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EU-Parlament: „Veggie-Burger“ sollen verboten werden – Sonst ist aber alles OK bei Euch?

Was ist das? Quelle: Wikipedia, Foto: Shpernik088, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Während das Land aktuell ganz aufgeregt noch immer über das immense Spendenvolumen für den Wiederaufbau der kürzlich teilweise abgebrannten Kathedrale Notre-Dame in Paris diskutiert, droht eine mindestens ebenso diskutable Tatsache vergleichsweise unbeachtet zu bleiben. Das darf nicht sein!

Denn im Agrarausschuss des EU-Parlaments wurde vergangene Woche allen ernstes ein Entwurf für einen Beschluss auf den Weg gebracht, der allen Nicht-Fleisch-Produkten (von Wurst über Steaks bis hin zu Burgern) zukünftig verbieten soll, genau so zu heißen wie das Original aus totem Tier.

Und wenn das nicht zu einer mindestens ebenso emotionalen Debatte einlädt, dann weiß ich es auch nicht.

Klar, Vegetarier und Veganer können einem mit ihrer häufig extrem penetranten Art jeden und jedermann mit ihrem Anliegen zu einem besseren Menschen bekehren zu wollen zeitweise schon mächtig auf den Keks gehen. Gar keine Frage! Aber ihnen im Gegenzug jetzt die Verwendung dieser Begriffe, welche die große Masse der Menschen noch immer mit purem Fleischgenuss verbindet, verbieten zu wollen, nur um die Fleischproduzenten damit zu schützen, das geht dann vielleicht doch etwas zu weit. 😉

Wenn man diesen Gedanken einmal etwas ernster betrachtet, dann liegen in solchen und ähnlichen Anliegen sogar die Gründe dafür, warum viele Zeitgenossen aktuell so schlecht auf die EU zu sprechen sind.

Ein ausgeprägter Regulierungswahn und völlig schräge Arbeitsschwerpunkte, das ist ja genau das, was viele Bürger an den aktuellen Verhältnissen in Brüssel kritisieren, was ihnen die Motivation rund um die Europapolitik nimmt.

Als hätten wir hier in Europa nichts wichtigeres auf der Agenda, was wie schleunigst besser regeln müssten. Die EU strotzt in diesen Tagen voller großer Probleme. Genannt seien hier nur kurz die Schlagworte Arbeitslosigkeit, Wirtschafts- und Strukturprobleme.

Doch am leidenschaftlichsten diskutiert wird in Brüssel seit Jahren schon besonders gerne über scheinbar belanglose Dinge wie die richtige Bananenkrümmung, die vorschriftsmäßige Länge von Gurken oder nun die erlaubten Namen von Fleischersatzprodukten.

Ich würde fast darauf wetten, dass die Wahlbeteiligung bei der nächsten Europawahl im kommenden Mai vor diesen Hintergründen noch einmal ein gutes Stück niedriger sein wird als zuletzt. Und bei solchen Arbeitsschwerpunkten der Parlamentarier muss man sich darüber auch gar nicht ernsthaft wundern.

Vom Chaos rund um den Brexit will ich an dieser Stelle erst gar nicht sprechen…

Man könnte schreien!

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17 Kommentare zu “EU-Parlament: „Veggie-Burger“ sollen verboten werden – Sonst ist aber alles OK bei Euch?

  • #1
    Helmut Junge

    @Robin, wenn jetzt die Bäcker darüber klagen würden, daß ich heute Reibe"kuchen" , obwohl das kein Kuchen ist, dann lache ich einfach. Mehr ist nicht drin. Keine Emotionen deshalb.

  • #2
    Peter Ansmann

    Ich finde die Idee aus gendertechnischer Sicht nicht schlecht: Bei Fleischprodukten bleibt es beim Burger. Für die vegetarische oder vegane Variante: Burgerinnen. Würde zwei Probleme dieser Welt mit einer Klappe schlagen…

  • #3
    ke

    Ist es nicht in der Planung, die Nahrung gentechnisch so zu verändern, dass die Nahrungsaufnahme direkt durch eine Black Box getrackt wird und an die zuständigen Behörden übermittelt wird?

    Es kann doch nicht sein, dass wir und auch unsere Haustiere den Planeten zerstören, weil wir zu viel Fleisch essen. Ebenso kann es nicht sein, dass wir zusätzliche Gesundheitskosten durch Fleischgenuss verursachen.

    Hier muss dringend eingegriffen werden und ein Grenzwert definiert werden. Das Verwaltungsgericht auf Schalke wird dann schon dafür sorgen, dass alles verboten wird.

  • #4
    nussknacker56

    "Man könnte schreien!"

    Aber dabei bitte die Grenzen der Europäischen Lärmschutzverordnung beachten.
    https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A32002L0049

  • #5
  • #6
    Robert Müser

    Ich finde die EU-Regelung gut,
    sollen doch diesen veganen Spaßbrems*nnen, moralierende Nervensäg*nnen und Weltverbesser*nen doch demnächst Soja-Pampe und Co. in sich hineinstopfen – Schnitzel bleibt Schnitzel und Wurst bleibt Wurst!

    😉

    Habe ich sowieso noch nicht verstanden, warum man/frau/* Wurst ablehnt und dann Toju-Wurst mit Wonne schmaust, die auch auch so wie echte Wurst schmecken soll …

    By the way:
    Müsste es im Zuge der allgemeinen Sprachverpanschung durch diese Klientel nicht "vegan*nen" heißen?

  • #7
    ke

    Nachdem Greta jetzt der EU erklärt hat, dass "some level of panic" bzgl. des Klimawandels notwendig ist, werden sich die Verantwortlichen bestimmt um ganz wichtige Sachen, die sie beeinflussen können, kümmern. Klima-Panikmache wirkt auf viele Menschen. Ein Klima der Angst ist wichtig für eine politische Agenda.
    Immerhin haben während der Greta Rede einige Zuhörer alles genau mit dem Handy protokolliert. Die Selfies mit Zuckerberg waren ja auch vor ein paar Monaten wichtiger als harte Fragen.

    Die EU ist in vielen Fällen wirklich nur noch zum Fremdschämen. Sie muss sich auf Banalitäten konzentrieren, um den riesigen Apparat zu beschäftigen und um Ergebnisse zu produzieren. Auch wenn es nur Bezeichnungen für Dinge oder Trivialitäten sind.

    Aktuell werden mal wieder Autos durch viel Gedöns verteuert. Wenn nur reiche Mensche fahren, lösen sich auch viele Verkehrsprobleme. Ebenso kann man so die Überwachung durch Black Box-Einrichtungen besser einführen.

    Mal sehen, ob er Elektronikmarkt wieder "Erweiterungen" anbietet, die Sicherheit oder Umweltschutz-einrichtungen im Auto abschaltet. So etwas könnte man überprüfen, wird aber wohl nicht gemacht.
    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/abgasskandal-hinweise-auf-adblue-tricksereien-in-lkw-branche-mehren-sich-a-1260863.html

    Seit der Urheberrechtsreform und dem Bruch des Koalitionsvertrags von CDU/CSU/SPD unter der Spitzenkandidatin und Justizministerin Barley ist für mich die EU sowieso durch. Es geht zu viel in Richtung Überwachung, Einschränkung der Meinungsfreiheit etc. Alles verbunden mit einer erheblichen Regelungswut im Kleinen.

    Die Grünen plakatieren zurzeit das Dortmunder Klinik-/Kreuzviertel mit Klimaschutzplakaten zu. Ressourcenschonung/Müllvermeidung könnte man auch mal praktisch machen und nicht nur davon reden. OK, das gilt natürlich auch für Flüge in die Südsee (Frau Roth).
    https://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/17-tonnen-ausstoss-gruene-roth-fliegt-41-000-km-um-das-klima-zu-retten-61219364

  • #8
    ke

    @6 R Müser:
    Hier ist noch ein Link bzgl. Vegetarier und ihre Haustiere als Podcast. Haustiere sind in Massen in unseren Haushalten und benötigen auch riesige Ressourcen. Damit sind sie auch Teil von Klima- und Müllproblemen. Hierbei könnte, wie auch bei uns, vegetarische Ernährung helfen.

    "WDR 5 Neugier genügt – das Feature 04.04.2019 19:01 Min. Darf man seine fleischfressende Katze, Hündin oder Schlange vegetarisch ernähren? In welche Konflikte Tierliebhaber mit ihren Haustieren und ihrem Ernährungsstil kommen. ""
    https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/189/1890534/wdr5neugiergenuegtdasfeature_2019-04-04_vegetarierundihrehaustiere_wdr5.mp3

  • #9
    Gerd

    Das erscheint auf den ersten Blick lächerlich, aber man kann es auch als Notwehr sehen. Die wollen uns das Fleisch, das Fett, das Salz, den Zucker usw. verbieten. Dass sie einen zurück bekommen ist so gesehen vernünftig, ja lange überfällig.

  • #10
    Nansy

    Ein Skandal! Schon vorher hat die EU verboten, gastronomische Spitzenprodukte wie Analogkäse oder Kunstkäse als Käse zu bezeichnen. Diese wertvollen Produkte aus Pflanzenölen, wie Palmöl, dürfen nicht mehr unter der Bezeichnung Käse in Umlauf gebracht werden. Man will offenbar die Veganer mal wieder düpieren.
    Was soll denn noch kommen? Darf man zukünftig sein Tretmobil nicht mehr als Auto bezeichnen?

  • #11
    Stefan Laurin

    Ich hätte schon fast einmal ein vegetarisches Produkt gekauft, weil es einen Fleischnamen hatte. Gepresste Tierfutterabfälle aus Soja sollten nicht Schnitzel oder Braten heißen dürfen.

  • #12
    Helmut Junge

    751 Abgeordnete zerbrechen sich den Kopf. So ein Gesetz hat viele Tücken. Und ihr? Ihr macht das einfach so runter. Einfach so.
    Dabei gibt es im EU-Parlament sogar die Massen begeisternde Musiker.

    https://www.berliner-zeitung.de/politik/bewegender-moment-abgeordneter-spielt–ode-an-die-freude–im-eu-parlament-32400552
    Da hätte Frau Nahles gut als Sängerin gut dazu gepaßt.

  • #13
    Klaus Lohmann

    Wer sich selbst mit solchen "Camouflage"-Produkten verar…en muss, damit man die eigene Fleischeslust austrickst, soll mir bitte nie, nie, nie irgendeinen vegan-ideologischen Unsinn erzählen wollen. Doppelmoral allez…
    Insofern – alles richtig gemacht, EU!

  • #14
  • #15
    Alexander Kretschmann

    Nicht nur die Vorgehensweise der EU ist zum fremdschämen, sondern einige Kommentare hier ebenso. Der Palmöl- und Sojaverbrauch ist für omnivore Ernährung deutlich höher, siehe Mastfutter und Milchaustauscher für Kälber. Die meisten Hersteller fleischloser Produkte haben sogar auf Wunsch der meisten Kunden Palmöl aus ihren Produkten verbannt.
    Fleischersatz wird laut Marktforschung hauptsächlich von Flexitariern konsumiert, da diese ihren Fleischkonsum aus ökologischen Gründen einschränken wollen aber dennoch einmal wöchentlich Fleisch essen. Wer hier von Pampe redet, der hat noch nicht gesehen, was für gammelige Leichenreste in seiner Wurst hineingemischt werden. Wenn wir den Konsum tierischer Nahrungsmittel reduzieren sollen (und dazu wird überall aufgerufen), so sind zur besseren Orientierung Bezeichnung wie "Veganes Schnitzel" usw sehr hilfreich. Eine Doppelmoral ist das im Übrigen auch nicht, denn dafür muss vorsätzlich kein Tier sterben, die Gewohnheit bzw Prägung auf bestimmte Produkte darf aber somit weiterhin ausgelebt werden. Doppelmoral ist dann eher, wenn man das Haustier streichelt und das Schwein frisst, aber das ist eine andere Geschichte…

  • #16
    Sabine Helm

    Als hätten wir sonst keine Probleme?!?! Unglaublich!!!! Die Natur um uns rum stirbt, überall Naturkatastrophen und die streiten über Burger!!! Die ham doch den Schuss nicht gehört!

  • #17
    Stefan Laurin

    @Sabine Helm: Wir haben Frühling, alles blüht, es ist leider zu kalt und mehr Sonne wäre schön. Katastrophe? Sorry, ich seh nix. Alles gut.

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