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Facebook sperrt mich 30 Tage für Hinweis auf Antisemitismus von Neo-Nazis und Islamisten

Jetzt echt, Facebook? (Anwort: ja! siehe ganz unten)

Hey Facebook,

na, ihr alten Freiheitsfeinde?

Ihr seid mir als Unternehmen grundsätzlich erst einmal sympathisch. Ihr versucht Steuern zu sparen, und ermöglicht es nebenher auch noch mit Menschen aus der Schulzeit verbunden zu bleiben, zu denen man nicht ohne Grund nach der Abi-Feier keinen Kontakt mehr haben wollte.

Nein, ihr seid kein Staat, und weil ihr kein Staat seid, betreibt ihr keine Zensur. Dies nur vorweg, um all die Reflexverteidiger und Wikipedia-Leser zu befrieden.

Ihr betreibt die derzeit weltweit größte Vernetzungsplattform, und (derzeit und noch) ist man vom Informationsfluss abgeschnitten, wenn ihr jemanden sperrt und ihm die Möglichkeit auch zur Kommunikation per Messenger nehmt. Nun kann man der Meinung sein, dass Unternehmen definieren können, was sie an Aussagen auf einer Plattform dulden und was nicht. Diese Meinung ist zwar im Detail dämlich, solange es Staaten gibt, deren Rechtssprechung natürlich auch eure Plattform unterworfen ist, doch halten wir uns nicht mit Kleinigkeiten auf. (Kein Unternehmer kann in Deutschland bspw. einfach und pauschal sagen: „Ich nehme keine alten weißen Männer.“ – egal wie sehr er auf Twitter für diesen Akt des Netz-Humanismus gefeiert würde.)

Nun also, wir sind im Internet, niemanden interessiert hier, wie Sachen wirklich funktionieren, sondern nur, welchen Empörungsgehalt sie haben. Genau dazu kommen wir gleich.

Ihr habt mich dann jetzt also für 30 Tage gesperrt. Wieso?

Deswegen

Klar, es ist wirklich Hassrede, wenn jemand darauf hinweist, dass Neo-Nazi-Vollspacken und Islamisten-Zauselbärte dasselbe Mindset teilen und Schwule und Juden hassen, und einige SJW-Schneeflocken das nicht wahrhaben wollen. Ole.

Natürlich. Da könnt ihr nichts für. Das ist der Algorithmus ™. Habt ihr echt so unfähig Skriptkiddies engagiert, die es nicht besser können? Was macht ihr denn dann mit der ganzen Kohle. Google und Amazon kriegen bessere Algorithmen hin, über Apple brauchen wir gar nicht erst reden. Ihr seid augenscheinlich unfähig. Unfähig, vernünftig zu programmieren, oder vernünftige Angestellte zu finden, die vernünftig auf Vorgänge schauen.

Ihr seid zunehmend weniger alternativlos. Das ist meine 4. oder 5. solche Sperre. Mittlerweile habe ich eben andere Wege gefunden, Social Media zu betreiben, weil ihr keine sichere Plattform mehr seid.

Ihr seid ein Elend.

Ganz liebe Grüße

Sebastian

P.S.: Ich hatte euch gebeten, nochmal einen Blick auf das Bild zu werfen. Habt ihr getan. Bleibt bei der Sperre. Kussi auf Bauchi.

RuhrBarone-Logo

14 Kommentare zu “Facebook sperrt mich 30 Tage für Hinweis auf Antisemitismus von Neo-Nazis und Islamisten

  • #1
    paule t.

    Nun, am Bild kann man einerseits ganz klar erkennen, dass nur Nazis gemeint sind – und nicht etwa alle Deutschen "ohne Migrationshintergrund"/ "kaukasischen" US-Amerikaner (falls der Comic daher ist)/ Leute mit weiß-christlichem Hintergrund/ whatever.
    Man kann andererseits _nicht_ ganz klar erkennen, dass nur Islamisten gemeint sind – und nicht etwa alle Muslime.
    Man _kann_ das Ganze also als Gleichsetzung von Nazis und Muslimen verstehen (wenn auch nicht zwingend und von Herrn Bartoschek sicher nicht so gemeint). Völlig fernliegend ist das auch nicht, da dergleichen ja alle Naselang ganz ausdrücklich geäußert wird.
    Bisschen Problembewusstsein dafür wäre schön.

  • #2
    Marsupilami

    Soll das Szene-Sprache sein? Oder sowas. Liest sich einfach nur panne. Da ist einem Facebook egal.

  • #3
    Helmut Junge

    Wenn @Paule t. in einem juden-schwulen-hassenden Moslem keinen Islamisten erkennen kann, muß es wohl tatsächlich schwer auseinanderzuhalten sein.
    Und ich dachte, ich könnte es und Sebastian Bartoschok auch. Falsches Kriterium?

  • #4
    Greenspam

    @Helmut Hunge / #3

    Vielleicht möchte @paule t. nur nicht jeden Muslim als Juden und Schwulen hassenden Islamisten erkannt sehen.
    Da ein guter Teil der westlichen Welt(auch bei ruhrbarone.de) des arabischen nicht mächtig ist, werden diese Leser auch nicht verstehen was da auf der Takka des Muslims steht, um es vielleicht einer othodoxen oder radikalen Glaubensausrichtung zuzuordnen.

    Der Neonazi muss halt auch über seine Tattoos als Neonazi kenntlich gemacht werden.

  • #5
    Stephan H.

    Wird aber nicht allein schon durch die Aussage "Konvertiere oder stirb" deutlich, dass wir es eben nicht mit einem friedlichen Muslim zu tun haben?

  • #6
  • #7
    Ke

    Überinterpretatione gaben früher mind. Eine 5. Die Aussage des Cartoons wurde vom Autor klar dagelegt und ist aus meiner Sicht auch nachvollziehbar.

    Wie werden sozialen Netzwerke gesäubert?
    Hier ist ein Podcast über Content Moderatoren. Welche Netzwerke so arbeiten ist offen.Automatisiert wird eine Bewertung noch nicht funktionieren , und das ist auch ein Hauptproblem bei dem Katastrophengesetz aus Brüssel zum Thema Content im Internet. Die Technik ist zu komplex, fehleranfällig etc. Skriptkiddies reichen nicht.
    https://netzpolitik.org/2018/moderation-und-moral-der-netzpolitik-podcast-nr-154-mit-hans-block-regisseur-von-the-cleaners/

  • #8
    Nina

    @paule t.: Wieviel "Problembewusstsein" soll Sebastian Bartoschek eigentlich noch haben? XD
    #mehrgehtkaum

  • #9
    Michael

    Wer sich auf Facebook begibt – dem ist so oder so nicht mehr zu helfen.

    Nebenbei: Der Zeichner kann keine Davidssterne zeichnen.

  • #10
    Mutant77

    Wer gruppenbezogene Menschfeindlichkiet publiziert verbreitet "hate speech".

    Leider gibt es in allen Gruppen von Ideologen Arschlöcher, insofern stimmen solche Comics fast immer. Egal wer welche Rolle man ihnen gibt.

    Solche Pauschalisieurngen sind die Grundlagen von dem, was manche Menschen "Verschwörungstheorien" nennen. Einfacher wäre es, wenn versucht würde mit denen zu reden die solche Thesen aufstellen. Doch die aktuelle Entwicklungen laufen darauf hinaus das solche Menschen gesperrt und ausgeschlossen werden.

    Das Lustige ist, dass ein Bartoschek genau darin eine Rolle spielt und seine Thesen darüber wer alles einer Verschwörungstheorie anhängen könnte, wird gerne als Argumentationsgrundlage für solche Sperren genutzt.

    Hätte man wissen können, jetzt ist es zu spät.

    Das ausschliessen von Stimmen in der Öffentlichkeit wird immer mehr zunehmen. Es sei denn sie sagen das, was "die da oben" hören wollen. aber das ist ja wieder eine (vermutlich antisemitische) VT.

  • #11
    abraxasrgb

    #greemspam
    Genau diese Frage habe ich mir gestellt, denn ich kann kein Arabisch. Was steht auf der Kopfbedeckung?

    @all
    Kann das mal bitte jemand übersetzen? Danke!

  • #12
    parker030

    woah. jemand, der ERNSTHAFT nicht rafft, wie offensive der scheiß ist, den er in die welt hinauslässt.

    erstmal über den witz an sich: er ist null komisch, weil keinerlei wahrheit in ihm steckt. wer zur hölle soll die blonde frau sein und wieso sollen nazis, moslems und blonde frauen lesben und juden gemeinsam zusammenschlagen? es GIBT einfach keinen realitätsbezug in diesem witz, keine versteckte ebene. es ist halt nur witzig für neu rechte, die gegen merkel und andere wettern, ohne zu raffen, dass sie selbst das problem darstellen, das sie in ihrer außenwelt kritisieren.

    eine frage: denkst du ernsthaft, das moslems und nazis genau das gleiche sind? du sagst zwar "islamist" aber kannst du mir bitte zeigen, wie sich der moslem als islamist outet? der nazi ist nazi, wegen dem hakenkreuz alles klar. außerdem: wen soll die blonde frau darstellen? das soll doch alles super witzig und irgendeinen realitätsbezug haben.

    digger, BITTE gib doch einfach zu das du rechts bist und extremistische charakterzüge aufweist, dann wirst du auch sehen, dass die welt auf einmal viel mehr sinn macht, als zuvor!

    und jetzt geh mal weiter rechtspopulistische, rechtsrelativierende hetze verbreiten, die afd haste damit ja schon erfolgreich in den bundestag gebracht, du alte braune socke;)

  • #13
  • #14
    Pferdeimker

    Mutant77:
    "Wer gruppenbezogene Menschfeindlichkiet publiziert verbreitet "hate speech"."

    So wie: "„Ich nehme keine alten weißen Männer.“ – egal wie sehr er auf Twitter für diesen Akt des Netz-Humanismus gefeiert würde.)"

    Da wird die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auf einmal zum Netz-Humanismus. Hut ab! Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn man bei Fakebook gesperrt wird. Manchmal liegt der Fehler auch bei einem selbst…

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