G20: Olaf Scholz muss auf den Sammy-Effekt hoffen

Ein Kaiman rettete 1994 Berti Vogts. Nun muss Olaf Scholz auf den Sammy-Effekt hoffen. Foto: Francisco Peralta Torrejón Lizenz: CC BY 3.0

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) muss auf denn Sammy-Effekt hoffen. Nach den Ausschreitungen Rund um den G20 Gipfel in Hamburg ist Scholz massiv in die Kritik geraten. Erste Rücktrittsforderungen werden laut und Scholz, der vor dem Gipfel sagte, viele Hamburger würden kaum etwas von der Veranstaltung mitbekommen, hat ihnen nicht viel entgegen zu setzen. Was Scholz jetzt braucht ist der Sammy-Effekt, ein neues Thema, das die Medien ablenkt. Wir erinnern uns: 1994 schied die als Weltmeister zur Fußball-WM in die USA gereiste Nationalmannschaft unter Trainer Bert Vogts im Viertelfinale aus. Die Empörung war groß, hatte die Vogts Vorgänger Franz Beckenbauer 1990 noch erklärt  „Auf Jahre hinaus wird unsere Nationalmannschaft unschlagbar sein.“

Und nun das. Die Empörung war groß, Bild veröffentlichte auf der Titelseite ein Rücktrittsschreiben mit der Aufforderung an Vogts, es zu unterschreiben. Vogts war am Ende: Sportlich hatte sein Team alle enttäuscht und das Stefan Raab mit einem Spottlied über ihn in den Charts war, machte es nicht einfacher:

Doch dann geschah etwas, was niemand erwarten konnte: In einem Baggersee in der Nähe von Düsseldorf war ein kleiner Kaiman Sammy verschwunden. Ein ganzes Land fieberte bei er Suche nach Sammy mit. Und der sorgte dafür, dass Vogts und das Ausscheiden bei der WM in aus den Schlagzeilen verdrängt wurden.

Vogts überstand den Sommer 1994 und führte die Nationalmannschaft 1996 zur Europameisterschaft. Wenn jetzt ein Sammy kommt, könnte Scholz doch  noch 2021 Kanzler werden. Wenn nicht, wird es eng.

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2 Kommentare

  1. #1 | Thomas Weigle sagt am 10. Juli 2017 um 10:58 Uhr

    Weit, ganz weit hergeholt der obige Vergleich und v.a. falsch. Erstens hatte die DFB-Elf zuvor schon 2x bei der EM 92 verloren und dazu noch u.a. schon in der Gruppenphase gegen die ungeliebte Truppe aus unserem westlichen Vorgarten. Zweitens war der Stinkefinger von Effe das Thema der WM und drittens ist das Ausscheiden im Viertelfinale einer WM nun mal vielleicht ärgerlich, aber nicht sensationell und v.a. kein so nationaler Aufreger gewesen wie Effes Stinkefinger.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 11. Juli 2017 um 15:21 Uhr

    Ähnlich lief das doch auch mit Kanzler Schröder und dem Oder-Hochwasser damals. 🙂

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