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Update: Essener-Hausbesetzung: DGB droht mit Räumung – Besetzer bitten um Hilfe

Die Besetzer des seit drei Jahren leerstehenden DGB-Hauses in Essen droht die Räumung. Der DGB hat über seine Anwaltskanzlei Heinemann und Partner die Besetzer aufgefordert, noch heute das Gebäude zu verlassen.

Sie wollen Ateliers und eine Galeriefläche. Nach monatelangen, erfolglosen Verhandlungen mit dem DGB über die Nutzung des ehemaligen Gewerkschaftshauses in der Essener Innenstadt als Kunsthaus, hat gestern eine Gruppe von 50 Ruhrgebietskünstlern das Haus an der Schützenbahn besetzt. „Wir brauchen dringend Arbeitsräume“, sagt uns Jens von den Besetzern im Gespräch. Die Suche nach Atelierräumen war erfolglos und Unterstützung gab es auch nicht. Imme wieder hatten die jetzigen Besetzer mit den Kreativwirtschaftsexperten der Ruhr2010 GmbH gesprochen. Ausser warmen Worten gab es von denen keine Hilfe. Wie auch? Das groß angekündigte Immobilienprojekt der Ruhr2010 GmbH ist noch immer nicht gestartet. Die versprochenen Räume für Künstler gibt es nur als PR-Gelaber.

Die Besetzer wollen  erst einmal die Galerie nutzen. Als Atelierräume taugen nur wenige Flächen in der maroden Immobilie. Sobald der DGB einen Nachmieter hat, wollen sie raus. „Uns geht es um eine Zwischennutzung“, sag Yellow. Man will nichts kaputt machen. Im Gegenteil: Die Türen des Hauses seien vor der Besetzung offen gewesen. Eine Nutzung durch die Besetzer könnte auch vor Vandalismus schützen. Die Besetzer haben gestern auch einen Verein gegründet. Als  „Freiraum 2010“ wollen sie ihre Interessen durchsetzen.

Doch all das interessiert den DGB nicht. Zwar kamen heute Morgen ein paar DGB-Vertreter bei den Besetzern vorbei. Man duzte sich, die Atmosphäre war gut, aber sie war es nicht lange.  Mittlerweile hat der DGB  den Besetzern durch einen Anwalt der Kanzlei Heinemann und Partner (Der sich im übrigen einmal die Schuhe putzen sollte, bevor er das Büro verlässt) mitteilen lassen, dass sie heute das Gebäude verlassen müssten. Die Besetzer rechnen für Morgen mit einer Räumung. „Wir würden uns freuen wenn möglichst viele Leute kommen um uns zu unterstützen“, sagt Yellow. Wer helfen möchte: Die Adresse lautet Schützenbahn 11.

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11 Kommentare zu “Update: Essener-Hausbesetzung: DGB droht mit Räumung – Besetzer bitten um Hilfe

  • #1
    Thomas

    >Der DGB hat über seine Anwaltskanzlei Heinemann und Partner die Besetzer aufgefordert, noch heute das Gebäude zu verlassen.

    Nicht nachvollziehbar.

    Zumal es den Besetzern nach eigener Aussage um Zwischennutzung geht.

    Aus meiner Sicht ein klassischer Fall für Mediation.

    Ich weiß nicht, wieso die Kanzlei, die vom ehrenwerten Bundespräsidenten Gustav Heinemann begründet worden ist und die auch die Namen der Herren Diether Posser und Jürgen Schmude im Schilde führt, so ultimativ einsteigt.

    Und das im Mandat des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

    Tss.

    http://www.heinemann-und-partner.de/test/unternehmensgeschichte/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Heinemann

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diether_Posser

    http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Schmude

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thomas: Das ist nichts neues: schon in den 80ern hat der DGB eine Schulungshaus in der Nähe von Dortmund räumen lassen. Ein DGB-Vertreter hat damals sogar das Porzellan zerschlagen. Begründung: Die Besetzer sollten keinen Zugriff auf den Besitz der Arbeiterklasse haben 🙂

  • #3
    Arnold Voss

    Und die Ruhr2010 wird (beredt) schweigen. Wer soviel Geld für viel zu teure Neubauten für Kreative ausgegeben bzw. ausgeben lassen hat, wird mit der Besetzung eines Altbaus nicht viel anzufangen wissen.

  • #4
    oha

    Recht so. Der DGB ist keine Wohlfahrtsorganisation um daher gekommene „Künstler“ zu supporten. Nicht mal in ver.di organisiert,sonst wäre es bestimmt erwähnt worden. Gewerkschaftshäuser (wenn auch leere) zu besetzen ist Erpressung und Nötigung und gabs schon mal,an einem 2. Mai. Hoffe die Struppis sind bald draußen.

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @OHA: Es geht nicht um Support: Der DGB ist offensichtlich unfähig die Immobilie zu vermarkten. Die Nutzung würde sogar zum Werterhalt beitragen. Aber das ist wohl zu kompliziert.

  • #6
    claire

    Ich finde, dass es eine Schande ist, dass die Künstler sofort das Gebäude räumen müssen. Sinnvolles Handeln wird durch bürokratische Prinzipien verscheucht. Es hätte doch eine Kommunikation stattfinden können. Ich hoffe sehr, dass es noch eine Aussicht für dieses Projekt gibt.

    Nicht zuletzt der Stadt selber Willen.

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  • #8
    opernfreund

    richtig und wichtig:
    endlich wird das dgb-haus einer sinnvollen nutzung zugefuehrt!

    mit ihrem heinemann-engagement demonstriert die gewerkschaft eindrucksvoll, wie weit sie sich bereits von den lebensumstaenden und den interessen – oder noch schlimmer: der realitaet – abgewendet hat. kultur wird vom dgb nur noch pr-wirksam bei grossveranstaltungen bemueht, ein wirklicher bezug dazu besteht nicht mehr.

    pure vernunft darf niemals siegen!
    die feinen genossen haben doch keine wahl mehr: eine friedliche einigung inkl. durchdachter nutzungsvereinbarung jetzt kaeme einem schuldeingestaendnis fuer die eigene unfaehigkeit zur immobilienvermarktung seit 3 jahren gleich. darum auch der eiserne kurs von eben jenen, die in den medien noch pathetisch solidaritaet und soziales gewissen einfordern. an der schuetzenbahn zeigen sie ihr wahres gesicht…

    facebook war ein schneller infokanal fuer interessierte und besetzer. die berechtigten ziele der besetzung und die spuerbare breite unterstuetzung fuer die besetzer duerfen aber nicht im virtuellen social web raum verpuffen. jetzt ist die zeit gekommen, die „aktionskuenstler“ aktiv zu unterstuetzen. was her muss, ist ein buntes programm, das rund um die uhr leute ins haus zieht. freiraum 2010 muss mit leben erfuellt werden, um die hemmschwelle fuer eine raeumung moeglichst hoch zu halten. selbstbewusst und laut! denn im gegensatz zur a40 bedeutet ein still-leben an der schuetzenbahn nur den auftakt zu einem besonders traurigen requiem. auf die hoffnung. auf die kreativitaet. auf die kultur.

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