene – Ehefrau wurde entführt. Sie wurde nach 49 Tagen Geiselhaft frei gelassen.
Kürzlich traten Gadi Moses und seine Nichte Efrat Machikawa in Bergisch Gladbach auf. Das ist der Ort, in dem der deutsche Solidaritätsverein mit Nir Oz beheimatet ist. Efrat Machikawa ist zugleich die Frau, die die internationale Bewegung zur Befreiung der israelischen Geiseln – Mitte Oktober kamen die letzten 20 noch lebenden Geiseln doch noch frei – in weltweite Hauptstädte getragen hat, als Sprecherin der israelischen Elternvertreter der Geiselfamilien.
Dabei traf sie, die charismatische und durchsetzungsfähige israelische Kulturdiplomatin, hierzulande Scholz, Baerbock und Merz. Sie trat in ihrer Rettungsmission für Gadi Moses und die weiteren Geiseln mehrfach in hiesigen Fernsehsendungen auf, auch bei Lanz.
Bei Gadi Moses und Efrat Machikawas jetziger Rundreise folgten nach Bergisch Gladbach Auftritte u.a. in Berlin und Frankfurt. Gadi wurde nun auch in großen hiesigen Medien portraitiert.
Die Reden von Gadi Moses und Efrat Machikawa
Der 81-jährige Gadi Moses gehörte 1955 zu den Mitbegründern des linken Kibbuz Nir Oz. Nir Oz, nur drei km von Gaza entfernt, hatte sich über Jahrzehnte für ein friedliches Zusammenleben mit Palästinensern engagiert, aber auch für eine enge Kooperation und Unterstützung für israelische Drusen und Beduinen. Der „Dank“ war das brutale, genozidale Pogrom der Hamas und weiterer Terrororganisationen. International berühmt war insbesondere der 85-jährige Oded Lifshitz, gleichfalls ein Mitbegründer von Nir Oz. Der Journalist und Friedensaktivist hatte über Jahrzehnte Gespräche mit Palästinensern geführt und regelmäßig krebskranke Palästinenser in israelische Krankenhäuser gebracht. Auch Oded Lifshitz wurde gemeinsam mit seiner Frau Yocheved von den palästinensischen Terroristen nach Gaza entführt; und Oded wurde in Gaza ermordet.
Gadi Moses hatte bereits wenige Wochen nach seiner Freilassung, nach 482 Tagen Geiselhaft, einen Brief an seine nun nicht mehr in Nir Oz lebenden Kibbuzfreunde verfasst, Nir Oz wieder gemeinsam aufzubauen.
Die Solidaritätspartnerschaft Bergisch Gladbach – Nir Oz e.V. hat diesen Wiederaufbau von Anfang an konkret handelnd durch inzwischern sechs Solidaritäts- und Arbeitsreisen nach Nir Oz vor Ort unterstützt und sammelt weiterhin Gelder für konkrete Hilfsprojekte in Nir Oz.
Auch ich konnte mich 2025 zweimal an diesen Arbeitseinsätzen beteiligen.
Nir Oz, Gadis und Efrats Heimat, wurde bei dem Angriff weitgehend zerstört: Die Zahlen zu der Anzahl der Opfer in Nir Oz schwanken. Laut der IDF wurden am 7.10.2023 47 Menschen direkt ermordet und 76 Menschen nach Gaza in die Terror-Tunnel der Hamas entführt. Nur ein Teil von ihnen überlebte.
Gadis Freilassung und die so vieler israelischer Geiseln wurde durch internationale Solidaraktionen ermöglicht. Hauptmotor jedoch waren die riesigen wöchentlichen Kundgebungen der Angehörigen der Geiselfamilien mit Hunderttausenden Teilnehmern vor allem in Tel Aviv, auf dem Hostage Square, dem Platz der Geiseln. Und die weltweite Bewegung Run for their Lives hielt den internationalen Druck aufrecht, damit die israelischen Geiseln nicht vergessen werden. Es war ein erfolgreiches internationales Erinnern.
Efrats und Gadis Erinnerungen: „Wir müssen alle nach Hause bringen“
Einige Stationen ihres Kampfes für die Geiseln sowie Auszüge aus der Rede der Beiden in Bergisch Gladbach seien wiedergegeben.
Efrat Machikawas privates Engagement für die Freilassung von Gadi und der weiteren Geiseln ist immens:
Am 14.1.2024 war sie mit einer Gruppe von Eltern der entführten Geiseln in Berlin. In ihrer Rede erinnerte sie an ihren Großonkel Gadi, erinnert sich seiner Stimme.
Am 24.7. 2024 hielt Efrat Machikawa vor über 100 Senatoren und Repräsentanten des American Congress eine Rede. Sie erinnerte eindrücklich an die verzweifelte Lebenssituation der Geiseln, an deren geringen Überlebenschancen. Deren Rettung sei eine vordringliche internationale Herausforderung. Die Zeit sei knapp.
Im Herbst 2024 nahm Efrat im Namen des israelischen Hostage and Missing Families Forums ein Video auf:
Gadi Moses sei ein Peaceaktivist; und die Vorstellung bleibe für sie und ihre Mitstreiter unerträglich, dass dieser friedensbewegte Gadi Moses nach mehr als einem Jahr immer noch als Geisel in Gaza festgehalten werde – nur wenige Autominuten von Nir Oz entfernt. Mit ihm seien weiterhin noch 28 Kibbuzmitglieder von Nir Oz in Geiselhaft. Sie beschreibt wie schmerzhaft für sie alle jeder Tag sei ohne ihre Lieben. Sie hoffe so sehr, dass sich der Staat Israel von dieser furchtbaren Terrorattacke gegen Juden erholen könne.
Am 14.10.2025 – zwei Tage später begann unsere erneute Solidaritäts- und Arbeitsreise nach Nir Oz – trat Efrat in der Sendung von Markus Lanz auf. Sie war als enge Vertraute von Gadi Moses und als Sprecherin der Bewegung für die deutsch-israelischen Geiseln eingeladen worden.
Weiterhin wurde der Korrespondent Thomas Teichert vom Tel Aviver ZDF-Büro zugeschaltet. Efrat beschrieb eindrücklich nicht nur den – teilweise erfolgreichen – Kampf um die Befreiung der 20 noch lebenden Geiseln, sondern auch den Kampf für die Rückkehr der ermordeten Geiseln. Erst wenn die letzte Geisel nach Israel zurückgekehrt sei könne der Trauerprozess bei den Familien und in ganz Israel ein Ende finden. Erst dann könne auch ein wirklicher Neuaufbau der zerstörten Kibbuzim auch innerlich, für die ehemaligen Bewohner von Nir Oz, beginnen, betonte Efrat. Alle Angehörigen der Geiseln seien zu einer Familie geworden. Jeder Freund der befreiten Geiseln fühle sich mit den Verwandten auch der ermordeten Geiseln innerlich verbunden. „Wir müssen alle nach Hause bringen.“ Auf hebräisch sage man: „Bis zur letzten Geisel“.
Efrat erinnerte insbesondere an die entführten und von der Hamas ermordeten deutschen Staatsangehörigen Tamir Nimrodi (19), Tamir Adar (38) und Itay Chen (19). Sie und ihre Freunde hätten immer noch die Hoffnung, dass Deutschland sein Bestes tue, damit die Geiseln nach Hause kommen.
Immer wenn es um die jetzige politische Situation in Israel ging wurde von Lanz in der Sendung – was durchaus bemerkenswert ist und Fragen aufwirft – nicht die israelische Kulturvermittlerin Efrat Machikawa gefragt, sondern Thomas Reichart eingeblendet – obwohl Efrat, die „dem Friedenslager“ in Israel angehört, zweifelsohne sehr viel soliderer Informationen über Israel und den Gazakrieg hat als der 1971 geboren und seit November 2024 als Korrespondent in Israel tätige Reichart…
Efrat beschreibt den einen Tag zurückliegenden historischen Moment, als am 13.10.2025 die letzten 20 lebenden Geiseln endlich nach Israel zurückkehrten, wie auch die sterblichen Überreste von Guy Illouz, Bipin Joshi, Yossi Sharabi und Daniel Peretz.
Wenige Tage vor deren Freilassung erhielten einige der ausgemergelten und schwer misshandelten Geiseln erstmals besonders viel Essen, damit sie medial von der Hamas besser „verkauft“ werden konnten. Für die ausgehungerten Geiseln war dies medizinisch besonders gefährlich, woran Efrat noch einmal erinnert.
In eindrücklicher Weise beschreibt Efrat den Überlebenskampf und die Qualen, denen der 81-jährige Kibbuznik und Landwirtschaftsexperte Gadi Moses von der Hamas ausgesetzt wurde. Sie beschreibt eindrücklich Gadis Überlebenswillen, seine innere Weigerung, sich durch die Hamas und die Kassam Brigaden nicht innerlich zerstören zu lassen.
Als Gadi Moses nach knapp zwei Jahren wieder frei kam wusste er anfangs nicht, welche Tragödien sich in Nir Oz und in dessen Umgebung zugetragen hatten. Das Ausmaß der Verbrechen war ihm verheimlicht worden. Diese traumatische Erfahrung teilt er mit allen anderen israelischen Geiseln. Gadi war zutiefst geschockt und brauchte Monate, um die verbrecherische Realität Stück für Stück zu verstehen: „Es war eine monströse Attacke, die auf unser Volk, das in Frieden getanzt hat, ausgeübt worden war.“ Und Efrat fügt hinzu: „Wir werden kämpfen bis auch die letzte Geisel frei gekommen ist.“
Neun der letzten 20 Geiseln stammten aus Nir Oz.
Gadi Moses fühle sich gelegentlich auch heute noch weiterhin als Geisel, so Efrat – eine seelische Folgewirkung der Traumata, mit der alle Überlebende kämpfen müssen. Und wir dürften niemals vergessen unter welchen furchtbaren, barbarischen Umständen die israelischen Geiseln, mehrheitlich Kibbuzniks, nach Gaza verschleppt wurden.
Gadi Moses deutschen Wurzeln
In dem Video spricht Gadi Moses auch erstmals über seine familiäre Geschichte, die wiederum auch mit Deutschland verbunden ist. Mit 81 Jahren habe er bewusst entschieden, den Rest seines Lebens nur noch mit positiven Dinge zu verbringen: Sein eigenes Haus in Nir Oz wieder aufzubauen – was weitgehend gelungen ist; und ganz Nir Oz wieder aufzubauen, gemeinsam mit den jungen Menschen von Hashomer Hazair, die nun neu nach Nir Oz gezogen sind – wie 70 Jahre zuvor die Gründergeneration.
Und er werde nun auch seine eigene Familien-Geschichte erzählen.
Gadi Moses Großeltern wohnten vor der Nazizeit am Kirchplatz Nr. 8 in Schwalmstadt-Treysa. Bei einem kürzlichen Besuch dort, gemeinsam mit seiner Vertrauten Efrat, erzählte Gadi, dass sein Vater 1936 als 16-Jähriger fliehen musste. So gelang sein Vater nach Palästina. In seinem „zweiten Leben“ in Israel habe sein Vater Ernst nie wieder von seinen Kindheits- und Vertreibungserlebnissen gesprochen. Die enorme Herausforderung des Neubeginns in seinem eigenen Staat, in Israel, waren als Herausforderung entscheidend für sein Engagement – und sein innerfamiliäres Schweigen. Im Sommer 1933 sei sein Vater, wie Gadi irgendwann doch erfuhr, wie einen Schwerverbrecher durch Schwalmstadt-Treysa getrieben worden. In der Hand musste er ein Schild mit der Aufschrift halten: „Ich wollte ein Christenmädchen schänden.“ Dessen Bruder Moritz Moses hingegen wurde 1935 in Ziegenhain erschlagen. 1942 wurde die 1880 geborene Clothilde Moses in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet.
Ergänzend hierzu seien die lokalgeschichtlichen Forschungen des Historiker Bernd Lindenthal erwähnt, der bei seinen Recherchen auch auf die Geschichte der Familie Moses stieß, worüber 2012 die Lokalzeitung berichtete:
„In Treysa begannen die Pogrome 1938 schon am Vormittag‘, erzählt Lindenthal. Alle Schüler der Stadtschule mussten vor dem Ortsgruppenleiter antreten und ‚bekamen schulfrei für Randale‘. Die ersten Steine flogen in die Fenster des Kaufhauses von Salomon Schwalm am Angel. (…). Nur wenige Meter entfernt, auf dem Kirchplatz, stand das Haus der Familie Moses. Sohn Moritz wurde erschlagen. Ernst Moses wanderte 1936 als 16-Jähriger nach Palästina aus. ‚Als ich Kontakt zu ihm aufnahm, war er regelrecht sauer auf mich‘, sagt Lindenthal, ‚er wollte nicht, dass die alte Geschichte wieder aufgewärmt wird.‘
Briefe seiner Mutter, die später deportiert wurde, hätten sicherlich Aufschluss über diese dunkle Familienepisode geben können – doch der gebürtige Treysaer Ernst Moses behielt diesen Schatz zeitlebens unter Verschluss. ‚Für mich als Historiker war das ein Tiefpunkt‘, sagt der Treysaer.
Einer der drei Steine weist deutliche Spuren auf. Lindenthal hat eine Vermutung: ‚Ich denke, die Beschädigung stammt von einem Hammer.‘ Es sei der einzige Stein, der bislang beschädigt wurde. (…) Bernd Lindenthal schätzt, dass den Pogromen in Treysa mehr als 200 Menschen zum Opfer fielen. Viele wurden verfolgt, mussten flüchten oder wurden später deportiert.“
„Gadi inspiriert uns alle. Das ganze Land!“
Efrat bittet in ihrem gemeinsamen Vortrag mit Gadi Moses in Bergisch Gladbach darum, mit dem Engagement nicht nachzulassen. Auch nicht mit der konkreten Unterstützung für Nir Oz.
Die Frage, ob er die Menschen in Gaza hasse, verneint Gadi Moses: „Nein, absolut nein!“ Als Mensch verstehe er auch seinen Feind. Die Orientierung an die Zukunft sei die wichtigste Herausforderung. Und er erinnert an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als es noch unvorstellbar erschien, dass in Nazi-Deutschland dennoch eine Demokratie entstehen könne.
Hass führe zu keiner Zukunft. Aber Übergriffe müssten bestraft werden. Und die historische Wahrheit müsse erzählt werden, also vor allem das barbarische Massaker der Hamas vom 7.10.2023 gegen die Kibbuzim, die den Palästinensern zuvor über Jahrzehnte sehr konkret und solidarisch geholfen hatten.
Efrat fügt hinzu: Gadi Moses sei eine einzige Inspiration für sie alle in Nir Oz und in ganz Israel: „Gadi inspiriert uns alle. Das ganze Land!“
Seinen Verstand habe er selbst während der langen Haft in Gaza und der täglichen Todesangst am Leben halten können. Am furchtbarsten sei die vollständige Isolation gewesen. Einsamkeit sei die schlimmste Folter. Er habe von Anfang an gewusst, dass er sich um sich selbst, also vor allem um seinen eigenen Körper kümmern musste.
Gadi habe in seiner Zelle sogleich die Distanzen im Raum ausgerechnet und sei in seiner winzigen Zelle täglich mindestens 7 km und bis zu 17 km gelaufen. Er habe seine Wärter, also die Hamasleute, gefragt, ob sie nicht lesen würden.
Auf sein Insistieren hin bekam Gadi Moses zwei Bücher, darunter eines, welches Propaganda für den Islam beinhaltete. Gadi hatte weder eine Brille noch Hörgeräte und bat deshalb zumindest um eine Brille.
Direkt nach seiner Freilassung, noch im Hubschrauber, lautete Gadis erste Frage an seine israelischen Freunde, wie denn die Ernte in Nir Oz ausgefallen sei.
Gadi Moses, der nun wieder in Nir Oz wohnt und den wir dort mehrfach getroffen haben, ist erleichtert, dass nun konkret mit dem Abriss zahlreicher von den Terroristen zerstörten Häuser begonnen und dass zuerst einmal 20 neue Häuser gebaut werden – als Basisstation für den für 2026 geplanten umfassenden Neuaufbau von Nir Oz.
Er ist angetan davon, dass sich eine Gruppe von gut 50 jungen Mitgliedern von Hashomer Hatzair – nahezu alle unter 30 Jahren – entschlossen hat, nach Nir Oz zu gehen, um den Neuaufbau von Nir Oz und dessen soziales Leben ganz konkret und über Jahre voran zu treiben. Einige von diesen waren unsere Ansprechpartner bei unserer Arbeit im Kibbuz im Oktober 2025.
Bereits wenige Wochen nach seiner Freilassung Ende Januar 2025 hatte Gadi Moses seinen persönlichen Aufruf an alle ehemaligen Bewohner von Nir Oz verschickt, sich am Wiederaufbau von Nir Oz zu beteiligen, trotz ihrer mehr als furchtbaren Erlebnisse. Nach den Rückmeldungen der ehemaligen Kibbuz-Bewohner unterscheidet Gadi Moses bei ihnen zwischen drei Gruppen: Eine Gruppe vor allem von jüngeren Eltern, die das Pogrom am 7.10. gemeinsam mit ihren Kindern in den Schutzräumen ihrer Häuser erlebte und nur mit äußerstem Glück überlebte. Viele von ihnen haben ihm mitgeteilt, dass sie auf keinen Fall nach Nir Oz zurückkehren können, weil die Ängste zu groß sind.
Eine zweite Gruppe, und das sind vor allem die Älteren in Nir Oz, wollen auf jeden Fall zurück kommen bzw. sind teilweise bereits gekehrt. Ein kleiner Teil ihrer Häuser konnte zwischenzeitlich bereits repariert werden, woran wir uns in sehr bescheidenem Maße beteiligt konnten. Viele von ihnen haben wir in Nir Oz getroffen.
Eine dritte, größere Gruppe ist zwar weiterhin verängstigt wegen der Erfahrungen am 7. Oktober. Sie warten erst mal ab bis die neuen Häuser in Nir Oz – es werden wohl über 200 neue Häuser gebaut; sehr viele Häuser müssen abgerissen werden – fertig werden und ein größerer Teil ihrer Freunde zurückgekehrt ist.
Am Ende ihres Vortrages erwähnt Efrat die 15-jährige Rebekka, die Teil unserer Gruppe in Nir Oz war, als Symbol der Zukunft. Und Efrat vertraut auf die Dichte der Solidarität mit Deutschland.
Der deutsche Solidaritäts-Verein für Nir Oz hat soeben – die Aktion läuft noch bis Ende März 2026 – mit Unterstützung der Bethe-Stiftung eine große Spendenaktion zum Bau eines Gästehauses in Nir Oz initiiert. Jedes Jahr kommen zahlreiche Freiwillige, auch vom deutschen Solidaritätsverein, nach Nir Oz, um sich am Neuaufbau ehrenamtlich zu beteiligen. Diese Freiwilligen benötigen ein Gästehaus. Also: Jeder Euro, der bis Ende März auf das Vereinskonto für diese Aktion eingezahlt wird, wird von der Bethe-Stiftung verdoppelt! Die Hilfe wirkt also doppelt!
Der Text erschien bereits auf Hagalil
