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Gute Gründe für das Archäologie-Aus in NRW

Irgendein sexistischer, männlicher römischer Gott. Foto: Marcuc Cyron Lizenz: GNU/CC3.0

Irgendein sexistischer, männlicher, römischer Gott. Foto: Marcuc Cyron Lizenz: GNU/CC3.0

Die rot-grüne Landesregierung in NRW wird die Zuschüsse für Archäologie und Denkmalpflege auf Null senken. Dafür gibt es zahlreiche gute Gründe – wir nennen sie:

1. Römer waren Sklavenhalter!

2. Noch nie wurden Reste einer matriachalischen Kultur in NRW gefunden!

3. Die meisten Denkmäler wurden von Männern errichtet!

4. Keine  jemals gefundene Inschrift war in geschlechtergerechter Sprache verfasst!

5. Immer wieder finden Archäologen Waffen, was indirekt einer Kriegsverherrlichung gleichkommt!

6. Archäologen tun mit ihren Schaufeln Mutter Erde weh!

7. Römer pflegten sexistische Kulte!

8. Die meisten der einst im heutigen  NRW ansässigen Germanenstämme ernährten sich nicht vegan!

9. Mit der Radiokarbon-Methode  nutzen Archäologen Atome!

10.  Kelten holzten Wälder ab!

RuhrBarone-Logo

59 Kommentare zu “Gute Gründe für das Archäologie-Aus in NRW

  • #1
  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Schwarzbart: Bitter ist, dass es auch in der Gegenwart keine Raucherschutzgesetzte gibt 🙂

  • #3
    Nansy

    Also ich kann das schon nachvollziehen: Die Förderung von Homoöpathie-Studiengänge an den Hochschulen in NRW kostet ja auch Geld – da können Frau Steffens und ihre SPD-Handlanger gut auf römische Ausgrabungen, die sie doch nur an Berlusconi erinnern, gerne verzichten. 😉

  • #4
  • #5
    Geiserich

    Das musste gesagt werden, weg mit diesem sexistischen, kriegsverherrlichenden Scheiß.
    Wer zu viel weiß, kommt nur auf dumme Gedanken.

  • #6
    Uwe Thölken

    Der Artikel von „Ruhrbarone“ ist absolut LOL!!!

    Aber es ist wirklich traurig, was da in NRW passiert. Diejenigen, welche sich diese Streichungen ausgedacht haben, gehören sofort abgewählt/entlassen. Das ist eine unglaubliche Schande!!!

  • #7
    Martin

    Tja, dann wohl doch besser die Steuern erhöhen. Oder streichen wir an anderer Stelle? Findet sich da was, wo sich jemand nicht (genügend) wehrt? Irgend etwas, wo keine schlauen Akademiker schlaue Sprüche absondern werden?

  • #8
    der, der auszog

    Ein weiterer Grund aus sozialdemokratischer Sicht wäre noch zu erwähnen:
    Der Versuch der Römer, unter Leitung ihres Feldherrn Pedro Ponte-Saxeus mit ihrer siebten Kavallerie in Germanien einzureiten, um Steuern einzutreiben und Steuerflüchtlingen das Handwerk zu legen, ist kläglich gescheitert und soll für alle Ewigkeit tot geschwiegen werden, um selbiges Experiment in der Neuzeit im benachbarten Helvetia wiederholen zu können, wo derzeit spektakuläre Funde von SteuerCDs von sich reden machen.

  • #9
    Karsten

    @Stefan: Was ist eigentlich los mit dir? Das ist nicht nur unterstes Stammtischniveau à la Junge Union, es sind auch einfach fast alle rechten Feindbilder, die dir wohl so eingefallen sind. Wenn das wenigstens wirkliche Satire wäre. Aber ich stelle mir hinter den bisherigen Kommentaren schenkelklopfende alte Männer von der CDU vor (besonders bei Nansy), die sich denken: „Endlich sagt einer mal die Wahrheit““, „Wir Konservativen werden ja immer vom links-grünen Mainstream unterdrückt!“.

    Es fehlen neben diesen Feinbildern nur noch Ausländer*innen sowie Jüdinnen und Juden. Aber ich bin mir glücklicherweise sicher, dass du auf so ein Niveau niemals abrutschen wirst.

  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Karsten: Jetzt trinke ich ein Böll – das einzige Bier das betroffen macht 🙂

  • #11
    Karsten

    @Stefan: Ich würde mir einfach wünschen, dass du deine Texte reflektierst, bevor du sie veröffentlicht. Mit sowas machst du dich einfach nur lächerlich und/oder zur Galionsfigur der Konservativen.

  • #12
  • #13
    Nansy

    @Karsten – Deine fundierte Kritik hat mich jetzt doch tief betroffen gemacht. Die alten „linken“ Feindbilder ziehen doch immer noch am besten – wer nicht für uns (rot/grün) ist, muss folglich für die CDU sein (das ist genauso logisch wie die Annahme, dass wer die katholische Kirche kritisiert, nur Moslem sein kann).

    Aber wie man sieht, ist nicht nur Kritik an der links-grünen Heilslehre unerwünscht, auch wird versucht, die eigene Humorlosigkeit auf andere zu übertragen 😉

  • #14
    Helmut Junge

    In Duisburg hat die ehemalige OB Frau(!) Zieling schon in den 90igern radikal Schluß gemacht mit den teuren zeitverzögernden archäologischen Bodenuntersuchungen bei bevorstehenden Baumaßnahmen.
    Bzw. sie hat dort, wo bereits der mir gut bekannte Stadtarchäologe Dr. Günther Krause schon fündig war, erneut, aber von Privatfirmen suchen lassen. Aber mit dem Bagger! So wie es sich bei sensibelen Bodenfunden gehört.Das wurde dals unter dem Stichwort „Baggerarchäologie“ bekannt. Überhaupt war Dr. Krause mit seinem Hang Archäologie ernst zu nehmen, so unbequem, dass man ihn und seine Funde in den feuchten Keller des Duisburger Rathauses verbannte. Auch sein Büro!
    Die jetzige Landesregierung, (2 Frauen!) gehen noch weiter, indem sie die Mittel für archäologische Grabungen ganz streicht.
    bravo, dann kann jetzt ohne Voruntersuchung direkt gebaggert werden, wenn ein Großprojekt durchgezogen werden soll. Das wahre Gesicht von Rot-Grün?
    Oder geht es darum Geld zu sparen, wo die zwei Frauen meinen, dass es dort keine interesierten BürgerInnen gibt?
    SPD-ler sind bestenfalls an der Industriegeschichte interessiert und Grüne nur an der Nazizeit. alles was früher als diese Miniperioden liegt, ist denen unbekannt, iteressiert sie auch nicht. Die einen sind ideologisch bedingt desinteressiert und die anderen, weil sie ja alles im Fernsehen gezeigt kriegen.
    Mein Gott, ist das eine Paarung!
    Und die soll ich wählen? Wo ich doch weiß, dass sie für einen beliebigen Scheiß dann doch Geld haben?

  • #15
    discipulus senecae

    Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte Mann die Meldung glatt für einen Aprilscherz halten. Aber die sind ja nun auch verboten …

  • #16
    der, der auszog

    @Karsten

    Ich fühle mich mit meinen 45 Jahren alles andere als alt und als jemand, der u.a. Geschichte studiert und jahrelang Touristen zu den wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten in Mittelamerika geführt hat, bin ich ehrlich gesagt dankbar, dass Stefan hier das recht eigenwillige Verhältnis thematisiert, welches die derzeitige Landesregierung zur Archäologie zu haben scheint. Im Vergleich zu anderen Ländern, die teilweise viel ärmer sind als unsere Bundesrepublik, werden bei uns für archäologische Grabungen und Forschungen relativ wenig finanzielle Mittel bereit gestellt. Diese jetzt komplett einzustampfen ist unter aller Sau.

    Hier mal ein paar Zahlen:

    Bislang hat das Land den Archäologen im Schnitt 12 Millionen Euro/Jahr zur Verfügung gestellt.
    In diesem Jahr sind es nur noch 10 Millionen,
    im nächsten Jahr sollen es nur noch 3,3 Millionen Euro sein
    und ab übernächstem Jahr soll es gar nichts mehr geben.

    Damit wird einer Wissenschaft, der wir beispielsweise den Römerpark in Xanten, das römisch-germanische Museum in Köln oder das Römermuseum in Haltern zu verdanken haben, der finanzielle Boden abgegraben. Es geht hier um unser kulturelles Erbe mein lieber Karsten und das besteht eben nicht nur aus Zechen und Industriekultur. Es ist weit über 2000 Jahre alt.

    Und noch was: Der Protest, der sich derzeit gegen diesen Beschluss von rot-grün aufbaut, hat nichts mit Junger Union, CDU und schenkelklopfenden alten Männern zu tun. Es ist ein ganzer wissenschaftlicher Zweig, der sich da gerade aufbäumt und gegen diesen Beschluss mobil macht, angeführt von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte.

    Die Zahlen findest du – und natürlich alle anderen auch – in einer online Petition gegen das geplante Vorhaben der Landesregierung. Hier gibt es dann auch gleich die Möglichkeit, gegen das Vorhaben zu protestieren.

    https://www.openpetition.de/petition/online/angekuendigte-streichung-der-landeszuschuesse-fuer-die-archaeologie-und-denkmalpflege-zuruecknehmen

  • #17
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @der, der auszog: Vielleicht hätte Karsten etwas mehr Verständnis für Archäologie, wenn ihm die Umweltgeschichte ein Begriff wäre. Sie zeigt, wie Menschen zum Teil Raubbau mit der Natur – vor allem mit Wäldern – und Flüssen getrieben haben und sich aus den Konsequenzen langsam ein rudimentäres und sehr pragmatisches Umweltverständnis herausgebildet hat. Auch davon wissen wir zum Teil nur durch die Arbeit von Archäologen. Aber Leute wie Karsten schauen lieber danach ob alle „*“ im Text korrekt gesetzt sind als nach den Inhalten.

  • #18
    Helmut Junge

    Stefan, dein Satz 2 (Noch nie wurden Reste einer matriachalischen Kultur in NRW gefunden!) könnte falsch sein, weil die Bandkeramiker, von denen in Köln-Lindenthal Siedlungsrestegefunden wurden, möglicherweise eine matrarchalische Geselschaftsordnung hatten. Das waren die ersten Ackerbauern in dieser Gegend. Friedfertig, wie einige glauben, waren die allerdings nicht. An der Friedfertigkeit kann man matriarchalische Kulturen auch nicht erkennen.
    In Süddeutschland gab es sogar Kannibalismus.
    Auch Brandrodung scheint häufig vorzukommen. Später stieg (frau) eben um auf Baggerarchäologie. Noch später auf ganz plattmachen. Was es damals vermutlich wenig gab, waren Verbote. Wäre doch schade, wenn wir das nie erfahren, weil kein Geld mehr für die Forschung fleßen soll.

  • #19
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Helmut Junge: Das wusste ich nicht und dann versteh ich die Landesregierung noch weniger: NRW als Stammland des friedlichen und ökologischen Ackerbau betreibenden Matriachats – da muss doch weiter geforscht werden 🙂

  • #20
    Jochen Hoff

    Eigentlich hätten die ja ein paar Lehrer und Sozialarbeiter entlassen können, Kindergärtnerinnen und Straßenreiniger in Armeleutevierteln braucht auch niemand. Auch Krankenhausbetten an Menschen die nicht privat versichert sind zu vergeben ist reine Verschwendung.

    Und wenn man dann noch Hartz IV senkt, hat man Geld genug um ein paar Arschäologen mit Schüppchen und Pinselchen im Sand spielen zu lassen und kann auch noch weitere Denkmäler in die Gegen stellen.

    Ach ja es geht übrigens nicht um Notgrabungen auf Baustellen. Es geht ganz einfach darum keine neues Geld mehr aus dem Fenster zu werfen. Das ist gemein, aber nachdem die ollen Römer, Kelten und Germanen nun doch schon ein paar hundert Jahre da unten in der Erde liegen, werden ihnen weitere 20 Jahre bis wieder Geld da ist wohl auch nicht schaden.

    Aber um das verstehen zu können, reicht es eben nicht Journalist zu sein. Da muss man schon denken können.

  • #21
    Fabernoster

    He who doesn’t learn from history is doomed to repeat it.

    Aus meiner Sicht ist einer der Wichtigsten Gründe, Archäologie zu betreiben nicht etwa, hübsche Sachen für die Museen zu Tage zu fördern, sondern mehr über das Leben in der Vergangenheit zu erfahren und so über uns selbst zu lernen. Gerade vom Niedergang des Römischen Reichs könnten wir sehr viel lernen, um zu verhindern, dass unserer westlichen Zivilisation das gleiche passiert. – Wenn wir wollten!

    Vom Aufstieg des Christentums, wie es schon früh korrumpierte und zur zentralen Macht in Europa wurde und mit Unterdrückung und Kriegen Fortschritt und Humanismus um Jahrhunderte verzögerte, könnten wir auch viel lernen, nämlich wie sich Macht mit undemokratischen Strukturen vermengt, in ihnen wächst, gedeiht, und die Freiheit der Menschen unterdrückt. – Wenn wir wollten.

    Eine Zeit wie heute mit all ihren Freiheiten ist historisch einmalig und sehr fragil. Um sie zu bewahren müssen wir uns ständig den Spiegel der Vergangenheit vorhalten. Sonst vergessen wir, und kommen da hin, wo wir schon mal waren, und was wir irrtümlicherweise für besiegt halten.

    Macht weiter so, aus der Vergangenheit die Rosinen herauszupicken und die mahnenden Relikte im Boden zu lassen oder noch besser zu vernichten. Irgendwann werden die Menschen die Vergangenheit für einen Rosinenkuchen halten, und schwupps sind wir wieder im Mittelalter.

  • #22
    HG

    Archäologie und Denkmalpflege auf Null fahren, sich aber gleichzeitig mit der so genannten „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ um einen Unesco-Welterbe-Status bemühen – klingt für mich reichlich widersprüchlich, passt aber ins Bild: Gefördert wird immer weniger die kontinuierliche Basisarbeit, sondern nur noch „Leuchttürme“ und „Events“ und tourismuswirtschaftlich Nutzbares wie eben ein Wetlkulturerbe-Status.

  • #23
    der, der auszog

    @Stefan

    Wenn ich Karsten jetzt noch was von Religion erzählen würde, dann wird er vermutlich ganz von seinem Glauben – an was auch immer das sein mag – abfallen. Vor Karfreitag kommt sowas allerdings nicht gut und macht nur depressiv, zumal man noch nicht einmal tanzen gehen kann.

    @Helmut

    Du triffst den Nagel auf den Kopf. Wenn aufgrund fehlender finanzieller Mittel Archäologen nicht mehr untersuchen können, was im Boden steckt, wird bei Bauvorhaben einfach drauflos gebuddelt und dadurch werden möglicherweise Bodendenkmäler zerstört. Gerade in innerstädtischen Bereichen steckt noch jede Menge Unentdecktes. Köln, Bonn, Neuss, Moers, Xanten, Haltern, sind alles Städte, die von Römern angelegt wurden. Dasselbe gilt für mittelalterliche Stadtgründungen. Duisburg z.B. war eine alte Kaiserpfalz. Das wissen nur nicht viele, weil das Ruhrgebiet ja erst mit den Zechen und Stahlwerken entstanden ist.

  • #24
    rtq

    @ Jochen Hoff
    Ihre Polemik geht irgendwie ins Leere. Die erste Amtshandlung der Landesregierung war der maroden WestLB eine Milliarde Euro hinterherzuwerfen. Mit dem Geld hätte man nicht nur Kindergärten, Schulen und Straßenreinigung bezahlen können. Für viele andere Dinge, darunter auch der Denkmalschutz, wäre eine Menge Geld da. Unsere Landesregierung hat aber leider andere Prioritäten gesetzt.

  • #25
    Helmut Junge

    @Hoff (20),ich weß aus früheren diskussionen, dass sie ein schwieriger Fall sind, aber ich will trotzdem auf Ihre Argumentation eingehen.
    Das Schicksal der paar Archäologen setzen Sie gegen das Schicksal anderer Berufsgruppen. Ihre Polemik läßt ahnen, dass Sie lieber Archäologen rauswerfen würden als Sozialarbeiter oder Lehrer, oder ?
    Genau so macht es die Landesregierung.
    Allerdings werden zuerst Zeichner, Restauratoren und andere Hilfskräfte entlassen. Die Archäologen haben lediglich nichts zu mehr tun, behalten aber ihren Job, weil sie meist in Staatsdiensten sein werden.
    Ohne Konservierung gehen Funde kaputt. Wenn sie nicht ausgegraben werden, kommen die Baufahrzeuge oder sogar Raubgräber. So trennen wir uns von unserer Geschichte, Vorgeschichte. Wenn das geschehen ist, stehen wir ohne geistigen Hintergrund jedem Populisten hilflos gegenüber. Da brauchen die Taliban gar nichts erst kaputtschlagen, weil die Zerstörung durch Bebauung, Raubgrabungen, falsche, fehlende Konservierung, unsachgemäße Aufbewahrung usw. viel wirksamer Denkmäler zerstört, als die Taliban es vermögen.

  • #26
    Walter Stach

    Wir könnten ja…….,

    z.B. den Landtag um die Zahl der Abgeordneten halbieren -Einsparvolumen…….?;nebenbei könnte das ein Beitrag sein, Effektivität und Effizienz der Arbeit des Parlamentes deutlich zu verbessern,

    z.B.erhbliche Personalausgaben im Landeshaushalt einsparen, wenn wir endlich im Rahmen eine Verwaltungsreform die sog. mittlere staatliche Ebene reformieren oder gänzlich abschaffen würden -sh.Bez.Regierungen

    und soweiter,und soweiter…………………..

    Und in der Höhe der so erzielten Wenigerausgaben könnte das Land weiterhin die Archäologie und die Denkmalpflege fördern.

    Ich neige allerdings dazu zu vermuten, wohl wissend um den Zustand des Bewußtseines politische Akteure im Landtag/in der Landesregierung -mehrheitlich,und in Führungspositionen-, wenn es um „unsere Fundamente“ geht, u.a. um ihr Entdecken, ihr Erhalten, ihr Bewahren, ihr Erforschen, daß „man“ schlicht und einfach gar nicht in der Lage ist zu begreifen, was man mit den jetzt bekannten Einsparungen im Bereich Archäologie /Denkmalpflege anrichtet.
    „Man“ begreift aber sehr wohl, daß es für eine solche Sparentscheidung „an der Basis“, z.B. im Ortsverein X im Stadteil Y der Ruhrgebietsstadt Z, nur Zustimmung geben dürfte. Und das ist es, was zählt“!.

    Haben wir, wieder einmal, Anlaß über den Zustand der politische Kultur in NRW nachzudenken, die sich u.a. manifestiert im politischen Stellenwert von Archäologie und Denkmalpflege?

    Ich befürchte, daß eine solche Fragestellung mehrheitlich in „meiner SPD“ nicht verstanden wird, ich befürchte, daß eine solche Fragestellung auch am „Sptizenpersonal“ meiner SPD in NRW vorbeigeht, geschweige denn in der SPD, bei ihrem Sptizenpersonal zu einer heftigen Debatte geführt hat bzw. noch führen könnte.

    (Und wenn dagegen jetzt die CDU jetzt protestiert, dann angesichts ihres Personales ganz sicher nicht, weil ihre politische Kultur, ihr „kultur-historisches “ Bewußtsein ausgeprägter wäre als in der SPD, sondern weil „man“ dort gegen alles und jedes ist, was die Rot-Grüne Landesregierung an Sparvorschlägen unterbreitet und das in der CDU ohne Skrupel, obwohl man neben der vehementen Ablehnung aller Sprvorschläge von Rot-Grün zugleich tagtäglich Rot-Grün wegen völlig unzureichender Sparbemühungen kritisiert.
    (Zur politischen Kultur gehört nicht nur der Wille, das Wenige, was für Archolägie und Denkmalpflege aus den Landeshaushalt fnanziert wird, zu erhalten, sondern auch das Bemühen, die eigene politische Glaubwürdigkeit -.nicht ständig zu strapazieren.)

    Schön, wenn im Kommentar von Stefan und in vielen Beiträge mit Ironie und Sarkasmus reagiert wird;scheint befriedigender zu sein als politisch zu polemisieren, wie ich es versucht habe.

    Das Mindeste, was ich mir wünsche ist, daß dieses Sparvorhaben zu einer großen öffentlichen Debatte im Lande über die Bedeutung von Archäologie und Denkmalpflege, über deren Stellenwert für das Geschichtsbewußtsein führt, letztlich zudem, was insgesamt die „politische Kultur eines Landes“ ausmacht.

    PS -weil ich mich auch persönlich betroffen fühle:

    Wenn sich viele Menschen im Lande ehrenamtlich -mit Rat und Tat, mit Geld und Sachleistungen-um den Erhalt von Denkmalen bemühen, dann wird ihnen mit dieser Sparentscheidung seitens des Landes NRW demonstrativ klargemacht, für welche „Belanglosigkeiten“ sie sich engagieren.

  • #27
    TuxDerPinguin

    Man könnte nun sagen: so ist das nunmal beim Sparen, gibt immer Leute, die das doof finden. Jede staatliche Ausgabe hat ja einen Nutzen für irgendwen…

    Aber wenn man sieht, um was für einen relativ kleinen Betrag es geht, fragt man sich schon, ob das sein muss… 12 Mio mehr oder weniger, ist völlig irrelevant.
    Man kann es sich nur so denken, dass irgendeinem Minister etwas wichtiges weggekürzt wurde und er aus Trotz dann auch Einsparungen in anderen Ministerien forderte, die weh tun…

    Nachdem Austeritätspolitik in Griechenland, Spanien, Italien… überall gescheitert ist, muss NRW jetz damit nicht anfangen.

  • #28
  • #29
  • #30
    Torsten

    Der Protest gegen diese Sparmaßnahmen, den ich für richtig und notwendig halte, sollte nicht durch allgemeines RotGrün-Bashing entwertet werden. Man sollte die Landesregierung nicht glauben lassen, dass der Aufschrei nur aus der konservativen Ecke kommt. Öffentlichkeit ist dringend erforderlich – Beiträge wie die von Stefan Laurin sind m.E. eher kontraproduktiv.

  • #31
    MoRo

    Artikel wie dieser erinnern mich daran, warum ich als Konservativer die Ruhrbarone trotzdem in der Like-Liste habe 🙂

  • #32
    Helmut Junge

    @Der, der auszog (16),
    ich danke für den Link, und ich habe mich bereits mit vollem Namen hinter diese Aktion gestellt.

  • #33
    Helmut Junge

    @Moro,
    Ich bin absolut nicht konservativ, aber habe eine Weltsicht, die ich zum Teil bei den Grünen, zum Teil bei den sozialen Parteien, zum Teil aber auch bei den Konservativen wiederfinde, obwohl ich letztere nie gewählt habe.
    Doch ich ahnte immer, dass daß es Grenzen geben würde, die für mich so wichtig sein könnten, dass ich lieber konservativ, als die dazu gehörige Alternative wählen könnte.
    Wie gesagt, habe ich es noch nie getan.
    Aber die Vernichtung einer wissenschaftlichen Disziplin wird solch eine Grenze sein. Ganz sicher.

  • #34
    Helge M

    Also Kollegen.

    Ein kurzes Googeln eröffnet mir geografisch Unbetroffene und bestimmt RG-Verdächtigen: Die Regierung in NRW macht die Sache so falsch wie es geht. Abwahlgrund.

    Trotzdem, die Polemik hier: Sehr übel. Karstens erster Kommentar ist zutreffend. Versteh schon dass das lustig ist. Trotzdem Reproduktion ranzigster Stereotypen.

  • #35
    crusius

    Wer sich bei dieser Satire ertappt fühlt (und das scheinen ja einige zu sein), darf gerne die Onlinepetition zeichnen: https://www.openpetition.de/petition/online/angekuendigte-streichung-der-landeszuschuesse-fuer-die-archaeologie-und-denkmalpflege-zuruecknehmen

  • #36
    KClemens

    @Karsten #9

    Aber ich stelle mir hinter den bisherigen Kommentaren schenkelklopfende alte Männer von der CDU vor (besonders bei Nansy), die sich denken: “Endlich sagt einer mal die Wahrheit”“, “Wir Konservativen werden ja immer vom links-grünen Mainstream unterdrückt!”.

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Absolut falsche Vorstellung. Ich bin definitiv nicht alt, kein Mann und nicht CDU-affin und wünsche mir hunderttausende solcher Artikel und Kommentare.

    Und das nicht nur hier an dieser Stelle oder im Netz, sondern auch im Real-Life!

  • #37
    KClemens

    @Karsten #11,

    Ich würde mir einfach wünschen, dass du deine Texte reflektierst, bevor du sie veröffentlicht. Mit sowas machst du dich einfach nur lächerlich und/oder zur Galionsfigur der Konservativen.
    >>>>>>>>>>>>>>>

    Neoliberales Grünsprech in seiner schönsten Form.

  • #38
    KClemens

    @Fabernoster,

    Aus meiner Sicht ist einer der Wichtigsten Gründe, Archäologie zu betreiben nicht etwa, hübsche Sachen für die Museen zu Tage zu fördern
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Das ist für mich einer der wichtigsten Gründe. Es zeigt immerhin eindrucksvoll den Geschmacksverfall der Neuzeit.

  • #39
    NoHistory

    Ich bin mit folgenden Aussagen aufgewachsen:
    – Man muss aus der Vergangenheit lernen.
    – Nur wer seine Vergangenheit versteht, versteht auch Gegenwart und Zukunft

    Zurzeit boomt das Interesse an der Vergangenheit. In den Medien wird immer häufiger über die Vergangenheit berichtet.
    Nur NRW soll auf seine Denkmäler/Vergangenheit verzichten?
    Die Jugend braucht auch Denkmäler, um die Herkunft und die Umgebung zu verstehen. Aber Bildung ist ja nur für Wahlkampfsprüche wichtig.

    Hat man vielleicht ganz einfach Angst davor, dass die heutige Gesellschaft sich fragt, wieso im Land alles zerbröselt und nichts mehr geht?

    – Viele Römer-Brücken stehen noch!
    – Zur Kaiserzeit wurde der Dortmund-Ems-Kanal in 7 Jahren gebaut!
    – Die rasante Entwicklung des Ruhrgebiets mit vielen technischen Leistungen

    Was kann unsere heutige Landesregierung als Leistung für sich buchen?
    Wie lange wird für ein paar Meter an der A40 gebaut (BoEssen)?

    Wir machen Grabungen in der ganzen Welt, aber unsere eigene Geschichte interessiert uns in NRW nicht?

  • #40
    Nansy

    Auf die Gefahr hin, dass die Humorlosen wieder aufjaulen, unsere lieben Abgeordneten haben die Idee auf ihrer Agenda, in Düsseldorf ein neues Regierungsviertel zu verwirklichen – da stören wohl die archäologischen Ausgrabungen – vom Geld ganz zu schweigen… 😉

    http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/neuer-anlauf-fuer-ein-duesseldorfer-regierungsviertel-1.3289223

  • #41
    Jochen Hoff

    # 25 Helmut Junge

    Hm ich bin also ein schwieriger Fall weil ich Lehrer und Sozialarbeiter für wichtiger halte als Ausgrabungen. Ja, die halte ich tatsächlich für sehr viel wichtiger.

    Ihre Gerede von den gefährdeten Funden und Raubgräbern ist natürlich Quatsch. Wie bisher auch wird es Notgrabungen geben und die Gefahr von Raubgrabungen bleibt gleich. Es geht nur darum in Zeiten wo es überall an Geld fehlt Prioritäten zu setzen.

    Die möglichen Funde können noch 50 oder 500 Jahre auf ihre Entdeckung warten. Die Menschen von heute brauchen jeden Cent um ihre nähere Zukunft zu gestalten.

    Im übrigen hätte ich auch lieber genügend Geld für alles was wünschenswert ist. Aber mit diesem System wird das Geld immer knapper, weil die Reichen die von den Ruhrbaronen ja so hofiert werden, alles Geld für sich behalten dürfen und praktisch keine Steuern bezahlen. (Jene 10 Prozent denen mehr als 60 Prozent von Deutschland gehört)

    Also Schluss mit neuen Ausgrabungen für die nächsten 20 Jahre. Wir werden uns auch von Theatern, Museen, Ausstellungen und vielem anderen verabschieden müssen. Einen anderen Ausweg gibt es nur wenn wir das System ändern.

  • #42
    Helmut Junge

    @Jochen Hoff,
    dass es eine gewaltige Schieflage in der Einkommensstruktur innerhalb Deutschlands gibt, sehe ich auch. Dass die gewaltigen Ausgaben des Staates nicht mehr lange finanziert werden können, ohne an die gleichzeitig immer weiter wachsenden Einkommen von etwa 10% der Einwohner heranzugehen, ist mir klar. Aber was Sie machen, ist resignieren, weil Sie bereit sind solange auf alles zu verzichten, bis es zu der von Ihnen diffus erwarteten „Systemänderung“ kommt. Darin unterscheiden wir uns. Was ist das überhaupt? Systemänderung?
    Ich denke, die Forderung muß sein, dass die Reichen deutlich mehr Steuern zahlen. Dann brauchen werden wir uns nicht zwischenzeitlich von „von Theatern, Museen, Ausstellungen und vielem anderen verabschieden müssen“, wie Sie schreiben. Wir müssen nicht erst verblöden, um dann „Das System zu ändern“.
    Meine Güte, Herr Hoff, Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass wir dann, im verblödeten Zustand, „das System ändern“ können?

  • #43
    Fabernoster

    Helmut Junge schrieb:
    „Hm ich bin also ein schwieriger Fall weil ich Lehrer und Sozialarbeiter für wichtiger halte als Ausgrabungen. Ja, die halte ich tatsächlich für sehr viel wichtiger. “

    Ich halte es für grundsätzlich falsch, Archäologie und Soziales auf gegenüberliegende Waagschalen zu legen, besonders angesichts der Dimensionen, die unnötige oder zumindest zweifelhafte Ausgaben einnehmen. Es ist so, als würde man abwägen, ob man bei einem Auto auf die Bremse oder die Beleuchtung verzichtet, um sich den blattvergoldeten Schalldämpfer leisten zu können!

  • #44
    NoHistory

    @42: Die Steuereinnahmen des Staates steigen von Jahr zu Jahr. Es ist Geld da. Vor Jahren gab es aber bspw. noch keine Gleichstellungs-, Integrations- und Sonstige-Beauftragten. Ebenso hatten die Schüler keine Sozialarbeiter gesehen. Das Geld verschwand noch nicht für die sog. Öko-Wende in ein schwarzes Loch. Der Bürger hat auch selber angepackt. Das funktioniert heute noch in vielen Dörfern etc., wo man einfach mal ein Ehrenamt ausübt. In den Städten mit Rentnern, Frührentner und vielen Arbeitslosen muss alles der Staat machen. Dort versickert das Geld. Die vielen Sozialarbeiter haben auch keine messbaren Erfolge nennen können. Es ist also Geld da. Insbesondere die Ökolobby verdient an den Bürgern (Solardächer, Kanal-TÜV, Dämmwahnsinn).

    Es gibt aber die klare Aussage der Regierung, dass ein paar Millionen für unsere Vergangenheit und damit für unsere Identität nicht wichtig sind.

    Das ist aus meiner Sicht falsch.

    Es wird keine Systemänderung geben. Wir leben in einer globalisierten Welt. Wissen und Geld wird überall nachgefragt, d.h. die Leute, die wohl noch stärker ausgenommen werden sollen, werden verschwinden. Der Rest bleibt. Das Ergebnis wird mit der DDR vergleichbar sein. Das lehrt uns die Vergangenheit. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir diese Lehren erhalten.

  • #45
    Helmut Junge

    @Fabernoster(43) , nicht ich habe das geschrieben, sondern @Jochen Hoff an mich gerichtet.

  • #46
    Arnold Voß

    @ Nohistory # 44

    „In den Städten mit Rentnern, Frührentner und vielen Arbeitslosen muss alles der Staat machen. Dort versickert das Geld.“ … Mein Reden von Beginn an, Leute!

    Rente erst ab 90! Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen! Das gesparte Geld ab in die Dörfer! Zerstört Berlin, macht das Ruhrgebiet dem Erdboden gleich! …… Mecklenburg Vorpommern, ich komme!! 🙂

  • #47
    Tagedieb

    Ich habe mir den Lebenslauf von Fr. Kraft noch nicht angeschaut. Wenn der genauso exzellent aussieht wie der von Fr. Steffens, dann ist klar, dass die NRW-Regierung unter ihrer Leitung von Archäologie nichts hält und für reine Zeit- und Geldverschwendung erachtet.

    Aber, wer tatsächlich in einen Gesetzentwurf die Überlegung reinschreibt, dass ein Investor, der bei seinen Bauarbeiten auf archäologische Funde trifft, die weitere Sicherung auch bezahlt, der ist mit dem Klammerbeutel gepudert. Der wird zusehen, dass der Baggerführer ganz schnell weiter buddelt.

    Wie bereits #39 Nohistory geschrieben hat, man muss aus der Vergangenheit lernen. Und nur wer seine Vergangenheit versteht, versteht auch Gegenwart und Zukunft. Wenn jedoch ein privater Bauherr verpflichtet wird, diese Vergangenheit erstmal zu sichern, wird einfach keine Vergangenheit, die zu studieren ist, mehr haben.

    Das ist wieder ein absolutes Armutszeugnis für NRW, schade eigentlich, hatte ich doch im ersten Anlauf der Rot-Grünen-Regierung in NRW ein paar Hoffnungen. Aber da scheine ich mich gewaltig getäuscht zu haben, bringt die Regierung doch nur Scheiße zu Stande (wie beispielsweise beim Nichtraucherschutzgesetz).

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  • #49
    HansWurst1982

    @Jochen Hoff: immer wieder erwähnen sie, dass es ja noch Notgrabungen geben wird, aber ist so einfach falsch!
    Das neue Gesetz für die Archäologie und Denkmalpflege in Nordrhein-Westfalen sieht eine sehr spezielle Form des Verursacherprinzips vor: Die Investoren müssen nur zahlen, wenn man die betroffenen Fundstellen schon vorher kennt.
    Das heißt faktisch, gibt es eben KEINE Notgrabungen mehr!!!

  • #50
    Björn Wilbert

    „Zu 1: In der gesamten Menschheitsgeschichte gab und gibt es Sklavenhandel rund um den Erdball – Zu 2: Was ist denn mit dem Matronenkult und deren Funde westlichen Rheinland? – Zu 3: Naturgemäss sind Männer körperlich dazu besser in der Lage, klar ich kenne auch eine Gerüstbauerin aus Köln die mich mal eben unter den Arm klemmt aber das ist doch eher seltener der Fall. Zu 4: …was war, was ist was wird….Die Piratenpartei jedenfalls arbeitet für die Zukunft bereits hierran (Geschlechter- und Familienpolitik) tei – Zu 5: Mal über die Bedeutung hinsichtlich der Ernährung und Lebensweise der Menschen in dieser Zeit nachgedacht? (Jagdwaffen) Dies könnte vielen körperlich degenerierten Menschen helfen auch mal umzudenken, sich vll. mal nach dem „STEINZEITREZEPT“ = (via YouTube senderunabhängig erhältlich/verfügbar! ) zu ernähren, e.t.c… – Zu 6: Ja genau, der Sack Reis der in China beim Beladevorgang vom Laster knallt ebenfalls. Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche betrachtet Gaja vielleicht als einen leichten grippalen Infekt. – Zu 7: Richtig, das tun wir heute immer noch…sogar in der Werbung. Ein guter Grund es den Menschen in unserem Land und auf der ganzen Welt immer wieder gebetsmühlenartig zu präsentieren. – Zu 8: Richtig, wäre ja auch total ungesund, für Menschen die nach der Blutgruppentheorie (welche m.E. auch Substanz hat) leben ein Kreuzgang. Zu 9: Haben wir diesseits verläßliche und bezahlbare Alternativen zur C14 Methode? M.E. nicht…bitte klären Sie mich auf, das Thema interessiert mich brennend. – Zu 10: Die Rapa Nui und viele andere Völker auf der Erde auch. Und? „Irrwege sind dazu da um sich als Irrwege zu erweisen“ (Paul Watzlawick) und wir alle können aus sämtlichen Fehlern der Vergangenheit nur lernen es in Zukunft besser zu machen, finde ich.

    Ich bedanke mich für diesen amüsanten Beitrag und wünsche allen noch einen schönen Tag, bzw. entspannte freie Tage mit ihrern Familien, Haustieren oder wem oder was auch immer.

    Mit allerbesten Wünschen, Pirat Björn Wilbert

  • #51
    Wonne

    Nicht zu vergessen: Es wird doch auch an künftige Generationen gedacht, die wollen schließlich auch noch was zu buddeln haben.

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  • #54
    Claudia

    Als Nicht-Betroffene kann man immer gut reden. Wir sind aber betroffen. Die Stadt Duisburg will uns verdonnern, die Kosten für Ausgrabungen auf unserem Grundstück allein zu tragen. Wir haben begonnen, in unserem Garten einen Schwimmteich bauen, weil die Freibäder in unserer Nähe in der nächsten Zeit geschlossen werden. Damit unsere Kinder im Sommer baden können.
    Die Stadt Duisburg schreibt uns, dass es von Interesse ist die „Hinterlassenschaft der Römer wie z.B. Pflanzenreste, Pollen, Knochen, Fischschuppen, Holzkohle, Asche zu bewahren.“ Das seien unverzichtbare Zeugniswerte.
    Nur weil sich irgendwelche Interessen-Gruppen (Archäologen, Beamte) irgendwann einmal für ein Römergebiet stark gemacht haben, müssen andere darunter leiden ( u.a. auch mit Herzinfarkt) und es auch noch bezahlen.
    Unsere 7 -jährige Tochter fragt uns „Wir haben andere Probleme in der Welt. Es gibt Kriege und Hunger in der Welt. Wieso müssen die sich um die Römer kümmern.“
    Wir gehen arbeiten, zahlen Steuern, kümmern uns um unsere Kinder und um unsere Eltern und zahlen können wir auch noch alles. Von unseren Steuern werden die Beamten bezahlt. Wenn man ins Rathaus geht und sieht, wie dort gearbeitet wird, dann kriegt man richtig Wut. Entweder sind die Beamten wochenlang krank oder es hängen Schilder an der Tür, dass die gerade nicht da sind (Raucherpause). Dicke Bäuche sieht man auch haufenweise.
    Nur weil Menschen etwas studiert haben, was sie interessiert (z.B. Archäologie) und dann bei der Stadt arbeiten, ist es natürlich ganz wichtig, alles zu bewahren. Klar, sonst können die sich ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen.
    Man muss die Dinge auch mal aus dem Blickwinkel von wirklich Betroffenen sehen. Von daher kann ich die „Guten Gründe“ nachvollziehen. Viele, die hier geschrieben haben, sind von dem Gesetz doch gar nicht betroffen. Was ist denn das öffentliche Interesse: Wenn man in seiner Freizeit nach immer neuen tollen Ausflugsmöglichkeiten sucht und weite Strecken durch die Gegend fährt. Oder wenn Schülergruppen, nur um aus dem Schulalltag rauszukommen, nach Xanten fahren. Es geht doch den Städten letztlich wieder nur darum, Geld zu machen.

    Ich hoffe, ich kann jetzt wieder einschlafen.

  • #55
    Helmut Junge

    @Claudia, ich empfehle Ihnen, mal einen Anwalt aufzusuchen. Vermutlich ist das Gesetz, auf das sich die Duisburger Verwaltung beruft noch nicht einmal rechtsgültig, bzw. deren Interpretation eigenwillig.
    Es kann m.E. überhaupt nicht sein, dass der Staat seine eigene Verantwortlichkeit an einzelne Bürger abschiebt.
    Den Pool würde ich allerdings unter diesen Umständen erst gar nicht bauen. Denn dann entfällt auch das für das Gesetz nowendige Verursacherprinzip.
    Nur wenn eine archäölogische Ausgrabung durch Baumaßnahmen notwendig wird, kann ein Verursacherprinzip begründet werden.

  • #56
    der, der auszog

    @#54

    Wie man mit dem Bau von Schwimmteichen und ökologischen Wellnessoasen in deutschen Kleingärten den Krieg und Hunger in der Welt in den Griff bekommen will, ist mir irgendwie nicht einleuchtend. Aber vielleicht bin ich auch schon zu alt, um sowas zu begreifen. Auf jeden Fall scheint Duisburg in jeder Hinsicht eine seltsam betroffene Stadt zu sein.

  • #57
    Helmut Junge

    @der,der
    es gäbe noch etliche Sonderheiten im Kommentar von @Claudia die du hättest erwähnen können.
    Aber ich bin ja gegen dieses archäologiefeindlche Gesetz der derzeitigen Landesregierung. Und da kommt so ein Fall, wie das Gesetz in der Praxis umgesetzt wird. Deshalb reduziere ich gedanklich ihren Kommentar auf den Fakt, dass sie beim Bau eines Schwimmbeckens einen Fund, angeblich aus der Römerzeit gemacht hat. Sie hat diesen Fund gemeldet und soll jetzt für die archäologische Ausgrabung zahlen.
    Das ist die Seite des Gesetzes, die wir bisher gar nicht berücksichtigt haben.
    Das kann nämlich jedem passieren, der ein Grundstück hat. Und das ist in der Welt vermutlich einzigartig.
    Vermutlich wird jetzt niemand mehr einen Fund melden, und das fände ich entsetzlich.

  • #58
    Fabernoster

    Den meisten ist schon die drohende Verzögerung im Bauvorhaben Grund genug, mögliche Funde zu zerstören und gut gemischt mit Bauschutt zur Entsorgung zu bringen. Das ist keine Vermutung, sondern mir immer wieder von Nachbarn, mir bekannten Bauunternehmern und Bauherren so berichtet worden. (Als wäre es selbstverständlich.)
    Claudia, der von Dir unterstellte Grund, warum möglichst alles bewahrt werden soll, ist schlicht falsch. Brauchbare Funde sind rar und unser Bild von der Vergangenheit ist lückenhafter, als Menschen, die sich nicht mit Archäologie beschäftigen, gemeinhin glauben.
    Unabhängig davon ist es natürlich ein Skandal, wenn Kosten für Ausgrabungen auf Grundeigentümer abgewälzt werden!

  • #59
    der, der auszog

    @#58 Fabernoster

    Das Problem liegt da weniger bei Claudia, sondern in erster Linie beim Land NRW bzw. der derzeitigen Landesregierung. Die fährt nämlich nicht nur die für den Denkmalschutz bereit gestellten Gelder gegen Null, sondern verändert auch aufgrund ihrer desaströsen Haushaltslage die bestehenden Denkmalschutzgesetze dahingehend, dass zum einen der Bauherr verpflichtet ist, die Kosten für die Ausgrabungen von Bodendenkmälern bei privaten Bauvorhaben zu tragen. Zum anderen sollen die geborgenen Bodenschätze aber künftig komplett in den Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen übergehen. Im Klartext: Der Bauherr wird gesetzlich verpflichtet zu buddeln, um das, was er beim Buddeln findet sofort und unentgeltlich an das Land abzudrücken. Der Privatmann soll dem Land quasi die Ausgrabung bezahlen, weil es dafür kein Gelder mehr bereitstellt, ohne dass er selber was davon hat.
    Bislang konnte der Bauherr zumindest das, was er an Schätzen im Boden fand, zu 50% behalten. Die anderen 50% gingen an den Grundstückseigentümer. Dieses Prinzip nennt sich ‚Hadrianischen Teilung‘ und soll jetzt durch das sogenannte ‚Schatzregal‘, wonach das Land automatisch Eigentümer der archäologischen Funde ist, abgelöst werden.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nordrhein-westfalen-plant-meldepflicht-fuer-archaeologische-funde-a-904016.html

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