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Finale: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 16: Thüringen (nochmal)

Er schon wieder?

Er schon wieder?

„Alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei.“

So startete letzte Woche der Artikel zu Thüringen – das als letztes Bundesland im Rahmen unserer  Serie „Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium?“ betrachtet werden sollte.

Allerdings gab es wenig Inhaltliches zu erörtern, hatten die Erfurter uns mit Nicht-Beachtung von Antwortfrist und Pressegesetz gestraft. So dachten wir zumindest.

Und riefen unsere Leser, euch da draussen, auf, uns per Email an das Landesgesundheitsministerium zu unterstützen. Keine zwölf Stunden später gab es dann doch die Antworten aus Mitteldeutschland.

Genau diese wollen wir uns jetzt genauer anschauen. Here we go!

Thüringens Gesundheitsministerien hat nun doch geantwortet! (Quelle: WIkipedia)

Thüringens Heike hat nun doch geantwortet!
 Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

Bundesland:

Freistaat Thüringen

Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit:
Heike Taubert (54)

Parteibuch:
SPD

Die Bewertung: Für jede Antwort werden 0 bis 5 Globuli vergeben. Je mehr Globuli, desto esoterischer das Gesundheitsministerium. Insgesamt können also 15 Globuli erreicht werden, wobei dies wohl nur der DHU erstrebenswert erscheinen dürfte.

 

1) Wie steht Ministerin Taubert zur Alternativmedizin? Sieht sie darin „zu überwachende Quacksalberei“ oder eine „gleichzuberechtigende Alternative zur Schulmedizin und Naturheilverfahren“?

Im Gegensatz zur Schulmedizin und zur Naturheilkunde kann bei der Alternativmedizin die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Deshalb sollte Alternativmedizin klassische Behandlungsformen ergänzen und nicht ersetzen. Fest steht, dass zum Beispiel die Homöopathie zunehmend akzeptiert und nachgefragt wird. Es gibt gemäß Musterweiterbildungsordnung eine Zusatzweiterbildung Homöopathie; viele Ärztinnen und Ärzte behandeln inzwischen auch homöopathisch.

Bewertung: 0 Globuli.

 

2) Wie steht Ministerin Taubert zur evidenzbasierten Medizin? Welche Rolle schreibt sie allgemein empirischen Wirkbefunden zu?

Evidenzbasierte Medizin ist Versorgung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau. Empirische Wirkbefunde garantieren, dass Patientinnen und Patienten angemessen und wirksam behandelt werden. Sie sind ein wichtiges Instrument der Qualitätskontrolle ärztlichen Handelns.

Bewertung: 0 Globuli.

 

3) Was empfiehlt Ministerin Taubert in Fällen, in denen alternativmedizinische Vorstellungen diametral zu denen der Schulmedizin sind, bspw. im Bereich des Impfschutzes?

Ministerin Taubert setzt sich immer wieder mit sog. Impfskeptikern- oder Gegnern auseinander. Sie hat erst vor wenigen Tagen anlässlich zahlreicher Masernerkrankungen in Jena den besonderen Stellenwert des Impfens für den Gesundheitsschutz betont. Ministerin Taubert unterstützt die kontinuierliche Aufklärung der Bevölkerung zur Europäischen Impfwoche, der Thüringer GesundheitsMesse, Aktionen der Gesundheitsämter, das Thüringer Impfportal sowie die Öffentlichkeitsarbeit mittels Flyern insbesondere zum Impfkalender. Dabei sind die Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) richtungsweisend.

Bewertung: 0 Globuli.

Soweit die Antworten aus Thüringen.
Wir kommen auf eine Esoterikwertung von 0 Globuli.

 

Erläuterungen

Was soll man da sagen? „Geht doch“? Oder: „Wieso nicht gleich so?“

Im jedem Fall haben die Thüringer gepunktet – indem sie eben nicht gepunktet haben. Ein klitzekleines Bißchen schleicht sich im hintersten Stübchen des Okzipitallappens der Verdacht ein, dass man sich in Erfurt den Grundtenor dieser Serie angeschaut hat, bevor geantwortet wurde – aber: das ist letztlich eine Unterstellung, und darf deswegen keinen Eingang in unsere Bewertung haben.

Wieso aber im Detail keine Globuli für Thüringen?

Zunächst stellt Taubert unmissverständlich klar, dass „bei der Alternativmedizin die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich nachgewiesen“ ist und diese deswegen „klassische Behandlungsformen ergänzen und nicht ersetzen“ dürfe. Alles völlig korrekt.
Leider ebenso  korrekt die Beschreibung, dass immer mehr studierte Mediziner mittlerweile homöopathisch „behandeln“, wohl auch, da der Kunde diese Behandlung wünscht und die Krankenkasse sie bezahlt. Taubert versäumt es absichtlich diese Entwicklung zu bewerten – Strafglobuli erscheinen aber ungerechtfertigt hierfür.

Auch das Statement zur Evidenzbasierten Medizin (EbM) fällt klar aus, Taubert bezeichnet sie als „Versorgung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Geradezu vorbildlich ist der Einsatz der Gesundheitsministerin in Sachen Impfschutz, wofür es dann natürlich auch keinen Globulus gibt.

Thüringen zieht damit mit Brandenburg und dem ehemaligen Gesundheitsministerium von Bayern gleich.

 

…und wir ziehen unter unseren Bericht zu Thüringen den Schlussstrich. Aber nicht unter unsere gesamte Serie. Denn bald gibt es bei den Ruhrbaronen neue Infos zu Alternativmedizin und Politik, sowie grafische Auswertungen…

RuhrBarone-Logo

Ein Kommentar zu “Finale: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 16: Thüringen (nochmal)

  • #1
    Bayer

    wie wäre es denn mal hiermit?

    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/news/vioxx-skandal-vertuschte-todesfaelle_aid_295482.html

    ich liefere gerne nach 😉 …

    ….. die bitteren Pillen oder das wirkungslose Impfserum vom Betrüger oder soll ich sagen Gutmenschen Robert Koch und weiterer Beispiele, wo es um zig- tausende Todesopfer aufgrund von falschen wissenschaftlichen Auswertungen geht.

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