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Serie: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 14: Rheinland-Pfalz

Wappen vpn Rheinland-Pfalz (Quelle: Wikipedia.de)

Wappen von Rheinland-Pfalz
(Quelle: Wikipedia.de)

Letzte Woche gab es ja keine Ausgabe unserer beliebten Serie „Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium?„. Und auch gestern mußte ich leider passen.
Dafür gibt es heute sogar eine Premiere: der Leser entscheidet! Doch dazu weiter unten mehr.

Nun gibt sich – und uns – Rheinland-Pfalz gibt die Ehre:
das sympathische Bundesland, über das man (sprich: ich) im Generellen nur sehr wenig weiss.
Einmal im Jahr wird so´n Mainzer Karnevalsgedöns gesendet, und die FDP sitzt schon länger nicht mehr im Landtag.
Dafür hatte Rheinland-Pfalz allerdings auch sehr lange eine sozialliberale Koalition, und zwar noch zu Zeiten, in denen die FDP auf Bundesebene einen andere Kurs einschlug. Vielleicht ein Land mit Symbolkraft für den deutschen Liberalismus?

Aber um den soll ja hier und jetzt nicht gehen, sondern um die Frage, wie wissenschaftlich denkend dortzulande der amtierende Gesundheitsminister ist.

 

Gesundheitsminister Alexander Schweitzer  (Quelle: http://msagd.rlp.de)

Gesundheitsminister Alexander Schweitzer
(Quelle: http://msagd.rlp.de)

Heutiges Bundesland:
Rheinland-Pfalz

Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demografie: Alexander Schweitzer (40)

Parteibuch: SPD

Die Bewertung: Für jede Antwort werden 0 bis 5 Globuli vergeben. Je mehr Globuli, desto esoterischer das Gesundheitsministerium. Insgesamt können also 15 Globuli erreicht werden, wobei dies wohl nur der DHU erstrebenswert erscheinen dürfte.

Zuletzt hatten wir ja am Beispiel von Hessen gesehen, wie lange selbst ein dürftige Antwort auf sich warten lassen kann. (Wenigstens sorgte es für etwas politische Reaktion – wenn auch auf anderer Seite.)

Diese detaillierte Darstellung soll nun bei Rheinland-Pfalz unterbleiben. Es sei aber kurz betont, dass auch diesem Ministerium nochmal nahe gelegt wurde, doch die gegebene Antwort auf die drei Fragen aufzuteilen. Allerdings ohne, dass seitens des Ministeriums eine Reaktion erfolgte. Damit greift: wer wenig und ungenau schreibt, soll dafür nicht belohnt werden.

Wie immer sind unsere Fragen:

1. Wie steht Ihr Ministerium zur Alternativmedizin? Sieht es darin „zu überwachende Quacksalberei“ oder eine „gleichzuberechtigende Alternative zur Schulmedizin und Naturheilverfahren“?

2. Wie steht das Ministerium zur evidenzbasierten Medizin? Welche Rolle schreibt es allgemein empirischen Wirkbefunden zu?

3. Was empfiehlt das Ministerium in Fällen, in denen alternativmedizinische Vorstellungen diametral zu denen der Schulmedizin sind, bspw. im Bereich des Impfschutzes?

Und das antworten die Mainzer:

die Haltung von Gesundheitsminister Alexander Schweitzer zur Alternativmedizin ergibt sich aus der in Deutschland  bestehenden Gesetzeslage und den damit verbundenen leistungsrechtlichen Regelungen. Die Anwendung „alternativer“ Behandlungsmethoden ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, solange kein Verstoß gegen andere Gesetze (z. B.§ 138 BGB und § 228 StGB) vorliegt. Vor Anwendung solcher Methoden ist der Patient bzw. die Patientin umfänglich über etwaige Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Steht eine erfolgversprechendere anerkannte Therapie zur Verfügung, muss er oder sie darüber vorrangig aufgeklärt werden. Zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürfen nur ambulante Leistungen abgerechnet werden, für die der Gemeinsame Bundesausschuss den diagnostischen oder therapeutischen Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit bewertet und anerkannt hat. Leistungen im Rahmen alternativmedizinischer Behandlungen werden von der deutschen GKV meist nicht übernommen und können dann nur privat in Rechnung gestellt werden. Über die ggf. selbst zu tragenden Kosten ist der Patient bzw. die Patientin aufzuklären.

Soweit die Antwort aus Rheinland-Pfalz.
Wir kommen auf eine Esoterikwertung von 0-15 Globuli.

Tja, und nun ist der werte Leser gefragt.

Denn der Autor dieser Zeilen vermag in der Antwort des Ministerium nichts Esoterisches zu finden – also 0 Globuli?
Allerdings findet sich in der Antwort aber auch nichts, dass die gestelten Fragen, insbesondere die zweite oder dritte in irgendeiner Form beantwortet – also 15 Globuli?

Oder ganz anders?

Hier kommt der Leser, sprich Sie und Du, ins Spiel.
Die Frage lautet: wieviele Globuli soll es für die Antwort aus Mainz geben und wieso?

Nach all den vorgebrachten Argumenten wird dann zum Wochenende entschieden.

So: it´s your game! And your a part of it!

UPDATE (7.10.13): Die Esoterikwertung für Rheinland-Pfalz beträgt, tatatataaaaaaa, 9 Globuli!

 

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6 Kommentare zu “Serie: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 14: Rheinland-Pfalz

  • #1
    Joe

    Da auf die gesetzeslage verwiesen wird, könnte versucht werden, diese mit Globuli zu vewerten.

    Die Sonderregelungen, die Homöopathie, Anthroprosophie und Phytotherapie genießen, würde ich in den Fragen 1 und 2 mit einer hohen Zahl an Globuli bewerten (jeweils 4 oder 5)

    Zu Frage 3… da kenne ich mich in der Gesetzeslage nicht aus. Aber ich kenne keine GKV, die eine „alternative“ Methode bezahlt, aber eine entsprechende medizinische Behandlung nicht. Daher hier eine niedrige Globuli-Zahl (0 oder 1).

    Alles in allem wäre meine Bewertung 8-11 Globuli… sagen wir mal 10.

  • #2
    TH

    In Rheinland-Pfalz geschahen bisher unter Rot-Gelb sehr mysteriöse Dinge. Am bekanntesten wird wohl das Nürburgring-Skandal sein. Jetzt gibt es wieder eine Millionen-Affäre um den Flugplatz Hahn, der eigentlich schon pleite ist. Aber zur Gesundheit:

    Die Vorgängerin von Gesundheitsminister Schweitzer war die jetzige Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Unter ihrer Regie wurde eine so genannte Gesundheitswirtschaft

    http://www.mwvlw.rlp.de/Gesundheitswirtschaft

    finanziell gefördert. Mit dabei war z.B. das „Haus der Inspiration Schloss Weilerbach“ in der Südeifel. Dieser staatlich geförderte Esoterik-Tempel ist inzwischen auch schon pleite.

    http://www.psiram.com/ge/index.php/Haus_der_Inspiration_Schloss_Weilerbach

    Man kann also da noch auf einiges gefasst sein, denn wir haben in RLP jetzt Rot-Grün. So wie das aussieht geht das mit der „Gesundheitswirtschaft“ auch so weiter. Zur Ministerpräsidentin noch folgendes: Sie ist Anhängerin der Lehre des Enneagramms:

    http://www.16vor.de/ich-bin-ja-hier-nicht-vor-gericht/

    Vielleicht hat sie ja doch die Mitarbeiter ihres Büros nach dieser Methode ausgewählt:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article120569122/Malu-Dreyer-schickt-Brief-voller-Fehler-an-Merkel.html

    tätäää – tätäää – tätääääääääää

  • #3
    der, der auszog

    @TH

    Deine Erwähnung des Nürburgring-Skandal, der Millionen-Affäre um den Flugplatz Hahn, sowie die Rechtschreibschwäche, die es im Vorzimmer der rheinlandpfälzischen Ministerpräsidenten zu geben scheint, haben mit dem Thema „Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium“ eigentlich gar nichts zu tun. Sie nehmen aber so ziemlich die Hälfte Deines Kommentares ein, was die Vermutung nährt, dass Deine Ausführungen durchaus politisch motiviert sein könnten.

    Bei Malu Dreyer, an der Du Dich abzuarbeiten versuchst und die relativ offen mit ihrer Multiple Sklerose Erkrankung umgeht, dürfen wir davon ausgehen, dass ihr die Wirkung von Globoli auf der einen, und schulmedizinischer Therapiemethoden auf der anderen Seite, bekannt ist.

  • #4
    TH

    Ja, das Thema hat was mit Politik zu tun. Ich muss noch was berichtigen: Am Nürburgring ist die FDP unschuldig. Da regierte König Kurt bereits alleine mit seiner SPD. Aber schon recht, konzentrieren wir uns auf die Gesundheitspolitik. Die sieht es bei der SPD ziemlich mau aus. Ich könnte da eine ganze Liste von SPD-geförderter Esoterik aufmachen. Ja gut, bei CDU/CSU kommt das auch vor, aber bei der SPD wurmt das mich um so mehr, weil ich immer gedacht hatte, Sozialdemokraten seien vernüftiger.

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