Fentanyl, nicht Cannabis ist das Problem, um das sich die Politik kümmern muss

Molekulare Erkennung von Morphin und Fentanyl durch den menschlichen μ-Opioidrezeptor. Bild: C22H31NO2 Lizenz: CC0


Das Land diskutiert über die Folgen der teilweisen Cannabis-Legalisierung. Dabei gäbe es für die Drogenpolitik dringendere Probleme.

Die Cannabis-Legalisierung der Ampel scheiterte an EU-Regelungen. Das ganze Theater mit Cannabis-Clubs ist ebenso albern wie die Pläne der CSU, Kiffer zu drangsalieren, wo es immer noch möglich ist. Die Union in NRW und die SPD in Hamburg denken auch darüber nach, den Haschern das Leben schwer zu machen. Cannabis gehört, obwohl es lange strikt verboten war, seit über einem Jahrhundert zur Drogenkultur in diesem Land und das wird sich nicht mehr ändern. Es ist auch kein Problem: Menschen kiffen, trinken Alkohol, rauchen und nutzen ihre Nase gerne auch für andere Dinge als nur zum Atmen. Die Welt ist davon nicht untergegangen. Nüchternheit als Dauerzustand liegt nicht in der Natur des Menschen. Der Rausch gehört zur Zivilisation.

Gibt es also keine Probleme mit Drogen? Doch, die gibt es und auf sie sollte sich die Politik konzentrieren: Crack ist in vielen Städten ein Problem. Die Droge ist auf dem Vormarsch, in der Dortmunder Innenstadt ist die mit Crack verbundene Verwahrlosung schon zu sehen, auch wenn die Lage im Frankfurter Bahnhofsviertel noch einmal deutlich dramatischer ist. So langsam dringt auch das Opioid Fentanyl auf den deutschen Markt. Nordrhein-Westfalen wird wohl aus Syrien beliefert. Liest man Berichte aus den USA, sorgt diese Droge nicht nur bei ihren Benutzern für einen rasanten Verfall, der oft im Tod endet, sondern verändert ganze Innenstädte. In Quartieren, die fest in der Hand von Fentanyl-Zombies sind, steigt die Kriminalität und sinkt jede Aufenthaltsqualität. Die Drogenpolitik, die Polizei und auch die Städte tun gut daran, sich auf die Entwicklung vorzubereiten und nicht ihre Zeit mit Diskussionen um Kiffer auf Kirmessen zu verschwenden, denn an der Fentanyl-Frage könnte sich die Zukunft der Innenstädte entscheiden. Tragfähige Lösungen für das Problem hat man auch im Ausland gefunden, weder hartes Vorgehen noch Toleranz haben sich bewährt. Anstatt Kiffer zu jagen, sollte die Politik damit beginnen, sich um die wirklichen Probleme zu kümmern und die Zeit nutzen, die ihr bleibt, bis die Welle aus den USA Deutschland erreicht hat.

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kickouttheus
kickouttheus
28 Tage zuvor

Ja, und andere Synthetische. Das wird auch richtig scheiße hier mit dem Zeug.

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