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Gremiengurke wird Grimme Chefin

Frauke Gerlach Foto LfM/Annette Etges Photography

Frauke Gerlach Foto LfM/Annette Etges Photography 

Ab dem 1. Mai hat das Grimme Institut in Marl eine neue Chefin: Frauke Gerlach, die ehemalige Justiziarin der Landtagsfraktion der Grünen in NRW, tritt die Nachfolge von Uwe Kammann an. Früher nannte man Leute wie Gerlach, die nicht Mitglied der Grünen ist, bei den Froschfarbenen eine „Gremiengurke“. Neben ihrem Job bei der Fraktion saß sie in beinahe jedem Gremium in NRW, das irgendwas mit Medien zu tun hat und in dem Parteien mitbestimmen, wer auf welchem Sessel Platz nimmt:  Gerlach war  Mitglied der Rundfunkkommission/Medienkommission der Landesanstalt für Rundfunk/Medien Nordrhein-Westfalen, seit 2005 Vorsitzende der Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, war von 2005 – 2008 Vereinsvorsitzende Médaille Charlemagne pour les Médias Européens  und ist seit 2008 Kuratoriumsvorsitzende Médaille Charlemagne  pour les Médias Européens, sie ist seit 2011 Vorsitzende des Aufsichtsrats des Grimme-Instituts Marl und ist  Vorsitzende des Aufsichtsrates der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen GmbH, deren Mitglied sie seit Januar 2007 ist und auch  im Aufsichtsrat der mittlerweile abgewickelten  LfM-Nova GmbH saß Gerlach von Januar 2006 bis Juli 2013.

Daran, das ein Nicht-Mitglied der Grünen das Parteifähnlein in so vielen Gremien hochhalten durfte und darf, erkennt man leicht: Medienpolitik hat bei den Grünen in NRW keinen allzu hohen Stellenwert und wird weitgehend der SPD und ihrem Staatssekretär Marc Jan Eumann überlassen.  Der Medienpolitische Sprecher der Grünen, stellvertretender Landtagsvizepräsident Oliver Keymis, hält vor allem salbungsvolle Reden und gibt gerne das knuffige Kultur- und Polit-Maskottchen seiner Partei. Inhaltlich irgendwo zwischen Beliebigkeit und rot-grüner Nibelunginnentreue  zum Koalitionspartner aufgestellt, setzte sich Keymis für  die Personalie Gerlach ein. Das ist keine Katastrophe. Die Zeiten, in denen die Leiter des Grimme-Institutes relevante Beiträge zu medienpolitische Debatten beitrugen,  liegen lange zurück – Lutz Hachmeister und Bernd Gäbler ist das noch gelungen,  Kammann schon nicht mehr und auch von Gerlach ist in dieser Hinsicht wenig zu erwarten. Ein Büro erhält einen neue Besitzerin, ein Stuhl wird weiter gewärmt.

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