NAZA in Duisburg: Was war eigentlich am 10. November?

Stolperstein für Ludwig Windmann am Duisburger Sonnenwall.
Der Stolperstein für Ludwig Windmann am Duisburger Sonnenwall. (Foto: Harald Malte Schwarz / Wikimedia Commons, CC0 1.0.)

Das Duisburger Filmforum streicht „NAZA“ am 9. November. Am 8. und 10. November bleibt der Film im Programm – ohne Einführung oder moderiertes Gespräch.

Die Jüdische Gemeinde der Nachbarstadt Düsseldorf fordert, unabhängig von der Vorführung in Duisburg, eine kritische Einordnung des Films. Der aktuelle Spielplan nennt Sonntag (8. November 2026) um 20.15 Uhr und Dienstag um 20.30 (10. November 2026) Uhr als Aufführungstermine.

Auch der 10. November gehört zur Duisburger Pogromgeschichte. Daran erinnert am Sonnenwall in Duisburg der Stolperstein für Ludwig Windmann.

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NAZA in Duisburg: Das Filmforum hat den 9. November übersehen

Das Filmforum am Dellplatz in Duisburg
Das Duisburger Filmforum am Dellplatz, 2018. Foto: Peter Ansmann

Im Duisburger Rathaus war der 9. November lange genug bekannt, um eine Gedenkfeier und einen Schweigemarsch zu organisieren. Ein paar Straßen weiter, im städtischen Filmforum, stand für denselben Abend „NAZA“ im Programm. Den Zusammenhang mit dem Jahrestag der Novemberpogrome habe man bei der Planung übersehen, schreibt Geschäftsführer Michael Beckmann auf unsere Presseanfrage. Er selbst habe die Vorstellung abgesagt.

Der Termin habe sich aus dem Ende der Filmwoche ergeben. Als dem Haus die Bedeutung des Datums aufgefallen sei, habe er die Vorführung gestrichen, so Beckmann. Seine Begründung verdient den Wortlaut. Er habe die Entscheidung „aus Rücksicht auf möglicherweise verletzte, persönliche Empfindungen getroffen“. Wann genau er sie traf, schreibt er nicht. Am späten Abend des 3. November hatten wir im ersten Beitrag bereits vermerkt, dass der Montag aus dem Spielplan verschwunden war. Sonntag, der 8. November um 20.15 Uhr, und Dienstag, der 10. November um 20.30 Uhr, bleiben.

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Die Linke und Mirze Edis verbreiten Liebe. Für Widerspruch gelten andere Regeln.

Mirze Edis bei einem Auftritt in Duisburg
Mirze Edis, 2021 (Foto: Peter Ansmann)

Mirze Edis hat ein großes Herz. Die Zuständigkeit wird politisch geprüft.

„Andere verbreiten Hass und Hetze, wir die Liebe“, verkündet der Duisburger Bundestagsabgeordnete der Linken auf Instagram.

Die Gebrauchsanweisung findet sich unter seinem Solidaritätspost für Elif Eralp.

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Die Linke Hamburg zeigte NAZA: Bestätigung ist auch ein Bildungsangebot.

Das 3001-Kino im Hof der ehemaligen Montblanc-Fabrik in Hamburg
3001-Kino in Hamburg (Foto: Pauli-Pirat / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Der Eintritt ist frei. Das Urteil gibt es dazu. Die Hamburger Linke lud zu NAZA und präsentierte die Vorwürfe des Films als dokumentierte Wirklichkeit. Fragen waren für danach vorgesehen. Konkrete Einwände kamen in der Einladung nicht vor. Ein komfortables Angebot für alle, die ihre Gewissheiten gern bestätigt sehen.

Für den 2. November kündigte die LAG Völkerrecht eine kostenlose Sondervorstellung im Hamburger 3001-Kino an. Danach: Expertengespräch und Publikumsfragen mit Gerd Hankel, Jan Wilkens und Riad Othman. Anmeldung erforderlich, Awareness-Ansprechperson inklusive. Auch das Kino führte den Abend im Programm.

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Filmforum Duisburg: NAZA zur Reichspogromnacht – die Einordnung hat spielfrei

Das Filmforum am Dellplatz in Duisburg
Das Filmforum am Dellplatz in Duisburg, 2018 (Foto: Peter Ansmann)

Geschichtsbewusstsein gehört zum Anspruch eines kommunalen Kinos. Ob es auch für den Spielplan zuständig ist, wäre beim Duisburger Filmforum noch zu klären. Am 9. November zeigt das städtische Haus den umstrittenen Dokumentarfilm NAZA über Israels Kriegsführung gegen die islamistischen Terrorgruppen in Gaza.

Der Zuschuss für das Kino steht im Haushalt, die Begeisterung im Programmtext. Eine erkennbare Auseinandersetzung mit der besonderen Zumutung dieses Datums müsste noch hinzukommen.

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Gen-Z-Proteste: Der Gucci-Laden als soziale Frage

Gucci und Bulgari am Berliner Kurfürstendamm, Archivaufnahme von 2016
Gucci am Berliner Kurfürstendamm, 2016. Symbolbild, keine Aufnahme der angekündigten Proteste. (Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Für bessere Schulen braucht es mehr Lehrer, sanierte Gebäude und Geld. Ein Gucci-Laden hilft da zunächst wenig. Im Instagram-Umfeld der für den 31. Oktober 2026 angekündigten Gen-Z-Proteste hat man trotzdem schon Verwendung für ihn: Seine mögliche Plünderung wird sprachlich zur Enteignung befördert. Während ein zentraler Telegram-Kanal Gewalt ausdrücklich ablehnt, werben andere Akteure für Solidarität ohne diese lästige Unterscheidung.

Im Ruhrgebiet lässt sich zeigen, wer mitmobilisiert.

Die Aufrufe zielen auf einen bundesweiten Protesttag, unter anderem in Berlin, Hamburg, München und Köln. Es geht um Bildung, Lebenshaltungskosten und Wehrpflicht. Was daraus am 31. Oktober 2026 tatsächlich wird, ist offen. Die veröffentlichten Botschaften lassen sich schon heute prüfen.

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Die Linke Berlin: BDS bleibt. Die Fabrik soll weg.

Das Rote Rathaus in Berlin mit Uhrturm und Berliner Flagge.
Das Rote Rathaus in Berlin: Die Linke will mitregieren, ihre Palästina-LAG setzt die Zusammenarbeit mit BDS Berlin fort. (Archivfoto: Peter Ansmann)

Die Berliner Palästina-LAG der Linken veröffentlicht mit BDS Berlin einen neuen Aufruf. Gefordert werden ein Waffenembargo gegen Israel und die Schließung einer Munitionsfabrik in Wedding. Der Vergleich mit VW Osnabrück und dem Duisburger Linken-Abgeordneten Mirze Edis zeigt, wie schwierig das mit der Arbeitersolidarität wird, sobald eine israelische Firma ins Spiel kommt.

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Duisburg: Klimaschutz braucht auch eine Pipeline

Große Pipeline-Rohre auf der STEGAL-Baustelle zwischen Weimar und Erfurt, Symbolbild für Leitungsbau.
Symbolbild: Rohre der STEGAL-Erdgaspipeline zwischen Weimar und Erfurt, 26. Oktober 2005; kein Bild des Delta Rhine Corridor. Foto: Thuringius / Wikimedia Commons, CC0 1.0.

Eine CO₂-Leitung durch Duisburg mobilisiert Waldschützer und Klimagruppen. Über ihren Verlauf kann gestritten werden. Über ihren Zweck sollte man vorher nachdenken: Wer im Ruhrgebiet Industrie erhalten und Emissionen senken will, braucht mehr als gute Absichten.

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Duisburg: Wenn Wissenschaft mit Israel zur „Komplizenschaft“ erklärt wird

Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg (Foto: Viola sonans, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Students for Palestine Duisburg-Essen lädt zum offenen Treffen in Duisburg. Das Ziel steht bereits fest: Hochschulkooperationen mit Israel sollen beendet werden. Wer wissenschaftlichen Austausch pauschal zur Mitschuld erklärt, erspart sich die mühsame Prüfung dessen, was tatsächlich gemeinsam erforscht wird.

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026 will sich die Gruppe um 14.00 Uhr in der Koloniestraße 173 in Duisburg treffen. Der Instagram-Aufruf vom 4. Oktober 2026 wirbt um Mitstreiter für eine Kampagne gegen Kooperationen von Hochschulen in Duisburg und Essen mit israelischen Einrichtungen. Genannt werden die Tel Aviv University und das Technion in Haifa.

Als Kollaborationspartner des Instagram-Beitrags werden neben Students for Palestine UDE die Academic Boycott Now Campaign Germany, das Kufiya Netzwerk, KoKo – Kollektiv Koloniestraße e.V. und die Aktionsgruppe Palästina ( Duisburg: Am Jahrestag des Hamas-Massakers wird demonstriert – im Namen des „palästinensischen Widerstands“) aufgeführt.

Nach Darstellung der Gruppe tragen diese Institutionen zur Infrastruktur von „Besatzung, Apartheid und Genozid“ bei. Deutsche Wissenschaft normalisiere und finanziere durch die Zusammenarbeit das Geschehen im ehemaligen britischen Mandatsgebiet Palästina mit. Das ist der Vorwurf der Organisatoren. Der Aufruf liefert dafür keine Aufstellung konkreter Duisburger oder Essener Forschungsprojekte, ihrer Finanzierung und ihres behaupteten Beitrags zu Menschenrechtsverletzungen.

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Duisburg: „Judenmord ist kein Widerstand“ – Gegendemo am 7. Oktober 2026

Mitglieder der jetzt gegründeten Gruppe auf der Pro-Israel-Demo am 14.05.2024 (Foto: Peter Ansmann)
Mitglieder der jetzt gegründeten Gruppe auf der Pro-Israel-Demo am 14.05.2024 (Foto: Peter Ansmann)

Zur angekündigten Kundgebung der „Aktionsgruppe Palästina“ am dritten Jahrestag des Hamas-Massakers gibt es nun einen Gegenprotest: Dissens Duisburg ruft für den 7. Oktober 2026 unter dem Motto „Judenmord ist kein Widerstand“ auf die Straße. Die Teilnehmer der Gegendemo sammeln sich ab 17.00 Uhr auf der Königstraße, zwischen dem Forum und dem CityPalais in Duisburg.

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