Fünf Jahre nach der Loveparade: Anlieger sagen aus

Zum fünften Mal jährt sich die Duisburger Loveparade: 21 Tote, niemand übernahm Verantwortung. Eine Anliegerin des Todestunnels sagt jetzt, was schief lief.

Wo harte Männer weinen: Todestunnel-Gedenkstätte gestern Nacht

Wo harte Männer weinen: Todestunnel-Gedenkstätte

Als das Team von Lopavent im April 2010 in meiner heimischen Küche saß, stellten sich diese den Fragen der Anwohner.

Wir wurden nicht müde, die negative Wirkung dieses Tunnels zu beschreiben, äußerten wiederholt Bedenken und einige Nachbarn gingen soweit, eine Tragödie mit Menschenmassen zu skizzieren.

Die Vorstelligen von Lopavent waren Mitte 20 und hauptberuflich Studenten aus Berlin, deren Aufgabe es war, die Anwohner der Karl-Lehr-Strasse auf der Dellviertelseite mit einer, zugegeben charmanten Inzenierung, zu beruhigen.

Egal was wir einwendeten, sie jonglierten mit Zahlen, nannten die gelungenden Veranstaltungen in Dortmund und Essen als Referenz und den Beweis, dass Lopavent ein Event von circa einer bis 1,2 Milionen Besucher sicher stemmen könnte.

Ja, sie prognostizierten um eine Milion Besucher, über den Tag verteilt. Sie waren sichtbar stolz, ein dermaßen riesiges Event in Duisburg umzusetzen.

Bedenken kamen bei den Vorstelligen nicht auf, so waren sie sicherlich angewiesen, jede Kritik freundlich wegzulächeln und zur Beruhigung Material vorzulegen, die den extremsten Kritiker in meiner Küche besänftigte.

Wie gesagt, das uns vorgestellte Konzept las sich schlüssig und beruhigte.

Unruhe trat erst am 23.7.2010 auf, am Vortag, als die Aufbaumaßnahmen in unseren Gärten umgesetzt wurden. Wir fragten uns, wo die speziellen Zäune, Wellenbrecher, Dixiklos etc. waren.

An dem Morgen des 24.7.2010, dem Katastrophentag wurde uns das angeblich professionelle Sicherheitsteam vorgestellt und wir tauschten uns darüber aus, wie der Ablauf sein wird und welche Bewegungsspielräume wir hätten.

Auf jeder Seite der Karl-Lehr-Straße, vom Tunnel bis zur Düsseldorfer Straße, wurden je 2 junge Männer, eingesetzt, die am Posten Düsseldorfer Strasse durch 3 weitere junge Personen ergänzt wurden.

Wie gesagt, jeder musste auf seinem Posten bleiben. Die beiden Ordner auf jeder Straßenseite liefen immer hin und her, die Anforderung an die jeweiligen Duos wandelten sich gegen 14 Uhr in einer Form der Überforderung, so dass wir Anwohner die Ordner darin unterstützen, das Areal zu sichern und eine Eskalation von Situationen zu verhindern.

Sei es, betrunkende Streithähne zu beruhigen, den Menschen bei der Verrichtung ihrer Notdurft zu helfen, und gegen ca 15 Uhr mit Spaten und Holzlatten die Menschen daran zu hindern, mit aller Gewalt in den mit Menschen bereits verstopften Tunnel zu strömen.

Es war der verzweifelte Versuch, den Druck auf die Eingeschlossenen zu reduzieren. Wir setzten sogar unsere Hunde ein, die die Zuströmenden beißen sollten, damit diese von ihrem Vorhaben abließen.

Als die Situation brenzlig wurde, bekamen wir auf jeder Seite vier Polizisten der Hundertschaft, die mit uns das Volllaufen des Tunnels verhindern sollte. es waren Szenen wie im Krieg.

Auf meiner Seite, Karl-Lehr-Straße mit geraden Nummern kämpften zwei Ordner, vier Polizisten und ca. zwölf Anwohner mit ihren Gartenwerkzeugen und Hunden, um eine Tragödie zu verhindern.

Während dieser Zeit bekamen wir das Signal durch die Polizisten, dass wir uns in Sicherheit bringen sollten, da es gleich zu einer Eskalation der Situation kommen würde.

Die Mehrheit der Anwohner brachte sich in Sicherheit, sie sicherten sich in ihren Wohnungen.

Einige von uns kämpften mit der Polizei und den Ordnern Hand in Hand.

Wenn es nicht so tragisch wäre, wäre diese Form der Teamarbeit schon zum Schmunzeln.

Anwohner, Polizisten und Ordner gaben sich gegenseitig Kommandos, sicherten Posten und wirkten, teils mit Gewalt auf die Besucher ein.

Zu diesem Zeitpunkt brach der Funkverkehr zwischen den Polizisten ab. Also mußten die Polizisten die Situation nach ihrem bzw. unserem Ermessen bewältigen. Und was dann passierte, ist jedem bekannt.

Aus dem Schlachtfeld wurde ratzfatz eine Intensivstation, wo wir weiterhin gemeinsam halfen.

Die vielen überrannten Menschen, die überall verstreut lagen, nicht zu unterscheiden von den Toten, auf die weiterhin getreten wurde.

Menschen, die wie irre umherliefen, ohne begreifen zu können, was gerade passiert. Menschen, deren Kleidung vom Leib gerissen wurde und die armen Ordner, die teils weinend auf der Straße saßen und nicht verstanden, für welchen Albtraum sie an den Unis angeworben wurden.

Ja, es waren Studenten, die für 10 euro pro Stunde für ein bißchen Sicherheit sorgen sollten.

Als die vielen Notärzte mit ihren Teams die hunderten Menschen auf der Straße versorgten , lief ich an den Überrannten vorbei und versuchte ebenfalls zu helfen.

Mal einen Tropf halten, während zwei Meter weiter reanimiert wurde.

Kleidungsstücke, Menschen, persönliche Gegenstände, weinende Besucher.

Ersthelfer, Ordner, die nicht mehr in der Lage waren zu helfen, hockten am Rand und weinten bzw. starrten ins Leere. Selbst junge Polizisten der Hundertschaften waren unter den Weinenden.

Und das Zynische an dieser Szenerie war, dass genau ein Stockwerk über uns, nämlich auf dem Veranstaltungsgelände die Party bis 23 Uhr weiter ging.

Wir sassen im und vor dem Tunnel bei den Toten, die erst um Viertel nach eins morgens mit den Leichenwagen abgeholt wurden.

Die Totenstille im Tunnel selbst wurde auf makabre Art durch die Partystimmung der feiernden Menschen, lauter Musik und den Anfeuerungsparolen der DJ’s , genau eine Etage darüber pervers zerstört.

Und das war für mich das Schlimmste: Unten das Grauen und oben das bunte Leben.

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18 Kommentare zu “Fünf Jahre nach der Loveparade: Anlieger sagen aus

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  • #2
    keineEigenverantwortung

    Die Katastrophe war vor jetzt 5 Jahren. Dies lässt viele Erinnerungen von dem Tag wieder aufkommen.

    Der Tag prägt auch mich – wie viele andere noch heute –
    – Was ist genau passiert?
    – Warum hast du eigentlich nichts mitbekommen, obwohl du in der Nähe, aber nicht im Tunnel warst?

    Die politische und strafrechtliche Aufarbeitung war für mich die zweite Katastrophe.

    – Ein Oberbürgermeister hat für mich Visionen zu haben und auch Vorhaben umzusetzen. Er wurde abgewählt.
    – Die Verantwortlichen für Sicherheit sind in den Behörden und bei einem Vorhaben dieser Größenordnung auch in der Landesregierung.
    Waren sie zu optimistisch? War das Risiko wirklich nicht kalkulierbar? Ich weiss es nicht.
    – Der Innenminister war vor dem Unglück beim Besuch der Kommandozentrale etc. zu sehen.
    – Der Innenminister ist für die Sicherheit im Land verantwortlich.

    Dass alle – auch Duisburger Politiker, Experten – nach dem Unglück sofort auf die Schwächen die Zugangs hinwiesen, mag richtig sein.

    Warum haben die genehmigenden Behörden im Vorfeld nicht die Reissleine gezogen? Die Fachverantwortlichen werden für ihre Expertise bezahlt. Politisch zu verantworten hat die Sicherheit im Lande das Innenministerium.

    Für mich war dies der erste Teil des in den letzten Jahren immer schlimmer werdenden Kapitels "Sicherheit durch staatliche Stellen in NRW" sowie schnelle Reaktionen des Staates bei Vergehen.
    Dass es immer noch keine Gerichtsverhandlung gab ist absolut nicht nachvollziehbar. Welche wesentlichen Aspekte will man denn in 5 Jahren übersehen haben?

    Ich bin aber auch der Meinung, dass jeder, der solche Großevents besucht, sich einem erhöhten Risiko aussetzt. Das Leben ist ein Risiko. Es kann dabei auch etwas passieren. Ich mag es eigentlich nicht, dass immer wieder Schuldige gesucht werden. Es gibt Unglücke, und es müssen meistens viele Sachen passieren, damit so etwas passiert.
    Ich habe erst in den letzten Jahren wahrgenommen, in wie vielen Menschenmassen man unterwegs ist. Es kann immer zu einer Panik kommen.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @#2: Bitte, nicht schon wieder dieses moralinsaure "Jeder kannte das Risiko von Großevents", welches immer noch mit dem Geschmäckle des Unverständnisses über diese "Hippies" und natürlich mit Drogen vollgepumpten "Freaks" durch die Medien wabert.

    Keiner der Opfer stand unter Drogeneinfluss, Niemand der Besucher kannte die verschrobene Planung der Ab- und Aufgänge zum eigentlichen LoPa-Gelände mit ihrer auf purer Hoffnung basierten Idee, man könne zunächst nur den Zulauf und dann später nur den Abgang prima steuern, da passiere schon nix.

    Es wurde einfach alles ann dieser Stelle zu klein, zu eng, mit zuwenig und zuwenig kompetenten Personal, mit zu grober Schätzung der Verteilung der Massen über den Tag und mit absolut unzureichender Berechnung der Durchfluss-Möglichkeiten im Tunnel geplant.

    Die Mahnungen im Vorfeld – u.A. von einem Ex-Feuerwehrchef aus Dortmund, der dort schon für die LoPa mit ihren später vom Verwaltungsvorstand erstunkenen Besucherzahlen zuständig war – waren nicht die Mahnungen für ein x-beliebiges Großereignis in Stadien, Hallen oder auf traditionellen OpenAir-Veranstaltungsflächen, sie wurden speziell für *diese* Brache und für *diese* unmöglichen Zu- und Abgänge im Tunnel ausgesprochen – und diese Fläche wurde von Sauerland und seinen Management-Schergen gegen allen Widerstand durchgeboxt, weil es Geld sparte, welches Duisburg auch damals nicht hatte.

    Es *kann* überall zu Panik kommen, richtig, aber überall außerhalb Duisburgs plant man solche Wege für solche Situationen nicht ohne ausreichend Ausweichmöglichkeiten und vor allem ohne Sackgassen in einem Tunnel mit fehlerhafter Beschilderung.

  • #4
    Franz Przechowski

    Ich schäme mich als Bürger aus NRW. Der Verlauf des Ermittlingsverfahren, das persönliche Verhalten einzelner Eliten aus der Landes- und Lokalpolitik und das Schweigen der Landesregierung dazu erinnert mich an mafiöse Vertuschung und Täuschung der Bürger. In diesem Spiel nimmt auch die politische Opposition die Grundhaltung der "Drei Affen" ein. Warum eigentlich?

    Ich schäme mich.

  • #5
    Hapi

    Wenn man den heutigen Blogeintrag* von Prof. Müller zum Thema liest, kann man schon den Eindruck bekommen, die Staatsanwaltschaft hat genau so ermittelt, wie es nötig war, um evtl. mitschuldige Polizisten in die Verjährung zu retten.

    *: http://blog.beck.de/2015/07/24/f-nf-jahre-und-kein-ende-die-strafverfolgung-im-fall-loveparade-2010

  • #6
    Klaus Lohmann

    @Hapi: Sowohl Müller als auch Kevin Still haben mit der früheren Sperroption Recht, verkennen aber völlig, dass z.B. der Druck auf die beiden Tunnelenden eben schon *außerhalb* an den jeweiligen Veranstaltereingängen bestand und nur dort auch realistisch und effektiv hätte aufgefangen werden können.

    Aber schon früh war – z.B. durch eine TV-Reportage auf VOX – klar geworden, dass weder der nötige Personalbestand des Veranstalters vorhanden noch die für Sperrungen wirkungsvollen Vorrichtungen an den Eingängen verfügbar waren, was z.B. Müller im obigen Blogartikel völlig übersieht. Da waren ein paar Polizisten auf Pferden unterwegs, um völlig planlose Menschen ebenso planlos irgendwohin zu treiben, was natürlich Niemandem schmeckte.

    Diese hilflosen Versuche der Polizei, mit dem ebensowenig ausreichenden Bestand an Beamten Abhilfe zu schaffen, waren aufgrund völlig katastrophaler Kommunikation zwischen den einzelnen Posten des Veranstalters und der Polizei zum Scheitern verurteilt. Weder gab es die versprochenen ausreichenden Ordnerzahlen am oberen Rampenende, um die ankommenden Besucher zu den Floats zu "schubsen" und so für Entlastung im Tunnel zu sorgen, noch gab es ausreichende Ordnerzahlen, um die Floats in Bewegung zu halten und so erst den Abzug der ankommenden Besucher an der Rampe zu beschleunigen.

    Davon mal abgesehen – warum sollte ausgerechnet die Duisburger Staatsanwaltschaft irgendwie intelligenter und zielführender agieren als z.B. die Staatsanwaltschaft in Dortmund, die zur Rettung der Ehre von grün-roten Entsorgungswirtschafts-Fantasien einen ganzen Prozess gegen PCB-Vergifter, Körperverletzer und Umweltkriminelle im größten Umweltskandal Westdeutschlands gegen die Wand fahren (http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/envio-prozess-koennte-ohne-urteil-eingestellt-werden-id10908382.html)?

  • #7
    Marek

    Das ist ein sehr interessanter Artikel – schade dass die Anwohner erst jetzt diese erhellenden Details schreiben. Auch den Kommentar von Klaus Lohmann finde ich interessant: Es herrschte eben in der ganzen Stadt Chaos. Die ganze Idee, die jungen Besucher wie Gefangene durch Gitter und Vorsperren zu geleiten, war irr. Es musste zu Konfliktsituationen kommen.
    Der Grund für die Katastrophe war das Geltungsbedürfnis von Schaller und Sauerland, die Veranstaltung unbedingt im Ruhrgebiet stattfinden zu lassen. In der Berlin hatte man eine ideale Strecke mit dem Tiergarten als Rückzugsgebiet und einer Infrastruktur mit vier Fernbanhöfen etc. Weil aber sich Herr Schaller nicht genug hofiert fühlte von der Stadt, zog die Veranstaltung um. Und musste auf Biegen und Brechen durchgeführt werden – mit unerfahrenem, aber wohl billigem Personal, wie der Eingangsartikel eindrücklich dokumentiert. Schaller hatte ja einen Sparkurs verfügt, dem auch die ELA-Lautsprecheranlage zum Opfer fiel.
    Leider werden die Hauptschuldigen Sauerland und Schaller definitiv nicht belangt. Allenfalls die untergeordneten Stelle, die unerfahrenen und unter Druck gesetzten, werden nun für ihre Loyalität ihren Kopf hinhalten müssen.

  • #8
    Ralf Hofstetter

    zitat:"..Unruhe trat erst am 23.7.2010 auf, am Vortag, als die Aufbaumaßnahmen in unseren Gärten umgesetzt wurden. Wir fragten uns, wo die speziellen Zäune, Wellenbrecher, Dixiklos etc. waren."

    Was für ein Unsinn, jeder der dabei war weiß. die Aufbauabeiten erst am 23.07.2010 um 18:00 begonnen haben.

    zitat:" ..Auf jeder Seite der Karl-Lehr-Straße, vom Tunnel bis zur Düsseldorfer Straße, wurden je 2 junge Männer, eingesetzt, die am Posten Düsseldorfer Strasse durch 3 weitere junge Personen ergänzt wurden."

    Was für ein Unsinn, es ist belegt, dass auf der Karl-Lehr- Straße 146 Ordner eingesetzt waren.
    Das war im Westen eine professionelle Firma aus Duisburg und im Osten ein Unternehmen das unteranderem RW-Essen Veranstaltungen betreut, also durch aus Unternehmen die wissen was sie tun.

    Zitat:"..Wie gesagt, jeder musste auf seinem Posten bleiben. Die beiden Ordner auf jeder Straßenseite liefen immer hin und her, die Anforderung an die jeweiligen Duos wandelten sich gegen 14 Uhr in einer Form der Überforderung, so dass wir Anwohner die Ordner darin unterstützen, das Areal zu sichern und eine Eskalation von Situationen zu verhindern.

    Sei es, betrunkende Streithähne zu beruhigen, den Menschen bei der Verrichtung ihrer Notdurft zu helfen, und gegen ca 15 Uhr mit Spaten und Holzlatten die Menschen daran zu hindern, mit aller Gewalt in den mit Menschen bereits verstopften Tunnel zu strömen."

    was ein Unsinn, die erste Polizeikette wurde 15:55 Uhr eingesetzt, vorher also zwischen 14 und15 Uhr habe es noch gar keine "Eingeschlossenen"

    Zitat:"–Die vielen überrannten Menschen, die überall verstreut lagen, nicht zu unterscheiden von den Toten, auf die weiterhin getreten wurde."

    Diese Beschreibung widerspricht allen Videoaufnahmen die aus diese Zeit zur Verfügung stehen.

  • #9
    Klaus Lohmann

    @Marek: Nicht nur Sauerland und Schaller – vor allem die Mitarbeiter der damaligen NRW-Staatskanzlei und der durch seine vielschichtigen Verstrickungen und Skandälchen leidlich bekannte Ex-Kulturstaatssekretär Heinrich Grosse-Brockhoff hatten mit persönlichem Druck dafür gesorgt, dass die Kommunalaufsicht der Bezirksregierung der Stadt Duisburg ihre Pläne zur LoPa genehmigte, obwohl sie unter Haushaltsgesichtspunkten eigentlich unrealisierbar waren: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/loveparade/duisburg-verlangte-rueckendeckung-fuer-loveparade-id3587038.html

  • #10
    Klaus Lohmann

    @#8 Ralf Hofstetter: Wer es nicht lesen, hören und sehen *will*, der lässt es halt und klammert sich entschlossen an die Märchen der Verwaltung.

  • #11
    Ralf Hofstetter

    Sehr geehrter Herr Lohmann,

    und die Erde ist eine Scheibe.
    Was wir ja schon immer wussten.

    Werter Herr,
    im Gegensatz zu Ihnen war ich am 24.07.2010 in Duisburg , auf dem Gelände, auf der Karl-Lehr-Straße und weiß wovon ich rede.

  • #12
    Thomas

    Kurz zur von mir aufgeschriebenen Schilderung.

    Die Anliegerin ist Augenzeugin.

    Ihre Schilderung und die Ihres Mannes sowie die von Anliegern mit vergleichbarem Tenor – all‘ das ist auch Bestandteil der Ermittlungsakten.

  • #13
    Klaus Lohmann

    Lieber Herr Hofstetter, um Ihre Scheibe wieder mit der Erde in Einklang zu bringen, würde uns noch interessieren, in welcher Funktion Sie damals vor Ort waren.

    PS: https://www.youtube.com/watch?v=Ay2WMUsbYFk – Wie man solche Bilder (vor allem um 4:30 – 5:20) derart fehlinterpretieren kann, so wie Sie es hier tun, ist schon bemerkenswert.

  • #14
    Ralf Hofstetter

    Sehr geehrter Herr Lohmann,

    ich möchte in keine Diskussion einsteigen, nur kurz die von Ihnen erwähnten Standbilder aus der Tagestheman Sendung, zeigen bild 1 die Situation nach 17:15 Uhr/ Bild 2 vermutlich zwischen 16:45 und 17:00/ Bild 3 irgendwo auf dem Rettungswege Uhrzeit läßt sich nicht einordnen/ Bild 4 etwa 17:02 an der Unglückstelle/ Bild 5 vermutlich 18:00 bis 18:30/
    Und was sagt Ihnen das?
    Der Kommentator vor Ort , spricht von 800000 Besuchern auf dem Gelände und 1,4 Millionen die reinwollten und nicht reinkamen und deshalb das Gelände gestürmt hätte.
    Das ist doch alles völliger Unsinn.
    Bitte überprüfen Sie Ihre Informationsquellen bevor Sie weiter Loveparadephantasmen in die Welt setzen .
    Das dienst nicht der Aufklärung und hilft nicht die Verantwortlichen für das disaster dingfest zu machen, was die Staatsanwaltschaft ja bis her scheinbar erfolgreich verhindert hat.
    Mit freundlichen Grüßen

  • #15
    Klaus Lohmann

    @#14: Waren Sie denn nun für Schaller, fürs Ordnungsamt oder als Polizeihasser vor Ort?

  • #16
    Ralf Hofstetter

    Sehr geehrter Herr Lohmann,

    ich kann Ihre Frage nicht wirklich einordnen?
    Aber im Gegensatz zu Ihnen war ich auf derLoveparade2010 , und zwar als ganz "normaler" Besucher.
    Wie auch in Essen, Dortmund und 3X in Berlin.
    Die Katastrophe von Duisburg muss aufgeklärt werden, aber trotzdem war es wie auf allen anderen Raves der Loveparade voll, eng, laut, tolle Stimmung und im Grunde eine geile Party.
    Nach meinen Kenntnissen ist gegen Herrn Schaller, wie auch gegen Herrn Sauerland nie ermittelt worden , sie sind von daher nicht angeklagt und haben sich unseren Gesetzten entsprechend auch nichts zu schulden kommen lassen.
    Das mag Ihnen nicht gefallen, in dem Fall würde ich Ihnen empfehlen wandern Sie aus, am Besten nach Nordkorea, dort herrscht ein Rechtssystem , was Ihrem Gedankengut vielleicht mehr entgegenkommt.
    Ich jedenfalls bedauere, dass es auf Grund der Ereignisse von Duisburg nie wieder zu solche tollen Veranstaltungen kommen wird.
    Mit freundlichen Grüßen

  • #17
    Klaus Lohmann

    @#16: Wie ich schon schrieb: eine konsequente Verdrängung von Geschehnissen scheint für Sie das Beste zu sein.

  • #18
    Marek

    Es ist schon erstaunlich, wie hier wie auch auf dem Beck Blog die Verteidiger der (Un)Verantwortlichen der Loveparade aus den Löchern gekrochen kommen.
    Was mein Interesse an dieser Sache geweckt hatte: wie konnte es sein, dass es viele Leute gegeben hat, die das Unglück vorausgesagt hatten oder zumindest davor gewarnt hatten? Und nachweisbar im berühmt gewordenen Artikel "die "Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil" – über 30 sicherheitsrelvante Warner kann man nachzählen.
    Das macht es unerträglich, dass die Chefs, die die Veranstaltung unbedingt wollten, aber nicht das entsprechend notwendige Geld ausgeben konnten (Sauerland mit der Stadt Duisburg im Nothaushalt) oder wollten (Schaller der seinen Leuten einen Sparkurs von Mio EUR verordnete). Der Wahnisinn dabei war, dass aufgrund der schlechten Bedingungen in Duisburg mehr Geld in die Hand genommen werden musste als in Berlin.
    Wenn es so ist, dass der unvoreingenomme Laie die Gefahren sieht, aber der Chef nicht, dann hat der Chef qualifiziert versagt.

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